Ist der Islam satirefähig?

Paran

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ich finde, die zeitungen sollten selbst und nach ihren maßstäben überprüfen, ob die bilder religiöse gefühle verletzen und danach entscheiden, welche bilder sie veröffentlichen. aber eine dokumentationspflicht halte ich da sicher nicht für gegeben.

die dänische zeitung ist eher nationalistisch angehaucht. wenn in deutschland die dvu-postille mohammed-karikaturen veröffentlicht, die ihre leser gemalt haben (hossa!), hätt da auch dokumentationspflicht bestanden? den karikaturen gleich nen persilschein auszustellen, halte ich mal für ganz schön blauäugig.

aber egal wie sehr bilder religiöse gefühle verletzen - man kann sich schämen, traurig sein, sich aufregen, demonstrieren, briefe schreiben, whatever.

aber zu glauben, man würde sich weniger schämen, wenn man dafür jemand anderem schadet - sorry, aber wie blöd kann man sein?

das sorgt nur dafür, dass sich jetzt ganz europa mit ner dänischen nazi-zeitung solidarisiert...
Pressefreiheit bleibt Pressefreiheit und ich glaube kaum, dass es sich hier um eine Nazizeitung handelt. Irgendwo hört es sich mal auf, denn Pressefreiheit bzw. Meinungsfreiheit ist ein Grundrecht und ich halte es für äußerst bedenklich wenn sich jemand für etwas entschuldigen muss, das eigentlich durch ein Grundrecht geschützt ist. Man sollte sich keine Illusionen machen, weite Teile der islamischen Gesellschaft sind einfach mittelalterlich eingestellt!
 

antimagnet

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wo muss sich den jemand entschuldigen?

die sollen sich entschuldigen, in den augen vieler moslems, und das zu fordern ist ihr gutes recht. oder haben moslems keine meinungsfreiheit?
 

Aphorismus

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Irgendwer im Forum hat hier doch so einen netten Spruch als Signatur, wie ging der noch... :gruebel:

"Ich teile ihre Meinung nicht, würde aber ihr Recht sie zu äußern mit meinem Leben verteidigen."

Irgendwie so oder so ähnlich.
 

NoToM

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Die ganze Story wird immer surrealer:

Mohammed-Karikaturen: «France-Soir»-Chef entlassen

«Ja, man hat das Recht, Gott zu karikieren» titelte die «France Soir» in ihrer Mittwochsausgabe und zeigte die Mohammed-Karikaturen. Jetzt ist der Chef der Pariser Boulevardzeitung, Jacques Lefranc, entlassen worden. Besitzer der «France Soir» ist ein Ägypter.
Quelle: http://www.20min.ch/news/ausland/story/17169427

Wirklich schwer nachvollziehbar.

Bei uns in der Schweiz wurden einige der Karikaturen in verschiedenen Zeitungen abgedruckt. Bei einer Karikatur sah man eine Reihe von Selbstmordattentäter vor dem Himmelstor schlange stehen. Der Torwärter rief leicht genervt:"Halt, stop, uns sind die Jungfrauen ausgegangen..."
 

MrPalmer

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@NoToM
Nr.5 keine Jungfrauen mehr :wink:

Bei der französischen Zeitung "France Soir" würde der Chefredakteur gefeuert, weil die zwölf Mohammed-Karikaturen dort nachgedruckt worden sind. Artikel
 

Aphorismus

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...und weil der Besitzer ein gläubiger Muslim aus Ägypten ist. :wink:

Besonders witzig finde ich die Karrikaturen auch nicht, auch wenn zwei oder drei ein leichtes Schmunzeln bei mir ausgelöst haben. Aber meiner Meinung nach sollte man so etwas trotz aller Geschmacklosigkeit nicht verbieten. Das ist ja gerade das Schöne daran, nicht in Saudi-Arabien zu wohnen: man muss sich nur an deutsche Gesetze halten. Und ich sehe keinerlei Probleme was das angeht. Alles weitere sind Lobbyismus-Fragen. Beschwert sich ja auch keiner über die Jesus-mit-Joint-Postkarten, die der indische Laden in meiner Strasse verkauft. :wink:
 

woelffchen

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möchte auch mal einen kleinen Kommentar zu dieser, meiner Meinung nach wirklich lächerlichen Sache beisteuern.....

Meiner Meinung nach trifft die Zeichnung sehr gut das aktuelle Thema.

Schließlich werden im Namen Allah´s :

Menschen vor laufender Kamera geköpft

Selbstmordattentäter sprengen sich unter unschuldigen Menschen in die Luft, um sofort ins Paradies zu kommen

Bomben werden in Zügen und Hotels gegen die "Ungläubigen" gezündet

Filmemacher werden auf offener Straße erschossen

Andersgläubig werden verfolgt und ermordet (Darfur/Sudan)



Das verbrennen einer Landesfahne könnte man genauso als Beleidigung gegen das Land und das Volk deuten.


Habe hierzu auch einen netten Link zum Handelsblatt:

HANDELSBLATT, Donnerstag, 02. Februar 2006, 07:06 Uhr
Reaktion auf Mohammed-Karikaturen
„Angriff auf 1,5 Milliarden Muslime“

In den westlichen Staaten reiben sich die Menschen angesichts der Heftigkeit Empörung verwundert die Augen. Der Deutsche Journalistenverband (DJV) hat die Mordaufrufe von Islamisten gegen dänische Journalisten scharf verurteilt.
http://www.handelsblatt.com/pshb?fn=tt&sfn=go&id=1183053
 

fiend

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Aphorismus schrieb:
Irgendwer im Forum hat hier doch so einen netten Spruch als Signatur, wie ging der noch... grübel

"Ich teile ihre Meinung nicht, würde aber ihr Recht sie zu äußern mit meinem Leben verteidigen."

Irgendwie so oder so ähnlich.
Das ist von Voltaire. Er war einer der ersten der den Staat und die Kirche mit Ironie und Sarkasmus kritisiert hatte.
Nicht mit erhobenem Zeigefinger, sondern mit Humor, (Selbst-)Ironie und Sarkasmus kritisiert Voltaire die Missstände seiner Zeit. Dazu dienen ihm vor allem, groteske Namen und Begebenheiten, viele rhetorische Mittel (vor allem der Euphemismus, das Oxymoron und die Antiphrase), aber auch die Anhäufung einer Vielzahl von Naturkatastrophen in einer Erzählung, so in seiner berühmten Erzählung „Candide“. Hier lässt er die Protagonisten des öfteren scheinbar wieder auferstehen. Auch die Hyperbel ist ihm ein willkommenes Mittel. Hierbei scheint ihm nichts heilig gewesen zu sein. Kirche und Staat verschont er ebenso wenig wie seine Gegner.
http://de.wikipedia.org/wiki/Voltaire
"Doch dass ein Kamelhändler in seinem Nest Aufruhr entfacht, dass er seine Mitbürger glauben machen will, dass er sich mit dem Erzengel Gabriel unterhielte, dass er sich damit brüstet, in den Himmel entrückt worden zu sein und dort einen Teil jenes unverdaulichen Buches empfangen zu haben, das bei jeder Seite den gesunden Menschenverstand erbeben lässt, dass er, um diesem Werk Respekt zu verschaffen, sein Vaterland mit Feuer und Eisen überzieht, dass er Väter erwürgt, Töchter fortschleift, dass er den Geschlagenen die freie Wahl zwischen Tod und seinem Glauben lässt: Das ist nun mit Sicherheit etwas, dass kein Mensch entschuldigen kann, es sei denn, er ist als Türke auf die Welt gekommen, es sei denn, der Aberglaube hat bei jedes natürliche Licht erstickt." - 1740, aus einem Brief an Friedrich II, den Großen, über Mohammed
http://de.wikiquote.org/wiki/Voltaire
Wenn Koran-Auslegungen mitregieren

Man mag die Veröffentlichung von zwölf satirischen Zeichnungen des Propheten Mohammed für eine Provokation und eine Schande halten, für politisch dumm und unüberlegt - aber sie ist durch Presse- und Meinungsfreiheit gedeckt, da können die Anhänger märtyrerhafter Brigaden so lange dänische Flaggen verbrennen, wie sie welche finden. Und wenn die Einwohner muslimischer Länder nicht verstehen, dass die Regierung im fernen Dänemark die Veröffentlichung von despektierlichen Mohammed-Karikaturen weder verbieten kann noch will - und sich dafür auch nicht entschuldigt, so ist das sehr bedauerlich.

Aber an diesem Konflikt entblößt sich aufs deutlichste ein entscheidender Unterschied zwischen unserer westlichen säkularisierten Welt und muslimischen Staaten, in denen Koran-Auslegungen mitregieren. Die Trennung von Kirche und Staat ist eine schöne Sache, denn sie lässt Kritik ihren Raum, und niemand wird mit dem Tode bedroht, weil er daran zweifelt, das Jesus Gottes Sohn ist.
Volker Beck schrieb:
Muslime müssen Satire ertragen

Beck appellierte vor diesem Hintergrund an die deutschen Muslime, die Meinungsfreiheit in Deutschland anzuerkennen, zu schätzen und zu verteidigen. «Nicht alles, was unbestraft bleibt, muss man schon für geschmackvoll und akzeptabel halten», sagte er. «Meinungsfreiheit meint aber gerade, dass nicht nur die von allen akzeptierten Meinungen und Haltungen geäußert werden dürfen.» Beck betonte: «Muslime müssen genau so wie die christlichen Kirchen und Juden Kritik und Satire ertragen.» Bei allen religiösen Bekenntnissen müsse «die gleiche Elle angelegt» werden. «Die Meinungsfreiheit gilt auch in der Auseinandersetzung mit religiösen Dingen.»
Beck verwies in diesem Zusammenhang auf drastische Karikaturen aus mehreren arabischen Ländern, in denen Israelis und Juden als kindermordende Nazis und als Betreiber des Konzentrationslagers Auschwitz dargestellt werden. Gegen solche «oft antisemitischen Karikaturen» habe niemand in der arabischen Welt protestiert, erläuterte er.
Auf dieser Seite wird auf ein Link verwiesen, dass auch nicht gerade sehr anschauungswürdig ist und im Gegensatz zu den 12 Karikaturen ein totaler Witz ist.

Karikaturen-Streit: Wie es dazu kam
 

fiend

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Bewaffnete stürmen EU-Büro wegen Mohammad-Karikaturen

Aus Protest gegen die Veröffentlichung von Mohammed-Karikaturen in europäischen Zeitungen haben bewaffnete Palästinenser in Gaza die Schließung von EU-Vertretungen verlangt. Etwa fünfzig maskierte Männer seien am Donnerstag in den Vorgarten des EU-Büros in Gaza eingedrungen und hätten mehrere Schüsse abgefeuert, berichteten Augenzeugen.

Die Männer gehörten den Al-Aksa-Brigaden der bisher regierenden Fatah-Organisation und dem radikalen Islamischen Dschihad an. Sie markierten den Eingang des Büros mit blauer Farbe und schrieben, das Gebäude sei bis zu einer Entschuldigung geschlossen. Sie trugen Schnellfeuergewehre und Panzerfäuste. Nach Augenzeugenberichten beendeten sie am späten Vormittag ihre Protestaktion.
Eigentlich hätte man sowas von den Hamas erwartet, doch aber nicht von der Fatah-Organisation. Ich denke aber mal, dass dort die Lage sowieso schon sehr angespannt ist und gerade solche Sachen sehr ausgenutzt werden.

Der Westen darf sich nicht beugen

Letztlich steht in dem aktuellen Konflikt eine kulturelle Errungenschaft auf dem Spiel, die sich der Westen im Interesse des Friedens von keiner politischen oder wirtschaftlichen Macht wieder abhandeln lassen kann: die mühsam erworbene, gegen dogmatische und totalitäre Ansprüche aller Art durchgesetzte Differenzierung von Innen- und Außenperspektive. Die Lektion, die das Christentum gelernt hat und der Islam in weiten Teilen noch vor sich hat, lautet: Zu jedem legitimen Selbstverständnis gibt es eine legitime Außenperspektive, die diesem Selbstverständnis zuwiderlaufen darf.
 

NoToM

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Und weiter gehts....bizarr bizarr.... :roll:

Palästinenser wollen Europäer töten

Eskalation im Karikatur-Streit: «Jeder Norweger, Däne und Franzose in unserem Land ist eine Zielscheibe». Die palästinensischen El-Aksa-Brigaden schwören Rache an Europäern.
Quelle: http://www.20min.ch/news/ausland/story/25865503


Den Hinweis, dass Schweizer in ihren Zeitungen die Karikaturen auch abgedruckt haben, habe ich aus sicherheitsgründen wieder gelöscht.
 

Winston_Smith

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Ja ham die denn da unten nicht mehr alle Latten am Zaun?! So langsam schwindet bei mir echt jeder Funken von Verständnis... :evil:
 

MrPalmer

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Einfach die Gelder für die Palästinenser streichen ..
scheinen ja genügend für Schnellfeuergewehre und Panzerfäuste zu haben.

Seit 2000 fließen aus Europa jährlich 500 Millionen Euro in die Palästinensergebiete. Zwischen 60 und 70 Prozent aller für Gaza und das Westjordanland bestimmten Mittel sind europäischen Ursprungs.

http://www.titanic-magazin.de/startseite.php :ironie:
 

dkR

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MrPalmer schrieb:
Einfach die Gelder für die Palästinenser streichen ..
scheinen ja genügend für Schnellfeuergewehre und Panzerfäuste zu haben.

Seit 2000 fließen aus Europa jährlich 500 Millionen Euro in die Palästinensergebiete. Zwischen 60 und 70 Prozent aller für Gaza und das Westjordanland bestimmten Mittel sind europäischen Ursprungs.
:ironie:
Und dann kommt Israel und wirft von der EU-subventionierte Bomben auf von der EU bezahlte Flugplätze...
Die ganze Situation ist nur noch bizarr.
 

SALZinDERsuppe

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Ach wie schön... damals, als es um die religiöse Rechte in den USA ging, war es quasi erste Bürgerpflicht, daß man Persiflage-Religionen lustig findet. Wenn ein dänisches Blättchen ein paar eher unlustige Mohammedkarrikaturen abbildet, dann muß man Verständnis für die religiösen Gefühle der Moslems haben. Jaja.

Wie auch immer: Die Dreistigkeit einiger Muslime liegt meines Erachtens insbesondere in dem Umstand, daß Entschuldigungen seitens der europäischen Regierungen drohend eingefordert werden. Erstaunlich, wie fremd einigen Moslems offenbar der Gedanke ist, daß es Zeitungen gibt, die nicht dem Staat gehören bzw. in denen nicht islamische Geistliche für die Endredaktion verantwortlich zeichnen. Ich hoffe, daß noch viele Zeitungen die Karrikaturen nachdrucken. Und wenn die ersten europäischen Botschaften gestürmt werden, freue ich mich auf die stets wiederkehrenden Statements unserer Appeasementpolitiker von der Venus.
 

hives

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Interessant fand ich auch die Beiträge im Blog der FR:

http://forum.fr-aktuell.de/blog/?p=153

Auszugsweise:
Geschildert wird auch die Vorgeschichte: Ein als Islam-kritisch bekannter Autor musste seine Erzählung Der Koran und das Leben des Propheten Mohammed anonym illustrieren lassen, weil sein Zeichner die Rache erboster Moslems fürchtete, denn im Islam ist es - wie übrigens im Alten Testament des Christentums - verboten, sich ein Bild von Gott und seinen Sendboten zu machen. Um gegen diese und andere Fälle von islamisch inspirierter (Selbst-)Zensur zu protestieren, gab das anderswo auch als "rechtsliberal" bezeichnete Blatt Jyllands-Posten die Karikaturen in Auftrag. "Dann", schreibt Gamillscheg weiter, "geschah zunächst einmal gar nichts. Die meisten dänischen Moslems sind Moslems wie die Dänen Christen: nicht so, dass es weh tut. (…) Gemäßigte Moslems klärten auf, dass die Gesetze des Islam natürlich nicht für Nicht-Moslems in einem nicht-islamischen Staat gälten, und dass die Zeichner daher nichts zu befürchten hätten. " Pech für Jyllands-Posten . Doch die Zeitung gab nicht auf , fragte bei islamischen Organisationen nach, und erst dann "kamen die erhofften Reaktionen, die endlich die Schlagzeile: 'Moslems fordern Entschuldigung' rechtfertigten und die vorbereitete Antwort: 'Nicht im Traum', erwiderte Chefredakteur Carsten Juste."

Auch auf moslemischer Seite wird die seit Monaten schwelende Auseinandersetzung inzwischen grundsätzlich genommen: "Es geht nicht mehr um die Freiheit der Gedanken oder der Meinungen und Überzeugungen", hieß es in einem Kommentar der staatlichen ägyptischen Zeitung Al-Gomhuria. "Es handelt sich um eine Verschwörung gegen den Islam und die Moslems, dessen Vorbereitung vor vielen Jahren begonnen wurde."
Reuters

Gaza (dpa) - Die Proteste gegen die Veröffentlichung von Karikaturen des Propheten Mohammed in europäischen Zeitungen werden militanter. In der Stadt Gaza drangen etwa 50 maskierte und mit Schnellfeuergewehren und Panzerfäusten bewaffnete Palästinenser in den Vorgarten des dortigen EU-Büros ein und feuerten Schüsse ab. Frankreich warnte vor Reisen in die Palästinensergebiete. Im Konflikt um die Veröffentlichung der Karikaturen suchten die Al-Aksa-Brigaden in Nablus im Westjordanland sogar gezielt nach Ausländern.
Aachener Zeitung

Meine persönliche Meinung: Zensur und staatliche Entschuldigungen halte ich für vollkommen unangemessen, die extremen Reaktionen sind (wohl nicht nur) für säkularisierte Europäer kaum zu verstehen. Mit der Soldidariät gegenüber provozierenden "rechtsliberalen" Medien würde ich persönlich es jedoch auch nicht übertreiben. Auch die Nachdrucke halte ich nicht wirklich für eine Notwnedigkeit zur Sicherung der Meinungs- und Pressefreiheit...

Nun ja, die Provokation - falls es eine solche gewesen ist - war wohl letztendlich doch noch ziemlich erfolgreich :O_O:
 

Winston_Smith

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Ach Gottchen (Darf ich "Gottchen" sagen?)!!! Die armen Muslime.

Ganz ehrlich: Da zeichnen ein paar nicht Muslime ein paar Comics. Andere nicht Muslime veröffentilchen diese in einer nicht muslimischen Zeitung in einem (größtenteils) nicht muslimischem Land auf einem (größtenteils) nicht Muslimischem Kontinent.

Wieso halten sich die Zeichner und Redakteure denn nicht an Muslimisches Recht?! Eine Frechheit!!! :roll:
 

Sabberhirn

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Echt traurig was da schon wieder abgeht :roll:
Aber es kann doch unmöglich das erste mal gewesen sein, dass Mohammed irgendwo als Karikatur abgebildet wurde- oder doch ?!?!
Aber wahrscheinlich kam es stark darauf an, wie diese Info bei den betroffenen Lädern angekommen ist. Eben unter dem Motto das Dänemark bzw. Europa islamfeindlich ist.

Zum Glück gucken die kein South Park 8)
(wobei Mohammend da meines Wissens nur einmal vor kam, in "Jesus und seine superbesten Freunde" *g* - is aber alles garnix im Vergleich dazu wie bei South Park gegen die katholische Kirche gebasht wird, oder Einzelpersonen wie Mel Gibson)

Und zur Frage des Threads: Scheinbar ist der Islam bei vielen nicht satirefähig. Habe einen Kumpel, der gläubiger Moslem ist, und der findet das ganze auch überhaupt nicht lustig (im Gegenzug regt er sich aber auch auf, wenn Christen in div. Cartoons/Karikaturen verarscht werden)
Er meint: Religion ist für viele Menschen immernoch das Wertvollste im Leben- und wenn das dann auf die Schippe genommen wird fühlt man sich tief verletzt.

Das rechtfertig allerdings immernoch nicht diese immensen Reaktionen.
Mal abwarten wie sich das Ganze noch entwickelt.. :roll:
 

SALZinDERsuppe

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Mit den religiösen Gefühlen ist das so eine Sache... grundsätzlich tendiere ich auch zu der Haltung, daß man sich über Religionen nicht lustig machen sollte, egal ob es sich um Christentum oder Islam oder eine andere Religion handelt. Das hat nichts mit Kritiklosigkeit zu tun, sondern einfach mit Respekt vor den Gefühlen anderer Menschen. Wenn es daher Moslems gibt, die sich darüber aufregen, daß in europäischen Zeitungen Karikaturen Allahs abgebildet werden, kann ich das nachvollziehen, was ich NICHT nachvollziehen kann, ist daß sich Regierungen entschuldigen sollen! Und was ich noch viel weniger verstehen kann, ist daß europäischen Botschaften mit Erstürmung gedroht wird und die Administration vor Ort sich nicht bemüßig sieht, die Botschaftsgebäude zu schützen oder zumindest mäßigend einzuwirken.
Hier liegt meines Erachtens das eigentliche Problem.
 

Bundeskanzler

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Schluss mit dem Verständnis für Idioten

MUSLIM-Test für alle Muslime, die in Deutschland leben oder einreisen wollen (auch Touristen!). Und wer nur falsch zwinkert, bleibt draußen oder kann sich aus Deutschland verabschieden. Und die Türkei muss draußen bleiben!

Wer mich kennt weiß, dass ich immer für diese Spinner eingetreten bin, immer Verständnis aufgebracht habe. Damit ist jetzt Schluss. Islam und Demokratie nach westlichem Vorbild mit all ihren Elementen (Meinungsfreiheit, Pressefreiheit...) verträgt sich einfach nicht. Und ein Parlament allein wie z. B. im Irak macht auch noch keine Demokratie.

Diese Spinner zerstören unsere Werte, weil die europäische Öffentlichkeit - seit Jahrzehnten gewaltentwöhnt - Angst vor ihnen hat. Aus nackter Angst werden unsere Grundrechte immer mehr eingeschränkt. Darum bleibt uns nur noch der Weg, uns von diesen Spinnern aus unserer Mitte zu verabschieden. Sollen sie dort leben, wo sie mit ihrem Glauben glücklich sind - aber nicht hier!

Und die Entlassung des France-Soir-Redakteurs sollte ein Startschuss für die gesamte europäische Öffentlichkeit (Medien) sein, in jedem Käseblatt zwischen Nordkap und Malaga diese albernen Zeichnungen zu veröffentlichen und sich mit dem Redakteur und unserer Verfassung zu solidarisieren.
 
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