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Türkei will womöglich im Irak einmaschieren

Dieses Thema im Forum "Krisen, Kriege und Sanktionen" wurde erstellt von Guest, 18. Juli 2006.

  1. Gilgamesh

    Gilgamesh Ehrenmitglied

    Beiträge:
    2.748
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    24. Juni 2003
    Ort:
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    Aus westlicher Sicht ist das Kopftuch ein Symbol für die Frauenunterdrückung, weil der Westen die Ansicht vertritt, dass die Frauen gerne unverschleiert rumlaufen würden, wenn sie dürften! Aber ist dieses Kopftuch nicht genau das Produkt einer "kulturellen" Erziehung?

    Zudem zeigt sich aktuell eine neue Tendenz in Richtung des Kopftuchtragens. Emanzipierte Muslima, die das Kopftuch aus religiöser Überzeugung tragen. Da gab es vor einiger Zeit eine Reportage drüber.

    Ausserdem kommt es nicht darauf an, wie bestimmte politische Parteien das Kopftuch sehen, sondern was das Kopftuch innerhalb seines kulturellen Kreises für bedeuten hat. Und hier hat es ein eindeutig eine religiöse Bedeutung!

    Aber zurück zum Thema, denn aufgrund dieser religiösen Bedeutung ist das Kopftuch auch in der Türkein in Bildung und Amt verboten!

    Nein. Sprache ist schon ein kulturelles Symbol und das Verbot ist, bzw war ja nur ein öffentliches!

    Zunächst müssen wir uns darauf einigen, das die Türkei juristisch keinen Fehler begeht! Sprache gehört zur Bildungspolitik und diese wird durch die gewählte Regierung bestimmt! Wenn nun diese demokratische Regierung in seiner Bildungspolitik das kurdische ausspart, dann hat es auch das Recht dazu! Es sei denn, ein Volkswille wäre politisch sichtbar und hätte ein Interesse daran, diese alten Sprachen zu pflegen!

    Nun liegen die letzten Wahlen in der Türkei 4 Jahre zurück und hier sind die Ergebnisse:

    http://www.belgenet.net/ayrinti.php?yil_id=14

    Dabei vertritt nur eine Partei den willen radikaler Kurden, nämlich die DEHAP, und diese hat gerade einmal 6% Stimmanteile bzw. Rund 2Mio "kurdischer" Wähler! Die Mehrheit, auch in den Kurdenregionen, hat die aktuelle Regierung gewählt und bestätigt und da können 6% nicht meinen,ihre Politik durchsetzen zu müssen!

    Die Regierung bestimmt den Kurs, und keine Vorrundenausscheider aus den letzten Wahlen!

    Somit kann man also das Verhalten der Regierung nicht verübeln!

    Bleibt also nur noch eine "Geste des guten Willens" übrig, um die Sprache zu schützen!

    Dieses konnte man aber eine Zeit lang nicht umsetzen und es folgte eine Periode des Verbotes, weil eben die PKK nicht nur die Ethnie sondern auch die Sprache für ihre Ziele instrumentalisierte. Hier sollten man also das Sprachverbot in seinem geschichtlichen Zusammenhang sehen.

    Und das die Türkei, trotz weiterer Existenz der PKK, ein Entgegenkommen zeigt und allmählich eine Lockerung zuläßt, sollte man groß anrechen und nicht schlechtreden.

    Als Insider in gewissen Kreisen beobachte ich auch hier in deutschland revolutionäre Entwicklungen. So werden zunehmend auf türkischen Hochzeiten nicht nur türkische Lieder gesungen, sondern auch mitlerweile kurdische Lieder und die Gäste (Türken wie Kurden) tanzen gemeinsam Hand in Hand und Arm in Arm ihre Volkstänze! Das wäre in den 90er Jahren noch unmöglich gewesen!

    Das sind Entwicklungen, die man beachten muß und nicht schlecht reden und ich wundere mich immer wieder über Aussenseiter, die sich kaum in der Kultur auskennen, hier aber Sprüche klopfen, als seien sie Experten.

    Also..nicht nur durch die PKK bilden lassen, sondern in die Gesellschaft selbst eintauchen und schauen, wie die Mehrheit denkt und fühlt!

    *Vielleicht wieder etwas großkotzig, aber als Q kann ich manchmal nicht anders... :)
     
  2. erdal5

    erdal5 Meister

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    Parallelgesellschaft
    in der türkei wird von seiten der pkk/Tak mal wieder kräftig gebombt und getötet. erscheint immer nur als randnotiz in den medien. wie es aussieht, hat die pkk eine seltsame kehrtwendung vollzogen. sie hatten schon ihren aussichtslosen traum eines kurdistans abgebrochen und zugeständnisse von seiten der türkei bekommen. es lief immer besser, jetzt bomben sie wieder und stellen schon wieder eine völlig aussichtslose forderung: die freilassung von apo/öcalan.
    da sie wissen müssten, das das völlig unmöglich ist - eher lädt bush osama zum tee trinken ein und lässt ihn laura knattern - frage ich mich, was sie bezwecken. wollen sie unendlich terror machen und den kurden jegliche chancen auf frieden nehmen?
    es bleibt den türken eigentlich nur eins: die 5000 terroristen vor der eigenen haustür/nordirak endlich auszuschalten. mal sehen, ob der westen die gleiche toleranz dafür hat wie für israel (deren schlag gegen die hisbollah völlig gerechtfertigt war)
    PS: und mal wieder werden die pkk-fritzen nur als "rebellen" oder "separatisten" bezeichnet. da ist sie wieder, die ambivalenz.
     
  3. Winston_Smith

    Winston_Smith Forenlegende

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    Paris - Im weißen FIAT UNO...
    Es geht los. Die türkische Armee ist mit 10.000 (!) Soldaten in den Irak einmarschiert. Offiziell will man dort kurdische Freiheitskämpfer jagen. (Merkwürdig dabei ist nur, dass die kurdischen Kräfte wohl ca. 200 km hinter der Irakischen Grenze und die türkische Armee ist erst 10km in den Irak eingedrungen.)

    Angriff mit verdecktem Ziel

    ws
     
  4. Laokoon

    Laokoon Erleuchteter

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    Ilium
    Ich bitte um Verständnis, wenn ich das so sage, aber ich hoffe die türkische Armee holt sich in kurdischem Schnee eine blutige Nase. Blutig ist zumindest halbwegs rhetorisch gemeint; wenn alle Seiten Glück haben bleiben sie einfach im Schnee stecken und es kommt zu möglicht wenigen Opfern.

    Dass ein Staat seine Bürger vor terroristischen Angriffen schützen muss, dass sehe ich klar ein. Dass ein Staat durch die Unterdrückung seiner Minderheiten, ob religiöser oder ethnischer Natur, diesen Terror selbst hervorbringt, hat er sich aber selbst zuzuschreiben.
    Zwar wären separatistische Tendenzen der Kurden wohl auch innerhalb einer guten Integrations- und Minderheitenpolitik nicht zu verhindern (das haben andere versaut), aber sicherlich weniger stark als bei der Politik der letzten Jahrzehnte, schon Atatürks Eine Nation-Politik auch gegenüber den Kurden durchsetzen zu wollen (überhaupt durchsetzen zu wollen) war in meinen Augen falsch. Klar, die Folgegernerationen sind immer schlauer als Zeitgenossen.

    Atatürks Politik war genau das, was Erdogan in der Kölnarena in aller Polemik verschoss: Gewaltsame Assimilationspolitik, zumal den Kurden vor der Gründung der Türkei weitestgehende Autonomie zugesichert worden war, von Briten und Franzosen. Nun ja, wie gesagt, nicht nur die Türkei hat ein paar Sachen verbockt.

    Dass Barzani im übrigen aber nicht konsequent die PKK-Kämpfer blockiert, die es im Spiegel-Artikel angedeutet wurde, halte ich für wahrscheinlich. Schließlich trägt der Mann einen großen Namen, sein Vater und der gesamte Familien-Clan waren, wenn ich mich nicht irre, in einige Aufstände gegen den jungen Irak bzw. zuvor gegen die Briten beteiligt. Dieses Erbe hat politisches Potential, dass man nicht so einfach wegwirft. Könnte ich mir zumindest gut vorstellen.

    Ob die Entsendung der Truppen evtl. auch mit der Unabhängigkeitserklärung des Kosovo in Zusammenhang steht? Als ein Zeichen der Stärke und Macht? Naja, alles mögliche wurde in den letzten Tagen schon mit dem Kosovo in Verbindung gebracht...

    Viele Grüße, Laokoon
     
  5. erdal5

    erdal5 Meister

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    denk ich nicht. das ist eher eine innenpolitische kiste. erdogan ist wegen der kopftuch-affäre unter druck. mit dieser aktion jedoch lenkt er das thema auf andere bahnen. mitten in dem ganzen kriegsgetümmel hat präsident gül das neue kopftuchgesetz unterschrieben.
    so schiebt man dem volk eine ungeliebte neuerung unter, perfekte politik. das das militär bei diesem dreckigen spielchen mitmacht, ist mir unbegreiflich. nach 2 wochen ziehen die türken nach kleinen scharmützeln wieder ab und alles ist vergessen.
    vielleicht hat es was gutes und die pkk wird tatsächlich enorm geschwächt (was ich jedoch bezweifle). zumindest wird man tonneweise sprengstoff und waffen sicher stellen, das rettet wieder einigen touristen das leben.
    business as usual.
    PS: 2008 ist aber ganz schön wild gestartet, mannomann. ich hoffe, der "big bang" bleibt aus...
     
  6. vonderOder

    vonderOder Ehrenmitglied

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    diejenigen, die so großspurig ein unabhängiges und selbstständiges KOSOVO beführwortet, bejubelt und anerkannt haben, und dazu gehört ja auch die Türkei, müßten doch eigentlich für einen selbstständigen Staat, der Kurden eintreten.
    aber nein, die türkische Regierung die den Kosovo als selbstständigen Staat anerkannt hat, bekämpft die die für ein freies Kurdistan kämpfen.

    im Kosovo gibt es übrigens auch Bodenschätze, die man dem Russen, der Serbien unterstützt, natürlich nicht überlassen will.