Weniger Plastik Wagen oder wie man Müll wirklich los wird

streicher

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Gute Aktion von Henkel:
Nachhaltigkeit ist global: In Ägypten startet Henkel ein Projekt fürs Plastikrecycling. An verschiedenen Sammelcentern können Menschen Plastikabfall gegen Geld eintauschen. Aus diesem Kunststoff werden unter anderem Henkel-Verpackungen. Das wirkt doppelt: Chancen für die Umwelt und Chancen für Menschen in Armut.
Henkel startet soziales Umweltprogramm in Ägypten
 

Natiaz

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Diese ganzen Programme die Firmen auflegen bringen nicht die Bohne.
75% der Bevölkerung sollten auf Fleisch versichten zumindes 80% weniger.
 

Giacomo_S

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Da juckt es mir in den Fingern zu fragen: In welchen Geschäften ist das der Fall? Mir ist es nicht aufgefallen, zumindest nicht in den Geschäften, in denen ich einkaufe. :O_O:

Aufgefallen ist mir das hauptsächlich im ALDI.

Als ich bei den Templern arbeitete, hatte ich fast ausschließlich mit Waren zu tun, die der Handel aussortierte. Darunter gab es auch Waren einer Bio-Kette, z.B. Fleisch. Das war von guter Qualität, hatte aber auch hohe Preise.
Das führt offenbar dazu, so komische Minimengen abzupacken. Während eine konventionelle Fleischverpackung im Supermarkt meist mindestens 500g beinhaltet, verpacken die Bioproduzenten das Fleisch dann in winzigen Einheiten, oft nur 150g - was den ohnehin schon umfangreichen Verpackungsmüll auf ein Mehrfaches aufbläht: Vakuumiert, Saugflies, Pappetikett! Bei meinen Gästezahlen war das dann gleich immer ein ganzer Sack voll Müll, echt zeitaufwändig zum Auspacken und dann auch noch in min. 2 Komponenenten zu trennen - Kunststoff - Pappe. Wobei man bei dem Flies nie so genau weiß, ob das jetzt ein Kunststoff ist, oder nicht, also sind es ggf. sogar 3 Komponenten.

Das fand ich absurd und es hat mich jedes Mal aufgeregt: Da fährt ein Produzent diese "Bio"-Masche, die ja ursprünglich mal vor allem einen ökologischen Anspruch hatte - und produziert das 3-4-fache an aufwändig zu entsorgendem Müll.
 

Natiaz

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Das fand ich absurd und es hat mich jedes Mal aufgeregt: Da fährt ein Produzent diese "Bio"-Masche, die ja ursprünglich mal vor allem einen ökologischen Anspruch hatte - und produziert das 3-4-fache an aufwändig zu entsorgendem Müll.
Geld regiert die Welt.
Die Umwelt ist auch den Biobauern recht egal. Mehr Kohle auf der Bank scheint ihnen wichtiger zu sein.
 

Giacomo_S

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Geld regiert die Welt.
Die Umwelt ist auch den Biobauern recht egal. Mehr Kohle auf der Bank scheint ihnen wichtiger zu sein.

Es sind weniger die Biobauern, als die Fleischvermarkter - sprich: Metzger - die dafür verantwortlich sind.

Die Miniverpackungen der Bio-Fleischvermarkter lassen vor allem darauf schließen, wie ihre Kunden gestrickt sind. Wer kauft schon 200g Rindsgulasch zum Preis von >8 €? Oder eine Bio-Weihnachtsgans für 110 €? Familienpreise sind das nicht gerade.
Die Käufer sind dann mehr gutverdienende Singles, die Oberstudienrätin der Biologie, der Softwareentwickler.
 

Natiaz

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Die Miniverpackungen der Bio-Fleischvermarkter lassen vor allem darauf schließen, wie ihre Kunden gestrickt sind. Wer kauft schon 200g Rindsgulasch zum Preis von >8 €? Oder eine Bio-Weihnachtsgans für 110 €? Familienpreise sind das nicht gerade.
Die Käufer sind dann mehr gutverdienende Singles, die Oberstudienrätin der Biologie, der Softwareentwickler.
Ok
Wie siehst du denn die Lage? Hat sich durch Covid ein Bewusstsein entwickelt das den Fleischkonsum und die Müllverursachung in ein anderes Licht gerückt hat.

Fleischkonsum, Plastik in der Umwelt ist ein Thema das im Report des Zivilisationsuntergangs mitbehandelt wurde.

Etwas grimmer hier https://www.cbsnews.com/news/new-cl...sk-extinction-by-2050-new-australian-climate/
 

Giacomo_S

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Ok
Wie siehst du denn die Lage? Hat sich durch Covid ein Bewusstsein entwickelt das den Fleischkonsum und die Müllverursachung in ein anderes Licht gerückt hat.

Ach, weiß nicht. Wahrscheinlich werden die Menschen mehr zuhause kochen, weil die Gastronomie weggefallen ist und aus demselben Grund werden die Leute wahrscheinlich auch eine höhere Bereitschaft haben, für Lebensmittel mehr Geld auszugeben.

Vielleicht kann man den Umgang mit dem Plastikmüll am Ende nur über irgendwelche Pfandsysteme lösen.
Als vor etlichen Jahren während der rot-grünen Regierung der Dosenpfand eingeführt wurde, haben alle, wie immer in Deutschland, erst einmal öffentlich gejammert. Heute kräht danach kein Hahn mehr. Dafür liegen - ganz im Unterschied zu früher - keine Dose mehr in der Gegend herum. Und wenn doch einer sie irgendwo in die Gegend wirf, dann gibt es einen der sie aufsammelt.
Es leuchtet mir überhaupt nicht ein, warum dieser Pfand nur auf Bier und Limonaden verpflichtend ist, nicht aber auf alle anderen Getränke.

Die Deutschen, die ihren Müll trennen und dementsprechend entsorgen mögen brave Bürger sein. Ausländische Mitbürger - und das sehe ich hier jeden Tag - kapieren das zugrundeliegende Prinzip gar nicht erst, da kann man jeden Tag das Lied aus der Sesamstraße singen ("Eins von diesen Dingen gehört nicht zu den anderen"). Wenn sie nicht gleich alles in die Gegend werfen - manche Länder sind doch schon komplette Müllhalden.
 

Giacomo_S

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Wie immer - an Ideen fehlt es nicht. Ein Fisch, der Plastik frisst... Und nicht nur Macintosh hat die Idee...

Plastik in Ozeanen: Außergewöhnlicher Fisch findet Müll köstlich

Das ist Kurieren an Symptomen - hey, was für eine tolle Erfindung der Wissenschaft!
Man setzt einen Plastikfisch aus, der Plastikmüll einsaugen soll? Und wenn er kaputt geht, was zwansgläufig irgendwann passieren wird, dann wird er selbst zu Plastikmüll? Wieviele Millionen dieser Geräte will man da aussetzen, wie wird das Ökosystem darauf reagieren, größere Raubfische etwa?
Was saugt er sonst noch an Partikeln von bis zu 2 mm Größe an und filtert diese aus - Kleinstlebewesen etwa?

Wir brauchen andere Lösungen als solche Plastikspielzeuge, weltweit und zwar bald!

- Es muss Bestrebungen und die jeweilige Durchsetzung geben, dass wir mit weniger verschiedenen Arten von Kunststoffen auskommen, erheblich weniger, vielleicht nur 5 oder 6 verschiedenen Kunststoffen.
- Es muss verbindliche Sammelsysteme geben, damit diese Stoffe erst gar nicht wieder in die Umwelt gelangen. Große Konzerne wie etwa Coca Cola müssen nicht nur in den Industrienationen zu Pfandsystemen gezwungen werden, sondern auch in Schwellen- und Entwicklungsländern. Da interessiert sie das nämlich nicht die Bohne, und die Einwohner auch nicht, und die schmeissen noch immer alles in die Gegend, und zwar wo sie gehen und stehen.
- Es müssen endlich sinnvolle Recyclingprozesse entwickelt werden, damit diese Rohstoffe auch wieder in die Produktionsprozesse zurück geführt werden können. Ist dies mit den gegenwärtigen Kunststoffen nicht möglich, dann müssen Kunststoffe entwickelt werden, mit denen das möglich ist.
- Auch "biologisch abbaubare" Materialien sind nicht per se die Lösung. Die meisten, wenn nicht alle dieser Materialien sind nämlich nur unter bestimmten Bedingungen biologisch abbaubar. Unter den Bedingungen einer Müllkippe und unter Luftabschluss neigen sie eher dazu, zu mumifizieren, und zwar für eine lange Zeit. Der Prozess der Kompostierung ist kein passiver Prozess, der "von selbst" erfolgt. Es handelt sich vielmehr um einen Prozess, der erfolgen kann, unter bestimmten Bedingungen, und der aktiv angegangen werden muss. D.h.: Eine Kompostierung muss man auch durchführen, durch aktive Maßnahmen - und die müssen eben auch erfolgen.
 

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Das ist Kurieren an Symptomen - hey, was für eine tolle Erfindung der Wissenschaft!
Man setzt einen Plastikfisch aus, der Plastikmüll einsaugen soll?
Da gebe ich dir recht: so löst man das Problem nicht, sondern entwickelt ein Produkt, das verkauft werden will - und dabei nicht unterscheiden kann.

Es müssen endlich sinnvolle Recyclingprozesse entwickelt werden, damit diese Rohstoffe auch wieder in die Produktionsprozesse zurück geführt werden können.
Das halte ich für wesentlich. Die Stoffe müssen in den Kreis, so dass nicht zusätzliche Stoffe abgebaut werden. Und da sind wir noch in den Anfängen. Und der tatsächliche Sieb muss im großen Maßstab funktionieren, denn der Müll findet seine Routen weltweit in die Natur, so dass selbst in der Antarktis im Eis Kleinstpartikel gefunden werden, ebenso wie Plastikmüll im Mariannengraben.

Auch "biologisch abbaubare" Materialien sind nicht per se die Lösung. Die meisten, wenn nicht alle dieser Materialien sind nämlich nur unter bestimmten Bedingungen biologisch abbaubar.
Auch das. Und sie wie es aussieht, braucht man für diese Menge große Lösungen.
Und die Masse ist auch gefragt: es sollte halt tatsächlich getrennt werden, denn sonst funktioniert der Folge(trenn)prozess nicht richtig. Und mit dem Biomüll, der in der Schwarzen Tonne landet, könnte man, nebenbei gesagt, eine Menge an Biogas gewinnen. Zum Beispiel.
 

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