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Krieg gegen die Miliz "IS" - Gründe und Folgen

Dieses Thema im Forum "Krisen, Kriege und Sanktionen" wurde erstellt von streicher, 8. September 2014.

  1. streicher

    streicher Ehrenmitglied

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    Im Irak, in Syrien und darüber weit hinaus will die Miliz "Islamischer Staat" ein Kalifat errichten und scheut dabei nicht vor schlimmsten Greueltaten zurück - bis zum angehenden Völkermord. Sie rekrutiert international und kann mittlerweile auf ein von zehntausende Kämpfer zurückgreifen. Sie rekrutiert hauptsächlich in arabischen Staaten. Aus westlichen Ländern hat sie jedoch auch schon zahlreiche Kämpfer bezogen, sogar auch aus China.
    Seit kurzer Zeit besteht eine Allianz von 10 Staaten, federführend sind die USA, die kollektiv gegen die IS vorgehen möchten. Präsident Obama will die IS in drei Jahren besiegen.
    Nicht nur Staaten kämpfen gegen die IS. Wichtiger militärischer Akteur sind zum Beispiel die Peschmerga, die Streitkräfte der autonomen Region Kurdistan. In Syrien kämpft zum Beispiel die "freie syrische Armee", nicht nur die Streitkräfte unter Assad, gegen die IS (Vom Westen verlassen).

    Aus welchen gründen konnte die IS so erstarken und so radikal werden, sodass sich sogar al-Qaida sich von ihr distanzierte?
    Ist die IS in diesem Zeitrahmen von drei Jahren besiegbar?
    Welche Szenarien könnten sich in der Region ergeben?
    Kann die IS vom Keim her erstickt werden?
     
  2. Zerch

    Zerch Ehrenmitglied

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    Immer lauteren Gerüchten nach wird der selbsternannte "Islamische Staat" von Geheimdiensten (CIA & Mossad) gepflegt , und soll über Arabien unterstützt worden sein , um die islamische Welt zu destabilisieren , während Israel und die USA sich nicht um alles kümmern können (Gaza , Ukraine , China). Oder eventuell nur um weitere Berechtigung seitens der Öffentlichkeit erzwingen , um in diesen Gebieten weiterhin aktiv bleiben zu können.

    Abu Bakr al-Baghdadi = Simon Elliot = Mossad (???)

    http://www.liveleak.com/view?i=2fa_1407566665

    http://internetz-zeitung.eu/index.p...von-isis-bagdadi-wurde-vom-mossad-ausgebildet
     
  3. dkR

    dkR Forenlegende

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    Ja, die Gerüchte kommen immer. Egal bei was.
    Bitte weitergehen, es gibt nichts zu sehen.
     
  4. Lan_Zelot

    Lan_Zelot Meister

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    Was habe ich seinerzeit abgelästert über den US-Präsidenten George W. Bush und mich gewundert, wie ein solcher Clown ein so hohes Amt bekleiden konnte. Damit folgte ich dem Zeitgeist, denn Millionen Internet-User machten es wie ich. „Wem Gott ein Amt gibt, dem raubt er den Verstand“, glaubten viele. Ein Blick in die aktuellen MSM zeigt, wie falsch man damit lag! Richtig müßte es heißen: „Wem Gott ein Amt gibt, dem gibt er auch Verstand!“
     
  5. dkR

    dkR Forenlegende

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    Das gleiche wird in Afghanistan passieren.
     
  6. Simple Man

    Simple Man Forenlegende

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    Momentan scheinbar Schilda ...
    Ähm, ja toll, dieser George W. ... vielleicht wäre es aber noch klüger gewesen, erst gar nicht in diese Länder einzumarschieren und sie dadurch zu destabilisieren ... oder sich zumindest vorher eine Nachkriegslösung zu überlegen, die über "Hey, wir haben euch befreit, jetzt macht mal Demokratie." hinausgeht.
     
  7. hives

    hives Ehrenmitglied

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    http://en.wikipedia.org/wiki/U.S.–Iraq_Status_of_Forces_Agreement
     
  8. streicher

    streicher Ehrenmitglied

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    Leider finde ich den Artikel nicht mehr: einige ranghohe Militärs Husseins hätten sich nach dem Einmarsch der USA in den Irak religiös radikalisiert und würden jetzt zum militärischen Führungszirkel der IS gehören.

    Den Verstand Bushs streite ich nicht ab, aber seine Interessen schienen nicht die Beruhigung der Lage in Nah- und Mittelost gewesen zu sein. Mit seiner Einschätzung im Nachhinein stand er sicherlich nicht allein. Dem Weltfrieden zuträglich war allerdings seine Politik sicherlich nicht.
     
  9. Giacomo_S

    Giacomo_S Ehrenmitglied

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    Was sollte das den USA bringen?
    Sich noch mehr Selbstmordattentäter heranzüchten?
     
  10. Zerch

    Zerch Ehrenmitglied

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    Gute Frage. Schenken wir der Öffentlichkeitspropaganda unseren Glauben mag das sehr unlogisch erscheinen.

    Nebenbei erwähnt sind diese Kämpfer keine Selbstmordattentäter , sondern missbrauchen ihre wahllosen Opfer zu solche Zwecke , sofern diese Berichte einen Wahrheitsgehalt haben.
    Es sind Kämpfer ihrer Ideologie , ansonsten könnte jeder freiwillige Kriegsteilnehmer als ein Selbstmordattentäter bezeichnet werden.

    Jedenfalls können die USA wieder aktiv werden.
    http://patriotwars.org/obama-prepared-to-authorize-airstrikes-in-syria/
     
  11. haruc

    haruc Ehrenmitglied

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    Möglicherweise rächt sich jetzt die Inaktivität in der Frühphase des syrischen Bürgerkrieges, als der Widerstand gegen Assad im wesentlichen von gemäßigten Kräften getragen war.

    Der Westen hat zwar alles getan, um Assad zu dämonisieren und somit jegliche Beweglichkeit in der Frage zu blockieren, aber man hat nichts oder nur sehr wenig (jedenfalls zu wenig) unternommen, um einen raschen Sieg der Aufständischen über Assad zu ermöglichen. Die Folgen sind bekannt: Kräftezehrende Pattsituation mit Radikalisierung auf beiden Seiten.
    Spätestens seit Winter 2012/13 wird der Kampf gegen Assad in der Hauptsache von radikalen Islamisten getragen, die gemäßigte Opposition ist lange ausgeblutet.

    Die IS wusste allerdings, die Wirren des syrischen Konfliktes für sich auszunutzen. Gerade auch aus dem nördlichen Nachbarland, der Türkei, erhielt - und erhält! - die IS starke Unterstützung, zb. durch Hilfe bei Ölverkäufen (um die IS zu finanzieren) usw. Das ist auch der Grund, weswegen die Türkei so merkwürdig stumm bleibt, wenn es um die IS geht: Sie kann das Kind, das sie (mit)großgezogen hat, nicht einfach verstoßen.

    Auf der anderen Seite kann man die Ursachen für den Aufstieg der IS auch in der gesellschaftlichen und politischen Zerrüttung der Gesellschaften des Nahen Ostens finden. Alte Sicherheiten brechen weg. In solchen Situationen suchen Menschen gerne Zuflucht in politisch extremen Ideologien, entweder progessiver oder reaktionärer Natur. Da im Islam progressive Ideologien unmöglich sind, da sie außerhalb der Religion stehen würden, bleibt nur der Weg nach hinten. Realitätsverweigerung durch Flucht in eine vermeintlich heile, reine und wahre Welt, wie sie angeblich existiert hat, bevor "alles schlecht" wurde. (Das ist das typisch reaktionäre Narrativ, welches man zb. nach der Französischen Revolution oder in Deutschland nach dem 1. Weltkrieg antrifft) Wir wissen aber, dass das Rad der Zeit nur bis zu einem gewissen Grad, und selbst dann auch nur unvollständig, zurückgedreht werden kann. Wohin sich diese Gesellschaften entwickeln werden vermag wohl niemand zu sagen. Dass eine Rückkehr zu einem längst überkommenen Gesellschaftsentwurf aber notwendigerweise scheitern muss (und im Falle der IS mit hohem Blutzoll, der umso größer ist, je länger das Experiment andauert), ist offenkundig.

    Der Westen steht jetzt allerdings vor dem Dilemma: Die IS muss überall bekämpft werden, nicht nur im Irak. Damit leistet man der syrischen Regierung allerdings direkte Schützenhilfe - etwas, wovon man vor 2 Monaten nicht zu sprechen gewagt hätte. Unternimmt man aber nichts gegen die IS, nimmt man inkauf, dass hunderttausende Menschen aus ihrer Heimat vertrieben, verstümmelt, verletzt und getötet werden. Ist das ein Preis, den der Westen bereit ist zu zahlen, bloß um Assad nicht zu unterstützen? Wohl kaum.

    Es offenbart sich hier einmal mehr, dass die Welt nicht nur (frei nach Wehler) schwarz und weiß ist, wie die Felder eines Schachbrettes, sondern in unendlich vielen Graustufen gefärbt ist. Die Frage lautet: Welche von beiden Seiten ist "dunkelgrauer"? Assads Regime oder die IS? Die Antwort ist klar, aber die Entscheidung wird keineswegs bequeme Folgen haben. Man hat sich jetzt an einen Punkt manövriert (oder besser: hat sich treiben lassen), an dem kaum noch Optionen offen stehen.
     
  12. Giacomo_S

    Giacomo_S Ehrenmitglied

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    Mit der "Heranzüchtung von Selbstmordattentätern" hatte ich nicht jene gemeint, die sich im Orient in die Luft jagen, sondern vielmehr sagen wollen, dass Regionen wie der Nordirak dann zu den Petrischalenkulturen derjenigen Suizidkommandos werden, die im Westen Attentate verüben.

    Mir gefällt in diesem Zusammenhang die Formulierung "wahlloses Opfer" nicht. Etwas Besseres als den Tod findest Du überall. Man kann niemanden zu seinem Suizid zwingen, zu einem Selbstmordattentat schon gar nicht. Es bleibt in jedem Fall ein freiwilliger Akt, und deshalb ist niemand "wahllos" und schon gar nicht "Opfer".

    Allenfalls ein nützlicher Idiot.
    Denn jeder, der auch nur einen IQ von 75+ hat, würde seinem Anführer sagen: "Wenn ein Selbstmordattentat so wichtig ist - warum machst Du#s dann nicht?"
     
  13. Zerch

    Zerch Ehrenmitglied

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    Das ist prinzipiell zwar richtig , aber dafür gibt es Methoden und einer "gesetzlosen" Phantasie sind keine Grenzen gesetzt.(Wobei ich denke daß kein IQ von Nöten ist um leben zu wollen können.)

    Angenommen eine Familie wird festgehalten , unter der glaubwürdig gemachten Androhung , alle würden umgebracht werden , wenn sich nicht zumindest ein Familienmitglied für das Überleben der restlichen Familienangehörigen aufopfern würde.

    -Ich denke manche würden alles tun um ihre Familie zu retten , selbst wenn die ungewisse Möglichkeit besteht , daß danach dennoch alle getötet werden.

    Anderes Beispiel:

    Ein Dorf wird zusammengescharrt und eine Massenexekution wird per Exempel angedroht , unter der Bekanntgebung dass jeder der sich freiwillig opfern lässt , eine gewisse Anzahl an Schutzlosen befreien kann.

    -Und wiederum besteht die Möglichkeit daß jemand auf diesen undankbaren , alternativlosen Deal eingeht.
     
  14. Zerch

    Zerch Ehrenmitglied

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  15. streicher

    streicher Ehrenmitglied

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    Einerseits kann sich die Türkei mit dem Regime in Syrien nicht anfreunden. Andererseits fürchtet sie das Erstarken der Kurden in der Region, die auf eine eventuelle Staatsgründung hoffen und nun aktive Unterstützung durch die Anti-IS-Koalition erfahren - und dadurch tatsächlich so etwas wie militärische Erfolge für sich verbuchen konnten.

    Diesen Aspekt finde ich allerdings besonders spannend. Ich weiss nicht, wie Experten das sehen. An verschiedenen Universitäten (in Deutschland zum Beispiel in Münster und Frankfurt) wird "islamische Theologie" bzw. "Islamwissenschaften" gelehrt. An solchen Instituten oder auf Fachtagungen werden der "politische Dialog" oder die "Radikalisierung" mit Sicherheit behandelt/diskutiert. Wenn es allerdings um Innovation und Erneuerung geht, dann wird sicherlich in eine andere Richtung gedacht, als es die westliche Kultur gewohnt ist.

    In der Welt der Politik wird ständig jongliert. Oft/meist/fast immer(?) ist die Entscheidung gegen das eine Übel die Entscheidung zu Gunsten des anderen.
     
  16. dkR

    dkR Forenlegende

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    So, nun unterstützen die USA plötzlich Assad beim Machterhalt. Vor ein paar Monaten hat man noch damit gedroht ihn in die Hölle zu bomben. So schnell kann´s gehen,
     
  17. Zerch

    Zerch Ehrenmitglied

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    "So schnell kann's gehen" -Es braucht wohl nicht verstanden , sondern nur akzeptiert werden , was am schnellsten geht und im Momentum weniger Probleme bereitet als ohnehin ergebnisloses , unverständnisvolles Kopfzerbrechen.

    Aber es spielt letztenendes keine Rolle , da es beidermaßen zu nichts anderem führt , denn ein arroganter Tyrann macht auch mit- und ohne allgemeine Überzeugung einfach weiter.
    Frau Merkel hatte solchige Situation etwas schwammig als "alternativlos" bezeichnet.

    [​IMG]
     
  18. dkR

    dkR Forenlegende

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    Ja, der ehemalige Ostblock hat die Nase voll von Russland und sucht Schutz beim Westen. Selber Schuld, liebe Russen.

    Was genau hat das mit ISIS zu tun?
     
  19. Lan_Zelot

    Lan_Zelot Meister

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    Syrien wird seit gestern von den USA angegriffen und ist bereits das siebte muslimische Land nach Afghanistan, Pakistan, Jemen, Somalia, Libyen und dem Irak, welches unter dem Kommando von Friedensnobelpreisträger Barack Obama bombardiert wird. Für fünf der sieben Überfälle legte jedoch Vorgänger George W. Bush die Grundsteine. Die USA bombardieren fremde Länder nach eigenen Angaben stets entweder aus humanitären Gründen oder aufgrund einer Bedrohung. Gleichzeitig hören wir von gewaltigen Flüchtlingsströmen in die Türkei. 130.000 Menschen sollen es sein. Ich persönlich hoffe, dass die Türken dabei gewaltig übertreiben!

    Dann gibt es Gerüchte, dass die türkische Armee noch am vergangenen Samstag fünf Militärlaster voll mit Waffen an die IS-Terrormiliz geliefert haben - und zwar genau in dem Gebiet an der türkisch-syrischen Grenze, in dem die IS-Milizen gegen die Kurden kämpfen (sollen).

    Bedauerlich finde ich, dass wir Informationen aus Krisengebieten nur von den MSM erhalten. Solche Situation, in der man den Medien Glauben oder Nichtglauben kann, müßte man als "schwammig alternativlos" bezeichnen. Es ist wohl so:
    "-Es braucht wohl nicht verstanden , sondern nur akzeptiert werden."
     
  20. Zerch

    Zerch Ehrenmitglied

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    Die Situation um ISIS hilft , weiterhin militärisch Präsent zu sein , Russland von seinen Handelspartnern abzugrenzen , die Rohstoffe zu kontrollieren , oder deren unkontrollierbaren Handel zu stören.

    Weshalb brauchen die USA unbedingt den F-22 Jäger vor Ort , um gegen ISIS vorzugehen ?
    http://news.yahoo.com/u-military-releases-video-f-22-strike-against-215023884.html