Ich weiß nicht, ob einen das nerven darf, aber dass man, wenn man weder Fratzenbuch, noch Schmatzfon, noch Waldsepp oder Zwitscher und was es da noch so geben mag nutzt, für einen Großteil des Bekanntenkreises nicht mehr existiert, das finde ich nervig bis schlimm. Nicht mal deshalb, weil sich die Leute per E-Mail, Briefpost oder persönlich Aufkreuzen auch nicht mehr mitteilen können, aber wie sehr verarmen die ihre Welt eigentlich selbst? Kriegen sie das überhaupt selbst noch mit?
Willkommen im 21. Jh.
Ich halte es da mit Karl Valentin: Die werden wir nicht einmal ignorieren.
Vor einiger Zeit hätte ich ein kostenloses und in der Benutzung kostenfreies, wenn auch nicht das neueste, Smartphone (SM) haben können. Ich trug es ein paar Tage mit mir herum, ohne es zu benutzen. Brauche ich das? Tatsächlich bin ich noch nie sonderlich Telefon-affin gewesen und meine Computernutzung habe ich, als ehemaliger Nerd und Computeriot, mittlerweile auf ein Minimum von max. 2x die Woche auf wenige Std. eingeschränkt. Aus gutem Grund.
Das SM gab ich meinem Chef bald zurück. Ich brauchte es nicht und es war mir lästig. Man muss es dauernd aufladen, auch wenn man es nicht benutzt. Ich muss darauf aufpassen, damit man es nicht klaut oder es nicht herunterfällt. Es ist schwer. Kurz: Ich muss mich darum kümmern, obwohl ich das nicht brauche.
Ich habe eine neue Minimal-Handy-Gurke. Wer mich anruft, der erreicht mich da oder kann mir eine SMS schicken. Ich werde ans Telefon gehen, wenn es zeitlich passt. Ende Gelände und eure teuren, nutzlosen und letztlich suchterzeugenden Spielzeuge brauche ich nicht.
Immerhin ein Fortschritt im Vergleich zu früher. Bis etwa vor 1,5 Jahren hatte ich
gar kein Handy. Da haben sich alle beschwert, "dass man mich nie erreicht". Z.B., um mich einzuladen oder wasauchimmer.
Mittlerweile habe ich ein Handy und alle haben die Nummer, sogar zwei. Es ruft mich aber trotzdem keiner an und wenn ich mal anrufe, dann quake ich auf eine Mailbox, die keiner abhört, zumindest ruft niemand zurück.
Bittesehr, dann können sie mich dann auch mal im Pompsgraben suchen.
Lebe in einer Großstadt, vielleicht treffen wir uns mal zufällig. Ist wahrscheinlich eh besser.