Krieg gegen die Miliz "IS" - Gründe und Folgen

haruc

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Lan_Zelot schrieb:
Aber haruc! Was unterstellts du mir denn da? Nirgendwo habe ich von der Vernichtung irgendeines Landes geschrieben.
Da hast Du recht, das habe ich etwas zu nachlässig formuliert. Mit "Vernichtung" meinte ich natürlich nicht die totale Zerstörung des Landes China sondern lediglich die (im übertragenen Sinne) "Vernichtung" Chinas als wirtschaftliche und politische Großmacht.
 

vonderOder

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Ein_Liberaler schrieb:
Meyssan ist ein Verschwörungstheoretiker, der unter der Prämisse arbeitet, daß den USA alles gelingt, was sie anpacken und daß momentan alles genau so läuft, wie sie das wollen.
Es gelang den USA ja auch. Aber wieder einmal nur bis zu einem gewissen Punkt. Bis zu dem Punkt, an dem in einigen Staaten die den USA unbequeme Machthaber gestrürzt wurden. Danach verloren sie, wie auch schon in Afghanistan, die Kontrolle über die Leute die sie gehegt, gepflegt und finanziert hatten.
Und nun ist das passiert, wie Du richtig schreibst:
Ein_Liberaler schrieb:
daß die amerikanische Nahostpolitik (Nationbuilding, also stabile, verläßliche Partner-/Vasallenstaaten schaffen) komplett gescheitert ist und es weltweit an mehr Stellen brennt, als die USA Feuerlöscher haben.
 

Zerch

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Noch nie wurde derart an Zahlen manipuliert wie heutzutage.
Der Schein trügt wortwörtlich und die Statistiken sagen nichts über die unbekannte Realität dahinter aus.

Wir müssen wohl die Geduld aufbringen und abwarten , denn der Wirtschaftskrieg ist noch in vollem Gange.
China und Russland scheinen sich vom Dollar möglichst weitgehend abzunabeln und ihre eigenen Währungen stärken zu wollen.
 

haruc

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Streicher schrieb:
Diesen Aspekt finde ich allerdings besonders spannend. Ich weiss nicht, wie Experten das sehen. An verschiedenen Universitäten (in Deutschland zum Beispiel in Münster und Frankfurt) wird "islamische Theologie" bzw. "Islamwissenschaften" gelehrt. An solchen Instituten oder auf Fachtagungen werden der "politische Dialog" oder die "Radikalisierung" mit Sicherheit behandelt/diskutiert. Wenn es allerdings um Innovation und Erneuerung geht, dann wird sicherlich in eine andere Richtung gedacht, als es die westliche Kultur gewohnt ist.

Die Frage ist nur: Welchen Realitätsbezug haben irgendwelche theoretischen Diskussionen über die Weiterentwicklung des Islam, die an westlichen Universitäten in einem westlichen Umfeld stattfinden? Und welche Auswirkungen haben solche Debatten auf die Realität in islamischen Ländern? Wenn sich in diesen Gesellschaften etwas ändern soll, dann muss die Debatte auch dort geführt werden, und nicht 4000 Km entfernt.
Die katholische Kirche interessiert sich ja auch nicht dafür, wie irgendwelche Leute auf Samoa das Chistentum weiterentwickeln.

Hier noch ein Beispiel, wie in einer islamischen Gesellschaft mit Innovation im Gebiet der Religion umgegangen wird: http://www.theguardian.com/world/2014/sep/29/iran-executes-man-heresy-mohsen-amir-aslani

Moshen behauptete, die Geschichte des Propheten Jonah sei symbolisch, nicht wörtlich zu verstehen. Dies widerspricht der offiziellen Auslegung des Koran im Iran, weswegen Moshen erhängt wurde (Anklage: Innovation in der Religion).

Wenn schon wegen solcher kleiner Details Leute erhängt werden, wie soll dann die Gesellschaft auf der Grundlage der Religion erneuert werden?
 

vonderOder

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haruc schrieb:
ein Beispiel, wie in einer islamischen Gesellschaft mit Innovation im Gebiet der Religion umgegangen wird: http://www.theguardian.com/world/2014/sep/29/iran-executes-man-heresy-mohsen-amir-aslani
Moshen behauptete, die Geschichte des Propheten Jonah sei symbolisch, nicht wörtlich zu verstehen. Dies widerspricht der offiziellen Auslegung des Koran im Iran, weswegen Moshen erhängt wurde (Anklage: Innovation in der Religion).
Wenn schon wegen solcher kleiner Details Leute erhängt werden, wie soll dann die Gesellschaft auf der Grundlage der Religion erneuert werden?
Todesstrafe-Nachrichten/24.09.2014/Fortsetzung der Hinrichtungswelle im Iran
Im Gefängnis von Karaj wurde am Mittwoch Berichten zufolge ein Mann namens Mohsen Amir Aslani gehängt. Er sei wegen Vergewaltigung zum Tod verurteilt gewesen, nicht wegen Häresie und Korruption, wie Menschenrechtsgruppen verbreiteten, so die offizielle Information.
 

Rhy

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Bestimmt ist es wichtig sich über das warum und weshalb des erstarken von ISIS Gedanken zu machen.
Im Moment finde ich es aber am nötigsten ihren Umtrieben Einhalt zu gebieten.
Umtriebe ist ein sehr höfliches Wort für das was da tatsächlich vor sich geht.
Sicher ist es so das die USA Staaten die stabil waren in den Abgrund
getrieben, gebombt oder wie auch immer haben und alles ihren eigenen Interessen unterordnen.
Die gegen die sie in der Regel vorgingen waren jetzt aber entweder Diktaturen oder Oligarchien oder sonst etwas unappetitliches.
Womit ich das keineswegs so platt rechtfertigen will.
Ich meine damit inoffiziell hatte die USA auch bei Demokratien keine bedenken.
Beispiele gibt es genug
Ich selbst habe den Doktrinwechsel vom 19. Jahrhundert " Krieg ist Politik mit anderen Mitteln." zum 21. Jahrhundert " Die Wirtschaft ist entscheidend" nie so richtig wahrnehmen können.
Ich bin nicht unbedingt ein Freund der USA und die art und weise wie sie in der Welt herumfuhrwerken widert mich an.
Aber hier ist es ein wenig so wie den Teufel mit dem Beelzebub austreiben.
Nebenbei möchte ich allerdings mal einwerfen, das Menschen die anderen den Kopf abschneiden nicht immer politische oder religiöse Gründe für ihr handeln haben müssen.
Leider ist es so das es auch Leute gibt denen sowas schlicht Spaß macht.
 

vonderOder

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Rhy schrieb:
Nebenbei möchte ich allerdings mal einwerfen, das Menschen die anderen den Kopf abschneiden nicht immer politische oder religiöse Gründe für ihr handeln haben müssen.
Leider ist es so das es auch Leute gibt denen sowas schlicht Spaß macht.
Diese Mörder aber, tun es im Namen Allahs und sie tun es weil es so im Koran steht. Denn der Koran, die Grundlage ihres Glaubens, rechtfertigt dieses und sie tun es mit Freude.

Sure 47, Vers 4: Und wenn ihr die Ungläubigen trefft, dann herunter mit dem Haupt, bis ihr ein Gemetzel unter ihnen angerichtet habt; dann schnüret die Bande.
Ich kann Dir auch gern einen link zu einem Video schicken, in dem Du unverpixelt sehen kannst wie sie es unter Gelächter und lauten “Allahu akhbar”- Rufen tun. Sie tun es nicht durch einen Schwerthieb von hinten ins Genick – was schnell und vmtl. schmerzlos ist – sondern durch das Abschneiden des Kopfes von der vorderen Halsseite, von der Gurgelseite aus. Diese grausame Prozedur, die das Video zeigt, dauert am längsten.

Sure 47, Vers 35: "Werdet daher nicht matt und ladet (sie) nicht ein zum Frieden, während ihr die Oberhand habt...
 

streicher

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haruc schrieb:
Die Frage ist nur: Welchen Realitätsbezug haben irgendwelche theoretischen Diskussionen über die Weiterentwicklung des Islam, die an westlichen Universitäten in einem westlichen Umfeld stattfinden? Und welche Auswirkungen haben solche Debatten auf die Realität in islamischen Ländern? Wenn sich in diesen Gesellschaften etwas ändern soll, dann muss die Debatte auch dort geführt werden, und nicht 4000 Km entfernt.
Welche Auswirkungen diese Debatten haben - sie werden sicherlich gering sein. Solche Tagungen sind in Ländern wie Saudi-Arabien oder Qatar nicht möglich. Ideen kommen jedoch durchaus von Außen. Ich stimme dir zu, dass sich die Gesellschaften von Innen heraus verändern. Und diese Veränderungen dauern lange an und werden schmerzhaft sein, und je Land, unterschiedlich ablaufen. Besonderes Gewicht kommt der Frage nach der Rolle der Frauen zu, welche Rechte sie sich erkämpfen, wie sie angesehen werden.

haruc schrieb:
Die katholische Kirche interessiert sich ja auch nicht dafür, wie irgendwelche Leute auf Samoa das Chistentum weiterentwickeln.
Denke ich nicht. Sie beobachtet das genau - und zwar mit Sorge. In Asien, Afrika und Südamerika graben ihr die Freikirchen die Mitglieder ab (allerdings kann man deren Lehren nicht einfach als "Weiterentwicklung" der katholischen Lehre bezeichnen).
Du hast ein interessantes Land als Beispiel gewählt. Die Einwohner Samoas sind zu 99% Christen, sehr religiös, 15%-20% sind Katholiken 60% Protestanten - Tendenz sinkend. Die Großkirchen verlieren Mitglieder an die Freikirchen.
 

Lan_Zelot

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streicher schrieb:
Denke ich nicht. Sie beobachtet das genau - und zwar mit Sorge. In Asien, Afrika und Südamerika graben ihr die Freikirchen die Mitglieder ab (allerdings kann man deren Lehren nicht einfach als "Weiterentwicklung" der katholischen Lehre bezeichnen).
Du hast ein interessantes Land als Beispiel gewählt. Die Einwohner Samoas sind zu 99% Christen, sehr religiös, 15%-20% sind Katholiken 60% Protestanten - Tendenz sinkend. Die Großkirchen verlieren Mitglieder an die Freikirchen.
Und da sagt man doch immer, es gäbe keine guten Nachrichten!
 

haruc

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Streicher schrieb:
Denke ich nicht. Sie beobachtet das genau - und zwar mit Sorge.
Ich habe mich etwas undeutlich ausgedrückt ;) Was ich meinte ist: Die Katholische Kirche geht ja nicht hin und lässt sich die Entwicklung der katholischen Lehre von irgendwelchen Akademikern fernab der Lebensrealität (in den betroffenen Ländern) vorexerzieren. Solche Prozesse müssen notwendigerweise von innen heraus - aus der Struktur - kommen, und sie müssen irgendwie in der Tradition der Lehre stehen. Das alles schränkt natürlich die Beweglichkeit und Reaktionsgeschwindigkeit stark ein und erfordert ein hohes Maß an theologischer Spitzfindigkeit.

Wenigstens ein Gutes hat die Sache mit dem IS: Eine längst überfällige Debatte über den Islam in Europa scheint endlich in Gang zu kommen. Jetzt kann man es sich nicht mehr leisten, einem blinden und ignoranten Multikulturalismus das Wort zu reden. Hierzu ist folgendes Interview mit Ednan Aslan sehr lesenswert: http://www.profil.at/articles/1440/980/378114/islam-theologe-ednan-aslan-wir-ideologie-fruechte
 

streicher

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Lan_Zelot schrieb:
streicher schrieb:
Denke ich nicht. Sie beobachtet das genau - und zwar mit Sorge. In Asien, Afrika und Südamerika graben ihr die Freikirchen die Mitglieder ab (allerdings kann man deren Lehren nicht einfach als "Weiterentwicklung" der katholischen Lehre bezeichnen).
Du hast ein interessantes Land als Beispiel gewählt. Die Einwohner Samoas sind zu 99% Christen, sehr religiös, 15%-20% sind Katholiken 60% Protestanten - Tendenz sinkend. Die Großkirchen verlieren Mitglieder an die Freikirchen.
Und da sagt man doch immer, es gäbe keine guten Nachrichten!
Gute Nachrichten für wen? Jedenfalls tendieren die Freikirchen dazu, eher ihre eigene Süppchen zu kochen. Sie sind dezentral. Da fällt es ihnen auch leichter, die Mitglieder an sich zu binden oder zum Beispiel wissenschaftliche Erkenntnisse zu negieren beziehungsweise neue gesellschaftliche Entwicklungen scharf zu verurteilen.
 

streicher

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haruc schrieb:
Wenigstens ein Gutes hat die Sache mit dem IS: Eine längst überfällige Debatte über den Islam in Europa scheint endlich in Gang zu kommen. Jetzt kann man es sich nicht mehr leisten, einem blinden und ignoranten Multikulturalismus das Wort zu reden. Hierzu ist folgendes Interview mit Ednan Aslan sehr lesenswert: http://www.profil.at/articles/1440/980/378114/islam-theologe-ednan-aslan-wir-ideologie-fruechte
Auch in den Ländern mit sehr strenger islamischer Theologie werden sich die Muslime und deren Lehrer sehr wohl Gedanken machen müssen, denn sie unterstützen das militärische Vorgehen gegen die IS. Wie Aslan jedoch auch sagte, kommt aber die strenge Lehre aus den arabischen Ländern.

Aslan: Jede Religion entspricht der geistigen Reife einer Gesellschaft. Das Christentum in Europa ist nicht das Produkt der Kirche, sondern der Aufklärung. Aber wenn Sie zum Beispiel nach Afrika oder Lateinamerika schauen, werden Sie dort ebenfalls sehr starke fundamentalistische Strömungen finden. Der Islam von heute entspricht der geistigen Reife der Muslime in der islamischen Welt, der Situation der islamischen Länder, in denen keine Demokratie existiert. Es gibt keine freie Theologie in den islamisch regierten Ländern.
Sehr interessant. Mit der Aussage ist impliziert, dass die Kirchen auf die Aufklärung reagieren musste. Oder sie konnte wissenschaftliche Erkenntnisse - "und sie dreht sich doch" - nicht weiterhin ablehnen, da sie zum Konsens geworden sind. Da die katholische Kirche zentral organisiert ist, wird sie immer wieder Grundsatzentscheidungen treffen (müssen) oder zumindest diskutieren müssen, die in der Kirche weltweit einen Nachhall haben.
Anders ist es bei dezentraler Organisation. Und die zeigt sich in den fundamentalistischen Strömungen wie im Islam (oder Aslan erwähnt es ja auch: in christlichen Kirchen in Afrika und Südamerika). Es werden theologische Sichten konstruiert, die Aspekte der Schriften hervorheben, überbetonen und so verkauft, als ob es neue Erkenntnisse seien oder eine Rückbesinnung auf das Eigentliche, das Ursprüngliche notwendig sei. Gläubige werden zum Teil isoliert und sind damit auch leichter radikalisierbar.
 

Lan_Zelot

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streicher schrieb:
Gute Nachrichten für wen? Jedenfalls tendieren die Freikirchen dazu, eher ihre eigene Süppchen zu kochen. Sie sind dezentral. Da fällt es ihnen auch leichter, die Mitglieder an sich zu binden oder zum Beispiel wissenschaftliche Erkenntnisse zu negieren beziehungsweise neue gesellschaftliche Entwicklungen scharf zu verurteilen.
Die Kath.-Kirche mag meinetwegen mehr Vermögen angesammelt haben als alle Superreichen der Welt zusammen. Gemeinsam mit ihnen bestimmt sie die Weltpolitik. Unvergessen müßte es sein, dass sie zusammen mit dem US-Präsidenten Reagan es geschafft hat, den Zusammenbruch des Ostblocks zu erreichen. Auch wenn es darum geht den Orthodoxen Kirchen zu schaden und deren politischen Einfluss zu übernehmen, schreckt sie vor absolut nichts zurück (siehe Jugoslawien während der deutsch-italienischen Besetzung). Sogar in der heutigen Ukraine mischt sie mit. Endlos könnte ich über katholische Untaten in der Geschichte weiter schreiben. Aus Gründen der Lesbarkeit will ich mich damit begnügen zu erwähnen, dass ich es sehr erfreulich finde, wenn u. A. Freikirchen versuchen der Kath.-Kirche mit ihren pädophilen Priestern den Rang abzulaufen.

Die Huffington Post meint:
Katholischer Priester: ein Berufsprofil wie gemacht für schwule Männer.
"Der katholische Priester ist durch den Zölibat unverheiratet, lebt in einer Männergesellschaft. Die feierlichen, monarchistischen Zeremonien und priesterlichen Kleidungen, der sogenannte Operetten-Katholizismus, wirken unglaublich anziehend auf viele schwule Männer. "
Zum Verfasser: David Berger war selbst von 2005-2010 lang als Professor für den Vatikan tätig.
 

streicher

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Lan_Zelot schrieb:
Aus Gründen der Lesbarkeit will ich mich damit begnügen zu erwähnen, dass ich es sehr erfreulich finde, wenn u. A. Freikirchen versuchen der Kath.-Kirche mit ihren pädophilen Priestern den Rang abzulaufen.
Sicherlich könntest du vieles aufzählen. Da findet man auch auf Ask1 so einiges zur katholischen Kirche.
Trotzdem gibt es einige Bedenken zu den Entwicklungen. In einigen Ländern zeichnet sich schon langsam ab, was passiert, wenn Freikirchen der katholischen Kirche den Rang streitig machen. Brasilien zum Beispiel. Dort haben die Freikirchen zunehmende politische Macht. Einen Eindruck vermittelt folgender Artikel: Brasiliens Weg in die "Jesuskratie".

In afrikanischen Ländern verliert die katholische Kirche auch an Einfluss, Gewinner sind eben fundamentalistische Strömungen. Zugleich gibt es dort im Islam fundamentalistische Strömungen. Diese radikalisieren sich teilweise sehr wie in Somalia und in Nigeria. Gerade in Nigerias Norden geraten missionierende fundamentalistische Christen und strenggläubige Muslime verstärkt aneinander bzw. die Spannungen erhöhen sich. Der Situation lässt sich nichts Positives abgewinnen.

Außerdem: vor Kindesmissbrauch in den eigenen Gemeinden scheint auch nicht jede Freikirche gefeit - Beispiele finden sich hier traurigerweise auch immer wieder.
 

Lan_Zelot

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Wir sind entweder mit Jesus Christus oder Satan, dazwischen gibt es nichts!

Mein lieber streicher!

Ich teile deine Ansicht bezüglich der Freikirchen, doch muß ich dir gestehen, mir ist eine "Jesuskratie" um ein Vielfaches sympathischer als das Fürstentum Satans, das die Kath.-Kirche einschließt. Gemeinsam mit vielen, vielen anderen Menschen glaube ich fest daran, dass das Königreich der Finsternis seinem Ende entgegen geht.

Freundschaftlicher Gruß von Lan_Zelot
 

haruc

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Lan_Zelot schrieb:
Wir sind entweder mit Jesus Christus oder Satan, dazwischen gibt es nichts!
Das sind doch nur zwei Namen für das Ein und Selbe.

Das Grundübel der Menschheit ist der Glauben an sich, dabei spielt es nur eine kleine Rolle, welchen Inhalt der Glauben hat. Die Frage, welche Religion "besser" ist, gleicht im Endeffekt der Frage nach der "gesündesten" Zigarettenmarke. Die Welt wird erst Besserung erfahren, wenn die Menschen gelernt haben, sich von der durch Religion aufgezwungenen geistig-moralischen Knechtschaft zu befreien.
Denn Religion ist nichts anderes als Ideologie, und Ideologie ist Religion. Die Unterscheidung dazwischen ist künstlich. Religion/Ideologie gibt ein bestimmtes Werte- und Moralsystem mit bestimmten Vorurteilen vor, die übernommen werden müssen. Da Religionen/Ideologien menschlichen Ursprunges sind, sind sie notwendigerweise Fehlerhaft; sie geben somit keine gute Leitschnur für das Handeln ab und produzieren nebenbei haufenweise unnötiges Leid. Außerdem spielen Ideologien/Religionen eine zentrale Rolle bei der Konstruktion der Identität und verstärken somit den Gegensatz zwischen "wir" und "den anderen". Dieser Gegensatz war schon immer Ursache und Rechtfertigungsgrund für allerhand Verbrechen und Gewalttaten. Eine Vertiefung dieses Grabens, den Glaubenssysteme zwischen den Menschen ziehen, ist daher nicht im Sinne des Wohles der Menschheit.
 

Lan_Zelot

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Mensch haruc! Unglaublich diese Seelenverwandtschaft zwischen uns Beiden! Zwischen unseren Weltanschauungen gibt es nur einen geringfügigen Unterschied. Der besteht darin, dass ich Atheismus und Agnostizismus auch zu den Ideologien und somit zu den Religionen zähle. «Da Religionen/Ideologien menschlichen Ursprunges sind, sind sie notwendigerweise Fehlerhaft; sie geben somit keine gute Leitschnur für das Handeln ab und produzieren nebenbei haufenweise unnötiges Leid. Außerdem spielen Ideologien/Religionen eine zentrale Rolle bei der Konstruktion der Identität und verstärken somit den Gegensatz zwischen "wir" und "den anderen". Dieser Gegensatz war schon immer Ursache und Rechtfertigungsgrund für allerhand Verbrechen und Gewalttaten. Eine Vertiefung dieses Grabens, den Glaubenssysteme zwischen den Menschen ziehen, ist daher nicht im Sinne des Wohles der Menschheit.»

Um den Gegensatz zwischen "wir" und "den Anderen" zu verringern, wäre es gut, wenn wir alle von den Maurerbrüdern lernen. Die Freimaurerei erwartet und fordert von ihren Mitgliedern Toleranz, gepaart mit Humanität, bereit, Wohltätigkeit zu üben, Wohlwollen zu lehren und zu lernen, dies unabhängig von religiösen, sozialen, weltanschaulichen, ethnischen und nationalen Unterschieden.

Nach meiner Meinung schließt Toleranz einen von gegenseitiger Achtung getragenen freundschaftlichen Meinungsaustausch nicht aus.
 

haruc

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Lan_Zelot schrieb:
Um den Gegensatz zwischen "wir" und "den Anderen" zu verringern, wäre es gut, wenn wir alle von den Maurerbrüdern lernen. Die Freimaurerei erwartet und fordert von ihren Mitgliedern Toleranz, gepaart mit Humanität, bereit, Wohltätigkeit zu üben, Wohlwollen zu lehren und zu lernen, dies unabhängig von religiösen, sozialen, weltanschaulichen, ethnischen und nationalen Unterschieden.

Nach meiner Meinung schließt Toleranz einen von gegenseitiger Achtung getragenen freundschaftlichen Meinungsaustausch nicht aus.
Dem ist wohl nichts hinzuzufügen :winken:
 

Zerch

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haruc schrieb:
Lan_Zelot schrieb:
Um den Gegensatz zwischen "wir" und "den Anderen" zu verringern, wäre es gut, wenn wir alle von den Maurerbrüdern lernen. Die Freimaurerei erwartet und fordert von ihren Mitgliedern Toleranz, gepaart mit Humanität, bereit, Wohltätigkeit zu üben, Wohlwollen zu lehren und zu lernen, dies unabhängig von religiösen, sozialen, weltanschaulichen, ethnischen und nationalen Unterschieden.

Nach meiner Meinung schließt Toleranz einen von gegenseitiger Achtung getragenen freundschaftlichen Meinungsaustausch nicht aus.
Dem ist wohl nichts hinzuzufügen :winken:
Dem ist ein Riesenlacher hinzuzufügen.

-Auf der Plattform von Ausbeutung und Intoleranz spielen wir unser Spiel der Toleranz.

Freimaurer lassen keine Freimaurerinnen zu , haben ein Regelwerk das befolgt werden soll , und reden von Toleranz.
Kein FM weiss was in den oberen Rängen geschieht , und nutzt das öffentlichkeitsgewandte Lügenwerk der Toleranz und Fürsorge gegenüber aller Menschen - was für ein süßer Haufen.

Ein Kasperletheater der besonderen Art.
http://www.freimaurer.org/
...so schaut also ein vertrauenswürdiger und toleranter Mensch aus seiner verspielten Wäsche ?
 
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