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Verlängerung von Zeit und Evolution?

Dieses Thema im Forum "Technik, Forschung und Entwicklung" wurde erstellt von Trestone, 6. September 2017.

  1. Trestone

    Trestone Großmeister

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    Franken
    Hallo,

    15 Milliarden Jahre sind nicht genug, zumindest für das, was ich mir unter Vergangenheit vorstelle.

    Ein einfacher Weg zur Zeitverlängerung ist die Annahme einer zeitlich vorgelagerten Parallelwelt.
    D.h. parallel zu unserer Welt mit Urknall und Evolution nimmt man eine weitere Welt an
    (z. B. auch mit Urknall und Evolution),
    die unserer zeitlich vorgelagert ist.

    Wenn nun Informationen aus dieser alten Welt in unsere neuere gelangen könnten,
    hätte man zeitlich deutlich größere Möglichkeiten.

    Zwar kämen diese Informationen aus großer Vergangenheit,
    aber diese wäre wohl unserer fernen Zukunft ähnlicher als unserer Vergangenheit bis zum Urknall,
    in der wir bisher nach Ursachen gesucht haben.

    Diese Informationen könnten vielleicht auch direkt zu einem Zeitpunkt in unsere Welt eingespeist werden
    und müssten nicht unbedingt über den Urknall geschleust werden,
    denn jeder Zeitpunkt in unserer Welt ist später als jeder Zeitpunkt der vorangegangenen Welt.

    Für die gerichtete Panspermie in der Evolution ergibt das schöne Möglichkeiten:

    Unsere Evolutionsvorgänger in der früheren Welt könnten sich
    quasi beliebig viele zig-Miliarden Jahre entwickeln,
    bis sie sich entschließen (vielleicht vor ihrem zeitlich-lokalen Weltende)
    eine evolutionäre Flaschenpost in unsere Welt zu senden,
    vielleicht vor Entstehung der Galaxien.

    Wir (oder Nachfolger von uns) könnten uns revanchieren,
    indem wir unsererseits Informationen an die nächste Welt geben.

    Ob das gut oder schlecht wäre, ist wohl eine Frage der Perspektive ...

    Gruß
    Trestone
     
  2. streicher

    streicher Ehrenmitglied

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    Hallo Trestone,

    durchaus interessante Gedanken...
    Mir ist noch unklar, was du unter dem Begriff "parallel" verstehst, denn die parallele Welt sei unserer zeitlich vorgelagert - wodurch werden diese beiden Welten (gemeint: Multiversen?!) parallel?
    Wie könnte man sich die Kopplung dieser beiden Welten vorstellen? Würde das bedeuten, dass die weitere Welt nicht wirkich "außerhalb" der unseren ist? Zuerst denkt man dann doch immer an räumlicher Kopplung in irgendeiner Weise. Die "Flaschenpost" muss in irgendeiner Weise aus der anderen in die unsere Welt kommen.

    Mir stellen sich, unabhängig davon, überhaupt grundsätzliche Fragen:
    - Sind beim "Urknall" alle nötigen Informationen vorhanden oder entstehen sie?
    - Gehen bei einem Weltenende im Rahmen der Prozesse (Schwarze Löcher, Zusammenfall, etc.) Informationen 'tatsächlich' verloren?

    Gruß
    streicher
     
  3. Rivale-von-Nogar

    Rivale-von-Nogar Meister

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    Ich glaube, dass es die sogenannte 4.Dimension gibt. Den sogenannten Hyperraum. Sowie ein Raum (3.Dimension) aus mehreren Flächen (2.Dimension) besteht, so besteht der sogenannte Hyperraum (4.Dimension) aus mehreren Räumen (3.Dimension). Aldebaran soll sich angeblich nur wenige Km von der Erde befinden. Nur eben in einen anderen Raum.

    Der Mensch ist ein primitives Wesen, der seine Umgebung nur bis zur 3. Dimension wahrnehmen kann. Aber nur weil der Mensch seine Umgebung nur bis zur 3. Dimension (also bis zum Raum) wahrnehmen kann, heißt das noch lange nicht, dass es nicht noch höhere Dimensionen gibt.

    Ich glaube auch, dass es die sogenannte 5. Dimension gibt. Den sogenannten Metraraum. Sowie ein Hyperraum (4.Dimension) aus mehreren Räumen (3.Dimension) besteht, so besteht der sogenannte Metraraum (5.Dimension) wiederrum aus mehreren Hyperräumen (4.Dimension).
     
  4. Trestone

    Trestone Großmeister

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    Hallo streicher,

    ich stelle mir vor, dass alle (parallelen) Welten physikalisch identisch sind,
    wenn keine Informationen aus anderen Welten dazukommen.
    (sogar bei Quantenzufallswahlen sollen gleiche Entscheidungen fallen - wie auch immer).
    (Determiniert sind die Welten übrigens nur aus physikalisch-ungerader Stufensicht,
    aus geistig-gerader Stufensicht sind sie frei,
    aber ganz durchblicke ich diese Zusammenhänge noch nicht ...)

    Informationen können nun nur ais Welten mit kleinerer Stufe zu Welten mit höherer kommen.
    D.h. zeitlich kausal betrachtet sind Welten mit höherer Stufe "später" als solche mit kleinerer.
    Die Koppelung geht also nur in eine Richtung.

    Als "parallel" bezeichne ich sie, weil wenn man von Stufen und Zeit absieht
    sie nebeneinander bestehen und man z.B. von der Welt in Stufe 99
    zugleich Informationen in die Welten mit Stufe 101, 103 und 999 senden kann
    (wahrscheinlich mit identischer Laufzeit).
    Wie eine solche Stufen-Flaschenpost zu senden wäre, ist leider völlig offen.

    Die Welten sind eigentlich nur durch ihre Stufe getrennt,
    diese stelle ich mir wie eine Zusatzdimension vor
    (wie von Rivale-von-Nogar vorgeschlagen).

    Was mit Information vor/bei/nach Urknall und Weltenende je Stufe geschieht lasse ich offen,
    in gewisser Weise sind die Grundinformationen je Welt und Stufe ja "weltenübergreifend"
    und parallel in allen Stufen/Welten da.

    In meinem "Mutiversum" sind zunächst nicht verschiedene Möglichkeiten verwirklicht,
    sondern ohne Eingriff sind alle Welten in allen Stufen gleich
    (so etwas wie ein informatives Trägheitsprinzip für ganze Welten).

    Womit wir wieder bei der Frage sind, wer wie eine Flaschenpost bauen und senden kann,
    die ganze Welten (und Evolutionen) verändert ...

    Gruß
    Trestone
     
  5. streicher

    streicher Ehrenmitglied

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    Hallo beisammen,

    In den String- und Bran-Theorien ist schon längst von mehr Dimensionen die Rede, nur dass diese eingerollt sind. Welche physikalischen Phänomene sollen denn auf eine "großräumige" Ausdehnung einer 4. oder sogar noch einer 5. Dimension hinweisen?

    Also erstmal an diesem Punkt nochmal nachgefragt: würde keine Information von einer Welt in die nächste gelangen, würde sich die Welt in ihrem Dasein schlicht und einfach wiederholen?

    Gruß
    streicher
     
  6. Rivale-von-Nogar

    Rivale-von-Nogar Meister

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    Diese Frage kann ich dir als Mensch leider nicht beantworten. Diese Frage müssten wir an Außerirdische stellen, die die 4. Und 5. Dimension wahrnehmen können. Schade dass Tiere nicht sprechen können. Manche Tiere können ja in die 4. Dimension und manche Tiere können sogar bis in die 5. Dimension hineinschauen.
     
  7. Trestone

    Trestone Großmeister

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  8. Rivale-von-Nogar

    Rivale-von-Nogar Meister

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    Sog. Schwarze Löcher könnten eventuell ein Indiz dafür sein, dass es höhere Dimensionen gibt. Über schwarze Löcher wissen wir nur, dass man darin auf Ewig verschwinden kann. Aber vielleicht sind schwarze Löcher auch Tore in andere Räume – sprich – in andere 3D-Welten.
     
  9. streicher

    streicher Ehrenmitglied

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    Dann wirkten die "Körperstufen" mechanisch und damit deterministisch. Die "Geiststufen" würden eher einer Wahrscheinlichkeit folgen?

    Dass sie Tore woanders hin darstellen, erscheint mir wenig vorstellbar. Die Voraussetzung für die Entstehung von den Schwarzen Löchern sind in diesem Universum gegeben. Der Klassiker ist eine Supernovae eines sehr massereichen Sterns mit der Folge des Zusammenfalls und der extremen Verdichtung der Materie, die weitere Materie in ihren Singularitätenschlund zu ziehen vermag. Und sie schleudert Materiestrahlen als Jets wieder hinaus. Die Frage ist freilich, was bei dieser enormen Umwandlung "verloren geht" und was "erhalten bleibt". Manch Astrophysiker mag von Miniuniversen sprechen, da hinter dem Ereignishorizont nichts mehr beobachtbar ist.
    Tatsächlich haben die Überlegungen zu den Schwarzen Löchern zu Hypothesen von Welten in einem größeren Maßstab geführt, die aber dann auch bezüglich unseres Universums ein "Außen" postulieren, zudem annehmend, dass am Rand unseres Universums eine Dopplung des Universumsinneren geschieht.
     
  10. Trestone

    Trestone Großmeister

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    Hallo streicher,

    am liebsten wäre mir, wenn die "Geiststufen" einem freien Geist folgen würden.
    Die "Körperstufen" sollten nicht ganz deterministisch sein,
    sondern aus ihrer Sicht (auf je nur eine Körperwelt)
    nur nach (Quanten-)Wahrscheinlichkeit festgelegt.
    D.h. aus ihnen heraus ist das zeitlich nächste Ereignis nicht vorherberechenbar,
    nimmt man die Informationen aus der Geistwelt dazu, dann evtl. schon.
    Alles noch etwas verworren ...

    Gruß
    Trestone
     
  11. streicher

    streicher Ehrenmitglied

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    So etwas ist nicht nachweisbar, wenn auch die 4. oder 5. Dimension (gemeint ist doch eine räumliche Dimension, oder) nicht bewiesen werden kann. Wie sollte man das feststellen? Von welchen Tieren sprichst du?
    Bei der Zeit wird übrigens gerne von der 4. Dimension gesprochen, auch weil sie mit dem Raum im Zusammenhang gesehen wird.

    Das ist eben die Frage: würde sich also eine Welt, ohne Einfluss von Außen, überhaupt wiederholen, da ein sehr unwahrscheinliches Ereignis/eine unwahrscheinliche Möglichkeit doch eintritt und damit eine Kaskade an kleinen, immer mehr abweichenden Folgen nach sich zieht? Schon hätten wir keine Wiederholung mehr.
     
  12. Giacomo_S

    Giacomo_S Ehrenmitglied

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    Nicht genug? Warum?
    Nehmen wir an, Du wolltest 15 Milliarden abzählen und zählst pro Sekunde eine Zahl, 16 Stunden am Tag, 365 Tage im Jahr. Du würdest 713 Jahre brauchen ...

    Das Problem mit der Panspermie: Sie erklärt nichts. Stattdessen verschiebt sie das Problem nur weiter.

    Zur Entstehung des Lebens:
    Kritiker der Evolutionstheorie wie Kreationisten haben uns schon oft vorgerechnet, eine "zufällige" Entstehung des Lebens könne in der zur Verfügung stehenden Zeit gar nicht möglich gewesen sein, zu unwahrscheinlich sei der Vorfall und die Anzahl der für das Leben irrelevanter Verbindungen viel zu groß.
    Diese Rechnungen sind (sofern sie überhaupt gemacht werden und nicht einfach nur behauptet) allesamt Milchmädchenrechnungen. Sie berücksichtigen nämlich nicht, dass:

    1. Chemische Reaktionen sind nicht zufällig.
    Lottokugeln in der Lottotrommel oder Spielkarten im Kartenspiel haben keine Beziehungen zueinander. Die Ziehung der Lottozahlen oder das Mischen des Kartenspiels ist daher (zumindest in der Theorie) ein Zufallsergebnis.
    Chemische Elemente haben aber Beziehungen zueinander, sogar messbare (die Elektronegativität z.B.). Chemische Reaktionen sind daher nicht zufällig. Sie erfolgen immer gleich, solange die Bedingungen dieselben sind, und ihr Ergebnis ist vorhersagbar.
    Das Urey-Miller-Experiment bringt innerhalb weniger Tage aus anorganischen Verbindungen eine Reihe von Aminosäuren hervor, die in biologischen Organismen vorkommen.

    2. Die Größe des "Labors"
    Nimmt man die ganze Erde als Versuchslabor an, dann handelt es sich bereits um ein ziemlich großes Labor. 1 mol eines Stoffes entspricht 6 * 10^23 Teilchen - für 1 mol Wasserstoff = 1 g oder 1 mol Wasser = 18 g sind das unverständlich riesige Ausmaße.

    3. Chemische Selbstorganisation
    Es gibt verschiedene Annahmen der Vorläufer der Evolution, die sog. Chemische Evolution. Auch wenn die Experimente derzeit noch nicht zur Formulierung einer geschlossenen Theorie zur Entstehung des Lebens ausreichen, so wurden jedoch bereits wichtige Hinweise gefunden und Theorien aufgestellt.
    Auch hier sollte man sich die Größe des "Labors Erde" vor Augen führen.

    4. Das Leben ist ein Selbstläufer.
    Einmal entstanden, reproduziert sich das Leben - solange sich die Bedingungen nicht ändern.

    Daraus ergeben sich für mich die Folgerungen:

    1. Das Leben kann nur unter erdähnlichen Bedingungen entstehen, mit möglicherweise abweichenden, uns heute unbekannten Anfangsbedingungen. Höheres Leben benötigt aber die heutigen Voraussetzungen.
    2. Liegen erdähnliche Bedingungen (im o.g. Sinne) vor, dann ist die Entstehung des Lebens nicht zufällig. Vielmehr erfolgt sie zwingend und zu sehr ähnlichen Bedingungen, was Zeiträume und grundlegende Beschaffenheit betrifft.
    3. Heutiges irdisches Leben beruht ausschließlich auf der DNA. Wenn es jemals andere Grundlagen des Lebens gegeben hat, dann war es aber die DNA, die sich als einziges System durchgesetzt hat. Aber auch das war kein Zufall, vielmehr gab es gute Gründe dafür (chemische Stabilität nach außen, energetische Gründe, bessere Anpassungsfähigkeit auf sich ändernde Bedingungen u.v.a.). Es ist mit einer hohen Wahrscheinlichkeit anzunehmen, dass auch nicht-irdisches Leben auf DNA beruht.
    4. Man kann andere "Lebensformen" annehmen, für die aber das uns bekannte Leben eine notwendige Vorstufe darstellt (eine Roboter-"Fauna" zum Beispiel).
    5. Man hat geschätzt, dass bislang im Universum erst 8 % aller möglichen Planeten bereits entstanden sind. Vielleicht gibt es nur sehr wenige Planeten mit Leben, vielleicht sind wir derzeit die einzigen intelligenten Lebewesen im Universum. Vielleicht sind wir selbst die "Alten".
     
  13. Trestone

    Trestone Großmeister

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    Hallo Giacomo_S,

    für entscheidend halte ich den Übergang von der chemischen zur biologischen Evolution.
    Und da sehe ich Milliarden Jahre nur als einen Wimpernschlag,
    deshalb habe ich mir ja die Zeitverlängerung ausgedacht.
    Ist natürlich ziemlich spekulativ, aber denkbar.

    Gruß
    Trestone
     
  14. Giacomo_S

    Giacomo_S Ehrenmitglied

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    Denkbar ist auch der liebe Gott als Dreieck mit einem Auge darin, der klein Lehmmännlein formt, um ihnen die Seele einzublasen. Solange es aber nicht mindestens einen Fingerzeig für solche Annahmen gibt, sind solche Spekulationen wertlos und reines Seifenblasenstechen.

    Die Annahme eines Vorgängeruniversums verschiebt die Ursachenerklärung nur nach hinten, sie stellt keine Fragen nach dem grundsätzlichen Mechanismus - und den muss es ja auch im Vorgängeruniversum gegeben haben. Und solange wir dem nicht näherkommen, kann man einfach noch ein Vorgängeruniversum annehmen, und noch eines, und noch eines ... bis wir uns nicht mehr in endlichen Zeitdimensionen bewegen, sondern in unendlichen.

    Viel spannender finde ich die Frage, warum der Prozess der chemischen Evolution heute nicht mehr stattfindet und dies offenbar schon seit Milliarden Jahren nicht mehr. Offenbar war er an bestimmte Bedingungen gebunden, die es heute nicht mehr gibt. Und dafür andere, die unsere Formen des Lebens am Laufen halten.