Privatisierung des Krieges

streicher

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Die US-Regierung setzt in Krisenregionen und Bürgerkriegsländern private Militärdienstleister ein. Derartiges Outsourcing dosiert die Berichterstattung über Eingriffe im Ausland, umgeht die parlamentarische Kontrolle und vertuscht die Kriegsführung. Andrerseits liegen die politischen Vorteile für die amerikanische Regierung auf der Hand. Wenn statt der Firma DynCorp reguläre Truppen in den kolumbianischen Bürgerkrieg eingreifen würden, wäre das ein Gegenstand der öffentlichen Diskussion.
DynCorp und die Privatisierung des Krieges
Es ist ja eigentlich keine neue Info. Bezahlte Krieger aus privater Wirtschaft. Sie gehen durch den rechtlichen Sieb. Was ist denn die Position der UN?
 

Pfeifenkopf

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streicher schrieb:
Was ist denn die Position der UN?
United Nations Commission on Human Rights; 1999 Report on the question of the use of mercenaries as a means of violating human rights and impeding the exercise of the right of peoples to self-determination concludes that "The Commission must also remember that mercenaries base their comparative advantage and greater efficiency on the fact that they do not regard themselves as being bound to respect human rights or the rules of international humanitarian law. Greater disdain for human dignity and greater cruelty are considered efficient instruments for winning the fight. The participation of mercenaries in armed conflicts and in any other situation in which their services are unlawful may jeopardize the self-determination of peoples and always hampers the enjoyment of the human rights of those on whom their presence is inflicted."
http://www.disinfopedia.org/wiki.phtml?title=PMC
Das Problem ist also bekannt. Ich habe eben im "Faludscha"-Thread noch ein paar Links zum Thema Söldner gepostet.
 

Pfeifenkopf

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Neues von der Söldnerfront!
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Nach der Ermordung des italienischen Söldners Fabrizio Quattrocchi im Irak ist in Italien wohl eine rege Diskussion über das Söldnergeschäft entbrannt. Leider kann ich kein italienisch und mir damit kein eigenes Bild machen. Ich habe aber eben einen sehr lesenswerten Artikel (bei Indymedia) über die Geiselnahmen im Irak gefunden, dem ein paar informative Anmerkungen zu Quattrocchi angehängt sind:

Informant schrieb:
Quattrochi war ein Gangster
Informant 17.04.2004 21:05

Deutsche Spur

GENOVA/BERLIN/BAGDAD (Eigener Bericht) - Der im Irak erschossene italienische Kombattant Quattrochi war Mitglied einer internationalen Söldnerorganisation, in deren Führung ein deutscher Staatsbürger arbeitet, ein Gründungsmitglied der Organisation. Mitglieder des Söldnerrings (International Bodyguard and Security Services Association/IBSSA) wurden u.a. im Kosovo eingesetzt und rühmen sich blutiger Auftragsarbeiten in Afrika und Afghanistan. Nach eigenen Angaben ist die IBSSA für mehrere westliche Regierungen tätig (u.a. für die US-Armee). In Deutschland darf der Ring für seine völkerrechtswidrigen Aktivitäten unbehelligt werben.

,,General Director" der IBSSA war über längere Zeit der deutsche Staatsbürger XXX. XXX fungiert heute als Mitglied im ,,Executive Committee" und wird als einer der sechs ,,Honorary Founding Members" der IBSSA geführt. Für Kontakte des Ringes in Deutschland nennt die IBSSA einen XXXXX. Mehrere führende IBSSA-Organisatoren hielten sich zuletzt Mitte März in Deutschland auf und warben in Nürnberg Interessenten an. Obwohl die Tätigkeit des Ringes sowohl nach deutschen wie nach internationalen Gesetzen unter Strafe steht, griffen die deutschen Behörden nicht ein. Unbehelligt blieb auch ein bewaffnetes Wehrsporttreffen, das die IBSSA 1999 ebenfalls in Deutschland abhielt. Für Oktober 2004 kündigt der Ring einen ,,Weltkongress" gegen ,,Kriminalität und Terrorismus" an, der in Berlin stattfinden soll.

Hohe Moral
Bei mehreren IBSSA-Aktivisten handelt es sich um gewöhnliche Kriminelle, berichtet die italienische Presse.1) So entstammt der im Irak erschossene Söldner Quattrochi dem Rotlichtmilieu Genuas. Ein Kollege des Erschossenen steht wegen Mordversuchs unter Anklage. Andere Bekannte sind wegen des Betriebs illegaler Wett- und Spielunternehmen (u.a. Video-Poker) vorbestraft. Der Blutlohn in internationalen Söldnerbanden, die im Auftrag westlicher Behörden arbeiten, beträgt zwischen 4.000 und 6.000 Euro monatlich.

Trotz der kriminellen Zusammenhänge, die die Genoveser Staatsanwaltschaft in einem Ermittlungsverfahren untersucht, feiert die italienische Regierung den Söldner Quattrochi als ,,Helden". Er habe die Tugenden Italiens wiederbelebt und der Nation ein Vorbild hoher Moral hinterlassen, heißt es im Corriere della Sera, einem als seriös geltenden Blatt der Regierungsmehrheit. Sämtliche italienischen Medien verschweigen die Namen der internationalen IBSSA-Hintermänner, deren Spur nach Deutschland führt.
Antwort darauf:

. schrieb:
6000+
. 18.04.2004 02:07

6000+, zuletzt wie es aussieht, 8 bis 9000. Soviel zum Sold, der damit eher untere Klasse ist. Und Gangster ist etwas zu viel der "Ehre" für den Mann, eigentlich, zumindest soweit ich was über ihn zusammenbekomen habe. Er wäre gerne so etwas geworden, ja. Aber ich glaube, ihn Gangster nennen ist sachlich gesehen etwas zu viel des Guten. Ich versteh´ja, dass du nicht damit hinterm Berg halten willst, dass er ein richtig übel geneigter Kerl war. Na, ein Engel war er bestimmt nicht. Das ist so, bei solchen Typen. Nichts Besonderes - leider. Besonders er und Stefio sind (er war) tatsächlich schon eher von der harten Sorte. Und trotzdem möchte ich erneut betonen, dass es sich bei den vieren klar um eher mittelmäßige PSC-Typen handelt.

Die gangsterischen Dimensionen sind andere, denn ein Stück weit ist ein Quattrocchi "austauschbar". Wie viele Quattrocchi gibt es? Unwahrscheinlich viele. Was übrigens Grund zur Sorge sein sollte. Sie werden immer mehr. Auch dank der so genannten Wiederaufbauprogramme. Aus dem Irakischen Wiederaufbauprogramm hat sich Söldnertechnisch wahrlich gigantisches ergeben. PSC (Private Securoty Companies) ist genau das Segment des Söldnersektors, eine Branche, die echt nur so boomt, das sich mit "Firmenschutz" befasst, der von bewaffneter "Sicherheitsgewährleistung" bis hin, zum Beispiel, zu den berüchtigten Informationellen Diensten reicht. Quattrocchi war dies und das, weil er schon dies und das gemacht hat und er war ein PSC-ler. PMC-Söldner (Private Miltary Companies) und Söldner in Reinkultur, Kopfjäger etc. - Söldner pur, die es auch noch gibt - sind noch mal was anderes. (sie wären es sicher gern gewesen, kein Zweifel, aber dafür reichte es echt nicht). Alle versucht man uns als "private contractors" und damit als Zivilisten zu verkaufen.

Kampfsöldner machen sich auf ihre Art verhasst, die Wachschutz- und Informationssöldner sind aber speziell der bewaffnete und informationelle Vorposten der Unternehmen, die im Irak absahnen, mit einem Wiederaufbau, von dem die Iraker nicht besonders viel haben und oft auch, wenn man das so sagen darf, der bewaffnete (Personenschutz) und informationelle Stab (Spionage und undercover Dielereien) für politische Eliten. Ein Jahr nach dem angeblichen Kriegsende ist im Irak immer noch nicht eine flächendeckende Strom und Wasserversorgung gesichert. Das hätte, wie Chomsky einmal in einem Interview sagte, jedes höhere Technikseminar einer beliebigen Uni der USA in wenigen Wochen geschafft. 120.000 militärische "Aufbauhelfer" nicht.

PSC Leute sind nicht direkt die Nahkampframbos der militärischen Gesellschaften (PMC), sie machen sich aber nicht weniger unbeliebt als ihre Kriegerpendants. Gerade sie dielen beispielsweise was das Zeug hält. Mit allem möglichen und gerne auch mit Frauen. Gerade die PSC-Leute sind wie gesagt, dank der informationellen Aspekte ihrer "Arbeit", besonders begünstigt beim Einfädeln von allerlei Dielereien, die im Schatten ihrer "offiziellen" Aufträge entstehen. Waffenhandel, Frauenhandel, Drogenhandel, Handel mit dem, was der Einsatzort hergibt. Niemand hat solche Leute gerne. Es gibt aber verschiedene Söldnerkategorien und diese Typen hier waren eben nicht für militärische Gesellschaften unterwegs, sondern für Firmeninteressen. Das ist eine wichtige Ergänzung zum Psychogramm, das sein Kerbholz hergibt.

Es gibt keine lieblichen Söldner. Sie alle haben einiges auf dem Kerbholz. Wer mit Söldnern welcher Klasse auch immer konfrontiert ist, der kann echt leicht unversönlich werden. Ob und wie weit ein Mensch sich wehrt bzw wehren kann, ist noch eine andere Frage. Afrika weiß das sehr gut. Und Lateinamerika weiß es. Und die arabischen Länder wissen das. Die ganze Welt kennt Söldner. Es gibt unwahrscheinlich viele Quattrocchis und es gibt Leute, die sie (ge)brauchen. In dieser Branche hat sich einiges getan und Mensch sollte ruhig anfangen, sich differenzierter damit zu befassen. Mit nem Steckbrief zur Söldnerkarriere kann einiges vermittelt werden, aber es darf nicht der Rahmen außer Acht gelassen werden und auch nicht das tatsächliche Format, wenn schon der Einzelfall eingeschätzt wird. Weil wir sonst ein gutes Stück Barbarei einfach vernachlässigen, das von A bis Z ein sehr ernstes Thema ist.

Wen die Macher und ihre Zwischenhändler gerade für die unteren Ebenen anheuern (bei sagen wir 9000 § Monatlich hat Quattrocchi 300§ pro Tag verdient abzüglich der selbst zu tragenden Versicherungskosten - das ist Söldnerschaft, aber auf Handlangerebene. Ziemlich unten in der Soldskala.) und wie das läuft mit diesen "Dienstleistungssystemen" (denn: ja, "die Jungs" werden gehandelt, in einer Art Leihsystem. Sie sind eine Ware, die nicht schlecht makaber - vor allem für die Opfer dieser Leute - gehandelt wird)ist) das wird am Leben dieser Typen deutlich - und auch die ganze Kette dieses Geschäfts bis ganz oben. Und wie diese Typen dahin gekommen sind, das bleibt ein Fall für die Sozialkritik.

Rotlichtmilieu klingt ganz schön schaurig, ohne Details sagt es aber nicht viel darüber aus, ob und wie bestialisch er konkret dabei war. Hing er nur da rum, wieder mal als Handlanger? War er ein Zuhälter?b Was wißt du genau? Ich wüßte da gern mehr drüber. Das soziale umfeld dieser Typen sagt wie auch immer auch etwas aus. Keine Frage: ich verteidige nichts, von dem was diese Typen sind. Aber die Misstände, die solche Leute überhaupt produzieren und die, die das verwerten, sind unbedingt mit zu betrachten und in eine Einschätzung einzubeziehen. Der Weg der Vier fing wohl für alle mit Body-Building, Kampfsport und Türsteherjobs an in verlassenen Provinzlöchern. In einer wohl ziemlich trost- und ausweglosen sozialen und kulturellen Landschaft. Es ist ein Weg, den viele "disagiati sociali", ("sozial Schwache", so ungefähr, wobei der italienische Terminus aufs Ganze geht und von Benachteiligung und nicht nur von Schwäche spricht) einschlagen. Nicht um solche Leute zu entschuldigen oder um sie zu verharmlosen - im Gegenteil. Aber DER Krimi, DIE Monströsität, das ist weniger ein (miserables) Leben wie das Quattrocchis, der Krimi ist die gesamte Maschinerie, in dem er sich abgespielt hat.
 

Pfeifenkopf

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Wirklich nette Kerls die da "unsere Werte" in den Irak tragen:

Freace schrieb:
Wie der Australian am Dienstag berichtete, handelte es sich bei dem am 6. April in der irakischen Stadt getöteten "Sicherheits-Auftragnehmer" Gray Branfield nicht um einen gewöhnlichen Söldner - und er scheint keineswegs der einzige Söldner im Irak mit einer dunklen Vergangenheit zu sein.

Der Autor des Buchs "The Silent War: South African Recce Operations 1969-1994", Peter Stiff, enthüllte nun nach Branfields Tod, daß es sich bei dem in seinem Buch zitierten "Major Brian" um Branfield gehandelt hat.

Zu Beginn seiner "Karriere" arbeitete der 1949 geborene Branfield als Polizist im von Weißen regierten Rhodesien, dem heutigen Zimbabwe, wo er Mitglied einer paramilitärischen Eliteeinheit wurde.

Nachdem Zimbabwe im Jahr 1980 seine Unabhängigkeit erreicht hatte, ging Branfield nach Südafrika, wo er im Auftrag der weißen Regierung gegen Menschen vorging, die gegen das Apartheidsregime kämpften. Dort gehörte er dem "Project Barnacle", aus dem später das "Civil Co-operation Bureau" (CCB), ein geheimes Todesschwadron, wurde, an. Diese Einheit war auf die Ermordung von Sympathisanten der Befreiungsbewegung spezialisiert.

Im Jahr 1981 gelang es ihm, Patrick Gericke, ein Mitglied einer südafrikanischen Spezialeinheit, der ins Nachbarland Zimbabwe eingedrungen und dort gefangengenommen worden war, freizupressen. Dazu entführte er Fred Varkevisser, ein hochrangiges Mitglied der Polizei Zimbabwes, befestigte Sprengstoff an dessen Körper und nahm dessen Familie gefangen. So "überredete" er Varkevisser dazu, auf sein Angebot, als Gegenleistung für die Freilassung Gerickes ihn und seine Familie nach Südafrika mitzunehmen und ihm eine "Entschädigung" zu zahlen, einzugehen.

Ebenfalls im Jahr 1981 war Branfield nach eigener Aussage Teil eines Todesschwadrons, das Joe Gqabi, den obersten Repräsentanten des "African National Congress" (ANC) und dessen Geschäftsführer Umkhonto weSizwe im Zimbabwe ermordete.

1985 arbeitete er an der Planung eines Überfalls auf einen geheimen Unterschlupf des ANC im benachbarten Botswana mit. Dabei wurden 14 Menschen, unter ihnen ein 5 Jahre altes Kind, getötet. Die meisten von ihnen wurden im Schlaf erschossen.

Auch wenn hierüber keinerlei Informationen bekannt sind, ist davon auszugehen, daß Branfield auch in der Zwischenzeit, bis er für die britische Hart Group in den Irak ging, auf diese Art sein Geld verdiente.

Zuvor war schon Frans Strijdom, ein ehemaliges Mitglied der früheren südafrikanischen Polizeispezialeinheit Koevoet (Brecheisen), bei einer Bombenexplosion getötet worden. Deon Gouws, ein weiteres Mitglied der Einheit CCB, wurde dabei schwer verletzt.
Quelle
Ich hätte den Freace-Kritikern ja gerne eine andere Quelle präsentiert - allerdings ist das im deutschsprachigen Raum nicht so einfach. Überhaupt ist die Informationslage ziemlich dünn. Neben einer französischen und einer us-amerikanischen Quelle scheint das (laut Google) nur Afrikaner zu interessieren.
Halt! Ein Guardian-Artikel von vorletzter Woche:

Guardian schrieb:
Private security firms call for more firepower in combat zone

Coalition forces do little to help as bodyguards protecting foreign workers are targeted by deadly insurgents
[...]
*seufz* :roll:
 

streicher

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In der Süddeutschen:

Rund 900 Dollar bekommt ein privater Söldner für einen Tag im Krisengebiet – und das ist nur ein Grund, warum die Branche derzeit boomt.
Nicht astronomisch, aber Format hat es.

Begonnen hat alles vor zwölf Jahren mit Dick Cheney, als dieser noch amerikanischer Verteidigungsminister war.
Damals gab er für 3,9 Millionen Dollar bei seiner späteren Firma, der Halliburton-Tochter KBR, eine Studie in Auftrag, die herausfinden sollte, wie viel Leistungen im Verteidigungsfall an Privatfirmen gegeben werden können. Und schon bald begann der Aufschwung der Militärindustrie.
Was machen diese Firmen gesetzten Falles, dass die Kriege auf Erden an Heftikeit und Häufigkeit abnehmen, gegen ihren Untergang kämpfen?

Der Irakkrieg hat das Geschäft kräftig belebt. „Eine Goldmine“ sei das, sagt Duncan Bullivant, der Chef der britischen Sicherheitsfirma Hendersen Risk. 15.000 Söldner und private Sicherheitskräfte arbeiten heute dort, ein Zehntel der US-Truppenstärke.
Da macht man sich keine Gedanken darüber, wie sehr die Irakpolitik in den Sand gesetzt wurde.

Und der Gründer von Blackwaters ist der Sage nach ein Gespenst.

"Der Irak ist eine Goldmine"
 

Pfeifenkopf

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Kein Wunder dass Blackwater so fette Aufträge an Land zieht, ist doch sein Gründer, das Gespenst Erik Prince aus Holland, Michigan, fest im republikanisch-religiösen Establishment verwurzelt. Seine Militanz speist sich wahrscheinlich aus einigen persönlichen Schicksalsschlägen gepaart mit religiös verbrämtem Patriotismus - mal ganz abgesehen von den Bereicherungsmöglichkeiten:
Holland is unabashedly conservative and dyed-in-the-wool Republican. It’s God first, followed by flag and family. Gary Bauer, a conservative activist and one-time presidential candidate, counted Edgar D. Prince – Erik’s father – among his inner circle. In 1988, Prince helped Bauer start the Family Research Council, a “pro-family” lobbying group. Edgar Prince started a small die-cast shop called Prince Corp. in 1965. Prince Corp. became one of the largest auto parts suppliers, churning out 60,000 visors a day for automakers around the world. The company is still Holland’s largest employer, with about 4,000 workers. One day in 1995, Edgar Prince stepped into an elevator at the company and died of a massive heart attack. He was 63. The family sold the company a year later for $1.4 billion in cash. While Elsa Prince is still active in town, the most well-known family member is Erik’s sister, Betsy. She married Dick DeVos, whose father, Richard, is co-founder of Amway, owner of the Orlando Magic basketball team and No. 216 on Forbes’ most recent list of the world’s richest people, with a net worth estimated at $2.4 billion. Betsy DeVos is a mover and shaker in her own right. She chaired the Michigan Republican Party for several years and personally collected millions of dollars from the Princes and DeVoses for her top cause: school vouchers. Erik Prince went to private schools in Holland and attended the U.S. Naval Academy, but resigned before graduating. While there he met and later married his wife, Joan, who died last year after a long struggle with cancer. They had four children. After leaving the academy, Prince joined the Navy, earned a commission as a lieutenant and was deployed with a SEAL team. A year after his father died, Prince returned home to run Prince Machine Corp., a subsidiary die-cast company with 225 employees. Later that year, he started Blackwater.

Quelle
Amway scheint eine höchst seltsame Firma zu sein. Hört sich nach ner Mischung aus Scientology und Tupperparty an: *klick* *klack*
 

streicher

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Michigan ist ein merkwürdiges Pflaster. Ich assoziiere mit Michigan die National Rifle Association: Die "Heilige Nationale Gewehrkirche der Letzten Tage". Woher kommt das nur? Wahrscheinlich aus einem Film.
 

Pfeifenkopf

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Die Welt schrieb:
[...]

DIE WELT: Unterhält Blackwater weiterhin Büros in Bagdad und Kuwait?

[Blackwater-Sprecher] Bertelli: Nein, Büros würde ich das nicht nennen. Unser Personal wohnt natürlich in Bagdad und Kuwait in normalen Häusern, aber dort gibt es keine wirtschaftlichen Aktivitäten.

DIE WELT: Haben Sie Deutsche in Ihren Dateien?

Bertelli: Nicht, dass ich wüsste.

DIE WELT: Ist Blackwater noch in anderen Ländern aktiv?

Bertelli: Ja, aber ich kann Ihnen nicht sagen, in welchen. Wir sind gegenüber unseren Auftraggebern zum Schweigen verpflichtet.

DIE WELT: Ihr Auftraggeber ist zumeist Washington?

Bertelli: Ja.

DIE WELT: Arbeiten Sie mit irgendwelchen strategischen Partnern zusammen?

Bertelli: Blackwater betrachtet sich als eine nicht besonders große, aber sehr spezialisierte Firma. Sie wird geführt von ihrem Gründer Gary Jackson, einem früheren US-Elitesoldaten der Navy Seals und zwei weiteren ehemaligen Navy Seals. Diese drei ehemaligen Elitesoldaten bieten ihren Kunden eine Art von Schutz und Sicherheit an, die eben nur ehemalige Mitglieder der Special Forces bieten können. So liegt unsere Stärke im Personen- und Gebäudeschutz. Wir wollen weder alles bieten, noch wollen wir expandieren, also brauchen wir - im Moment - auch keine Partner.

DIE WELT: Wie viele Mitarbeiter zählt Blackwater insgesamt?

Bertelli: Darüber kann ich keine Auskunft geben. Aber 90 Prozent unserer Mitarbeiter verfügen über eine Ausbildung bei den US-Eliteeinheiten. Wir setzen einen hohen Grad von Professionalität voraus, das limitiert naturgemäß die Zahl derer, die für uns interessant sind.

Quelle

Na, der gute Mann ist ja nicht sonderlich gesprächig. Und was er sagt sind Ausflüchte/Lügen. Zu den "Büros": Auf der Startseite von Blackwater steht dick und fett oben rechts:
ADDITIONAL LOCATIONS

Blackwater USA has recently opened two new offices. The Baghdad and Kuwait City offices are open now.
Zuhause veranstaltete das sympathische kleine Unternehmen derweil die First World SWAT Challenge & Conference. Und unser gespenstischer Freund Prince bleibt mal wieder lieber im Hintergrund...

Von den regulären Soldaten werden die Söldner anscheinend regelrecht angehimmelt:
I sat next to a Blackwater contractor today on the plane ride home. (His outfit included the guys who got killed in the Falluja lynching.) His view matched some of what I have been hearing. He said, among other things:

[neueste Gerüchte von der Front]

I thanked the guy for his service. It’s kind of funny–people thank us military folks every once in a while, but here I am thanking this guy because he’s taking the big risks doing something important. Well done, shipmate.

Quelle

edit:
Gary Jackson ist "President of Blackwater".
 

Soul_Reaver

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Ich hörte mal das die Blackwater typen die in Faludscha gegrillt wurden bis zu 250.000 dollar im jahr bekamen für ihrem einsatz im Irak.
 

samhain

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hey, es gibt wirkliche aufstiegschancen für söldner- das experimentierfeld irak machts möglich:

Bagdader Frühling für den Söldnerveteran

Tim Spicer, britischer Exsöldnerführer und Chef einer Sicherheitsfirma, wird heimlicher Verteidigungsminister des Irak

Es ist eine der kurioseren Geschichten aus dem an Merkwürdigkeiten reichen Feld des privaten Militärunwesens im Irak. Tim Spicer, ehemaliger Leiter der wichtigsten britischen Söldnerfirma, ist neuerdings zuständig für den militärischen Schutz sämtlicher Wiederaufbauarbeiten im Irak. Als Chef der privaten Militärfirma "Aegis Defence Services" soll er nach eigenen Angaben "die sicherheitstechnische Unterstützung für Vertragspartner im Wiederaufbau" koordinieren. Der 293 Millionen Dollar schwere Vertrag, den das US- Verteidigungsministerium bereits am 25. Mai mit Spicer abschloss, wurde nun von Iraks neuer Regierung übernommen.

...Der US-Söldnerexperte Pratap Chaterjee nennt den Vertrag "effektiv die Schaffung der größten Privatarmee der Welt".

http://www.taz.de/pt/2004/07/03/a0179.nf/text
 

Pfeifenkopf

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DynCorp:
DynCorp – globalisierte technologische Gewalt

[...]
Im März kaufte die an der Börse gehandelte Computer Sciences Corporation (CSC) DynCorp für 950 Millionen US-Dollar auf. CSC, 1959 gegründet und seit 20 Jahren im Geschäft des Outsorcing von Regierungsinformatik und Geheimdienstbelangen, gehörte zur Fortune-500-Liste (Jahresumsatz 2002: 11,4 Mrd. US-Dollar). Sie wird nun zur Nummer zehn der Regierungsauftragsnehmer aufsteigen und im Bereich der Systemintegration bei der Bundesregierung zur Nummer drei nach Lockheed und Northrop. DynCorp und CSC begründen den Deal übereinstimmend, daß CSC die nötige Finanzkraft und DynCorp das Knowhow einbringt, um im bis 2006 auf rund $200 Mrd. geschätzten Markt der Inneren Sicherheit (Homeland Security) mit Lockheed u.ä. mithalten zu können.[11] Der Deal entspricht dem seit langem anhaltenden Trend zur Konzentration der Outsourcing-Giganten, wie sie in einem dem Council on Foreign Relation vorgelegten Papier von Ann Markusen skizziert ist.[12] Die Rüstungsexpertin warnt vor einer zunehmenden Abhängigkeit der staatlichen Apparate für Krieg und Innere Sicherheit von der Expertise und Macht der privaten Auftragnehmer. So sei die NATO-Osterweiterung maßgeblich von der an neuen Absatzmärkten interessierten Lockheed mit durchgedrückt worden.

In der Bundesrepublik Deutschland ist CSC schwergewichtig beim Outsourcing der Rüstungslogistik und der IT-Interoperabilisierung der Bundeswehr aktiv. In der Schweiz informatisiert CSC auf Staatsebene etwa für Swiss Post International die Logistik des internationalen Postverkehrs und schaltet in Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Veterinärwesen ein IT-Outsourcing-Pilotprojekt zur einheitlichen Erfassung und Kennzeichnung der Nutztiere, wobei sie „hoheitliche und öffentlich-rechtliche Aufgaben“ wahrnehmen wird.[13] Die Überzeugung, dass die „heutige Armee zu einer modularen, hochmobilen Einsatzkraft [wird], die innerhalb kürzester Zeit flexible Aufgaben im nationalen und globalen Umfeld zu übernehmen hat“ wird mit der Gruppe Rüstung des Militärdepartments geteilt, die mit CSC schon ein Pilotprojekt für elektronische Güterbeschaffung am Laufen hat.[14]
[...]
DynCorp ist nicht nur im Ausland aktiv, sondern bildet auch ein wichtiges Element privatisierter Sicherheits- und Kontrollfunktionen in den USA. Das gilt insbesondere für hochsensible Bereiche der Datenverwaltung vieler US-Regierungsstellen auf Bundes- und Einzelstaatsebene, die an DynCorp übertragen wurde. Für diese entwickelt die Firma nicht nur firmeneigene, durch das Betriebsgeheimnis vor Kontrolle geschützte Software, sondern implementiert sie auch und verwaltet sie als Systemadministratorin. In dieser Funktion arbeitet DynCorp für Teile der Finanz- und Justizministerien und des Pentagons, für die Security and Exchange Commission [SEC, Börsenaufsicht], die New Yorker Börse NYSE, die Klimasatellitenorganisation NOAA, die Telekom- und E-Medienaufsicht FCC oder strategische Basen und Kommandostellen der US-Streitkräfte. Im Rahmen des Trilogyprogramms liefert DynCorp die Hardware für die weltweite IT-Koordination des FBI.
[...]

Quelle
 

general

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Kann man daraus schliessen, dass CSC quasi die Macht über weltweit manche Regierung ausübt. Indirekt.

Sie liefern die Systeme (--> Spionage) und machen den Preis und sind in manchen Behörden dick drin...

Vom Outsourcing in die Abhängigkeit.

Bedenklich.
 

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Sehr bedenklich, in der Tat. Wenn man sich dann noch das Geschäftsgebahren und die Querverbindungen der Leute ansieht, die den Laden schmeissen bzw. geschmissen haben, wird es richtig unangenehm. Aus obigem Artikel:
Die Informationshohheit, die DynCorp über den Zugriff auf die Datenströme dieser Institutionen gewinnt, lädt zu „Missbrauch“ gerade zu ein. Dies beleuchtet ein Bericht der Gruppe Harvard Watch, welche die Aktivitäten der Eliteschmiede Harvard University kritisch unter die Lupe nimmt[15] Die AutorInnen weisen massive Insidergeschäfte der privaten Harvard University mit Enron-Aktien nach. Besondere Aufmerksamkeit kommt dabei dem ehemaligen DynCorp Präsidenten Herbert „Pug“ Winokur zu. Denn Winokur war ein Bindeglied der illegalen Praktiken. Bis er durch die Publikation des Berichts von Harvard Watch zum Rücktritt gezwungen wurde, war er nicht nur Mitglied der Harvard Corporation, des topexklusiven Leitungsorgans von Harvard, sondern seit 1995 auch im Vorstand der Finanzabteilung von Harvard. Gleichzeitig präsidierte Winokur seit 1997 auch das Finanzkomitee des Enron-Vorstand, dem er seit 1985 angehörte. Nach dem Enron-Kollaps im Oktober 2001 saß er in der „unabhängigen“ dreiköpfigen Powers-Untersuchungskomission, die in ihrer viermonatigen Existenz die Grundlagen für Schadensbeschränkung schuf.

Harvard Watch macht auf eine spezielle Gefahr aufmerksam: „Winokurs führende Rolle in dem Unternehmen [DynCorp], welches die Informationssysteme vieler Untersuchungsbehörden managt, gibt Anlaß zu speziellen Sorgen. ... Zur Zeit managt DynCorp die Email- und Informationssysteme des Justizministeriums, der Security and Exchange Commission [SEC, Börsenaufsicht] und des Federal Bureau of Investigations. Untersuchungsbeamte sind Berichten zufolge besorgt, daß die Kontrolle von Behördeninformationssystemen durch DynCorp ihre Untersuchungen von Winokur und Enron in Frage stellen könnten“.
Wieder eine dieser "unabhängigen" Untersuchungskommissionen. Ein ziemlich dicker Fisch, dieser Winokur. Er ist u.a. auch Hauptaktionär bei NATCO, einer Firma, die sich mit Energietransport und speziell mit Ölförderung und -aufbereitung beschäftigt. Auf folgender, ihm persönlich gewidmeter Seite, sieht man ihn u.a. zusammen mit Doppelschorschs Enron-Buddy Kenneth Lay (Achtung, amerikanische Patrioten!): *klick*
Weitere Aktivitäten: *klick*
 

samhain

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@Pfeifenkopf

Die Rüstungsexpertin warnt vor einer zunehmenden Abhängigkeit der staatlichen Apparate für Krieg und Innere Sicherheit von der Expertise und Macht der privaten Auftragnehmer. So sei die NATO-Osterweiterung maßgeblich von der an neuen Absatzmärkten interessierten Lockheed mit durchgedrückt worden.


mal wieder sehr guter artikel! :wink:

die multis haben die politik schon lange unterwandert- egal wo man hinsieht, überall das gleiche muster.
in den USA kann man sogar davon reden, das sie ganz konkret die regierungsmannschaft stellen, wenn man sich mal die hintergründe dieser leute (bush, cheney, rice usw.) ansieht, die dann wiederum andere multis bedienen.

das alles ist nicht nur bedenklich- es ist extrem gefährlich.
der staat spielt nur noch vordergründig eine (schein)rolle, die eigentlichen strippenzieher bestimmen die "politik".

aufschlussreich ist auch der "krieg" nach innen, der von diesen kräften betrieben wird.

Zeitgleich mit der von Harvard und DynCorp entfesselten Verfolgung veröffentlichte 1996 der Journalist Gary Webb im San José Mercury News eine Reportage über die erste Crackepidemie in den USA in den 80-er Jahre in ... South Central Los Angeles[17]. Er wies nach, dass es sich dabei um eine CIA- gesponserte Aktion zur Finanzierung des Contrakrieges gegen das sandinistische Nicaragua gehandelt hatte. Die in der News-Homepage mit tausenden von eingescannten amtlichen Dokumenten hervorragend belegten Enthüllungen sorgten in den afroamerikanischen Communities für Demos und helle Empörung. Es war eine Frage der Zeit, bis jemand die absolute Übereinstimmung der Zone verfallener HUD-Kredite in South Central LA mit jener des von Webb aufgedeckten Crackdeals bemerken würde. Wäre dann noch ein Community Wizard zur Verfügung gestanden, wäre es ein Leichtes gewesen, herauszufinden, wer genau von dem durch die Crackzerstörung ausgelösten Bodenboom profitiert hatte. Der Mechanismus war simpel: Das Ghetto wurde mit Dope vollgepumpt, Bandenkriege folgten, wer konnte, haute ab, die HUD-Kredite verfielen und wurden von den HUD-Insidern zu einem Pappenstiel aufgekauft. Nach einer Phase von Law and Order-Brutalität „normalisierte“ sich die Situation und die Bodenoligarchie entwickelte in der nun sozialethnisch fragmentierten Gegend profitable Wohlstandsinseln. Fitts interpretiert diese Episode als Teil eines grundlegenden Mechanismus, der Skandale wie Enron, HUD oder S&L, die Auslagerung von Regierungs-IT u.a. als Momente einer illegalen Ökonomie im Dienste der Eliten, welche dabei „verschwindende“ Gelder u.a. für schwarze Kassen benutzen, wie im Fall von South Central LA für den Contrakrieg. [18]

ein einziger filz-, bereicherungs- und korruptionssumpf...
 

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ein einziger filz-, bereicherungs- und korruptionssumpf...
Ja, der Grad der Professionalität und Kaltschnäuzigkeit ist wirklich bemerkenswert. Ich ermächtige Dich übrigens hiermit, Äusserungen meinerseits wie "bedenklich" oder "nicht ganz fein" durch unflätige Schimpfworte Deiner Wahl zu ersetzen. ;)
 

Pfeifenkopf

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Endlich gehts mal einem Terrorfinanzier an den Kragen:

Thatcher-Sohn festgenommen

Tagesspiegel schrieb:
Mark Thatcher, Sohn der früheren britischen Premierministerin Margaret Thatcher, ist in Kapstadt festgenommen worden. Er steht im Verdacht, in einen Putschversuch gegen Äquatorial-Guineas Präsidenten Obiang Nguema im März verwickelt zu sein. [...]

Der Putschversuch sorgt seit fünf Monaten für Schlagzeilen in Afrika und hat die diplomatische Maschinerie mehrerer Staaten auf Touren gebracht. In der Hauptstadt Malabo des westafrikanischen Staates Äquatorial-Guinea entscheidet ein Gericht zur Zeit über das Schicksal von acht Südafrikanern, sechs Armeniern und vier Einheimischen, die als Vorauskommando einer Söldnertruppe den Weg bereiten sollten. [...]

Quelle
FAZ schrieb:
Ihnen wird vorgeworfen, Präsident Obiang stürzen zu wollen und - mutmaßlich - durch den im spanischen Exil lebenden Oppositionellen Severo Moto zu ersetzen. Fünfzehn Millionen Dollar soll der "Vertrag" wert gewesen sein. Finanziert von einem britisch-libanesischen Geschäftsmann namens Ely Khalil und anderen Briten, darunter David Hart, ehemaliger Berater der Premierministerin und seither im Waffenhandel tätig, und eben Mark Thatcher. Die restlichen Zutaten dieses Forsyth-Romans für Genießer: Eine Handvoll ehemaliger Mitglieder der südafrikanischen Sondereinheit "Bataillon Buffalo", die früher Jagd auf kommunistische Freiheitskämpfer im südlichen Afrika machten, seither in Erinnerungen schwelgen und jetzt in Zimbabwe einsitzen; ein ehemaliger britischer Elitesoldat namens Simon Mann, einer der Gründer der südafrikanischen Söldnerfirma "Executive Outcomes", die sich bis zu ihrer offiziellen Auflösung 1999 vor allem mit brachialer Eroberung von Diamantenfeldern in Angola und Sierra Leone hervorgetan hatte; eine private Boeing für die "schnelle Eingreiftruppe"; und der südafrikanische Geheimdienst, der die ganze Bande kalt lächelnd ins Messer laufen ließ.

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Berliner Zeitung schrieb:
Lediglich die beiden Hauptangeklagten - der Südafrikaner Nick du Toit in Malabo und der Brite Simon Mann in Harare - bekannten sich schuldig. Du Toit erklärte vor Gericht, dass er für die Logistik des geplanten Putsches verantwortlich war und Leute anheuern sollte. Dafür hätte ihm Simon Mann eine Million Dollar versprochen. Der wiederum gestand, er wollte Waffen kaufen, doch der Deal sei nicht vollzogen worden.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft in Äquatorial-Guinea war der frühere Oppositionsführer Severo Moto, der jetzt im spanischen Exil lebt, der Initiator des Putschversuchs, bei dem der seit 1979 herrschende autokratische Präsident Teodoro Obiang Nguema gestürzt werden sollte. Als Finanziers werden die in Großbritannien lebenden Geschäftsmänner Elie Khalil, Greg Wales und David Hurt genannt. Khalil hat Verbindungen zu Mark Thatcher, heißt es. Sie heuerten Simon Mann, einen ehemaligen Kommandeur beim britischen Special Air Service, als Söldnerführer an, der sich dann mit du Toit traf.

Die meisten der aus Südafrika, Armenien, Großbritannien, Namibia und Angola stammenden Angeklagten haben explizite militärische Erfahrungen. Beim Prozess in Harare drohen ihnen zehn Jahre Gefängnis, denen in Malabo zwischen 26 und 86 Jahre. Für du Toit beantragte der Staatsanwalt die Todesstrafe.

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Länger hätte man mit Thatchers Verhaftung nicht mehr warten dürfen:

Der Standard schrieb:
Thatcher wollte aus Südafrika flüchten

Mark Thatcher (51), Sohn der britischen Ex- Premierministerin Margaret Thatcher, hatte vor seiner Festnahme am Mittwoch in Kapstadt bereits die Flucht in die USA vorbereitet. die südafrikanischen Behörden bestätigten am Donnerstag, dass er für seine Familie Flüge hatte reservieren lassen, seine vier Luxusautos verkauft und sein geräumiges Anwesen für 22 Millionen Rand (rund 2,8 Millionen Euro) zum Verkauf angeboten hatte. Die Kinder waren bereits an US-Schulen angemeldet.

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Mit Flucht kennt er sich aus:

impulse schrieb:
Mitte der 80er Jahre floh Thatcher vor der heimischen Presse in die USA. Nach einer Reihe von mehr oder weniger gut dokumentierten Affären heiratete er die Millionärserbin Diane Burgdorf und ließ sich im Ölstaat Texas nieder. Doch auch in den fernen Staaten bereitete er der Mutter auf Grund undurchsichtiger Geschäfte Kummer. Er wurde sogar des Diebstahls von Unterlagen aus einem Flugbenzinunternehmen bezichtigt. Kurzzeitig hegte er Projekte zum Bau eines Kraftwerks in Peru oder einer Eisenbahn in Paraguay. 1996 siedelte der Promi-Sohn nach Kapstadt über, wo er sich nun weit größeren Ärger eingehandelt hat.
Thatcher hat trotz seiner vielzähligen und kuriosen Geschäfte immer bestritten, ein gewaltiges Vermögen angehäuft zu haben. "Die ganzen Storys über meinen Erfolg sind reine Legende", sagte er vor Jahren der Financial Times in einem seiner seltenen Interviews. "Wäre ich wirklich so erfolgreich, würde ich jetzt auf meiner privaten Insel in der Südsee leben. Aber das ist nicht der Fall." Bis in die Südsee hat es Thatcher noch nicht geschafft. In Südafrika drohen ihm im schlechtesten Fall 15 Jahre Haft.

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Artaxerxes

Erleuchteter
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18. Juni 2004
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Hi Pfeifenkopf,

nu ja - wie der Herr so's Gescherr!

oder

ein Apfel fällt nicht weit vom Stamm!

oder (im übertragenen Sinne)

Haschu Haschisch inne Taschen, haschu immer wasch zu Naschen!

Diese Verschwörung war echt die Story wert. Sollte sich bei unseren Freunden von der Insel so langsam doch der reichliche Genuß von Rindfleisch bemerkbar machen? 8O

Gruß Artaxerxes 8)
 

happyhippo

Geselle
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Hoffentlich ist das keine Eintagsfliege, und die Ermittler holen da noch so viel Schattenmänner wie möglich ans Licht der Öffentlichkeit.
Doch sind mir einige Gedanken zu dieser Sache gekommen:
Könnte es sein, das diese ganze Sache um Mark Thatcher auch hiermit zu tun hat? Die Boeing würde stimmen (siehe Artikel von der FAZ)! Vielleicht ist auch hiermit das Mysterium der verschwundenen Boeing erklärt?!

Mal schauen, was dabei noch rauskommt.

happyhippo
 

samhain

Ehrenmitglied
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10. April 2002
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>>Hoffentlich ist das keine Eintagsfliege, und die Ermittler holen da noch so viel Schattenmänner wie möglich ans Licht der Öffentlichkeit.<<

hier kommt noch einer:

>>Jeffrey Archer in Putschversuch verwickelt
13. Okt 13:55

Ehemals große Namen der britischen Politik wie Thatcher sind bereits im Zusammenhang mit einem gescheiterten Putschversuch in Äquatorial-Guinea genannt worden. Nun verdichten sich auch die Hinweise gegen Lord Archer.

Jeffrey Archer, prominenter britischer Expolitiker, Ex-Häftling (wegen Meineids und Irreführung der Justiz), Autor und Lord ist durch Telefonanruflisten in eine direkte Verbindung mit den Männern geraten, die im Verdacht stehen, einen Putsch gegen das Regime in Äquatorial-Guinea geplant zu haben. Laut einem Bericht des «Guardian» ist von Archers Anschluss in London vier Mal mit einem der als Financiers des Coups verdächtigten Männer telefoniert worden.

Archer war bereits vorher in die Ermittlungen geraten, weil sein Name auf dem Beleg einer Zahlung von 134.000 Dollar auf das Konto des früheren britischen Spezialtruppenoffiziers Simon Mann auftaucht. Mann hatte den Putsch im März angeführt, war gescheitert und wurde daraufhin in Simbabwe zu sieben Jahren Haft verurteilt....<<

http://www.netzeitung.de/ausland/309030.html
 
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