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Zu den Regimestürzen in Nordafrika

Dieses Thema im Forum "Politik, Sozialkritik, Zeitgeschehen & Geschichte" wurde erstellt von haruc, 31. Januar 2011.

  1. dkR

    dkR Forenlegende

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    10. April 2002
    Politik.
    Weil man mit Gaddafi Geschäfte machen will - immerhin ist er eine bekannte Größe. Damit hat sichs D gleichzeitig mit den Rebellen verkackt.
    Frankreich und England haben relativ früh auf die Gegenpartei gesetzt und sehen jetzt ihren Einfluß und wirtschaftsinteressen Davonschwimmen.
    Mit denen macht Gaddafi garantiert keine Geschäfte mehr.

    Man kann das natürlich als humanitäre Hilfe tarnen und auf Seiten der Rebellen in den Krieg eintreteten, faktisch würden damit jedoch deutsche Soldaten für die wirtschaftlichen Interessen Frankreichs und Großbritaniens in den Krieg ziehen. -> Uncool.

    Letzteres kann man hierzulande natürlich besser verkaufen, hier denkt man auch, wir wären in Afghanistan um der afghanischen Frau die Emanzipation zu bringen.
     
  2. lacrime_mundi

    lacrime_mundi Geselle

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    Westerwelle hat richtig gehandelt! Die UNO, ein Verein der Zauderer und Diskutanten, hat viel zu lange gewartet mit der Resolution.
    Es ist zu spät! Die Rebellen werden sich nicht halten können, auch wenn Gadaffi keine Flugzeuge mehr einsetzen kann.
    Dieses ist nur zu verhindern, wenn man Gadaffi mit voller Militärmacht angreift, was defacto ein Angriffskrieg wäre, der ganz sicher auf erheblichen Widerstand auch seitens der Bevölkerung und den Arabern insgesamt stoßen würde.
    Die Enthaltung ist also richtig im Angesicht der hohen Gefahr der Eskalation!

    lacrime_mundi
     
  3. Laokoon

    Laokoon Erleuchteter

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    Gaddafi wird den Krieg wohl solange wie möglich in die Länge ziehen wollen, um die Interventionskoalition zu schwächen. Obama hat ja bereits angekündigt, dass US-Streitkräfte nicht sehr lange an dem Einsatz beteiligt sein sollen. Und wohl viele Staaten fürchten einen langen, mit Opfern verbundenen Kampf, gerade wenn er "nur" für die UNO ist.

    Nach den Informationen des Spiegel sind ja Besatzungstruppen laut UN-Beschluss verboten und so wie es dort klingt, ist die Resolution sehr defensiv. Sprich: Nur wenn Gaddafis Leute Rebellen angreifen und Zivilisten gefährden, kann die Gemeinschaft intervenieren. Und außerdem vielleicht noch militärische Flughäfen u.ä. bombardieren. Aber reicht das, um den Rebellen mehr als nur eine Verschnaufpause zu geben?
     
  4. Ein_Liberaler

    Ein_Liberaler Forenlegende

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    Luftabwehr ausschalten, Luftwaffe am Boden zerstören, jeden Panzer abschießen, der sich zeigt. Das kann in ein paar Tagen erledigt sein. Für direkte Luftunterstützung brauchen sie dann Verbindungsoffiziere bei den Rebellen.

    Ist aber eine psychologische Sache. Zunächst sah es so aus, als ob Libyen kippen und Gaddafis Truppen desertieren würden, dann hat er sie noch einmal in den griff bekommen. Wenn ihnen jetzt die technische Überlegenheit verloren geht, werden sie vielleicht auch die nötige Siegeszuversicht verlieren.
     
  5. Goatboy

    Goatboy Erleuchteter

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    Und plötzlich steht ein Franzose aus dem alten Europa an der Spitze der freien Welt, während der Ami dreimal pro Tag seine Hose wechseln muss. Verrückt.
     
  6. erdal5

    erdal5 Meister

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    und wann fängt endlich diese koalition der guten menschen an, auf die saudischen soldaten zu schiessen, die gerade jetzt die friedensbewegung in bahrain niedermacht?
    ups, das trauen sich die friedenswächter dann wohl doch nicht.
    da war doch noch was, die paar ungewaschenen schwarzen an der elfenbeinküste, die sich gerade zu zigtausenden massakrieren. interessiert keinen.
    ist es eigentlich legitim, in einer revulution einzugreifen, von der keine gefahr gegenüber der weltgemeinschaft ausgeht, und partei zu ergreifen?
    libyen wird zu einer theokratie werden, möglicherweise in einzelstaaten zerfallen, von clans regiert, die der scharia folgen. na dann prost.
    zu gaddafi: er war ein son of a bitch, aber er war unser son of a bitch.
     
  7. Don

    Don Ehrenmitglied

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    Moins zusammen,

    Herr G. schafft es immer wieder in aller Munde zu sein; sei es durch Anschläge, politische Äußerungen und Liebschaften mit CIA oder ähnlichen Konsorten. Nun, er ist nur einer von vielen die versucht wurden unterwandert zu werden und seine geistige Verfassung (inc. der Söldner) lassen in noch die Macht haben.
    Über Macht der Bilder muß man nicht reden, geschichtlich bewiesen wie schön sich *Mensch* blenden läßt. In Europ sehen wir den irren, abgedrehten und leicht soziopathisch veranlagten Despoten der sein eigenes Volk niedermacht. Frage wäre hier mal zu stellen , warum?

    Ist es der Wahnsinn in seinem Kopf?
    Ist es die Angst gegenüber einem sich potienell ausbreitenden Islam in seinem Land?
    Ist es die arabisch standartisierte *Demokratie-Allergie*?

    Ich versuch das zu verstehen, jedoch habe ich ich in sofern noch keine absolute Meinung was nun wirklich da der Ursprung der Sache ist.

    Sollte es zu einer Niederlage der Rebellen kommen ist erstmal Ruhe - dann kommt die seitens Hern G. eine *Säuberung* im eigenen Volk. Was das bedeutet muß ich nicht ausführen.
    Sollte es zu einem Stillstand mit geteiltem Land kommen haben wir ein Problem das sich nur dem einsammeln aller Waffen und einer 10m hohen Mauer lösen läßt.
    Sollten die Rebellen gewinnen haben wir ein zu finanzierendes Land (und wieder auf zu bauendes Land) mehr, Terror im Untergrund (die Truppen des Herrn G. werden sich um selbst zu überleben im Untergrund organisieren müssen) und den schalen Geschmack nichts beigetragen zu haben (anderes Thema betr. der Abstimmung und der deutschen Enthaltung!).

    Der Gedanke an einen Frieden in der Welt gleicht der Suche nach der Eierlegenden-Wollmilch-sau. Will damit sagen solange es Menschen gibt, gibt es verschiedene Moral und Wunschvorstellungen. Ähnlich geartete Menschen rotten sich zusammen, treffen zwei Rotten aufeinander haben wir nun mal Streß.

    Das sich ein Volk wehrt, und das mit Grund gegen Unterdrückung und Folter ist wohl als normal zu betrachten; nur manche Völker brauchen länger. Das hat auch damit zu tun wie effektiv man ein Volk unterdrückt und dumm hält. Dumme Hühner rennen dem Bauern hinterher, kluge Hühner beginnen zu fliegen .... .

    Nicht falsch verstehen, ich wünschte mir einen Weltfrieden - bin mir aber bewußt dieses Ideal nie zu erleben.

    Und ich denke mal ehrlich das der Krieg der im Nordafrikanischen - Asiatischen Sektor läuft oder schwelt noch lange nicht zu Ende ist. Wir sollten uns der Umstände anpassen und sehen das wir stabil bleiben; den nur ein gesunder Geist kann helfen - der kranke benötigt selbst Hilfe.
     
  8. dkR

    dkR Forenlegende

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    CAS für die Rebellen läßt sich mit Durchsetzung der Flugverbotszone rechtfertigen? Wieder was gelernt.
     
  9. Laokoon

    Laokoon Erleuchteter

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  10. DrJones

    DrJones Ehrenmitglied

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    Was sagt ihr eigentlich zu den Bildern die man zB auf SPON zu sehen bekommt. Spekatkuläre Explosionen von den Luftscchlägen. Es scheint so als ob der Reporter fast danebensteht.
    --> Klick
    wie darf ich mir das vorstellen?! Sind die Reporter Lebensmüde, wenn sie sich neben einen lybiscchen Panzer stellen und darauf hoffen das die Bombe/ Rakete schon ganz präzise sein Ziel treffen wird. Und überhaupt? Wie kommt es, dass sie zur rechten Zeit am rechten Ort sind um alles festzuhalten?
     
  11. Laokoon

    Laokoon Erleuchteter

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    Im Jemen geht es in die nächste Runde:

    Bahnt sich nun Krieg Nr. 12 seit 1945 im Jemen an? Vielleicht sind die Proteste ja auch positiv, um dieses oft als "failed state" bezeicheten Land zu reformieren und das Ruder nach oben zu reißen? Oder exkaliert die Lage nun vollkommen?
     
  12. erik

    erik Erleuchteter

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    @drjones

    Steht ja drunter...Fotograf von reuters war direkt vor Ort.
    Ich denke nicht, dass der 5 Meter vom Panzer wegstand...ein gutes Tele und die Wahl des richtigen Bildausschnitts können dir Dramtik schon verschärfen, trotzdem war die Situation sicher nicht ungefährlich. Dementsprechend teuer werden die Bilder gewesen sein.

    In Anbetracht der militärischen Situation dürfte es nicht allzu schwer gewesen sein, herauszufinden, wo potentielle Ziele für die Luftangriffe sind (selbst wenn es mobile Ziele sind)
    Wäre ich Kriegsreporter hätte ich mich auch mal aufgemacht und versucht, die libyschen Verbände im Anmarsch auf Bengasi vor die Linse zu bekommen.

    Und siehe da, Volltreffer!

    Außerdem gibt es auch hier sich so eine Art "embedded journalism" und die bekommen Tipps oder Informationen wo etwas passieren könnte.
     
  13. sercador

    sercador Meister

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    "Interessant" ist, daß die Korrespondenten vor Ort von zdf und ARD an der gleichen Stelle in Tripolis stehen, wenn sie berichten.
     
  14. Winston_Smith

    Winston_Smith Forenlegende

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    Paris - Im weißen FIAT UNO...
    Dann würde ich mich als libyscher Soldat aber schnell aus dem Staub machen, sobald ein Journalist in die Näher meiner Einheit kommt.

    ws
     
  15. Winston_Smith

    Winston_Smith Forenlegende

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    Paris - Im weißen FIAT UNO...
    Ich glaube, die sind zusammen mit vielen anderen Journalisten im Hotel Rixos untergebracht. (Kann mich aber auch irren.)

    ws
     
  16. sercador

    sercador Meister

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    :) ..eine Armee von Journalisten treibt die libyische Armee vor sich her.
    Schönes Bild.
    Wahrscheinlicher ist doch, daß eine Menge von den Kriegsberichterstattern im Land ist und man ihnen praktisch nicht mehr ausweichen kann.
     
  17. jones

    jones Erleuchteter

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    Wäre mal ne coole Form der Kriegsführung
     
  18. Laokoon

    Laokoon Erleuchteter

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    Mal eine andere Sicht auf Libyen. Mohamed Hassan über die Situation in Libyen, auch wenn das Interview schon zwei Wochen her ist. Am Ende wird er etwas forsch, scheint mir, aber der Artikel ist doch sehr interessant. Er beleuchtet die Vergangenheit Libyens glaube ich ganz gut und hat auch einige Ansätze, über die es sich zumindest lohnt nachzudenken.

    Voller Text auf: AG Friedensforschung an der Universität Kassel
     
  19. Gilgamesh

    Gilgamesh Ehrenmitglied

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    Göbekli Tepe, 12.000 B.C.
    Eine jämmerliche Veranstalltung der Altimperialisten! Der Gockel von Frankreich fühlt sich jetzt ganz groß. Endlich wird sein Name in den Geschichtsbüchern stehen.

    Die Amis hingegen nehmen die Situation zu Anlass, mal wieder ihre Kriegsmaschienerie an lebenden Objekten zu testen.

    Und neu: Wiederkäuende Nordeuropäer der Sorte Karrikaturen und Pressefreiheit, preschen ebenfalls an die Front, um ihre Freunde, die armen Moslems und Islamisten, zu befreien. Hurra! - Wie gnädig.

    Fehlt nur noch eine gemeinsame Flagge. Aber da kommt mir schon eine Idee. Wie wäre es mit einem unschuldigen Feigenblatt auf ölverschmiertem Hintergrund?

    Mir wird immer deutlicher, dass das Abendland, in seiner jetzigen Form, dieses Jahrhunder nicht überleben wird.

    Und eine weitere Frage geht mir nicht aus dem Kopf: Diese Angriffslustigkeit des Abendlandes? Beruht das bei den Verantwortlichen eigentlich auf natürliche Selektion? Ich meine, stimmt irgendwas mit diesen Leuten nicht? Diese Frage geht auch an die Befürworter.

    Zudem: Wo bleibt die Al Kaida? Nach meine Unterlagen hat Gaddafie mehrfach nach ihnen gerufen?! Aber nix? Haben die CIsrAeliten kein Interesse?

    Ich gebe zurück ins Funkhaus.