Schwere Unruhen in England

G

Guest

Guest
gaia schrieb:
Das würde ich auch so sehen. Die Verantwortung abzuschieben, finde ich ein bisschen einfach.
Genau, der arme Kerl der am helllichten Tage den Fahrer von seinem Moped geprügelt und das Teil gestohlen hat, kann überhaupt nix für sein Verhalten, da ist ausschließlich "der Staat" schuld, weil er ihm kein eigenes Moped geschenkt hat.

Das Selbe gilt natürlich für die johlende Menge, die nicht nur tatenlos dieser Straftat zusieht, sondern den Straftäter noch anfeuert. Alles die Schuld des Staates :don: Schon klar.

http://www.spiegel.de/video/video-1143789.html#oas.videobelegung=news

und wir lassen hier in D auch eine Menge Kinder von Staats wegen verwahrlosen.
Es sind die Eltern, die Kinder verwahrlosen lassen, nicht die Regierung.
Wir hatten auch kaum Geld als ich ein Kind war und trotzdem hat mich meine (alleinerziehende) Mutter zu einem aufrichtigen und rechtschaffenen Menschen erzogen. Als ob Armut ein Argument dafür wäre die Erziehung schleifen zu lassen. Einem Kind Rechtschaffenheit beizubringen kostet nix.

Das einzige was man der Regierung vorwerfen kann, ist daß sie nicht schon längst hart durchgegriffen hat. Wenn "Verwahrlosung von Jugendlichen" bedeutet, daß es halt political correct und chic ist für weichen Strafvollzug zu sein, für die 10te Aussetzung einer Strafe auf Bewährung, für "Verständnis statt Wegsperren" - kurz wenn es bedeutet, daß die Regierung ihrer Pflicht zur angemessenen Bestrafung von Kriminellen und dem Schutz des Bürgers nicht nach kommt, dann läßt die Regierung die Jugendlichen tatsächlich verwahrlosen.
 

Ein_Liberaler

Forenlegende
Mitglied seit
14. September 2003
Beiträge
9.777
Nun, das geschieht ja. Außerdem gibt es eine Verpflichtung, da einzugreifen, wo die Eltern versagen. Wer soll es denn tun? Wir haben keine überschaubaren dörflichen Strukturen mehr, keinen Gutsherrn, keinen Pfarrer und kein Sippenoberhaupt. Diese Strukturen haben sich im Zuge der Industrialisierung und der damit einhergehenden Verstädterung aufgelöst, das ist nun wirklich lange genug her, um daraus Konsequenzen zu ziehen. Stattdessen lassen wir sogar noch die Autorität der Lehrer verkommen.
 

gaia

Meister
Mitglied seit
20. Mai 2010
Beiträge
355
Wer sagt denn das das alles ausschließlich die Schuld des Staates ist?
Ich bestimmt nicht. Aber es ist ein wenig einfach nur nach Strafe zu schreien.

Wenn die Eltern die Kinder vernachlässigen, müsste die Vernatwortung von anderer Seite übernommen werden. Aber wo passiert das denn noch?
Also entweder man hat das Glück fürsorglicher Eltern oder genug Kraft sich allein aus dem Sumpf zu ziehen. Wenn nicht hat man Pech gehabt...
 

wintrow

Erleuchteter
Mitglied seit
11. Juli 2007
Beiträge
1.057
Aber bei allem Respekt: Das Einzige, was hier verwunderlich ist - ist die Verwunderung. Wer hatte denn gedacht, es werde ewig so weitergehen? Wer hatte geglaubt, die Vermehrung des obszönen Reichtums durch einige wenige bei gleichzeitiger Verelendung der Vielen werde ohne Folgen bleiben? Die entgrenzte Akkumulation ist kein Unfall des kapitalistischen Systems. Sie ist das System. So wie Mauer und Gulag keine Unfälle des Sozialismus waren, sondern seine Wahrheit. Kapitalismus bedeutet, einer besitzt die Yacht mit Swimmingpool und Hangar für den Heli, und Millionen haben seit Jahren keine Gehaltserhöhung bekommen. Sozialismus bedeutet für alle Menschen das Glück, und wer nicht mitmacht, kommt in den Knast.
 

gaia

Meister
Mitglied seit
20. Mai 2010
Beiträge
355
Mal abgesehen davon nutzt es nichts über Strafe nachzudenken, wenn man die Täter gar nicht fassen kann.
Also bleibt es eher doch dabei möglichst zu verhindern das es überhaupt zu sowas kommt.
Was London angeht- so wird jetzt ja bereits im Schnellverfahren gestraft- man erwägt anscheinend gefassten randalierern die Sozialleistungen zu streichen.
Mit Mitleid hat das auch wenig zu tun. Man kann drauf hauen wollen oder man kann ein Problem lösen wollen.
 

wintrow

Erleuchteter
Mitglied seit
11. Juli 2007
Beiträge
1.057
Tja wenn man in der Kommune 50.000 Pfund für soziale Projekte für Jugendliche streicht und gleichzeitig 11 Millionen Pfund für die Modernisierung des Gefängniss ausgibt, dann existiert da eine Schieflage. Und wenn derartige handhabe seitens der Regierung über Jahrzehnte durchgeführt wird muss mans ich nicht wundern wenn irgendwann die Menschen durchdrehen.
Die Gewalt ist dennoch mit ncihts zu entschuldigen, es gibt andere wege!
 

vonderOder

Ehrenmitglied
Mitglied seit
24. November 2004
Beiträge
2.421
Angeregt durch den Beitrag - London brennt! - Wann folgt endlich Berlin?! auf ((i)) linksunten.indymedia.org, der inzwischen von den Betreibern dieser Seite zensiert wurde, scheinen einige Linke Spinner, frustrierte Radfahrer, Versicherungsbetrüger, verschmähte Liebhaber, Nachahmungstäter und was weiß ich noch alles, die 100 an angezündeten Autos für diese Woche voll machen zu wollen.
bin mir sicher, dass das nicht das flammende Fanal wird, von dem die Person träumte als sie den oben genannten Artikel verfasste.
 
G

Guest

Guest
LOL als ob das verschwinden würde nur weil die Moderatoren das gelöscht haben - das Netz vergisst nix: http://kehraus.wordpress.com/2011/08/10/london-brennt-wann-folgt-berlin/

In den USA macht man derweil Nägel mit Köpfen und hat in verschiedenen Städten - Kansas-City. Philadelphia, Oakland und Columbia City - nächtliche Ausgangssperren für Minderjährige verhängt. Mal sehen obs was hilft.

http://www.reuters.com/article/2011/08/19/us-kansascity-curfew-idUSTRE77I0DR20110819

http://philadelphia.cbslocal.com/20...ew-for-minors-in-center-city-university-city/
 

Malakim

Ehrenmitglied
Mitglied seit
31. August 2004
Beiträge
4.984
shechinah schrieb:
LOL als ob das verschwinden würde nur weil die Moderatoren das gelöscht haben - das Netz vergisst nix: http://kehraus.wordpress.com/2011/08/10/london-brennt-wann-folgt-berlin/
Ja. Freunde von mir haben das jetzt erlebt. Da hat jemand die Kinderwagen im Hausflur angezündet. Toll dieser Kampf gegen Kapitalismus, da verbrennen dann Kinderwagen und Laufräder von dreijährigen und es wird ganz bewußt billigend in kauf genommen das die Kinder mit Ihren Eltern in dem Haus mit verbrennen.


Wenn ich so einen Zündler mal erwische rufe ich nicht die Polizei.
 

agentP

Forenlegende
Mitglied seit
10. April 2002
Beiträge
10.115
Welcher Kampf gegen den Kapitalismus denn? Nicht mal mehr die Polizei geht mehr davon aus, dass die meisten der Änschläge irgendeinen politischen Hintergrund haben.

Was mich wundert ist, dass die anwesenden VTler bei diesen Verbrechen komischerweise keine Lust zu haben scheinen ihr sonst so beliebtes "cui bono" in die Runde zu werfen. Mal über die Frage nachzudenken, wem die nicht in den Griff zu kriegenden Anschläge im Wahlkampf in Berlin mit seiner rot-roten Regierung wohl nützen könnten wäre sicher nicht uninteressant?

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/0,1518,781207,00.html
 

Ein_Liberaler

Forenlegende
Mitglied seit
14. September 2003
Beiträge
9.777
Diese Taten sind übrigens logisch und folgerichtig. Es sind die Familien mit Kindern, die die vielbeklagte "Gentrifizierung" heruntergekommener Stadtteile betreiben. Das ist wahrscheinlich nur in Berlin möglich, daß sich eine vom Staat ausgehaltene Klasse so in ihrem eigenen Unrat einlebt, daß sie Sauberkeit, Aufwertung der Bausubstanz, Kinder, mit einem Wort Kultur als eine Bedrohung empfindet, der mit allen Mitteln begegnet werden muß.
 

Malakim

Ehrenmitglied
Mitglied seit
31. August 2004
Beiträge
4.984
agentP schrieb:
Welcher Kampf gegen den Kapitalismus denn?
Naja im verlinkten "Artikel" schwafeln die von Kapitalismus und sowas.

Bei mir wurden letztes jahr 12 Autos in einer Nacht angezündet, am Wochenende dann kamen Flyer von der NPD und den LINKEN die jeweils die anderen in der Verantwortung sahen und beide eine tolle Möglichkeit für Werbung darin sahen....
 

agentP

Forenlegende
Mitglied seit
10. April 2002
Beiträge
10.115
Das ist wahrscheinlich nur in Berlin möglich, daß sich eine vom Staat ausgehaltene Klasse so in ihrem eigenen Unrat einlebt, daß sie Sauberkeit, Aufwertung der Bausubstanz, Kinder, mit einem Wort Kultur als eine Bedrohung empfindet, der mit allen Mitteln begegnet werden muß.
Das ist so unfassbar absurd. Da erzählen mir ernsthaft Leute, die gerade mal seit 10 Jahren im Kiez leben und ihre Kinder natürlich auf die ausländerfreie Waldorfschule im anderen Bezirk schicken, irgendwas von Vertreibung der armen angestammten Anwohner. Zuletzt habe ich so einen dann gefragt, ob er sich mal überlegt hat, wen er vor 10 Jahren verdrängt hat. Da ist dann Gespräch natürlich schnell vorbei.
Das einzige, was mir sauer aufstösst -und was leider neben den ganzen komischen Argumenten untergeht-, ist momentan der Trend in Kberg und Neukölln leere Wohnungen über den Sommer zur Zwischenmiete an Touristen zu vermieten, denn das ist meiner Meinung nach eine gewerbliche Nutzung und solche Wohnungen sollten auch als Pensionen angemeldet werden müssen und für die Nachbarn ist es in der Regel auch nicht lustig, den Sommer über partyfeiernde amerikanische oder israelische Touristen in der Wohnung drüber zu haben.
 

agentP

Forenlegende
Mitglied seit
10. April 2002
Beiträge
10.115
Naja im verlinkten "Artikel" schwafeln die von Kapitalismus und sowas.
Bei den paar Taten, wo es Bekennerschreiben gab, waren Firmenwagen oder Limousinen das Ziel.
Ich bezweifle, dass sich brennende Kinderwagen irgendwie mit Kapitalismuskritik in Verbindung bringen lässt. Ich denke in so einem Fall kann man einen politischen Hintergrund in der Regel ausschliessen.
 
Oben