Jens Jessen Zeit online

POW

Großmeister
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In meinen Augen: ein Idiot, der wieder mal alles nur verharmlost... Vielleicht sollte er sich zu dem Bild mit Lenin, welches im Hintergrund zu sehen ist, noch eine Büste von Stalin aufstellen und dabei schön weiter über den "deutschen Spießer" auslassen...
 

hives

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Satire würde ich das sicher nicht nennen, auch wenn Jessen mit Übertreibungen, Zuspitzungen etc. hantiert. Am ehesten trifft es wohl "Polemik".

Was Jessen über "den deutschen Spießer" zu sagen hat, der in öffentlichen Verkehrsmitteln aufgrund von singenden Betrunkenen die Notbremse zieht und die bösen Störenfriede entfernen lässt - derartige Gedanken sind mir nicht allzu fremd :lol:
 

Ein_Liberaler

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Ich nehme ihm das eins zu eins ab. Ich glaube, er sieht das wirklich so.

Und wenn man den reinen Wortlaut nimmt, hat er nicht ganz Unrecht.

In diesem Zusammenhang finde ich es aber einfach nur infam. Ich möchte mal wissen, ob er Rauchergewalt genauso entschuldigen würde wie Ausländergewalt.

Kucke ich mir dann noch sein Leninbild an, ist der Mann für mich erledigt. Der scheint alle Maßstäbe verloren zu haben.
 

Ein_Liberaler

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Na, die beiden wurden doch von diesem unmöglichen Faschorentner dumm angemacht, weil sie rauchten. Ihre verständliche Reaktion könnte man also genausogut Rauchergewalt wie Ausländergewalt nennen.

Raucher haben auch mit vielerlei Zurücksetzungen und Beschimpfungen zu leben, aber daß dieser Journalist für sie Verständnis hätte, bezweifle ich.
 

Ein_Liberaler

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Du hast gewonnen.

(Obwohl ich glaube, daß diese Unterstützung keine hinreichende Entschuldigung für solchen parasitären Konsumismus eines mit Arbeiterblut gemästeten Verschwenders wäre.)
 

hives

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Einen Linken, der von "finsteren, zensurierenden und egalitären Urinstinkte[n]", "Verbotsseuche" etc. schreibt, würde ich jetzt nicht unbedingt in die kommunistische Ecke stecken. Oder meint er das gar nicht so liberal wie es klingt? :)
 

Ein_Liberaler

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Wir albern nur ein bißchen rum.

(Und für die Kommunisten auf Kuba hat ja manch einer ein Eckchen in seinem Herzen reserviert, der eigentlich ein ganz gemäßigter Kerl ist.)
 

hives

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Im Hinblick auf all die Leninbilder und Stalinbüsten wollte ich das nur mal klarstellen ^^
 

Mother_Shabubu

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Frank Schirrmacher hat den Kommentar auch kommentiert:

Junge Männer auf Feindfahrt

Eine der größten Leistungen der deutschen Nachkriegsgesellschaft war es, den „inneren Feind“ nicht zu postulieren, trotz aller Konflikte und Kontroversen nicht. Umso bedauerlicher, dass es jetzt ein geschätzter Kollege tut, und zwar mit den Mitteln jener Gesellschaftskritik der sechziger Jahre, die in jedem Hausmeister den Nazi und in jedem Rentner den Kleinbürger sah.
Da das Video gestattet, in Jessens Gesicht zu lesen, spricht wenig dafür, dass er das ironisch meint. Vermutlich meint er es ernst, aber bietet es gleichzeitig als literarische Exzentrizität an. Wie auch immer: Wenn das die Positionen sind, die eingenommen werden, um das alte Weltbild der moralisch dubiosen, weil nach Belieben unter Nazi-Verdacht zu stellenden deutschen Mehrheit zu erhalten, dann erleben wir jetzt das glückliche Ende dieses Wahns.
Jessen hört sich in dem Kommentar übrigens so an, als würde er unreflektiert immer das rauslassen, was ihm in dem Moment durch den Kopf geht.

P.S.:
Ein_Liberaler schrieb:
unmöglichen Faschorentner
Zitat oder eigene Meinung?
 

Ein_Liberaler

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Polemisch überspitztes Zitat. (Konntste Dir denken, oder?)

Manche Rentner sind zwar so aus Unerträglichkeit, aber die Rücksichtslosigkeit, die im öffentlichen Raum um sich gegriffen hat, das Füße auf die Sitze hochlegen, Rauchen und Ausspucken (auch in der Straßenbahn) schreit doch eigentlich nach Widerspruch. Ich jedenfalls sage nur deshalb nichts, weil es normalerweise so entnervend sinnlos ist.

Es gilt weiter: Das Statemant von Jessen finde ich infam, und sein Lenin spricht auch nicht für ihn.

Der Kommentar auf der Titelseite der FAZ ist auch nicht schlecht.
 

hives

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Es schmeichelt mir zwar, dass die Nutzer unserer Internetseite über die politische Bildung verfügen, Lenin auch auf einem schlechten Öldruck spontan zu identifizieren. Aber – liebe Freunde! Ich muss Sie doch enttäuschen. Lenin hängt dort nicht als Ikone, sondern als Trophäe. Das Bild stammt aus der Parteileitung der Universität Leipzig, allwo es einige tapfere Studenten in der Wendezeit geplündert haben, als sie nach Stasi-Spitzelakten suchten. Eine von ihnen hat es mir später in Anerkennung meiner publizistischen Unterstützung der Stasi-Enttarnungen geschenkt. [...]

Ich sage das, obwohl es wenig ritterlich ist, sich noch einmal ausdrücklich von einer Sache zu distanzieren, die ohnehin verloren hat. Indes, wer weiß. Der Kommunismus ist tot, aber der Bolschewismus, einmal ganz allgemein als Terror der Mehrheit begriffen, unabhängig davon, auf welcher Seite des politischen Spektrums er sich organisiert, scheint mir unsterblich. Wir haben nicht alle Zuschriften veröffentlicht. In einigen artikuliert sich just jener Mob, der auch schon der Oktoberrevolution zum Sieg über die Minderheit verholfen hat.
Erschrocken - Jens Jessen antwortet auf Leserzuschriften zu seiner Videokolumne "Atmosphäre der Intoleranz"

Es ist teilweise schon interessant mitanzusehen, wie Diskussionen hierzulande immer wieder in erzwungenen Distanzierungen aufzugehen scheinen...
 

Ein_Liberaler

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Pah... Genau einmal hatten die Bolschewiken bei einer Abstimmung die Mehrheit, daran haben sie sich bis ans Ende ihrer Tage aufgegeilt.

Die ganze "Oktoberrevolution" war ein Umsturz, unternommen von einer kleinen Minderheit.

Ein Dialektiker vor dem Herrn, muß ich schon sagen, der da die Bolschewiki von rechts herbeifantasiert.

Nichts gegen Dich, hives, bitte mißversteh mich da nicht.
 

hives

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Ein_Liberaler schrieb:
Nichts gegen Dich, hives, bitte mißversteh mich da nicht.
Ach was, der Text is ja nich von mir, und ich glaub schon zu verstehen, was du meinst. Auch wenn ich Jessens Antwort natürlich ein wenig anders lese.
 
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