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Globale Einführung einer 2-Kind-Politik dringend notwendig

Dieses Thema im Forum "Politik, Sozialkritik, Zeitgeschehen & Geschichte" wurde erstellt von Rivale-von-Nogar, 3. Februar 2010.

  1. streicher

    streicher Ehrenmitglied

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    Da sehe ich uns aber in der Pflicht. Wir sollten uns stärker um Rohstoffkreisläufe bemühen, und um eine Minderung des Verbrauchs (auch im Kreislauf). Und desbezüglich sollten alle Staaten an weiteren Strategien und möglichst faire Lösungen arbeiten. So, wie es jetzt gerade um den Ressourcenverbrauch geht, darf es nicht weitergehen.
    Was den Anspruch angeht: es ist eben entscheidend, wo die Rohstoffe liegen. Voraussichtige Rohstoffpolitik wäre jedoch sehr angesagt. Wenn wir nicht so viele Rohstoffe haben, sollten wir uns eben umso mehr um eigene Rohstoffkreisläufe bemühen, und eben auch darum, dass die Welt nicht mehr so viel aufgekratzt wird.

    Die Welt ist multipolarer geworden. Der neue große Spieler in Afrika zum Beispiel ist die VR China.
    Ein Gesetz von der Tragweite hätte aber doch seine ganz eigene Dimension. Jedoch obliegt die Gesetzgebung in der Kompetenz der souveränen Staaten.

    Das ist mir zu eindimensional argumentiert. Nehmen wir als Beispiel mal den Südsudan: 2 Millionen Binnenflüchtlinge, zudem 400.000 Flüchtlinge, die in den Sudan geflohen sind, 80.000 in die DR Kongo, etwa 1 Million (!) nach Uganda, ca. 100.000 nach Kenia und bald 400.000 nach Äthiopien [-> Quelle: UNHCR]; macht insgesamt knapp 4 Millionen. Das macht bald 7% aller Flüchtlinge, von den 60 Millionen. Von Auswanderungspolitik kann dort keine Rede sein: das ist schlicht und einfach ein heftiger Bürgerkrieg an der Schwelle zu einem ethnischen Bürgerkrieg - und die Menschen probieren dem verständlicherweise zu entrinnen. Vom Südsudan kommen allerdings kaum Menschen nach Europa.

    Als Gründe für 'Flucht' gelten insbesondere: Kriege, Armut, Hunger, Degradation, Katastrophen, Gewalt und Ausbeutung. Diese Gründe weisen darauf hin, wie komplex die Zusammenhänge sind und wie wenig eine eindimensionale Maßnahme hilft.
    Der Zusammenhang zwischen hoher Geburtenrate und dem Verlassen des Heimatlandes geht, wenn ich mir die Statistiken anschaue, kaum auf.
     
  2. streicher

    streicher Ehrenmitglied

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    Ein Aufruf zur Ausbremsung des Bevölkerungsanstiegs kann sehr verschieden ausschauen. Nachfolgender Aufruf ist auf bento.de zu lesen.

    schreibt die Autorin auf bento. Kinderglück versus Denken für das Allgemeinwohl ist für sie ein nicht vereinbarer Gegensatz. zum Artikel

    Die Autorin fordert auf, auf Kinder der Umwelt zuliebe bzw. wegen des Klimawandels zu verzichten. Überalterung ok, Bevölkerungswachstum no way.
    Sie führt ihre Argumentation u.a. auf eine Studie zurück, die die Tonnen von CO² aufführt, welche pro Kind eingespart werden.

    Solche Zahlen führen zu interessanten, manchmal skurrilen Argumenten. So argumentierte mal ein Chef eines kleines Unternehmens, er brauche sich in seinem Lebensstil nicht einschränken (zum Beispiel viel Fliegen, großes Haus, SUV), denn für die Umwelt hätte er schon genug getan, nämlich keine Nachkommen gezeugt.

    Hm...
    Brauchen nun diejenigen nicht mehr über Umweltfolgen nachdenken, die keine Kinder bekommen? Und sollten diejenigen ein schlechtes Gewissen bekommen, die ein Kind//Kinder zeugen?
    Oder: zur Hölle mit Pauschalisierungen?


    So schließt die Autorin:
    Zur Diskussion gestellt.
     
  3. Rivale-von-Nogar

    Rivale-von-Nogar Meister

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    Und das geht am einfachsten, indem wir Weltweit diese 2-Kind-Politik einführen.

    Eben

    Wobei im Vorbildhaften China die 2-Kind-Politik gilt (früher sogar die 1-Kind-Politik) und somit hält sich China als Wirtschaftkonkurrent in Grenzen. Das sehen zwar einige anders, aber denen kann ich nur sagen – dass China ein ganz anderer Wirtschaftkonkurrent für uns wäre, wenn dort die selbe Bevölkerungsexplosion herrschen würde wie in Indien oder Afrika u.s.w.

    Es ist aber so.

    Im Sudan vielleicht nicht, aber der Sudan macht ja, wie du bereits selbst gesagt hast nur 7% aller Flüchtlinge aus. In den meisten anderen Staaten geht es nämlich sehr wohl und ausschließlich um Auswanderungspolitik. Da arbeiten die dortigen Regierungen sogar sehr eng mit diversen Nichtregierungsorganisationen zusammen, um diese besagte Aussiedelungspolitik voranzutreiben.

    Sehr guter Artikel. Dem gibt es nichts hinzuzufügen

    Also ich würde schon sagen, denn Kinder zu bekommen ist ja faktisch die größte Umweltsünde, die es gibt, wenn man es ganz genau nimmt.
     
  4. streicher

    streicher Ehrenmitglied

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    Indien erreicht bald die Fruchtbarkeitsrate von 2,1 (derzeit 2,4) - die Rate, die nötig ist, damit die Bevölkerung nicht schrumpft. Da sieht es in vielen anderen Ländern in Afrika und zum Beispiel in manch asiatischen Ländern wie Pakistan (3,6) sehr anders aus.

    Ein Land - schon 7 Prozent weg. Jetzt hätte ich aber gerne mal Beispielzahlen für ein Land, dass zu den "meisten anderen Staaten gehört", welche "Auswanderungspolitik" betreiben.


    Wie gesagt: es entstehen sehr eigenartige Rechnungen. Zum Beispiel wird mit dem ökologischen Fußabdruck argumentiert, die pro Person je Land hinterlassen wird, oder die zum Beispiel ein ganzer Staat hat. «Fussabdruck» der Nationen.
    Ich habe mal ein Video gesehen, in welchem ein indischer Umweltexperte spricht. Der meinte, dass Indien ja eigentlich schon dort steht, wo Deutschland in Sachen Ressourcenverbrauch hinwill. Stimmt eigentlich. Müll scheint mir da noch ein anderes Kapitel.
    Interessant ist allerdings auch, dass gerade in den reichen Staaten der ökologische Fußabdruck ziemlich hoch ist, dafür die Geburtenrate eher unten. Wenn allerdings eine Geburtenrate unter 1,0 mal auftauchen sollte, dann dort. Die Autorin des bento-Artikels spricht sich hier für das Drücken der Geburtenrate aus, unter Inkaufnahme einer starken Überalterung. Und - ist das nachhaltig? Welche Zustände würde sie denn für den älteren Teil (und dann irgendwann größten Teil) der Bevölkerung hinnehmen?
     
  5. streicher

    streicher Ehrenmitglied

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    Das war mir neu: Großbritannien hat tatsächlich eine Art von 2-Kind-Politik: nennt sich "2 child limit". Ein finanzieller Zuschuss wird ab dem dritten Kind in GB nicht gewährt. Hätten Herzogin Kate und Prinz William nicht ihr drittes Kind zur Welt gebracht, hätte die Presse dem "2 child limit" nicht so viel Aufmerksamkeit geschenkt.
     
  6. streicher

    streicher Ehrenmitglied

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    Auf telepolis ist mal wieder ein Artikel zur Bevölkerungsentwicklung erschienen: Nur Afrika bekommt das Bevölkerungswachstum nicht unter Kontrolle. Der Artikel thematisiert die Hinweise von Social-Media-Nutzern, die einem Aufruf des Außenministeriums folgten und Vorschläge machten, um den Bevölkerungswachstum in Afrika auf eine andere Schiene zu bringen. Vorschläge waren u.a. (kennen wir hier auch schon):
    • Sanktionen
    • Orientierung an der Ein-Kind-Politik
    Allerdings sollte man in seinen Gedankenspielchen die Geschlechterschieflage, die sich durch die Ein-Kind-Politik in China ergeben hat, nicht auslassen: es fehlen dort 30-40 Millionen Frauen.

    Das Wörtchen "nur" steht meines Erachtens an der falschen Stelle. Das ist nämlich eine Halbierung mit immensen Folgen, obwohl die Bevölkerung mit einer Geburtenrate von 3 immer noch wächst, aber deutlich langsamer.