Was lest Ihr grade?

SentByGod

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Habe gerade ein viel zu oberflächliches, fehlerverseuchtes und äußerst gut bebildertes Buch über die "Weltreligionen" ausgelesen.

Als nächstes stehen bei mir [Reihenfolge ungewiss] folgende auf dem Plan:

Die Edda, Tao-Te-King, Das Kapital, Ilias/Oddysee, und noch ein paar Mehr. :)
 

antimagnet

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ui, ich kann hier auch mal posten. gestern gelesen, in einem rutsch: axel hackes der weiße neger wumbaba kehrt zurück. also, der nachfolgeband in der großen kunst des verhörens. brüllend komisch - ich sag nur: danke, fleischhals!
 

Eazyyy

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Nach einem Tipp von einem anderen User: "Todesmarsch" von Richard Bachman aka Stephen King
 

zerocoolcat

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"Cryptonomicon" von Neal Stephenson...danach wartet sein "Baroque-Cycle" auf mich... :D
 

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Lehrling
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"Die Kultur der Renaissance in Italien. Ein Versuch"
von Jacob Burckhardt

Gar nicht so langweilig wie es sich anhört.
 

haruc

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ich hab mir wiedermal in meinem Lieblingsbuchladen in Trier einen Stoß Bücher zugelegt... im Moment lese ich (Reihenfolge nach Beginn)

- Grimmelshausen: "Der abenteuerliche Simplicissimus Teutsch"

Fr. Blau: "Die deutschen Landsknechte"

"Krieg der Generäle. Hitler als Werkzeug der Wehrmacht" (autor weiß ich grad ned)

Danach stehen noch die Biographie Hegels sowie der Untergang der Wilhelm Gustloff von Guido Knopp auf dem Plan. (Wobei ich gegen letzteres eine unerklärliche abneigung verspüre)

danach noch bis April

Der Tod in Venedig (Th. Mann)
Berlin Alexanderplatz (A.Döblin)
Wallenstein (Schikker)
Geschichten Aus dem Wiederwald (Öd. v. Horváth)


Eigentlich hab ich garkeine Zeit zum Posten ;)

btw noch eine kleine Frage/Anmerkung:
Das Landsknechtbuch ist eine überarbeitete Auflage des Originals von 1881 und bei einem gewissen "Akademischen Verlags Gesellschaft" erschienen. Mir kommt der Verlag allerdings irgendwie Suspekt vor... vllt. weiß ja jemand mehr darüber
 

MrPalmer

Großmeister
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Zur Zeit lese ich von Reinhard Kammer - ZEN in der Kunst, das Schwert zu führen.

Danach; Don DeLillo - Libra
war ein Sonderpreis und da letztens wieder was über J.F.K und das Attentat hier im Board geschrieben wurde, dachte ich mir why not ?

Und weil ich im Schnäppchenfieber war; Mary Doria Russel - Gottes Kinder
Sci-Fi & die Fortsetzung von - Sperling
Leider hab ich letzters noch nicht gelesen muss mir also zuerst noch Sperling kaufen. Hab irgendwo gelesen das Sperling bald verfilmt wird, deswegen mein Kauf.

Frage: Kennt Ihr www.librarything.de ?
Hab mal angefangen ein paar Bücher reinzustellen ; http://www.librarything.com/profile/ipcress

Vielleicht eine Ask1 Group ?
 

Ein_Liberaler

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"Die Deutschen Landsknechte" von Friedrich Blau
Akademische Verlagsgesellschaft, erschienen bei Phaidon Verlag GmbH, Essen ISBN 3-88851-032-5

Ein neuaufgelegtes Buch von 1882, das als Haupt Quellen das "Kriegsbuch" des Leonhard Fronsperger von 1564 aowie die "Historia Herrn Georgen und Herrn Kasparn von Frundsberg" von Adam Reißner 1572 benutzt ist DAS Standartwerk über Landsknechte. Von dem Buch haben fast alle, auch Osprey, abgeschrieben.
http://www.renaissanceforum.net/mod...ghlight=&sid=02ce728747cbad43dfced43440d480a3

Selbst wenn der Verlag suspekt sein sollte, das Buch offenbar nicht.
 

haruc

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Okay, vielen Dank!

Ich dachte auch zunächst, als ich von "deutschen Tugenden" und deutschem Deutschtum etc. laß, dass es eventuell ein Buch eines Rechtsgerichteten ist, der versucht das deutsche Militärwesen auf dieser kuriosen Schiene zu verherrlichen. Aber als ich dann sah, dass es von 1882 ist, war mir klar, weswegen der Autor so schreibt.


Übrigens ein gutes Buch mit dem Thema Stauffenberg und militärischer Widerstand:
"Christian Graf von Krockow- Eine Frage der Ehre. Stauffenberg und das Hitlerattentat vom 20.Juli 1944"

Habs neu für 2.90 gekauft; "Mängelexemplar"
 

Laokoon

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Ich lese gerade:

Die Skythen von Hermann Parzinger [Verlag: C.H.Beck ]

Die Skythen waren ein Reitervolk, welches um das 7. Jhd. v. Chr. nördlich des Schwarzen Meeres lebte und während seiner Beutezüge bis nach Bulgarien und sogar Brandenburg vordrang, und dessen angeblicher Goldreichtum sie ebenso berühmt machte, wie ihre Bogenschießkunst.

Hermann Parzinger beschreibt anhand von antiken griechischen Quellen das Bild der Skythen aus Sicht der Poleis und gibt damit einen ersten Überblick über die Steppenvölker, welche nördlich des Schwarzen Meeres gelebt haben. Darüber hinaus beschreibt er mit den Skythen verwandte Völkerschaften des eurasischen Steppengürtels, ihre Ursprünge, ihre Geschichte und ihre Lebensweise. Viele Zeichnungen verbildlichen die Informationen und lockern das Buch zusätzlich auf.

Allgemein gesagt finde ich die "C.H. Beck Wissen"-Reihe recht gut, da man dort einen wohlstrukturierten Überblick über die behandelten Themen bekommt und ebenso genug Ansatzpunkte, die eine Vertiefung in Details zulassen und durch die am Ende jedes Buches gesetzte Literaturauswahl auch weitere Recherchen ermöglichen.
Ebenso mehr oder weniger fachwissenschaftlich ohne dabei zu trocken oder langweilig zu sein.

____

Daneben habe ich gerade heute Abarat von Clive Barker angefangen, ein Fantasy-Roman der mir von einer anderen Ask1'lerin empfohlen wurde, zu dem ich mich aber noch nicht äußern kann.
 

Simple Man

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Laokoon schrieb:
Allgemein gesagt finde ich die "C.H. Beck Wissen"-Reihe recht gut, da man dort einen wohlstrukturierten Überblick über die behandelten Themen bekommt und ebenso genug Ansatzpunkte, die eine Vertiefung in Details zulassen und durch die am Ende jedes Buches gesetzte Literaturauswahl auch weitere Recherchen ermöglichen.
Ebenso mehr oder weniger fachwissenschaftlich ohne dabei zu trocken oder langweilig zu sein.
WORD! :wink:
 

Aphorismus

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Im letzten Urlaub gelesen:

Voltaire - Candide

und

Daniel Kehlmann - Die Vermessung der Welt

Voltaire ist immer gut, der Candide ein nettes, kleines Büchlein. Die Vermessung der Welt war sensationell, gerade für einen jungen Autor. Tolle Sprache, spannende Geschichte, die ein tatsächlich stattgefundenes Treffen zwischen Alexander von Humboldt und Carl Friedrich von Gauß zum Aufhänger hat. Herrlich recherchierte und sprachlich herausragende Story über zwei einmalige Charaktere.
 

Malakim

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Aphorismus schrieb:
Voltaire - Candide
Das hat mir auch enorm gefallen :rofl:

Voltaire finde ich sowieso ziemlich gut. Schön scharfsinnig und scharfzüngig.

... und was meinst Du hat Leibniz recht und wir leben in der beseten aller möglichen Welten? Jedenfalls hat Voltaire das passend betrachtet :rofl:
 

Aphorismus

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Malakim schrieb:
... und was meinst Du hat Leibniz recht und wir leben in der beseten aller möglichen Welten? Jedenfalls hat Voltaire das passend betrachtet :rofl:
Ich halte es da mit James Branch Campbell: Der Optimist glaubt, dass wir in der besten aller möglichen Welten leben; und der Pessimist befürchtet, dass das stimmt.
 

Laokoon

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So, nun zu:

AbaratClive Barker

Inzwischen habe ich das Buch durch - und bin innerlich ein wenig zwiegespalten.

Die Story von einem kleinen Mädchen, dass in eine andere Welt gelangt und dort verschiedene Abenteuer erlebt und das Schicksal ebendieser zu entscheiden scheint ist nicht neu - in ähnlicher Form so zum Beispiel auch schon passiert in der His-Dark-Materials-Trilogie von Phillip Pullmann, in der die kleine aber ungemein selbstbewusste Lyra Belaqua mit ihrem D.aemon [warum wird das Wort zensiert verdammt] Pantalaimon die Hauptrolle spielt.

Mir ist der Abarat, eine Welt aus 25 Inseln, der jeder eine Stunde des Tages zugeordnet ist, zu ungeordnet, zu unberechenbar, ja beinahe zu fantastisch. An jeder Ecke tauchen neue unglaubliche Gestalten auf, humanoide Mischwesen aus Tier und Mensch, singende Schlangen, rasant wachsende Dschungel und es gibt nichts, dass es nicht gibt. Man weiß nie, was einen als nächstes erwartet. In diese Welt schlittert Candy, ein Mädchen aus der langweiligen Stadt Chickentown, in der die große Hühnerfabrik den Mittelpunkt der trostlosen Kleinstadt in Minnesota darstellt. Ihr Vater ist gewalttätig, unwirsch und eigentlich immer betrunken, ihre Mutter trauert über den unglücklichen Lauf ihres eigenen Lebens. Und Candy? Sie ist zu frech, zu lebenslustig für die heimatliche Welt. Als sie jedoch in den Abarat kommt, erkennen viele Nebengestalten jedoch schnell ihre Bedeutung. Von „Schicksal“ und „Bestimmung“ ist die Rede – die zukünftige Rolle des Mädchens scheint schon früh offensichtlich.

Über der Sprache mag ich mich nicht lange aufhalten – da ich die deutsche Version gelesen habe, weiß ich nicht, ob evtl. der Übersetzer ein paar zu blumige und unpassende Formulierungen eingefügt hat – manchmal scheint die Syntax zu geschwängert von zwanghaft anmutenden Verbildlichungen, was jedoch mit der Zeit abnimmt.

Ich muss sagen, mir gefällt das Buch trotzdem, auch wenn ich am Anfang doch eher abgeneigt war.

Die Namensgebung der Protagonistin und ihres Heimatortes erscheinen sehr flach, doch gerade diese erzeugte Stereotypie stellt die Szenerie der Kleinstadt in Minnesota sehr gut da: Keine Geschehnisse, keine Veränderung, keine Spannung – ewiger Alltag in unliebsamer aber inzwischen akzeptierter Gedrücktheit.

Ebenfalls recht positiv: Es ist kein wohlgeordnete Gut-Böse-Schema zu finden - was ich sehr sympathisch finde, wirklich. Denn das ewige Schwarz-Weiß hat man ja langsam satt.

Und so ist auch der Fürst der Mitternacht, Christopher Carrion - man könnte sagen - der Herr der Albträume, grausam genug, um nicht ohne sadistischen Hohn zwei Brüder, die beide in seinen Diensten stehen, gegeneinander aufzuhetzen, so dass schließlich einer den anderen umbringt; aber doch ist Carrion selbst gefangen in einer Welt voller Zweifel und Schmerz und dem Streben nach Liebe.

Er stellt nicht die einzige dunkle Gestalt dar. Ich will nicht zu viel verraten, um euch die Spannung nicht zu nehmen. Das Ganze erscheint ein bisschen wie die Welt nach dem Kalten Krieg: Wie man erfährt, bekämpften sich noch vor Jahren Tag- und Nachtinseln in deutliche Lager geteilt auf das Erbittertste, doch inzwischen gibt es mehrere Kräfte, welche die entgültige Macht über die Inseln erringen wollen, mit unterschiedlichen Mitteln und doch vereint in dem unendlichen Hunger nach Macht. Und manches Grauen lauert noch im Verborgenen.

Der Arabat erscheint lebendig und doch wie das Labor eines Gottes, der fast nach Zufallsprinzip durch das Zusammenschütten von Anatomie, Brausepulver und Charaktereigenschaften immer neue Lebensformen schafft, wahrscheinlich kann ich mich deshalb nicht ganz mit dieser Welt anfreunden. Auch die Rolle von Candy scheint schon zu vorgegeben.

Aber trotzdem werde ich mir die Fortsetzungsbände auf jeden Fall durchlesen – unterhaltsam sind sie allemal, vielleicht auch mehr als das. Auch wenn zumindest „Abarat“ meines Erachtens trotz guter Presse-Kritiken nicht zu den großen Fantasy-Hymnen der Literaturgeschichte gehört. Aber wer weiß – vielleicht überzeugen mich die nächsten Bände ja vom Gegenteil...
 
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