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Krieg gegen Syrien?

Dieses Thema im Forum "Politik, Sozialkritik, Zeitgeschehen & Geschichte" wurde erstellt von vonderOder, 27. August 2013.

  1. Simple Man

    Simple Man Forenlegende

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    Möglicherweise. Mich beschleicht aber der Eindruck, dass die Diskussion um die Verhinderung von Giftgasattacken (vulgo: militärisches Eingreifen) eine willkommene Spiegelfechterei ist, um sich gerade nicht mit der Flüchtlingsproblematik auseinandersetzen zu müssen.
     
  2. dkR

    dkR Forenlegende

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    Und dafuer investieren sie nicht in lokale Infrastruktur, zahlen keine Steuern und beschaeftigen ausschliesslich Auslaender die das Betriebsgelaende nicht verlassen duerfen. Schon klar.
     
  3. Guest

    Guest Guest

    Kinder, es geht um die Erdgaspipeline.

    Wenn das Assad Regime weg ist kann Katar Erdgas nach Europa pumpen und Gazprom hat ein Problem.

    Was glaubt ihr, warum die Saudis sich bereit erklärt haben alle Kosten für den Angriffskrieg der USA zu bezahlen und warum Putin zu Assad hält?

    Die USA hat derweil Nuklearwaffen aus Texas an die Ostküste transportiert. Atombomben durch das Land zu karren, das macht man nicht eben mal so, ohne besonderen Grund.

    Israel hat inzwischen versucht einen weiteren USS Liberty Stunt durchzuziehen, den sie im nachhinein als "Test" betitelte, weil die eine Rakete von den Amis abgeschossen wurde, während die zweite einen Defekt hatte und ins Meer gefallen ist.
     
  4. Simple Man

    Simple Man Forenlegende

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    Schon wieder eine Pipeline? Vielleicht sollten die USA erst einmal eine von den ganzen anderen fertigstellen, bevor sie einen weiteren Krieg für ihre nächste vom Zaun brechen.

    Äh ne, Moment, wäre ja gar nicht ihre, Europa bekommt ja das Erdgas.

    Warum noch einmal genau sollten Israel und die USA sich in einen Konflikt stürzen, damit Europa Erdgas bekommt?
     
  5. dkR

    dkR Forenlegende

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    So ungefähr. Saudi-Arabien bezahlt die USA, damit Katar Gas nach Europa verkaufen kann. Was bis jetzt Syrien verhindert hat, weil Syrien kein Geld verdienen möchte.
     
  6. haruc

    haruc Ehrenmitglied

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    Nein. Der als Reaktion auf den Giftgaseinsatz angekündigte "schnelle und harte" Schlag soll(te) mit Marschflugkörpern ausgeführt werden, die von Zerstörern im östlichen Mittelmeer abgefeuert werden könnten. Sie sollten lediglich demonstrieren, dass der Westen den Einsatz geächteter Waffen nicht akzeptiert. Dadurch, dass der Schlag bisher ausgeblieben ist (sind immerhin 2 Wochen jetzt!) kann man nicht mehr von einem "schnellen" Schlag reden. Aber auch durch den Eiertanz, den die USA, Frankreich und UK in Sachen Angriff aufgeführt haben, haben sie ein Stück weit ihre Glaubwürdigkeit verspielt.
    Ich sage ja nicht, dass militärische Operationen per se wirkungslos sind. Im Gegenteil. Aber der Einsatz der Mittel muss der Absicht entsprechen. Der von den Westmächten geplante Schlag sollte von der Idee her eigentlich keinen Einfluss auf den Kriegsverlauf haben. Er sollte nur Assad zeigen, dass man im Notfall schnell zuschlagen kann. Und genau diese Absicht ist eben durch das Zögern verraten worden. (Wobei ich es ohnehin fraglich finde, wieso man schon im Vorfeld weiß, welche der Beiden Parteien man "bestrafen" muss - obwohl beide gleichermaßen dazu imstande sind.) Und genau deswegen kann man sich den Schlag zum jetzigen Zeitpunkt auch sparen. Weil das, was man hätte erreichen können, und was man erreichen wollte, kann man nicht mehr erreichen.

    Verfahren ist die Situation meiner Ansicht nach auf der innenpolitischen Ebene, ebenso wie auf der regionalen Ebene. Innenpolitisch deshalb, weil Syrien kulturell sehr heterogen ist. Gerade in den Reihen der Rebellen befinden sich eine ganze Anzahl fundamentalislamischer Gruppierungen, die aus Syrien einen islamischen Gottesstaat machen wollen - die Leidtragenden wären dann die ganzen Religiösen Minderheiten sowie die aufgeklärteren Muslime. Assad hingegen hat bereits in der Vergangenheit gezeigt, dass er es mit den Rechten von Minderheiten - etwa den Kurden - auch nicht so eng sieht. Egal also welche Seite sich im Ringen durchsetzt - das Ergebnis werden weitere Tote und Menschenrechtsverletzungen sein. Und deswegen kann man in diesem Konflikt keine "gute" und keine "böse" Partei ausmachen. Vielleicht wäre Assad die "weniger böse" Option.
    Außenpolitisch ist die syrische Frage in einer Pattsituation: Einige arabische Staaten sowie der Westen unterstützen die Rebellen, während andere Staaten der Region, etwa der Iran, aber auch Russland auf der Seite Assads stehen. Das sind ja alles keine Geheimnisse. Problematisch daran ist, natürlich, dass das Pro-Assad Lager angekündigt hat, im Falle eines Schlages gegen Assad zurückzuschlagen. Der militärisch von vorn herein als nutzlos geplante Schlag als Reaktion auf den Chemiewaffeneinsatz könnte also die komplette Region in Brand setzen. Es ist zwar wenig wahrscheinlich, dass sich an Syrien der dritte Weltkrieg entzünden würde, wie einige Leute das behaupten, aber der Konflikt hat das Potential, sich auszuweiten. In jedem Fall würde der Schlag Folgen haben, die in keinem Verhältnis zu den zu erreichenden Zielen stünden. Dies gilt ebenso für eine Intervention größeren Ausmaßes. Wenn das mal nicht "verfahren" ist.

    Edit: zweiter Absatz erweitert.
     
  7. vonderOder

    vonderOder Ehrenmitglied

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    Und sie verteilen Geschenke. Wenn Du an den Weihnachtsmann glaubst - bitte.

    Die zahlen dann bestimmt so Steuern wie hier.

    Zahlreiche große US-Konzerne wie Amazon, Google und Starbucks verdienen viel Geld in Europa (also auch in Deutschland), zahlen aber kaum Steuern darauf.
    [​IMG]
    Im vergangenen Jahr erzielte der US-Konzern hierzulande einen Gewinn von 118 Millionen Euro – doch das Finanzamt sah davon fast nichts.
     
  8. dkR

    dkR Forenlegende

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    Ist ja auch eine Unverschämtheit, wenn sich Konzerne an geltendes Recht halten, wa? Deren 13000 Angestellte zahlen dann wohl auch keine Steuern?

    btw: §266 StGB
     
  9. agentP

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    :rofl:
     
  10. Giacomo_S

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    Wenn man sich die viele Rohstoffländer der Welt so anschaut, kommt "Wohlstand und eine Zukunft" nur für eine Minderheit der Bevölkerung dabei heraus. Entweder profitieren nur eine korrupte Cliquen vom Reichtum, die dann in Saus und Braus leben (wie die Saudis) oder es kassiert gleich der Staat (wie in Venezuela). Wobei sich letztere wenigstens noch eine Verbesserung der medizinischen Versorgung, der Schulen und der Ernährung, vor allem für die sozial Schwachen, an die Brust heften können.
     
  11. vonderOder

    vonderOder Ehrenmitglied

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    Über was machen wir uns denn eigentlich Gedanken. Hast doch gelesen, sowas: "wird als gute Idee betrachtet".
     
  12. dkR

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    Ja, da hast du leider recht. Das ist allerdings ein lokales Problem und kein grundsaetzliches.
    Die Rohstoffe nicht zu nutzen ist aber irgendwie auch keine Loesung.
     
  13. agentP

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    Interessant, dass in dem Zusammenhang komischerweise nie Rohstoffländer wie Australien oder Norwegen erwähnt werden oder wenn schon Golfstaaten, dann komischerweise nie die V.A.E. oder in Lateinamerika Brasilien, wo die Bevölkerung zumindest deutlich mehr partizipiert als in Saudi-Arabien oder Venezuela... :roll:
     
  14. Giacomo_S

    Giacomo_S Ehrenmitglied

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    Wenn Rohstoffreichtum nur in sehr wenigen Ländern zu einer halbwegs gerechten Verteilung der Erlöse führt, dann ist das ein grundsätzliches Problem. Denn es sind die Rohstoffe, die zu solchen Bedingungen führen.

    Doch zurück zum Thema:
    Ehrlich gesagt weiß ich nicht, wohin ein Krieg gegen Syrien führen soll. Aktuell bringen sich die Menschen gegenseitig um. Und egal, welche Seite gewinnen wird: Der jeweilige Gewinner wird offene Rechnungen begleichen und die Menschen bringen sich gegenseitig um.

    Das Nationalstaatsgefühl ist in arabischen Ländern wenig ausgeprägt. Man denkt eher in Religionsgemeinschaften, die sich gegenseitig umbringen. Innerhalb derer in Clans, die sich gegenseitig umbringen. Innerhalb derer in Familien, die sich gegenseitig umbringen.

    Ehrlich gesagt sehe ich da überhaupt keinen Weg, wie sie da auch nur in einigen Generationen zum Frieden, zur Freiheit finden wollen.
     
  15. Guest

    Guest Guest

    Wenn ihr das so lustig findet, dann erklärt mir doch bitte mal, warum die Saudis die Kosten für den Amerikanischen Angriffskrieg übernehmen wollen.

    Reine Nächstenliebe? Wohl kaum.
    Das macht nur Sinn wenn der Return of Investment entsprechend größer ausfällt als die Kosten für den Krieg.
     
  16. dkR

    dkR Forenlegende

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    IMO weil die Saudis (bzw. das Haus Saud) einen an der religiösen Waffel haben, Langeweile und zu viel Geld. Die finanzieren bestimmt auch einige der Rebellengruppen um ihren wahren Islam in Syrien zu verbreiten.

    Die Sache mit der Pipeline ist halt immer die, dass seit Jahrzehnten angeblich JEDER Konflikt woauchimmer vom Westen initiiert wegen Öl oder Pipelines geführt wird.
    Mal abgesehen, dass ich die Meinung, nur der Westen hätte Interesse an Konflikten doch sehr arrogant finde: Es passiert schlichtweg nichts. Kein Öl, keine Pipeline, kein garnix. Nichtmal Kuwait, nichtmal im Irak verdienen sich US-Ölfirmen dumm und dabbig.
     
  17. agentP

    agentP Forenlegende

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    Erklär du mir doch mal, warum es billiger sein sollte einen Angriffskrieg zu führen anstatt zu Assad zu sagen: Lass uns mal eben eine Pipeline bauen, wir versilbern dir deine Zustimmung.

    Weil Assad ein unbestechlicher Moralmensch ist, der sich nicht kaufen lässt?

    Oder können die Saudis nur "Return of Investment", haben aber an der Uni gefehlt als es um "Primärkosten senken" und "Make or Buy" ging?

    Den Saudis geht es vermutlich darum, Hegemionalmacht im Nahen Osten zu sein. Der Irak ist aus dem Weg, für Syrien bietet sich nun eine Gelegenheit und dann ist man alle ernstzunehmenden Konkurrenten außer dem Iran los. Und keiner ist einem in der eigenen Familie böse, weil alle sowieso grundsätzlich und traditionell davon ausgehen, dass die Israelis und/oder die Amis nur ihre eigenen Interessen verfolgen.
     
  18. vonderOder

    vonderOder Ehrenmitglied

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    Den Erkenntnissen deutscher Abhörspezialisten zufolge sind die von den Kommandeuren verlangten Giftgas-Angriffe stets abgelehnt und der Einsatz vom 21. August wahrscheinlich nicht von Syriens Präsident Baschar al-Assad persönlich genehmigt worden.
    [​IMG]
     
  19. Guest

    Guest Guest

    Wie ich es mir dachte:


    http://rt.com/op-edge/mother-chemical-attack-footage-fraud-509/

    So wie es aussieht, finanzieren die Saudis nicht nur den illegalen Angriffskrieg auf Syrien, sondern schicken auch noch zu Tode verurteilte Kriminelle als Kämpfer für die "Rebellen" dort hin.

    http://www.businessinsider.com/saudi-arabia-sent-inmates-against-assad-2013-1

    Das ganze wird immer absurder.

    Nachdem die USA seit 9/11 die "AlQuaida" als den personifizierten Antichrist bekämpft haben, macht Obama jetzt gemeinsame Sache mit denen und Muslimischen Extremisten aller Couleur?
     
  20. Guest

    Guest Guest