Stufenlogik Trestone - reloaded (Vortrag APC)

Trestone

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Leib-Seele-Problem: »Wir überschätzen die Rolle des Bewusstseins systematisch«​


Ein Gespräch über Geist, Gehirn und ihre Beziehung zueinander mit der Neurowissenschaftlerin Melanie Wilke und dem Philosophen Michael Pauen.
von Steve Ayan


Sehr geehrte Redaktion,

ich habe eine Anmerkung zum Artikel »»Wir überschätzen die Rolle des Bewusstseins systematisch««,

aufrufbar unter https://www.spektrum.de/news/leib-seele-problem-was-wissen-wir-ueber-das-bewusstsein/1974235



Hallo,


mein Ansatz zur Annäherung an eine Bewusstseinserklärung führt wieder über die Logik:

Mit meiner neuen Stufenlogik lässt sich ein Modell für das Zusammenwirken
von Geist und Körper beschreiben, und dieses bietet einen Ansatz für Bewusstsein.


In meinen Anmerkungen zur Willensfreiheit hatte ich geschrieben:

In meiner neuen Stufenlogik gibt es einen zusätzlichen (ganzzahligen) Parameter
"die Stufe". Aussagen sind nun nicht mehr wahr oder falsch sondern in einer Stufe k wahr oder falsch.
In einer anderen Stufe (z.B. k+1) können sie einen anderen Wahrheitswert haben - ohne Widerspruch.

Für die Willensfreiheit ist die hierarchische Ordnung von Aussagen und Stufen entscheidend:
In Stufenlogik muss eine Ursache jeweils in einer kleineren Stufe liegen als die Wirkung.
Geht man in der Kausalkette also zurück, verkleinern sich die Stufen.

Da in der Stufenlogik Stufe 0 die kleinstmögliche Stufe ist,
enden alle Kausalketten spätestens hier.

Genauer: Da in Stufe 0 alle Aussagen/Eigenschaften unbestimmt sind
und Ursachen wahre Aussagen/Eigenschaften sein müssen,
enden die Ketten schon spätestens in Stufe 1.

Hier hat man also einen echten Beginn von Kausalketten, also „unbewegte Beweger“
im Sinne von Aristoteles oder eben Akteurskausalität.
Ohne weitere Metaphysik wird diese uns von der Stufenlogik geliefert.

Man kann nun noch ein quantentheoretisches Modell (mit Stufen) bauen,
in dem der Geist zu seinem Körper die Quantenzufallsauswahl beeinflusst
und so mit dem Körper zusammenwirkt, aber das ist natürlich ziemlich spekulativ.



Das Haupthindernis für eine Existenz von Geist und Körper – das Problem der Wechselwirkung –
ist also weitgehend beseitigt.

Nun kann der Geist (der jeweils in einer anderen Stufe als der Körper
angenommen wird) auch Eigenschaften des Bewusstseins haben (wie z. B. Schmerz)
und diese können Einfluss auf den Körper haben.

Etwas genauer kann man für das „harte Problem“ des Bewusstseins (David Chalmers)
eine dritte parallele Stufe hinzunehmen:
In dieser Stufe nehmen Wesen mit Bewusstsein Teile ihren Geistes wahr.


Mit jeder Wechselwirkung (außer Gravitation) werden im Universum nicht-lokal
die Stufen erhöht, d.h. es gibt ein ständiges Ansteigen der Stufen (für Körper und Geist).

Das löst das Rätsel des Bewusstseins zwar noch nicht völlig,
bietet aber immerhin einen fruchtbaren Ansatz.

Mehr Details zur Stufenlogik finden sich hier (historisch gewachsen):




Mit freundlichem Gruß

Wilfried Gintner (Trestone)
 

Trestone

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Hallo,

mein Modell zu „Quantenphysik/Wechselwirkunge und Stufen“ lässt sich noch verbessern:

  1. Die mögliche Wege der virtuellen Möglichkeitsteilchen sind genauer wohl gemäß Feynman-Pfaden zu beschreiben.

  2. Nicht jede Wechselwirkung ist wohl Auslöser für einen Übergang in einen irreduziblen Status mit Stufenerhöhung (= Messung).
    Man denke an Quantenradierer und verzögerte Wahl.

    Umgekehrt bedingt eine Stufenerhöhung aber einen irreduziblen (nicht umkehrbaren) Zustand.

    Warum manche Wechselwirkungen (via Zeitumkehr) und Auswahl am Start eine irreduzible Stufenerhöhung auslösen
    und andere nicht, ist mir noch nicht klar.

    Aber das Messproblem besteht ja auch bei anderen Modellen der Quantenphysik,
    und die Viele-Welten-Lösung mag ich einfach nicht.

    Gruß
    Trestone






Gruß
Trestone
 

Trestone

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Die Erde (k)eine Scheibe?

Hallo,

stellen wir uns vor, die Erde wäre dreidimensional, eine Kugel.
Ihre Bewohner hätten aber eine Beschränkung,
sie könnten die dritte Dimension nicht wahrnehmen.

Dann würden sie die Erde wohl als Scheibe sehen.
Es könnte aber einige rätselhafte Effekte geben,
die mit der unzugänglichen Dimension zusammenhängen:

Man könnte eine weite (See-)Reise unternehmen und schließlich
auf der entgegengesetzten Seite der Erde wiederkehren,
ohne die Scheibe verlassen zu haben.

Und manche Wege wären trotz gleicher Entfernung von Start zu Ziel
viel anstrengender als andere (unsichtbare Berge).
(Die Kugelgestalt der Erde und sogar ihr Umfang waren übrigens schon in der Antike bekannt,)


Jetzt wechseln wir zu einer anderen „Scheibenwelt“: der klassischen Logik.

Denn meine Stufenlogik behauptet, dass es eine (zunächst unsichtbare)
weitere Dimension gibt, die Stufe.

Die klassische Logik versucht die Welt ohne diese Dimension zu beschreiben,
also quasi als Scheibe.
Was sind nun die Unterschiede, wenn man Stufen berücksichtigt?

Es lösen sich viele Paradoxa und Seltsamkeiten auf,
wie oben mit der Erdkugel:

Das Begründungstrilemma der klassischen Logik (entweder unendlicher Regress,
oder Zirkel oder willkürlicher Abbruch) löst sich mit Stufen auf:
Spätestens in Stufe 0 (der kleinsten Stufe) oder 1 findet jede Begründungskette
ein Ende bzw. einen Start
und Zirkel sind nicht möglich (da Begründungen stets eine kleinere Stufe
als das Begründete haben müssen).

Der Lügner wechselt nicht mehr paradox zwischen wahr und falsch,
sondern ist in unterschiedlichen Stufen jeweils eindeutig wahr oder falsch.
(analog gibt es mit Stufenmengenlehre die Russellmenge aller Mengen,
die sich in Stufe k nicht enthalten, übrigens ist die Menge aller Mengen dort eine Menge).

Widerspruchsbeweise funktionieren mit Stufen anders (meist nicht),
daher entfallen viele seltsame Ergebnisse:
Die Cantorsche Diagonalisierung greift nicht mehr (keine überabzählbaren Mengen).

Auch das Halteproblem der Informatik gibt es nicht mehr:
Ein Algorithmus in Stufe k+1 kann entscheiden, ob ein Algorithmus der Stufe k stoppt.

Sogar die Gödelschen Unvollständigkeitssätze gelten mit Stufenlogik nicht mehr.
(Gödelisierung und Widerspruchsbeweis klappen nicht mehr).

Geist und Körper könnten "das selbe" sein, nur (verschiedene) Ansichten aus verschiedenen Stufen (Geist (2k+1), Körper (2k))
die koexistieren.

Das schwierige Zusammenspiel von Geist und Körper (und Quantenwechselwirkungen) könnte auch auf „Stufeneffekten“ beruhen:

Während Körper in Stufe 2k „blind“ für alles in Stufe 2k sind –
und daher aus Möglichkeiten in Stufe 2k nur „blind“ auswählen können (=Quantenzufall)
könnte der Geist z.B. aus Stufe 2k+1 eine dieser Möglichkeiten gezielt auswählen.
Nach erfolgter Auswahl erhöht sich die Stufe nichtlokal auf 2k+2 (die nächste Körperstufe),
das gewählte Möglichkeitsteilchen wird irreduzibel real, ebenso sein Ziel-Wechselwirkungspartner.
Alles aus Stufe 2k „verschwindet“.

Aus meiner Sicht hinreichend Indizien, um sich mit der Möglichkeit von Stufen
und der Stufenlogik zu beschäftigen.
Wem das nicht genügt, um an seiner „Scheibenlogik“ zu zweifeln,
der kann ja (als „ungläubiger Thomas“) auf das „Stufenexperiment“ warten:

Nach Stufenlogik und Arithmetik kann es natürliche Zahlen geben, deren Primzahlzerlegung sich mit den Stufen ändert.

Würde also ein Computer N1 zur Stufe k in Primfaktoren zerlegen (z.B. p1*p3*p99*p101)
und zur Stufe k+1000 dies für N1 nochmal tun, so könnte er ein anderes Ergebnis bekommen (z.B. p3*p13*p101*p103).

Da sich die Stufen im Universum wohl nichtlokal mit bestimmten Wechselwirkungen
ständig und sehr schnell erhöhen, würde es genügen z.B. 1 Woche zwischen
den beiden Zerlegungen zu warten, um verschiedene Stufen sicherzustellen
(man muss die genauen Stufen für das Experiment gar nicht kennen)..

Zeitabhängige Primzahlzerlegungen wären ein starkes Indiz,
dass unsere Scheibenlogik wohl nicht ausreicht.

Und würde wohl einige genauso zum Staunen bringen
wie die experimentell nachgewiesene Lichtstrahlkrümmung an der Sonne
nach Einstein die Anhänger Newtons.

Nur vermute ich, dass das kleinste solche N1 astronomisch groß sein wird,
denn sonst hätten wir solche Stufeneffekte schon längst bemerkt.


Wer möchte, kann also weiter auf seiner „Scheibenwelt“ leben
und sich mit „unsichtbaren“ Hindernissen herumschlagen ...


Gruß
Trestone
 
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Trestone

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Hello Professor Chalmers,


imagine, there is an easy solution for the „hard problem“ of consciousness ...


As I am no genius, there is of course a trick in my solution -
and most philosophers will claim that I am playing „unfair“,
but for me this is part of the game ...
(and as to academical rules: My studies lay more than 30 years behind).

My trick is simple: I add a new dimension to the world
and use it to solve up to now unsolvable problems.

Similar to mathematics, where the real numbers were expanded
to the complex numbers, where all equations can be solved.


First I applied my dimension trick to proposional logic:

I added a (discrete) parameter k (=0,1,2,3,...) to every proposal.

In the new „layer logic“ proposals only have truth values in connection with a layer k.

In different layers different truth values are possible, so we have a new world.

Threre is a layer hierarchy: If we talk about a truth value or a characteristic feature
(or a perception) in layer k
we have to go to a higher layer, at least to k+1.

Thus nearly all classical proofs by contradiction or indirect proofs are valid no more:

For example the liar, the diagonalization by Cantor, the Halting Problem, the incompleteness theorems of Gödel.

As the cause cause/justification in layer logic has to have a lower layer than the effect
there is no more justification trilemma:

All justification chains end in layer 1 or 0 and there are no cycles.


Second I used my trick to describe matter and mind:
I declared even layers as the world of the matter (physics)
and uneven layers as the world of the mind.

The layer creates an alternating sight on the characteristic features of the world:
As matter or as mind.

As mind and matter interact, two layers have to exist parallel.

My modell for interaction is:

First matter to matter:
Matter in layer k tries all (quantum) possible ways to interaction partners,
and comes time invers back to the start.
All this happens invisible for the start as it all is in layer k.
The start chooses blindly (quantum incer) one option and this becomes real.

Mind with matter:
The mind can at the start see all possibilities, as he is in layer k+1.
So he can choose targeted (in nerve cells) the best possibility for his purposes,
but only those, that in the matter layer could have been choosen by random.


As consciousness means “looking on our own mind”,
we can use the trick a third time.

We need a higher layer than the mind – and it has to coexist with the mind.
Its new characteristics (for example feelings, qualia)
are mainly done by its special layer.

So at least three layers have to coexist:

Layer 3k + 0 for matter.
Layer 3k + 1 for the mind.
Layer 3k + 2 for consciousness.


I have not made up more details for the mind and the consciousness
as most of my research was to layer logic.

There even exists an experiment to proof the effect of layers:

In layer logic (and arithmetic) the prime factorization can change with layers.
Most physical interactions (as clapping hands) increase the layer -
and that simultanously and non-local in the whole universe.

So even in short times (seconds) the layers increase.

When a computer determines the prime factorization of a number N1
and does the same 1 day (and many layers) later, the factorization could be different,
if layer logic (or something similar) is valid in reality.


But the smallest N1 is probably astronomical large, as we would have noticed
layer effects earlier.


Anyway, the classic logic still has a role in layer logic, I use it as meta logic.


I found one researcher who used (partly) my trick, and even 20 years before me:
Prof. Ulrich Blau. But he restricted his investigations to reflexive propositions:

https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-94-017-1456-3_20


Here you can find more details to layer logic (rules, proofs, discussions):

https://www.researchgate.net/post/Is_this_a_new_valid_logic_And_what_does_layer_logic_mean

I have my own notation:
W(A,k)=w means: thruth value W of statement A in layer k is true (=wahr)



Even more and a bit more up to date (in German):

https://www.ask1.org/threads/stufenlogik-trestone-reloaded-vortrag-apc.17951/


Yours
Trestone
 

Trestone

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Hallo Herr Dr. Haverkamp,

ich bin (Senior-)Gasthörer in Ihrem Seminar an der JGU Mainz
"Logik für Fortgeschrittene: Vollständigkeit und Unvollständigkeit“.

Statt einer Übungsaufgabe will ich zum Abschluss des Seminars
hier meine neu erfundene Stufenlogik noch einmal kurz vorstellen
und insbesondere die Auswirkung auf den Gödelschn Beweis des Unvollständigkeitssatzes.

Mein Grundansatz war, die Aussagenlogik zu verändern.
da sie insbesondere über Widerspruchsbeweise mich nicht überzeugende Resultate
ermöglichte (insbesondere Beweise von Cantor, Turing und Gödel),
obwohl mich die verwendeten Beweistechniken durchaus beeindruckten.

(Wer nur an der Anwendung der Stufenlogik auf den Gödelschen Beweis
interessiert ist, kann direkt nach unten zum grünen Abschnitt springen.)

Meine Lösung:

Ähnlich wie bei der Erweiterung der reellen Zahlen zu den komplexen Zahlen
durch Hinzunahme der (neuen) imaginären Zahlen fügte ich den Aussagen
einen neuen Parameter/eine neue Dimension hinzu
:

Ich wählte ihn ganzzahlig (k=0,1,2,3,...) und nannte ihn Stufe,
denn er war hierarchisch organisiert.

Aussagen A sind nun nicht mehr wahr oder falsch,
sondern nehmen nur zusammen mit einer Stufe k einen Wahrheitswert an: W(A,k)
– und dieser muss nicht in allen Stufen gleich sein.

Dazu sind die Stufen hierarchisch, d.h. wenn ich über eine Aussage in einer Stufe k spreche
muss ich in eine höhere Stufe >= k+1 gehen (Metaebene),
und Stufen sind „für sich und größere“ blind.

In Stufe 0 sind alle Aussagen „unbestimmt“ (aus Symmetriegründen) und
generell ist die Stufenlogik dreiwertig (w,f,u).

Der Hauptvorteil ist, dass es nun viel mehr Möglichkeiten für wahre Sätze gibt,
und auch mehr Möglichkeiten, Wifersprüchen „auszuweichen“.



Widersprüche sind noch möglich, denn eine Aussage
kann nicht in derselben Stufe wahr und nicht wahr sein.

Aber in fast allen klassischen Widerspruchsbeweisen
tritt wegen der Stufenhierarchie ein Stufenwechsel auf,
wenn man sie in Stufenlogik übersetzt,
d.h. es gibt keinen Widerspruch mehr,
nur verschiedene Wahrheitswerte in verschiedenen Stufen.

Als Metalogik (und Beschreibungslogik) für die Stufenlogik
habe ich die klassische Aussagenlogik gewählt.

Im Logikalltag ist wohl meist kein Unterschied zwischen klassischer Logik
und Stufenlogik
, da Aussagen (und Eigenschaften) in der Regel wohl
nicht stufenabhängig sind
(Ausnahmen: Selbstbezug und unendlich und Primzahlzerlegungen).

Anwendungen (hier nur verkürzt angedeutet):

Der Lügnersatz („Dieser Satz ist in Stufe k+1 wahr, wenn er in Stufe k falsch ist –
und sonst falsch in k+1“) ist in Stufe 0 unbestimmt, in Stufe 1 falsch, in Stufe 2 wahr,
in Stufe 3 falsch, in Stufe 4 wahr, usw.
Der Widerspruch löst sich also wie gewünscht über die Stufen auf.

In der neuen Logik, die ich „Stufenlogik“ nenne,
gibt es auch kein Begründungstrilemma mehr,
denn Begründungsketten müssen (rückwärts betrachtet) immer kleinere Stufen aufweisen
und enden schließlich bei Stufe 1 oder 0, also ein strukturell bedingter Beginn.
Die Stufenlogik kennt also aristotelische „unbewegte Beweger“.

Man kann auch eine hübsche Stufenmengenlehre definieren,
die bis auf die Stufen wieder näher an Cantors Ursprungsansatz liegt
( W(xeM,k+1)=w gdw. W(A(x),k)=w ).
In der Stufenmengenlehre gibt es die Menge aller Mengen
und auch die Russell-Menge, und alle Mengen sind abzählbar.
(Hintergrund: Im Beweis zu Cantors Diagonalisierung wird kein Widerspruch mehr konstruiert, da ein Stufenwechsel auftritt.)

Im Unterschied zu Russells Typenhierarchie sind bei mir nicht die Objekte/Mengen
in einer Typenhierarchie angeordnet, sondern die Aussagen (wie „xeM“)
gehören zu einer Stufenhierarchie,
daher sind selbstbezügliche Aussagen (wie „ReR“) erlaubt.

Erweitert man Algorithmen zu Stufenalgorithmen (d.h. man fügt Stufen hinzu),
so tritt das Halteproblem nicht mehr auf:
Denn ein Algorithmus der Stufe k+1 kann widerspruchsfrei von einem Algorithmus
in Stufe k entscheiden, ob dieser anhält.


Mein Programm zu den „Ungereimtheiten“ der Ausagenlogik war also erfolgreich durchgeführt,
wenn ich nicht grundlegende Fehler übersehen hatte.

Ein wenig unheimlich ist mir dieser Erfolg (als logischer Halb-Laie) schon,
denn irgendwie erscheint mir mein Vorgehen „zu einfach“.

Immerhin stieß ich noch auf die Arbeiten von Professor Ulrich Blau, der in seiner „Reflexionslogik“ (schon Jahre vor mir)
einen ähnlichen Ansatz verfolgt hatte,
diesen aber auf reflexive (selbstbezügliche) Sätze (wie den Lügner) beschränkt hatte
und die Erweiterung auf alle Aussagen meines Wissens nie gemacht hat.

Auch zu Gödels Unvollständigkeitssätzen bietet die Stufenlogik einen „Ausweg“,
den ich hier skizziere::

Wir betrachten den finalen Schritt in Gödels Beweis:

g := „Dieser Satz ist in T nicht beweisbar“

In Stufenlogik muss ich noch Stufen hinzufügen, wegen der Stufenhierarchie
Stufe k und k+1:

W(g,k+1):= wahr, gdw g in T in Stufe k nicht beweisbar ist; W(g, k+1) = falsch sonst.

Die Aussage g ist in Stufe k+1 also genau dann wahr, wenn sie in T in Stufe k
nicht beweisbar ist - und sonst falsch in Stufe k+1.


(Wichtig: In Stufenlogik ist die Selbstanwendung von Aussagen zwar möglich,
aber nicht die Definition der Wahrheit in Stufe k auf eine Eigenschaft in Stufe k,
das verbietet die Stufenhierarchie.)

Nehmen wir nun an, dass g in Stufe k beweisbar ist, dann ist nach Definition
g in Stufe k+1 falsch.

Nehmen wir nun an, dass g in Stufe k nicht beweisbar ist, dann ist nach Definition
g in Stufe k+1 wahr.)

Wegen der Stufenerhöhung bei Aussagen über Eigenschaften in einer Stufe
lässt sich daraus jeweils kein Widerspruch konstruieren,
also klappt Gödels Beweisvorgehen mit Stufenlogik nicht.

(Übrigens: In Stufe 0 ist jede Aussage nicht beweisbar (da alle „unbestimmt“ sind),
g ist in Stufe 1 also wahr.

Es gibt noch eine zweite Einschränkung zu Gödels Beweis (aus der Stufen-Arithmetik):

Man kann mit Stufenlogik eine Stufenmengenlehre, natürliche Zahlen
und Arithmetik definieren.

Tatsächlich gibt es in der Stufen-Arithmetik eine mögliche Abweichung
von der klassischen Mathematik
:

Die Primfaktorenzerlegung könnte (wohl nur für sehr große Zahlen)
von der Stufe abhängig sein.


Exkurs Berechnungsexperiment:

In der Logik koexistieren zunächst alle Stufen (k=0,1,2,3, …),
wenn auch hierarchisch geordnet.
In der Realität vermute ich, dass über die Zeit jeweils eine Stufe ausgewählt wird.
Daher nenne ich die Stufe auch „Schwester der Zeit“.

Wir alle leben jetzt in der gleichen Stufe, die sich bei bestimmten Ereignissen
für alle simultan (nicht-lokal) erhöht
(z.B. bei Quantenmessungen, bestimmten Wechselwirkungen).
Wir befinden uns also in einem „Strom“ von ständigen Stufenerhöhungen.

Da die meisten Eigenschaften nicht stufenabhängig sind
bemerken wir das gewöhnlich nicht.

Falls dies alles zutrifft, könnte folgendes Experiment durchgeführt werden:

Es könnte ein Computer, der Primzahlzerlegungen berechnet,
folgende Ergebnisse liefern:
Am Tag 1 zerlegt er N1 in p1*p2*p7,
aber am Tag 2 zerlegt er N1 in p1*p3*p5.

Denn am Tag 1 berechnete er mit Stufe k, am Tag 2 z.B. mit Stufe k + 1000.

Mit diesem „Experiment“ könnte man die klassische Arithmetik in ihrer realen unbeschränkten Anwendbarkeit widerlegen bzw. „falsifizieren“,
nur fürchte ich, dass das kleinste solche N1 astronomisch groß ist,
sonst wären wir ja schon darauf gestoßen.

Ende Exkurs Berechnungsexperiment


Unabhängig von der praktischen Testbarkeit macht die Möglichkeit
von verschiedenen Primzahlzerlegungen in verschiedenen Stufen
die Gödelisierung und Ent-Gödelisierung im Beweis zur Unvollständigkeit
zunichte.


Es lässt sich also (mit Gödels Methodik) nicht beweisen,
dass die Stufenlogik +Stufenmengenlehre + Stufenarithmetik unvollständig ist.


Das beruht nicht auf einem Fehler in Gödels Beweis,
wir verletzen ja Gödels Voraussetzung,
dass klassische Aussagenlogik zu verwenden ist
(Wir ändern gewissermaßen die Regeln).


Angesichts der Mächtigkeit der Stufenlogik (+Erweiterungen)
ein wie ich denke interessantes Resultat –
vielleicht lohnt die Stufenlogik doch einen zweiten Blick ...


Insgesamt ist die Stufenlogik noch ein ziemlich privates Projekt,
und erfüllt wohl noch nicht ganz wissenschaftliche Standards.
Unterstützung (z.B. durch Studenten) wäre willkommen!


Wenn Interesse an Details zur Stufenlogik besteht, hier ein Link
(Enthält anfangs die Definitionen, ist dann aber v.a. der gewachsene Diskussionstext):

https://www.ask1.org/threads/stufenlogik-trestone-reloaded-vortrag-apc.17951/

Hier ein Link zur Reflexionslogik von Professor Ulrich Blau
(der Stufen nur auf reflexive Aussagen bezog, wie den Lügner, nicht auf alle Aussagen):
https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-94-017-1456-3_20

Mit freundlichem Gruß
Trestone
 

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ich bin (Senior-)Gasthörer in Ihrem Seminar an der JGU Mainz
"Logik für Fortgeschrittene: Vollständigkeit und Unvollständigkeit“.

Statt einer Übungsaufgabe will ich zum Abschluss des Seminars
hier meine neu erfundene Stufenlogik noch einmal kurz vorstellen
und insbesondere die Auswirkung auf den Gödelschn Beweis des Unvollständigkeitssatzes.
Da bin ich gespannt, wie sie auf deine Stufenlogik reagieren. Lass es das Forum wissen. :illu:
 

Trestone

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Hallo,

meine Stufenlogik konnte ich an der Uni (JGU) Mainz bisher nur kurz vorstellen,
jeweils 5 - 10 min am Rande von Logik-Seminaren.

Immerhin meinte der maßgebliche Logikdozent,
dass das was ich da vorstellte eine Revolution wäre,
wenn es denn zuträfe und widerspruchsfrei ausarbeitbar wäre.
Er glaube aber nicht daran, denn einige meiner Schlussfolgerungen und Behauptungen
erschienen ihm zu phantastisch.

Um die Stufenlogik beurteilen zu können (und in seinem Kolloquium vorstellen zu dürfen)
müsste ich sie in die Form moderner Logiktheorien bringen,
insbesondere mit einem Modell, Semantik und Syntax.

Bei letzterem hatte ich mir Unterstützung von Studenten erhofft,
habe dazu aber (noch) keine Interessenten gewonnen.

Ob ich die formale Ausarbeitung bis zum nächsten Semester ab September/Oktober schaffe,
ist zur Zeit noch offen,
denn als ich vor 35 Jahren Philosophie und Logik studierte,
war das Ganze noch nicht so formalisiert,
ist also einiges Neuland für mich.

Andererseits können die Logikphilosophen vielleicht schon verlangen,
dass ich in ihrer Sprache vortrage,
wenn ich jahrtausend- und jahundertejahre alte Gewissheiten
mal einfach so beiseite schiebe,
gerade wo ich nur ein Hobbyphilosoph und Softwareingenieur 3. Klasse bin ...

Gruß
Trestone
 

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Immerhin meinte der maßgebliche Logikdozent,
dass das was ich da vorstellte eine Revolution wäre,
wenn es denn zuträfe und widerspruchsfrei ausarbeitbar wäre.
Er glaube aber nicht daran, denn einige meiner Schlussfolgerungen und Behauptungen
erschienen ihm zu phantastisch.

Um die Stufenlogik beurteilen zu können (und in seinem Kolloquium vorstellen zu dürfen)
müsste ich sie in die Form moderner Logiktheorien bringen,
insbesondere mit einem Modell, Semantik und Syntax.
Hi,
ein Lob ist es doch. Aber für dich auch eine große Herausforderung. Zudem: die Herausforderung die Logik in ein Modell, in gängige Semantik und Syntax zu bringen ist doch eine nette Herausforderung. Das wird wohl der Weg sein, um einen Wurf zu landen.
Und eine Doktorarbeit wäre nicht möglich?
 

Trestone

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Stufenlogik und Urknall, das Geist – Körper – Bewusstseins - Bündel

Hallo,

bisher war mir zum Uranfang des Universums ja nur eingefallen,
dass da wohl die Stufe 0 vorgelegen haben könnte.
Dummerweise ist in Stufe 0 alles unbestimmt
und aus Unbestimmten folgt Unbestimmtes
(ähnlich wie „aus nichts kommt nichts“) oder wie bei einer Singularität.

Mit Stufe 1 wäre das etwas anderes, hier kann es auch Wahres geben (z.B. Teilchen)
und bei physikalisch (irreduziblen) Wechselwirkungen würde sich sogar
im ganzen Universum nicht lokal die Stufe erhöhen (wie früher gezeigt)
(ja das könnte sogar die dunkle Energie mit der Ausdehnung des Universums
als Nebeneffekt haben).

Aber wie von Stufe 0 nach Stufe 1 kommen?

Nun, vielleicht waren wir schon immer da!

Wir müssen nur den Ansatz der Stufenlogik zu Geist und Körper etwas ernster nehmen:

Wenn Geist und Körper Grundphänomene der Welt sind –
und zu verschiedenen Stufen(-Sichten) gehören,
dann muss es immer ein Bündel aus zwei Stufen gegeben haben.

Nehmen wir noch eine dritte Stufe für das Bewusstsein hinzu,
dann gibt es immer 3er-Stufenbündel.

Zum Urstart also das Bündel mit den Stufen 0, 1 und 2 (aller guten Dinge sind drei).
In der mittleren Stufe 1 der physikalischen Körper sind (irreversible) Wechselwirkungen möglich,
diese Erhöhen die Stufen (s.o.) des ganzen Bündels auf 3, 4 und 5 usw.

Wir erhalten also ein „Urknall-Modell“, das sich quasi von selbst dynamisch ausdehnt.

Da Stufe 1 am Urstart beteiligt ist, hat dieses Modell eine Startkomponente,
die keine Singularität ist (Stufe 0 vielleicht schon, aber die ist nicht so relevant).

Ob das Modell die beobachtete Dynamik des Universums erklären kann
(z.B. Inflation und dunkle Energie) kann ich nicht beurteilen – habe nie Physik studiert.

Auch fehlt noch eine Erklärung, warum die Stufenlogik und die Stufenbündel
gelten sollen – aber das ist mit der klassischen Logik und den Naturgesetzen ja ähnlich.

Naturalistisch könnte man mein Urknall-Universumsmodell mit einem menschlichen Körper vergleichen,
dessen schlagendes Herz die wechselwirkenden Körper darstellt,
dessen Nervensystem den universellen Geist repräsentiert – und dessen Bewusstsein das Bewusstsein.
Interessant finde ich auch, dass nach diesem Modell Körper, Geist und Bewusstsein – wenn überhaupt -
wohl nicht unabhängig voneinander zu verstehen sind,
da in einem Bündel miteinander verbunden (und nicht nur im Menschen).

Klingt zwar etwas esoterisch, aber ich habe es ja (stufen-)logisch hergeleitet …

Gruß
Trestone

P.S. Die Ausarbeitung der Stufenlogik in "Universitätssprache" dauert wohl noch etwas,
ich setzte momentan ca. 1 Jahr dafür an.
 

Trestone

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Hallo,

habe eben eine Mail an Prof. A. Zeilinger geschrieben:


Vorschlag/Beitrag zu neuem Weltverständnis mit „Stufenlogik“


Hallo Herr Professor Zeilinger,

ich habe eben Ihren Vortrag
"Ich glaube nicht, dass die Welt rein materialistisch verstehbar ist."
gehört (danke, das war sehr interessant !)
und denke, dass ich zu „verstehbar“ etwas beisteuern kann.

Auch oder gerade weil mein Ansatz etwas ungewöhnlich ist,
(und wohl nicht rein materialistisch, aber wie definieren wir Materie?)

Denn ich habe eine neue Logik entworfen – keine Quantenlogik,
sondern eine neue Aussagenlogik.

Zunächst habe ich nur einen neuen Parameter, die Stufen 0,1,2,3,... hinzugefügt
und auf Dreiwertigkeit (wahr, falsch. unbestimmt) umgestellt.

Aber diese Stufen erwiesen sich als neue Dimension
und Schlüssel für eine neue Weltsicht.

Zunächst verwendete ich den Stufenansatz für Logik nahe Probleme
Das Begründungstrilemma, die Irrationalität der Quadratwurzel aus 2,
die Lügnerantinomie, die Cantorsche Diagonalisierung, die Russellsche Menge,
die Gödelschen Unvollständigkeitssätze und das Halteproblem der Informatik.

Alle erhielten mit Stufenlogik nun neue (und wie ich fand einleuchtendere) Lösungen.
Technisch steckte dahinter, dass mit Stufen die klassischen Widerspruchsbeweise
nicht mehr funktionierten, denn Aussagen können in einer Stufe wahr und in einer anderen falsch sein. Und es gilt eine Stufenhierarchie, z.B. „wenn“ und „dann“
müssen in verschiedenen Stufen liegen.

Bezieht man nun Ursache und Wirkung ein, so sollte nach Stufenhierarchie
die Ursache stets in einer kleineren Stufe als die Wirkung liegen.
Da unterschiedliche Stufen (z.B. auf einem Billardtisch) zu Problemen führen würden,
kann man ableiten, dass nach Wechselwirkungen sich die Stufen nicht nur lokal
sondern im gesamten Universum erhöhen müssen.
Die Stufen zeigen also eine Art „Verschränkungseffekt“.

Wahrend in der Stufenlogik zunächst jede Aussage in jeder Stufe 0,1,2,3,...
einen (ggf. unterschiedlichen) Wahrheitswert hat,
kann man sich überlegen, dass „in der Wirklichkeit“ in jedem Augenblick
im Universum nur jeweils eine Stufe vorliegt (bzw. drei s.u.).

Irreduzible physikalische Wechselwirkungen erhöhen diese Stufe,
so dass wir in einem Strom sich schnell erhöhender Stufen leben.

Wir haben diesen Strom bisher wohl nicht bemerkt,
weil die meisten Eigenschaften nicht stufenabhängig sind.

Körper, Geist und Bewusstsein sind wohl drei miteinander gekoppelte Stufen,
d.h. z.B. unser Geist ist unser Körper aus einer „Geiststufe“ betrachtet.

Wir sind also „Bürger dreier Welten“.
Und alles in der Welt hat diese drei Aspekte (Pantheismus).

Könnte man die Stufen messen und vom (gewaltigen) Hintergrundrauschen trennen,
könnte man sogar im gesamten Universum durch rhythmisches Klatschen kommunizieren.

Diese Theorien mögen etwas phantastisch klingen,
immerhin ist ein experimenteller Nachweis zur Stufenlogik denkbar:

Mit Stufenlogik sind zwar natürliche Zahlen mit Addition und Multiplikation möglich,
aber die schlechte Nachricht z.B. für die Kryptologie:
Die Eindeutigkeit der Primzahlzerlegung

lässt sich nicht mehr stufenübergreifend beweisen
(und das heißt auch nicht zeitlich nacheinander).

Bestimmt also ein Computer die Primfaktorzerlegung von N zu einem Zeitpunkt t0
und wiederholt er dies zu einem Zeitpunkt t1 z,B. eine Woche später,
so tut er dies zu t1 in einer anderen Stufe als zu t0.
Nach Stufenlogik können die beiden Berechnungen verschieden ausfallen,
nach klassischer Logik (und Arithmetik) nicht.

Finden wir also unterschiedliche Primzahlzerlegungen für N,
so hätte die klassische Logik ein Erklärungsproblem.
Leider ist anzunehmen, dass das kleinste solche N „sehr groß“ ist,
da uns sonst solch seltsames Verhalten schon aufgefallen wäre.

Wechselwirkungen mit globalen Stufenerhöhungen erinnern (wohl nicht zufällig)
an die Quantenverschränkung.
Tatsächlich habe ich mittels Stufen auch ein Quantenmodell „gebaut“.
Da ich kein Physiker bin etwas unausgegoren. Zudem sind die Quanten so seltsam,
dass ich dazu neben den Stufen auch noch virtuelle Teilchen benötige, die sich in der Zeit u.a.rückwärts bewegen.

Immerhin kann man die Gravitation z.B. der Geiststufe zuordnen und so erklären,
weshalb sie nicht mit den drei anderen Wechselwirkungen vereinbar ist.

Dunkle Materie“ könnte so etwas wie „Geist mit unbestimmter/keiner Materie“ sein.

Dunkle Energie“ könnte bei irreduziblen Wechselwirkungen mit Stufenerhöhung
frei werden
.


Modell zu Geist und Körper:

Bei einer rein physikalischen Wechselwirkung bewegt sich ein Schwarm virtueller Teilchen zu möglichen Zielen und kehrt in der Zeit invers von möglichen Wechselwirkungspartnern zum Start zurück.
Dort wird blind eine Möglichkeit ausgewählt, diese Wechselwirkung wird real
und die Stufe im Universum erhöht sich um Eins.

Der Geist kann aus seiner höheren Stufe die Möglichkeiten am Start sehen
und eine gezielt auswählen. Sonst wie oben.

Soviel „für den ersten Eindruck“ zur Stufenlogik.

Weitere Details und Beweisskizzen zur Stufenlogik unten im Anhang.

Die über Jahre gewachsene Stufenlogik ist (etwas ausschweifend,
dafür mit vielen Details) ist unter folgendem Link zu finden:

https://www.ask1.org/threads/stufenlogik-trestone-reloaded-vortrag-apc.17951/



Hier ein Link zur Reflexionslogik von Professor Ulrich Blau,
(der 20 Jahre vor mir eine Stufenlogik (viel systematischer) entwickelte.
Er bezog aber Stufen nur auf reflexive Aussagen, wie den Lügner,
nicht auf alle Aussagen):

https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-94-017-1456-3_20



Mit freundlichem Gruß
Wilfried Gintner ( = Trestone)


P.S. Zu meiner Person:

Ich habe vor ca. 30 Jahren Mathematik, Informatik und Philosophie in Würzburg
und Philosophie in Marburg studiert.
Meine Stufenlogik habe ich mit Papier und Bleistift über mehrere Jahre als Pendler
(Softwareingenieur 3. Klasse) in der Regionalbahn Aschaffenburg – Darmstadt entwickelt,
motiviert durch Unzufriedenheit mit Ergebnissen der klassischen Logik.

Zur Zeit studiere ich an der JGU Mainz als Senioren-Gasthörer v.a. im Bereich Philosophie. Bin 62 Jahre alt.
-----------------------------------------------------------------------------------------------

Anhang: 2 Mails zu Stufenlogik mit weiteren Details (an Prof. Chalmers (engl.) und an Dr. Haverkamp (dt.))
 

Trestone

Großmeister
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Stufengleichheit und Wechselwirkung


Hallo,

mit der Stufenlogik konnte ich ja schon einige Probleme lösen,
manchmal ist es aber auch umgekehrt:

Mit der Stufenlogik habe ich Probleme zu lösen,
die es ohne Stufenlogik gar nicht gibt.

Ein solches Beispiel taucht bei Wechselwirkungen auf.

Ich nehme ja an, dass in der (Körper-)Welt sich jeweils alle Objekte
in der gleichen Stufe befinden.

Nun ist eine Grundregel in der Stufenlogik, dass Objekte in der gleichen Stufe
„für einander blind“ sind, also keine Eigenschaften voneinander wahrnehmen können.

Wie können dann zwei Teilchen P1 und P2 gleicher Stufe miteinander wechselwirken,
ohne einander zu bemerken?

Hier habe ich mir den Trick mit „unsichtbaren“ virtuellen Teilchen überlegt:

Gemäß Heisenbergscher Unbestimmtheitsrelation verwandeln sich P1 und P2 in Schwärme von virtuellen Teilchen.
Diese treffen sich an möglichen Wechselwirkungsorten und kehren mit Informationen
vom Partner zeitinvers an den Startpunkt zurück.
Da sie sich in der gleichen Stufe wie z.B, P1 befinden, sind sie und ihre Informationen für P1 unsichtbar.
P1 wählt daher blind eine Möglichkeit aus, dieser Pfad und diese Wechselwirkung wird real und die Stufe im Universum erhöht sich um 1.

P1 hat also mit P2 in der gleichen Stufe wechselgewirkt, ohne Informationen zu P2 in dieser Stufe erhalten zu haben.

Analog kann man zum Geist vorgehen:

Hier hatte ich mir ja überlegt, dass die Gravitation (Raumzeitkrümmung) auf der Geistesstufe erfolgt
(weil sie anders als die übrigen Wechselwirkungen ist).

Treffen zwei Geistobjekte (z.B. mein Geist G1 und der „Geist“ der Erde G2) aufeinander
so befinden sich auch sie jeweils in der gleichen Stufe und sollten doch miteinander wechselwirken.

Wieder gilt das Motto: „Interaktion ohne Information“.

Das „Stufengraviton“ ist wieder ein virtuelles Teilchen (bzw. Schwarm) aus der gleichen Stufe.
Wenn es auf einen möglichen gravitativen Wechselwirkungspartner trifft,
kehrt es zeitinvers zum Start zurück.
Dort wird es blind ausgewählt und wird als reale Raumzeitkrümmung umgesetzt.
Vermutung: Gravitative Wechselwirkung lässt die Stufe im Universum zunächst unverändert.
(U.a. weil die tiefer liegende Körperstufe wohl nicht direkt zugänglich wäre.)

Aber: Mit der Raum-Zeit-Veränderung der Geister wird auch die Raum-Zeit-Veränderung
der zugehörigen Körper (in der Stufe darunter) umgesetzt.
Jetzt könnte der Geist die Veränderung seines Körpers (z.B. Fallen) wahrnehmen
und so indirekt den Einfluss eines anderen Geistes.

Also erfolgt mit der Körperänderung wohl wieder eine Stufenerhöhung –
und zwar für das ganze Bündel Körper, Geist, Bewusstsein.

Nach der Idee zu „dunkler Energie“ sollte diese Stufenerhöhung
jeweils zu einer Expansion des Universums führen.

Nach diesem Modell sollte auch „dunkle Materie“ (die ja v.a. Geist-Gravitation ist)
einen Körper mit minimalen Eigenschaften besitzen, z.B. einen „reinen“ Raum-Zeit-Punkt.

Die durch die Stufenlogik ausgelösten Probleme mit Interaktion auf gleicher Stufe
sind also mit Stufenlogik (und etwas mehr) auch wieder lösbar
(und nebenbei ergeben sich Lösungsansätze für dunkle Materie und dunkle Energie.)

Das Modell, das Körper und Geist das gleiche Objekt aus unterschiedlicher Stufen-Sicht sind
(ein Grundgedanke von Spinoza), ist hier etwas konkretisiert.

Gruß
Trestone
 

Trestone

Großmeister
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Libet-Experiment, Stufenlogik und Willensfreiheit:

Link dazu: https://www.deutschlandfunk.de/philosophie-im-hirnscan-manuskript-teil-1-des-menschen-100.html

Hallo,

ich habe ja die Stufenlogik u.a. dafür benutzt, um die Willensfreiheit plausibler zu machen.
Die Libet-Experimente scheinen da (zumindest teilweise) dagegen zu sprechen.

Die Grundkonstellation ist dabei, dass ein Proband zu einem Zeitpunkt t1 einen Willensentschluss fasst (z.B, seine Hand zu heben)
und zu einem Zeitpunkt t2 in seinem Gehirn ein zugehöriges Bereitschaftspotential registriert wird.
Erstaunlicherweise ist t2 oft kleiner als t1 (meist um 0,35 sec), d,h, im Gehirn lässt sich der Willensentschluss ablesen,
kurz bevor er dem Probanden bewusst ist.

Kann der Willensentschluss nun trotzdem die Ursache der Bewegung sein?

Beim Geist hatten wir im Modell zur Wechselwirkung mit dem Körper auch zeitinverse Prozesse von virtuellen Teilchen angenommen.

Analog könnte der Wille nun auch zeitinvers wirken und das Bereitschaftspotential virtuell in der Vergangenheit hervorrufen.
Zu einem (Zeit-)Paradoxon könnte das nur bei einer Rückkopplung führen:
Wenn der Proband von seiner Entscheidung erfahren würde, ehe er sie getroffen hat.

Unsere Reaktionszeit auf visuelle Reize liegt bei 0,2 – 0,3 sec, mit einer Willensentscheidung also wohl über den 0,35 sec,
d.h, wir könnten eine Rückkoppelung wohl nicht berücksichtigen,
aber vielleicht interpretiere ich da die Messwerte zu stark in meine Richtung ...

Eine zweite Möglichkeit wäre, dass zunächst ein unbewusster Willensentschluss gefasst wird,
der auf das Gehirn wirkt und erst etwas später bewusst wird.

Da stellt sich die Frage: Wie kann ein unbewusster Entschluss „mein“ Wille sein?

Nun ich kann mir vorstellen, dass sich mein „Ich“ aus bewussten und unbewussten Bestandteilen zusammensetzt.
Um einen „freien“ Willen zu repräsentieren sollte neben (langen) Ursache – Wirkungs-Ketten
wohl auch eine Wirkung ohne Ursache beteiligt sein.

Die Stufenlogik bietet dafür „unbewegte Beweger“ an, denn Ursachen müssen
in der Vorgängerstufe zur Wirkung wahr sein.
Dies ist z.B. bei Stufe 1 nicht möglich, denn in Stufe 0 ist alles unbestimmt.
Solche Wirkungen ohne Ursachen sind Kandidaten als Bestandteile des freien Willens.

Ein zusätzliches Problem ist die Stufenhierarchie:
Wenn das Gehirn zur Körperstufe 3k+1 gehört
und das Bewusstsein zur Stufe 3k+3, wie kann dann eine Information von oben (Bewusstsein)
nach unten (Körper/Gehirn) gelangen?

Bei Geist (3k+2) und Körper (3k+1) war dies durch „Nichtwahrnehmbarkeit in Stufe 3k+1“ gelungen:
Da der Geist nur aus zufällig auf körperliche Ebene vorhandenen Möglichkeiten auswählen konnte
war dessen gezielte Auswahl auf körperlicher Ebene nicht vom Quantenzufall unterscheidbar,
also dort nicht wahrnehmbar.

Auf Geistebene wäre eine zufällige Möglichkeitsverteilung
von „unbegründeten Gründen“ denkbar.
Das Bewusstsein könnte hier analog gezielt auswählen,
ohne dass dies für den Geist wahrnehmbar wäre, also wohl „unbewusst“.

Das könnte der Kern eines (unbewussten) freien Willens sein.

Insgesamt vielleicht noch keine überzeugende Lösung zum freien Willen mit Stufenlogik,
aber immerhin ein Ansatz.

Gruß
Trestone
 

Trestone

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Hallo,

Pippi Langstrumpfmotto "Ich mache mir die Welt - widdewidde - wie sie mir gefällt!"
als Vorgehensmodell zur Stufenlogik:

Nicht Regeln der Welt (Wie Logik, Physik) wie passend zum Urbild erkennen,
sondern Modelle so gestalten, dass gewünschte Welt entsteht/möglich wird.
(Welt als Traum, dynamisch durch uns)

Es mag wohl unzählige Weltmodelle geben, die viele mögliche Welten erklären können.
Aus meiner Sicht sollten wir, da wir ja nur begrenzt viele erforschen können,
v.a. solche Modelle untersuchen, die positiv wünschbare Welten ergeben.

Der Wunsch sei Vater unserer Gedanken – und wenn er real noch nicht umgesetzt ist
sollten wir auch mit Gedankenmodellen daran arbeiten.

Bei der Stufenlogik suchte ich nach einem Modell mit Freiheit für den Widerspruch,
und später nach einem Modell, das geistige Freiheit einräumt.

Natürlich ist auch bei einem solchen Vorgehen möglich, dass man in eine Welt gerät,
in der man die Büchse der Pandora öffnet (mit Stufenlogik vielleicht schreckliche KI).

Ggf. ist also der Wunsch/Traum (und das Modell) immer wieder anzupassen.

Gruß
Trestone
 

Trestone

Großmeister
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Hallo,

mit der Stufenlogik war es mir ja gelungen,
die meisten Widersprüche aus der Welt zu vertreiben.
Der Preis dafür war die etwas kompliziertere Stufenlogik
mit einem neuen Parameter, der Stufe.

Aber indirekt ist noch ein höherer Preis fällig:
Denn die Sicherheit und Orientierung in unserer Welt
hängt ja an verlässlichen Regeln.

Jede neue Stufe ist aber eine neue Welt mit potentiell neuen Regeln.

Für die Arithmetik hatte ich da ja schon bei den Primfaktorzerlegungen
darauf hingewiesen,
aber prinzipiell könnte in neuen Stufen alles anders sein,
die Natur also „springen“.

Das ist für einen Gegner der Viele-Welten-Theorie wie mich nicht schön,
aber gegebenenfalls muss ich mit vielen Welten nacheinander eben leben
(also doch nicht alles Wunschprogramm) …

In pessimistischer Deutung könnte es sogar plötzlich mit einer neuen Stufe
das Weltende geben – z.B. in dem alles wie in Stufe 0 plötzlich unbestimmt ist.
Noch schlimmer als im Ragnarök der Edda könnte die Welt in diesem Zustand bleiben.
Nicht gerade eine Welt auf die man zusteuern möchte.
Auch die Stufenlogik hat also einen gewaltigen Pferdefuß ...

Gruß
Trestone
 
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Trestone

Großmeister
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Hallo,

leider ist unser VHS-Kurs „Pure Philosophie“ ja heute ausgefallen.

Ich habe die Zeit genutzt, um einige philosophische Gedanken aufzuschreiben,
insbesondere zu Willensfreiheit – und Bieris Trilemma.

Hierzu meine Punkte:

H1) Historisch gab es ja die Vorstellung des „Laplaceschen Dämons“ von 1814
und einer Determiniertheit, Vorausberechenbarkeit der Welt (inkl. der Menschen):
Wir müssen also den gegenwärtigen Zustand des Universums als Folge eines früheren Zustandes ansehen
und als Ursache des Zustandes, der danach kommt. Eine Intelligenz, die in einem gegebenen Augenblick alle Kräfte kennt,
mit denen die Welt begabt ist, und die gegenwärtige Lage der Gebilde, die sie zusammensetzen, und die überdies umfassend genug wäre,
diese Kenntnisse der Analyse zu unterwerfen, würde in der gleichen Formel die Bewegungen der größten Himmelskörper
und die des leichtesten Atoms einbegreifen. Nichts wäre für sie ungewiss, Zukunft und Vergangenheit lägen klar vor ihren Augen.“


H2) Mit der modernen Quantenphysik ist schon das vollständige Erkennen der gegenwärtigen Lage aller Teile nicht möglich,
da nach der Unbestimmtheitsrelation z.B. Ort und Impuls (Richtung und Geschwindigkeit) eines Teilchens nicht gleichzeitig
beliebig genau bestimmbar sind.
Zudem wird in den hauptsächlichen Interpretationen der Quantentheorie angenommen,
dass es oft mehrere Möglichkeiten gibt und ein absoluter Zufall entscheidet, welche Möglichkeit real wird.

Der absolute Determinismus von H1) ist kaum mit einem freien Willen vereinbar,
aber der Zufall bei H2) ist da kaum besser, denn wie soll da eine Entscheidung
Bezug zu mir und meinem Willen haben, wenn sie „absolut zufällig“ ist.

H3) In diesen v.a. physikalisch begründeten Argumentationen gibt es aber
einen Ansatzpunkt:

Glaubt man an das Modell des Urknalls, so lassen sich Ursachen und Gründe
nicht endlos zurückverfolgen
, sondern eben nur bis zum Urknall,
dem Anfang der Zeit und von Ursache – Wirkungs Ketten.
Dort gibt es keine vorausgehende Zeit und keine vorausgehende Ursache,
also gibt es „unverursachte Ursachen“
analog zum „unbewegten Beweger“ von Aristoteles.

H4) Das macht es etwas wahrscheinlicher, dass es auch in uns so etwas
wie „selbstverursachte Ursachen“ gibt
-
und diese könnten ein Quell unserer Freiheit sein.

H5) Ich betrachte nun ein Modell von „Ich“ und „Welt“ in dem ich das Ich
mit solchen selbstverursachten Ursachen ausstatte, aber noch etwas mehr
in den „inneren Kreis der Freiheit des Ich“ aufnehme.
Die Grundidee: Was immer das Ich in diesem „inneren Kreis“ tut
(wie Auswahl von Alternativen) beeinträchtigt seine Freiheit nicht,
da es hier frei und selbstbestimmt handelt.

Das gilt sogar, wenn die Welt dem Ich z.B. zwei Alternativen A1 und A2 anbietet,
und das Ich aus „inneren Gründen“ (z.B. Werten) nur A1 auswählen kann.
Da die Auswahl im inneren Kreis erfolgt, ist sie im Modell frei -
und das Ich ist für diese Wahl von A1 auch moralisch verantwortlich
(obwohl Ich gar nicht anders gekonnt hätte).

Nun zum Zusammenspiel von Geist und Körper und dem Bieri Trilemma:

B6) Trilemma von Bieri:
B1 Mentale Phänomene sind nicht-physikalische Phänomene.
B2 Mentale Phänomene sind im Bereich physikalischer Phänomene kausal wirksam.
B3 Der Bereich physikalischer Phänomene ist kausal geschlossen.

Zu B1 (mit Einschränkung: beide gleiche Substanz s.u.) und B2 stimme ich zu.
Anm.: Die Aussage B3 ist als All-Aussage nicht verifizierbar,
denn wir können nie alle physikalischen Phänomene betrachten.
Aber ggf. könnte sie falsifiziert (widerlegt) werden.


Zu B3 stimme ich nicht zu:

Meine Grundidee hier ist,
dass der Geist auf physikalische Phänomene einwirken kann,
wir das aber meist nicht feststellen, weil dies
durch eine Einwirkung auf den Quantenzufall geschieht:

Ich nehme an, das es im Nervensystem N Stellen gibt, die dem Quantenzufall unterliegen.
N hätte also z.B. physikalisch die Möglichkeit in M1 oder M2 oder M3 überzugehen.
Der Geist ist nun in der Lage, anders als der Körper gezielt
(und nicht zufällig) eine der Möglichkeiten M1, M2, M3 nach seinem „Willen“ auszuwählen.
Betrachtet man nur diese eine Auswahl, so lässt sich nicht entscheiden,
ob der Körper zufällig oder der Geist gezielt ausgewählt hat.
Die rein physikalische Erklärung mit dem Quantenzufall wäre aber falsch,
da sie den (gezielten) Einfluss des Geistes nicht berücksichtigt
(ein fehlender Parameter).

T7) Zusätzlich habe ich ja noch eine neue Aussagenlogik, die Stufenlogik, entwickelt.

Hier gehört der Körper zu Stufe 1 (+3k), der Geist (Mentales) zu Stufe 2 (+3k)
und das Bewusstsein zu Stufe 0 (+3k).

Letzlich sind alle drei (Körper, Geist, Bewusstsein) in diesem Modell eine Substanz,
die sich nur je Stufe anders zeigt (Gruß an Spinoza).

Weitere Details zur Stufenlogik (und ein weniges zum Geist-Körper-Modell mit Stufen)
findet sich hier (v.a. auf Blatt 1 die Grundregeln und auf Blatt 10 Geist u.a.):

https://www.ask1.org/threads/stufenlogik-trestone-reloaded-vortrag-apc.17951/

Gruß
Trestone
 

Trestone

Großmeister
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Vergleich Neuerungen in Stufenlogik und klassische Aussagenlogik

Hallo,

vielleicht ist die Stufenlogik leichter zu verstehen,
wenn ich die Neuerungen/Änderungen bei der Stufenlogik
inklusive der dadurch bewirkten Veränderungen
der klassischen Aussagenlogik gegenüber stelle.

1) Da ist zunächst die Dreiwertigkeit:

Es gibt in der Stufenlogik die Wahrheitswerte
„w: wahr“, „f: falsch“ und „u: unbestimmt“.


Die Dreiwertigkeit ist aber kein wichtiger Unterschied,
es gibt ja auch fast klassische dreiwertige Logiken,
z.B. Ł3 von Jan Łukasiewicz oder K3 von Stephen Cole Kleene.

Ich benötige den dritten Wahrheitswert „u: unbestimmt“ v.a. für die kleinste Stufe 0
in der alle Aussagen den gleichen Wahrheitswert haben.

„Wahr“ oder „falsch“ wären da willkürlich und unsymmetrisch,
also entschied ich mich für:
„In Stufe 0 sind alle Aussagen/Eigenschaften unbestimmt“.

Das hat einen schönen Nebeneffekt:
Bei Induktionen/Rekursionen nach der Stufe bekommt man die Verankerung
in Stufe 0 „geschenkt“ - egal um welche Eigenschaft/Aussage es geht.

2) Es gibt Stufen k = 0,1,2,3, …

Die Stufen sind natürlich der wichtigste Unterschied.
Klassisch hat eine Aussage genau einen der Wahrheitswerte „wahr“ oder „falsch“.

In Stufenlogik gibt es Wahrheitswerte und Eigenschaften
nur in Verbindung mit einer Stufe k = 0,1,2,3, ...

Also z.B. „Aussage A ist wahr in Stufe k“.
Die Aussage „A ist wahr“ ist in der Stufenlogik keine zulässige oder definierte Aussage.

Es gibt zwei Möglichkeiten, Aussagen und Stufen zusammenzubringen:

2.1 Aussagen sind für alle Stufen k = 0,1,2,3, … definiert
und haben in jeder Stufe k einen Wahrheitswert.

(Dieser kann in unterschiedlichen Stufen unterschiedlich sein).
Dabei werden die Wahrheitswerte je Stufe oft induktiv oder rekursiv
nach den Stufen definiert.
Dies ist der formale Ansatz.

Beispiel Lügnersatz L:
L ist wahr in Stufe k+1, wenn L in Stufe k nicht wahr ist –
und L ist in Stufe k+1 sonst falsch.
L ist in Stufe 0 unbestimmt (wie alle Sätze), also nicht wahr.
L ist in Stufe 0+1 daher wahr und in Stufe 1+1 falsch.
Für die Wahrheitswert von L in Stufe k ( = W(L,k) ) gilt also:
W(L,0)=u, W(L,1)=w, W(L,2)=f, W(L,3)=w, W(L,4)=f, usw.

Der Lügnersatz zeigt, dass es in Stufenlogik kein Widerspruch oder Problem ist,
wenn eine Aussage sowohl wahr als auch falsch ist,
wenn dies nur in unterschiedlichen Stufen geschieht.
Die Stufen lösen fast alle Widersprüche auf –
diese können nur innerhalb der gleichen Stufe als echte Widersprüche auftreten.

In der Praxis sind die Wahrheitswerte der meisten Aussagen
wohl für alle Stufen (größer 0) konstant.

Daher wurde die Existenz von Stufen wohl so lange nicht bemerkt.

2.2 Man kann die Stufen aber auch konkreter und mit Realitätsbezug verstehen:
Sie könnten eine (bisher unsichtbare) „Schwesterdimension“ der Zeit sein,
und einzelne Stufen ähnlich wie „Augenblicke“.


Bezüglich unserer Wahrnehmung scheinen wir uns alle (von Augenblick zu Augenblick)
in der gleichen Stufe zu befinden, denn für gewöhnlich halten wir die gleichen Aussagen und Eigenschaften für wahr.

2.3 Stufenerhöhungen durch physikalische Wechselwirkungen
Wenn wir uns „jetzt“ alle in der gleichen Stufe k befinden,
dann kann man sich fragen,
wie die Stufen verändert (z.B. auf k+1 erhöht) werden können ?

Mein Hauptkandidat dafür sind physikalische Wechselwirkungen.
Wenn Quanten (gleicher Stufe) in einer der drei Grundwechselwirkungen
(außer durch Gravitation) miteinander interagieren
und ein irreduzibles Ergebnis erreichen,
so erhöht sich nach meiner Vorstellung dabei die Stufe.

Die Stufe erhöht sich dabei nicht nur bei den Wechselwirkungspartnern,
sondern nichtlokal (und simultan) überall im Universum.
D.h. wenn wir in die Hände klatschen erhöht sich sofort bei uns
und auf alpha centauri die Stufe.

2.4 Stufenhierarchie bei Aussagen, Begründungen und Ursachen

Bei Stufenaussagen und Eigenschaften gibt es eine Stufenhierarchie:
„Stufen sind für sich und nach oben blind“

D.h. in einer Stufe <= k kann ich mich nicht auf Eigenschaften aus Stufe k beziehen,
ich kann nur in kleinere Stufen blicken.

Umgekehrt muss eine Wirkung oder etwas Begründetes
immer zu einer größeren Stufe gehören als die Ursache bzw. als die Begründung.
Wirkungen kann man also nur „nach oben“ erzielen,
obwohl man nur „nach unten“ wahrnehmen kann.

Dadurch entfällt mit Stufenlogik das berühmte Begründungstrilemma:

Da mit jeder Begründung (rückwärts betrachtet) sich die Stufe verkleinert,
landet man bei Begründungsketten schließlich bei Stufe 1 oder 0.
Jede Kette endet also nach endlich vielen Schritten
und es gibt keinen unendlichen Regress.

Die Stufenverkleinerung bewirkt auch, dass es keine Zirkel geben kann,
denn man kommt in einer Kette ja nie wieder zur gleichen Stufe.

Alle Begründungsketten haben also einen Anfang (z.B. in Stufe 1).
Dort kann es keine weitere wahre Begründung geben, denn in Stufe 0
ist alles unbestimmt, was nicht als Begründung geeignet ist.

In Stufe 1 gibt es also „unbegründete wahre Begründungen“
die Ausgangspunkt von Begründungsketten sein können.

Im Gegensatz zum willkürlichen Begründungsabbruch


mit Axiomen oder Glaubenssätzen in der klassischen Logik
haben wir hier formal ableitbare Startpunkte.

2.5 Weniger Widerspruchsbeweise

In der Stufenlogik benötigt man für einen Widerspruch nicht nur,
dass eine Aussage wahr und falsch ist,
sondern dass dies in der selben Stufe k der Fall ist.

Nun haben die meisten klassischen Widerspruchsbeweise (bzw. indirekten Beweise)
folgende Form:
Wenn man annimmt, dass Aussage A wahr ist, dann lässt sich mittels dieser Annahme ableiten, dass A falsch ist.

In Stufenlogik übersetzt:
Wenn man annimmt, dass Aussage A in Stufe k wahr ist, dann lässt sich mittels dieser Annahme (in Stufe k+1) ableiten, dass A falsch ist.
Also A in Stufe k wahr und A in Stufe k+1 falsch.
Dies ist in der Stufenlogik kein Widerspruch, der Beweis also nicht mehr gültig.
Grund ist, dass man “mit oder über Annahme A in Stufe k“ wegen der Stufenhierarchie
nur in einer höheren Stufe (z.B. in k+1) sprechen kann.

Das betrifft viele berühmte Beweise in Logik / Philosophie und Mathematik.
Sie sind nicht fehlerhaft (oft ja brillant) – sondern mit der neuen Rahmenbedingung
Stufenlogik statt klassischer Aussagenlogik nicht mehr gültig.

Man kann sich dazu vorstellen, dass es mit den Stufen nun eine neue Dimension gibt,
mit der zusätzliche Züge, Möglichkeiten und Argumente hinzukommen
und daher bisher Unmögliches nun oft doch möglich wird.

Ein schönes Beispiel ist das Halteproblem der Informatik.

Annahme, es gibt es eine Turingmaschine H die für jede Turingmaschine T mit jeder Eingabe w entscheidet,
ob T irgendwann anhält oder endlos weiterläuft.
Die Eingabe für H besteht dabei jeweils aus einer codierten Beschreibung b ( T )
der Maschine T und deren Eingabe w.
Alan Turing bewies, dass es eine solche Maschine H nicht geben kann,
also das Halteproblem für Turingmaschinen nicht allgemein lösbar ist.

Lässt man nun die Turingmaschine T in Stufe k laufen und H in Stufe k+1,
so bleibt die Annahme der Existenz von H widerspruchsfrei.
Mit Stufenlogik (und Stufenalgorithmen) ist das Halteproblem also (wohl) lösbar,
allerdings ist das konkrete Aussehen von H dadurch noch nicht bekannt.
Das ist nicht verwunderlich, verwenden wir doch eine zusätzliche Dimension
mit zusätzlichen Möglichkeiten.
Wer möchte, kann also viel leistungsfähigere Computer bauen –
und wahrscheinlich können schon die heutigen Computer das alles, da sie anders funktionieren als gedacht
d,h, sie sind schon Stufencomputer.




2.6 Einfachere Mengenlehre

Mittels Stufenlogik lässt sich eine (einfache) Mengenlehre nach Art der naiven Mengenlehre konstruieren:
Diese (Stufen-)Mengenlehre liegt bis auf die Stufen wieder näher an Cantors einfachem Ursprungsansatz
und benötigt keine Zusatzaxiome wie ZFC.
( Grundansatz: W(xeM,k+1)=w gdw. W(A(x),k)=w ).
Diese hat nur abzählbare Mengen und z.B. die Menge aller Mengen ist eine Menge,
auch die Russellmenge ist dort eine Menge.
Auch natürliche Zahlen und Arithmetik lassen sich definieren.

2.7 Primzahlzerlegungen z.T. stufenabhängig – Experimentmöglichkeit
Es wird aber nicht alles besser mit Stufenlogik, bei manchen Punkten hat die klassische Logik wohl Vorteile:
Denn da der Beweis zur Eindeutigkeit der Primfaktorenzerlegung klassisch als Widerspruchsbeweis geführt wird,
funktioniert dieser mit Stufen nicht.
Es kann also (wohl sehr große) natürliche Zahlen N geben, die in zwei unterschiedlichen Stufen k und m
unterschiedliche Primfaktorzerlegungen haben.
Das ist zunächst einmal unschön, eröffnet aber die Möglichkeit, die klassische Logik
und Arithmetik durch ein einfaches Experiment zu falsifizieren:
Man muss dabei nur eine Zahl N mehrfach nacheinander in Primfaktoren zerlegen.
Da zeitlich nacheinander (z.B. in Minutenabständen) wegen ständiger Wechselwirkungen im Universum
auch in verschiedenen Stufen bedeutet könnte man so auf unterschiedliche Zerlegungen stoßen.

Nebenbei sind unterschiedliche Zerlegungen auch für die Gödelschen Unvollständigkeitsbeweise interessant,
obwohl diese schon als indirekte Beweise mit Stufen nicht mehr gelten.

2.8. Ende des Universums
Die klassische Logik gilt ja zeitlos und hilft uns, an Konstanz in der Natur zu glauben.
In der Stufenlogik kann es zwar auch zeitloses geben, aber die Stufen legen eine gewisse Dynamik nahe.
Dabei gibt es das Extrem in Stufe 0, dass alle Aussagen und Eigenschaften
unbestimmt sind.
Nun schützt uns aber nichts davor, dass sich das in einer zukünftigen Stufe wiederholt.
Es könnte also (ohne Vorwarnung) ein plötzliches „unbestimmtes“ Ende der Welt geben,
einfach ausgelöst durch einen Stufenwechsel (wie sie ja ständig geschehen).
Vielleicht sollten wir also vorsichtiger sein, z.B. beim in die Händeklatschen …

Gruß
Trestone
 

Trestone

Großmeister
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Wechselwirkungen mit Stufenlogik

Hallo,

aufmerksame Leser haben vielleicht schon bemerkt,
dass es bei meinem Modell zur Wechselwirkung eine Unstimmigkeit gibt:

Z.B. sollen zwei Billardkugeln in Stufe k miteinander wechselwirken
und dann in Stufe k+1 weiterrollen.
Nach den Regeln der Stufenlogik sind zwei Kugeln in Stufe k aber füreinander „blind“
und daher „unbestimmt“, wie könnten sie sich da z.B. gemäß Impulserhaltung
gegenseitig passend beeinflussen?

Um das zu bereinigen muss man sich erinnern, dass Stufen Perspektiven sind.
Aus der direkten Perspektive k sind die Kugeln in Stufe k tatsächlich unbestimmt.
Aber aus der Ergebnisperspektive k+1 haben die Kugeln in Stufe k sehr wohl
definierte Eigenschaften und können daher (wohl wie gewohnt) wechselwirken.

Um Wechselwirkungen zu verstehen, müssen wir sie also aus der Ergebnisperspektive
bzw. der Zielsicht oder Zukunft (Stufe k+1) betrachten,
allein aus der Gegenwart (Stufe k) sind sie nicht zu verstehen.

In der Stufenlogik sind sie ein Wechselspiel zwischen Komponenten der Gegenwart
(Teilchen in Stufe k) und Komponenten der Zukunft (Stufe k+1).

Interessanterweise entsteht die Stufe k+1 bei diesem Wechselwirkungsprozess
"automatisch", simultan und nichtlokal für das ganze Universum
,
d.h. die Teilchen aus Stufe k bringen die Stufe k+1 selbst hervor,
sobald das Ergebnis der Wechselwirkung irreduzibel ist.

Denkbar (ab er hoch spekulativ) ist, dass solche Stufenerhöhungen die dunkle Energie hervorbringen,
diese also über die drei Wechselwirkungen entsteht.
Denn es handelt sich um einen nichtlokalen Effekt.
Und Stufen sind ähnlich zur Zeit,
könnten also auch auf die damit gekoppelte Gravitation wirken (genauer s.u.).

Da ich die Gravitation dem Geist zugeordnet habe ( „Dunkle Materie“ könnte
so etwas wie „Geist mit unbestimmter/keiner Materie“ sein ),
würden Wechselwirkungen so auch auf den Geist wirken,
für den ich ja auch eine je eigene parallele Stufe vermute.


Wechselwirkungen (von Körpern) müssten genaugenommen
die (parallelen) Stufen von k (Körper), k+1 (Geist) und k+2 Bewusstsein)
auf k+3 (nächste Körperstufe)
und k+4 , k+5 heben.

Die dunkle Energie ensteht dabei wohl vom Hub der Stufe k+1 (Geist mit Gravitation)
auf k+4 (nächste Geiststufe).

In Stufenlogik ist also vieles miteinander verflochten – und der richtige Umgang
mit den Stufen
auch für mich nicht leicht
haben wir doch nur wenige Erfahrungen mit dieser neuen Dimension.

Der Nebel scheint sich aber langsam zu lichten ...

Gruß
Trestone
 
Zuletzt bearbeitet:

Trestone

Großmeister
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Stufenlogik und Hasenjagd:

Hallo,

für bewusst gesetzte Ursachen und Wirkungen hat die Stufenlogik zunächst ein Problem:

Wahrgenommen können nur Dinge/Eigenschaften in kleineren Stufen werden,
verändert aber nur Dinge/Eigenschaften in größeren Stufen.


Ein Jäger könnte also nie den Hasen in genau der Stufe schießen,
in der er ihn gesehen hat.
Sei der Hase in Stufe k und der Geist des Jägers in Stufe k+1.
Dann kann der Jäger (in Stufe k+1) den Hasen aus Stufe k sehen,
aber mit einem Schuss erst für den Hasen in Stufe k+2 etwas bewirken,
der zudem dann für den Jäger (in Stufe k+1) unsichtbar ist.

Nun gilt es als unwaidmännisch, den Hasen „in der Sasse“ zu schießen,
wenn er also sitzt und sich nicht bewegt (z.B. von Stufe k zu k+2).

Viele Haken wird der unsichtbare Hase aber nicht schlagen können,
denn durch die vielen Wechselwirkungen im Universum liegt die nächste Stufe
ja meist nur weniger als 10 hoch -30 Sekunden entfernt,
also schlechte Aussichten für den flüchtenden Hasen.

Der Jäger schießt also genaugenommen auf den Hasen in Stufe k
(bzw. den wahrgenommenen k-Stufenschatten) und sein Schuss (aus k+1)
trifft dann den unsichtbaren Hasen in Stufe k+2.
Wenn der Jäger dann (zugleich) Stufe k+3 erreicht, nimmt er das Ergebnis
seines Schusses wahr.
Nur weil die Stufen zeitlich so unwahrnehmbar nah beieinander liegen,
bemerken wir die Stufenwechsel dabei nicht.

Die Stufenwechsel des Hasen und des Jägers geschehen dabei „automatisch“,
denn jede Wechselwirkung (außer durch Gravitation) im Universum erhöht
die Stufe für Körper k und die für Geist k+1 simultan und nichtlokal.
Trifft der Jäger den Hasen (bzw. Luft oder Erde), löst diese Wechselwirkung
auch eine Stufenerhöhung aus.

Würden wir statt Hasen viel schnellere Veränderungen/Prozesse betrachten,
(z.B. Lichtschwingungen in Attosekunden) könnten wir die Stufeneffekte
vielleicht messen.
Für Primzahlzerlegungen mit Computern (=Stufencomputer) habe ich ja schon
ein Experiment vorgeschlagen.

Waidmannsheil!

Trestone

P.S. Meine Mutter kannte in unserem Heimatdorf Gebsattel
die Baronin Freifrau von Gebsattel,
die eine hervorragende Schützin war
und über Männer spottete,
die Hasen „in der Sasse“ schossen.
 

Trestone

Großmeister
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Hallo,

noch ein Nachtrag zur Hasenjagd (ich bin nun mal kein Jäger):

Zunächst könnte man noch die Unbestimmtheitsrelation berücksichtigen.
Auch wenn diese wie für Hasen gemacht zu sein scheint
(Ort und Richtung/Impuls/Haken lassen sich nicht zugleich beliebig genau bestimmen)
ist der Effekt für makroskopische Hasen wohl zu vernachlässigen.

Die beste Chance hat der Hase über die Zeit:
Jäger können ja (ähnlich wie bei Stufen) nicht in die Zukunft blicken.
Vom Drücken des Abzugs an fliegt die Kugel als nicht steuerbares Geschoss "blind" zu ihrem Ziel.
Bei einem Schuss aus 33 m und ca. 500 m / Sekunde Geschossgeschwindigkeit
bleiben dem Hasen 0,066 Sekunden zum (zufälligen) Ausweichen.
Bei ca. 5 m / Sekunde (= 18 km/h) Fluchtgeschwindigkeit kann er immerhin 33 cm weit kommen.
Gemeinerweise schießen die meisten Jäger mit Schrotpatronen.

Andererseits esse ich ab und zu auch gern Hasenbraten ...

Gruß
Trestone
 

Trestone

Großmeister
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12. April 2002
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Info: Stufen – eine neue Dimension, ein „stairway to heaven“?

Hallo,

In der Geschichte standen Stufen ja oft für die Verbindung von Himmel und Erde
(z.B. bei der Aztekischen „Sonnenpyramide“ von Teotihuacán (um 300 n. Chr.)).

Ich glaube nun als Hobby-Philosoph am Schreibtisch
eine neue Dimension, die Stufe, gefunden zu haben,
die Himmel (Metaphysik, Logik und Geist)
und Erde (Physik, Wechselwirkungen, Quantentheorie und Gravitation)
in überraschend konkrete Zusammenhänge miteinander bringt.

Nach diesen Zusammenhängen könnten Stufenpyramiden und Menschenopfer
sogar den Lauf der Sonne (und das Universum) beeinflusst haben,
wenn dies auch weniger dramatisch durch Händeklatschen möglich gewesen wäre …

Es ist mir klar, dass sowohl mein Hintergrund als auch meine Forschungsgebiete
wohl viele vom Weiterlesen abschrecken werden.
Dann wird dieses „blinde Huhn“ sein Korn eben nicht mit ihnen teilen …


Ursprünglich hatte ich nach einer Veränderung der klassischen Aussagenlogik gesucht,
denn nach dem Studium von Mathematik, Informatik und Philosophie war ich
u.a. mit folgendem nicht „glücklich“:

Dem Begründungstrilemma, dem Lügnersatz, der Cantorschen Diagonalisierung,
den Gödelschen Unvollständigkeitssätzen, der Einführung von Klassen in die Mengenlehre (ZFC),
dem Halteproblem der Informatik, der Irrationalität der Quadratwurzel aus 2.


Ich zweifelte nicht an den Beweisen dazu, ja bewunderte sie sogar,
die obigen Ergebnisse wollte ich trotzdem nicht akzeptieren.
In allen steckte ja die klassische Logik und
zudem indirekte bzw. Widerspruchsbeweise.

Mir war schnell klar, dass die klassische Logik (trotz all ihrer Bewährtheit)
der einfachste Ansatzpunkt für eine Veränderung war.

Ich wollte dabei konstruktiv vorgehen und indirekte Beweise nicht einfach nur verbieten.

Ich fand überraschend schnell eine Lösung:

Nahm man zu Aussagen noch einen Parameter hinzu,
die diskrete Stufe k = 0,1,2,3, …,

so konnte man der WENN-Aussage ein eine andere Stufe k zuweisen
als der DANN-Aussage (z.B. k+1)
– und daraus abgeleitete
unterschiedliche Wahrheitswerte ergaben nun keinen Widerspruch mehr.
Die Aussagen gingen sich quasi in einer neuen (logischen) Dimension „aus dem Weg“.

Dass ich nicht nur einen neuen logischen Parameter
sondern eine neue Dimension entdeckt hatte,
wurde mir erst später klar, als ich die neue „Stufenlogik“ in immer mehr Gebieten
erfolgreich ausprobierte
(z.B. zu Geist – Körper, in der Informatik und zur Quantenphysik).

Das zeigt einfach ein Gedankenexperiment, der „Billardtisch“:

Wir setzen darin lokale Stufeneigenschaften voraus
und schließen damit auf etwas Universelles, Allgemeineres:

Wir gehen davon aus, dass die Stufe einer Ursache kleiner ist als die Stufe der Wirkung
und Wechselwirkungen nur zwischen Objekten in gleicher Stufe möglich sind.
Nun lassen wir zwei Kugeln (mit Stufe k) auf einem Billardtisch zusammenstoßen,
sie rollen anschließend mit Stufe k+1 auseinander.

Nun stellen wir fest: In der Realität können unsere Kugeln jetzt mit allen anderen Kugeln auf dem Billardtisch
wieder wechselwirken, d.h. diese müssen jetzt alle Stufe k+1 haben.

Wir sehen also: Beim Zusammenstoß hat sich nicht nur die Stufe der beiden beteiligten Kugeln auf k+1 erhöht,
sondern die Stufe aller Kugeln auf dem Tisch
(und Queues und Banden) ist nun k+1.

Die Stufe ist also keine Eigenschaft der Dinge, sondern des ganzen Billardtisches.

Auf das Universum übertragen
bedeutet dies:
Jede physikalische Wechselwirkung (außer Gravitation) erhöht die Stufe des Universums um 1, und zwar simultan und nichtlokal.
Man kann die Stufe daher als einen „universellen“ Wechselwirkungszähler
(seit dem Urknall) auffassen.
Die Stufe (ursprünglich ein logischer Parameter) wird also durch physikalische Wechselwirkungen
simultan und nichtlokal im Universum verändert

und verhält sich daher wie eine neue Dimension (genannt „Schwester der Zeit“).

(Das kann einen vermuten lassen, dass die Wechselwirkungen (außer Gravitation)
auch die Dunkle Energie hervorbringen und die Ausdehnung des Universums hervorrufen – aber das bleibt für Physiker zu klären.)


Die Stufe kann sich sogar auf die Arithmetik auswirken
(und das ggf. experimentell gemessen werden):
Der Beweis zur Eindeutigkeit der Primfaktorenzerlegung erfolgt indirekt
und ist mit Stufenlogik nicht mehr (stufenübergreifend) gültig.

Daher könnte ein Computer zu einem Zeitpunkt t1 (=Stufe k1)
die Primfaktorzerlegung P1 einer Zahl N bestimmen,
dies kurz darauf zu t2 (=Stufe k2) nochmals mit identischer Soft- und Hardware tun
und eine andere Zerlegung P2 für N erhalten.

Leider muss die Zahl N wohl astronomisch groß (und größer als alle bisher betrachteten Zahlen sein)
sonst hätten wir solche Stufeneffekte ja längst bemerkt.

So wie sich die neue Dimension der Stufe im Alltag nicht als „klein aufgerollt“ versteckt,
sondern im Gegenteil (s.o.) durch universumsweite Präsenz („Wald voll lauter Bäumen“)
bei weitgehender Wirkungslosigkeit / Unsichtbarkeit im Alltag.

Trotzdem sind konkrete Anwendungen denkbar:
Mit Stufenlogik gilt ja der Beweis des Halteproblems nicht mehr.
Man kann leicht Stufencomputer und Programme konstruieren,
die keine Turingmaschinen mehr sind und viel mehr leisten können.

Falls die Stufenlogik die Logik unserer Realität ist,
sind übrigens schon alle herkömmlichen Computer Stufencomputer
und führen gelegentlich Stufenwechsel durch,
d.h. sie funktionieren anders als bisher gedacht.


Da ich ein Anhänger eines Geist – Körper – Modells für den Menschen bin,
habe ich auch ein solches mittels Stufentheorie erstellt.
(mittels virtuellen Möglichkeitsteilchen, Quantenzufall, „blinder“ und „gezielter“ Wahl)

Neben dem Zusammenwirken von Geist und Körper lassen sich so auch Quanteneffekte wie Doppelspalt und Verschränkung erklären.


Wer die Stufen nicht nur auf mein Wort hin als erforschenswert ansehen möchte,
den kann ich auf Professor Ulrich Blau verweisen, der schon 20 Jahre vor mir
in seiner „Reflexionslogik“ logische (Reflexions-)Stufen eingeführt hat,
allerdings als Zähler, wie oft wir über einen reflexiven Satz nachgedacht haben.
Die Idee von Stufen liegt also (nicht erst mit Led Zeppelin) „in der Luft“.

Link zur Blauschen Reflexionslogik:
https://link.springer.com/chapter/10.1007/978-94-017-1456-3_20

Bei den Wechselwirkungen ist gerade die Gravitation bezüglich der Stufe
nicht wirksam, was mich auf die spekulative Idee brachte,
dass die Gravitation (Raumkrümmung) nicht auf Körper wirkt,
sondern auf den Geist.

Da Körper nicht ohne Geist auftreten (parallele Stufen), fällt das zunächst nicht auf.
Aber es könnte in meinem Modell Geist mit "leerem Körper" geben
(=Dunkle Materie?).


Die Allgemeine Relativitätstheorie wäre damit wohl "Metaphysik" …

Mittels Stufenlogik lässt sich eine (einfache) Mengenlehre nach Art der naiven Mengenlehre konstruieren:
Diese (Stufen-)Mengenlehre liegt bis auf die Stufen wieder näher an Cantors einfachem Ursprungsansatz
und benötigt keine Zusatzaxiome wie ZFC
( Grundansatz: W(xeM,k+1)=w gdw. W(A(x),k)=w ).
Diese hat nur abzählbare Mengen und z.B. die Menge aller Mengen ist eine Menge,
auch die Russellmenge ist dort eine Menge.
Auch natürliche Zahlen und Arithmetik lassen sich definieren.

Echte Science Fiction:

Über die Stufen ist im Prinzip eine Kommunikation mit Aliens im ganzen Universum möglich (z.B. durch rhythmisches Händeklatschen).
In der Praxis müssten wir irgendwie die Stufe messen können
(z.B. über Primzahlzerlegungen oder die genaue Ausdehnung des Universums).
Zudem müsste das Hintergrundrauschen eines ganzen Universums
ausgeblendet werden.
Immerhin könnten dann Botschaften ohne Zeitverzug ausgetauscht werden
(und ohne dass unsere Herkunftsgalaxie verraten würde).

Sollte die Stufenerhöhung „mit Haaren“ verknüpft sein, könnten bei den Wechselwirkungen doch noch mehr Informationen
als die blanke Anzahl übermittelt werden, dann wäre beim Klatschen vielleicht doch Vorsicht geboten …

Andererseits könnten die Anhänger der Homöopathie so vielleicht ein neues Wirkungsmodell konstruieren.

Und ich will nicht verschweigen, dass die Erforschung der Stufen auch Gefahren bergen könnte
(z.B. schlimme KI, ruinieren des Universums durch zu viele Wechselwirkungen).

Weitere Details zur Stufenlogik und zu Stufen (historisch gewachsener Text):
https://www.ask1.org/threads/stufenlogik-trestone-reloaded-vortrag-apc.17951/



Man sieht, ich bin gerade erst den „ersten Schritt“ einer Reise von tausend Meilen gegangen.

Vielleicht setzen wir uns jetzt (mit Laotse und Konfuzius) an einen Fluss, und warten,
bis der Kadaver der klassischen Logik – oder der Stufenlogik – vorüber treibt.


Beim Warten können wir ja ein paar Stufen auf dem „stairway to heaven“ klettern
und dabei „talkin' about a revolution“ singen ...


Mit freundlichem Gruß

Trestone
 

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