Gewaltiges Erdbeben erschüttert Japan

Gilgamesh

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Simple Man schrieb:
Tja, Kanake, wäre mir neu, dass halb Japan schon bedenklich verstrahlt sei ... belege das doch mal bitte ...
Halte du dich mal an die Pressesprecher der Atomlobby und der Regierung Japans. Ich hingegen halte mich an meinen gesunden Menschenverstand.

Überigens bin ich kein Kanake, sondern ein Türke...ethnisch gesehen.
 

agentP

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Dann sind die Einwohner Japans bitte auch Japaner und nicht "Japsen".

Ich hingegen halte mich an meinen gesunden Menschenverstand.
Ja, manche klammern sich noch an den dünnsten Strohhalm. :rofl:
 

Trasher

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Zurück zum Thema

Hier die Verordnung, auf die sich die Meldungen bezüglich angehobener Grenzwerte offensichtlich beziehen:

DURCHFÜHRUNGSVERORDNUNG (EU) Nr. 297/2011 DER KOMMISSION
vom 25. März 2011
zum Erlass von Sondervorschriften für die Einfuhr von Lebens- und Futtermitteln, deren Ursprung
oder Herkunft Japan ist, nach dem Unfall im Kernkraftwerk Fukushima


Begründung der Verordnung:
DURCHFÜHRUNGSVERORDNUNG (EU) Nr. 297/2011 schrieb:
Nach dem Unfall im Kernkraftwerk Fukushima am 11. März 2011 wurde die Kommission darüber unterrichtet, dass die Radionuklidgehalte bestimmter aus Japan stammender Lebensmittelerzeugnisse, wie Milch und Spinat, die in Japan für Lebensmittel geltenden Auslösewerte überschreiten. Eine solche Kontamination kann eine Be­drohung für die öffentliche Gesundheit und die Tier­gesundheit in der Union darstellen; daher ist es als Vorsorgemaßnahme angezeigt, umgehend Sofortmaßnahmen auf Unionsebene zu treffen, um die Sicherheit der Lebens- und Futtermittel, einschließlich Fisch und Fischerei­erzeugnisse, deren Ursprung oder Herkunft Japan ist, zu gewährleisten. Da der Unfall noch nicht unter Kontrolle ist, sollten in diesem Stadium Lebens- und Futtermittel aus den betroffenen Präfekturen – unter Berücksichtigung einer Pufferzone – den vor der Ausfuhr vorgeschriebenen Tests sowie Lebens- und Futtermittel aus dem gesamten Hoheitsgebiet Japans einer Stichprobenprüfung unterzogen werden.
Das offensichtliche Ziel ist also, die Sicherheit unserer Lebens- und Futtermittel zu gewährleisten. Dazu sollen Lieferungen aus dem betroffenen Gebiet mit einer Erklärung bezüglich Erntedatum/Herkunft versehen werden.

Gleichzeitig bezieht man sich aber auf höhere Grenzwerte mit der Begründung, dass es sich um einen nuklearen Unfall handelt. Höhere Grenzwerte hat man damals festgelegt, um eine Nahrungsmittelknappheit zu verhindern.

Ist das unlogisch, dumm-dreist oder hab ich's einfach falsch verstanden? Wer kontrolliert die juristische Haltbarkeit solcher Verordnungen?
 

agentP

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Wer kontrolliert die juristische Haltbarkeit solcher Verordnungen?
Die bei der Kommission angestellten Juristen, die Juristen der Gegner der Verordnung oder, wenn die Zweifel an der Verfassungskonformität anmelden, der Europäische Gerichtshof, würde ich sagen.

Wobei ich noch nicht gefunden habe, woraus hervorgeht, dass diese seinerzeit beschlossenen Grenzwerte höher sind. Man könnte das auch so verstehen, dass normalerweise keine Grenzwerte für Lebensmittel gelten, die regelmäßig durch die EU Behörden überwacht werden, sondern dass man den Mechanismus erst in Kraft setzt, wenn irgendwo was passiert.
Vielleicht habe ich´s aber auch überlesen. Wenn ja, kannst du den Absatz bitte nochmal zitieren?

Hier noch ein Auszug und ein Link zur Verordnung auf die Bezug genommen wird:

Es muß ein System geschaffen werden, damit die Gemeinschaft bei einem nuklearen Unfall oder einer anderen radiologischen Notstandssituation, die zu einer erheblichen radioaktiven Kontamination von Nahrungsmitteln und Futtermitteln führen können oder geführt haben, die zum Schutz der Bevölkerung erforderlichen Hoechstwerte von Radioaktivität festlegen kann.
Die Kommission wird bei einem nuklearen Unfall oder bei ausserordentlich hohen Strahlungswerten gemäß der Entscheidung des Rates vom 14. Dezember 1987 über Gemeinschaftsvereinbarungen für den beschleunigten Informationsaustausch im Falle einer radiologischen Notstandssituation (8) oder im Rahmen des Übereinkommens über die schnelle Unterrichtung bei nuklearen Unfällen vom 26. September 1986 unterrichtet.
Die Kommission erlässt bei Bedarf unverzueglich eine Verordnung, die die im voraus festgesetzten Hoechstwerte zur Anwendung bringen.
Auf der Grundlage der im Bereich des Strahlenschutzes gegenwärtig verfügbaren Daten sind abgeleitete Referenzwerte festgesetzt worden, die zur Festlegung von Hoechstwerten an Radioaktivität herangezogen werden können; diese Werte sind bei einem nuklearen Unfall oder einer anderen radiologischen Notstandssituation, die zu einer erheblichen radioaktiven Kontamination von Nahrungsmitteln und Futtermitteln führen können oder geführt haben, unverzueglich anzuwenden.
Diese Werte berücksichtigen in gebührender Weise die neuesten, zur Zeit auf internationaler Ebene verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse; gleichzeitig tragen sie der Tatsache Rechnung, daß die Öffentlichkeit beruhigt werden und eine Auseinanderentwicklung der Vorschriften auf internationaler Ebene vermieden werden muß.
Um den jeweiligen besonderen Bedingungen Rechnung zu tragen, ist es notwendig, ein Verfahren auszuarbeiten, das die rasche Anpassung dieser im voraus festgesetzten Schwellen für Hoechstwerte angleicht, die den Umständen jedes einzelnen nuklearen Unfalls oder der jeweiligen radiologischen Notstandssituation, die zu einer erheblichen radioaktiven Kontamination von Nahrungsmitteln und Futtermitteln führen können oder geführt haben, entsprechen.
Der Erlaß einer Verordnung zur Festlegung von Hoechstwerten würde ferner die Einheit des gemeinsamen Marktes wahren und Verkehrsverlagerungen innerhalb der Gemeinschaft vorbeugen.
Zur Erleichterung der Anpassung von Hoechstwerten sollten Verfahren vorgesehen werden, die die Anhörung von Sachverständigen, insbesondere der Gruppe von Sachverständigen gemäß Artikel 31 des Vertrages, ermöglichen.
Die Einhaltung der Hoechstwerte muß in geeigneter Weise überwacht werden -
http://eur-lex.europa.eu/LexUriServ/LexUriServ.do?uri=CELEX:31987R3954:DE:HTML
Ich vermute ehrlich gesagt, da geht es vor allem darum einheitliche Werte in der EU zur Anwendung zu bringen, weil man sonst z.B. entsprechende Kontrollen nicht nur an den Aussen- sondern auch an allen Binnengrenzen durchführen müsste, etc.
 

Trasher

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Wobei ich noch nicht gefunden habe, woraus hervorgeht, dass diese seinerzeit beschlossenen Grenzwerte höher sind. Man könnte das auch so verstehen, dass normalerweise keine Grenzwerte für Lebensmittel gelten, die regelmäßig durch die EU Behörden überwacht werden, sondern dass man den Mechanismus erst in Kraft setzt, wenn irgendwo was passiert.
An der Stelle bin ich mir auch noch nicht sicher aber ich kann mir kaum vorstellen, dass es vor dem Fukushima-Vorfall keine diesbezügliche EU-Verordnung gegeben hat.

Hier sind die drei Verordnungen (PDF, englisch), die mit Verordnung 297/2011 zur Anwendung kommen:
Euratom 3954/87
Euratom 944/89
Euratom 770/90
 

Angel of Seven

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Hier könnt ihr euch die Region um Fukushima in der Zukunft ansehen:


Kinder werden missgebildet geboren, an Landwirtschaft ist nicht zu denken: Nicht nur rund um Tschernobyl und Fukushima sind ganze Regionen unbewohnbar geworden - Nuklearunfälle und Atomtests haben auf fast allen Kontinenten tödliche Spuren hinterlassen. Ein Blick auf die Strahlenwüsten dieser Welt.



http://einestages.spiegel.de/external/ShowTopicAlbumBackground/a22529/l0/l0/F.html#featuredEntry
 

Hawkeye

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cryp0r

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Oder Kurzschlüsse an Umspannwerken. Sieht für mich mehr so nach Lichbogen aus, wegen der leicht bläulichen Färbung.
 

Gilgamesh

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Die Zunahme schwerer Erdbeden sei nur eingebildet, sagte man noch vor Kurzem? Ich bin mir da nicht mehr so sicher...

Wie ist das eigentlich? Das Erdmagnetfeld nimmt doch allmählich ab, bzw wandert oder hat sich aufgesplittet. Gebildet wird das Magnetfeld doch infolge Strömungen im flüssigen Erdkern.

Bedeutet ein Wandern der Magnetfelder nicht auch, dass die inneren Strömungen sich gewandelt haben? Driftet die Asiatische Platte nun evtl in eine andere Richtung und das bewirkt die Zunahme in dieser Gegend?
 

Simple Man

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SpiegelOnline: "Japan erhöht Strahlengrenzwert für Kinder"
Es ist eine umstrittene Maßnahme der Verantwortlichen in Tokio: Für Kinder in Japan gilt jetzt der gleiche Strahlengrenzwert wie für deutsche AKW-Mitarbeiter. Das Erziehungsministerium hat nach SPIEGEL-Informationen den Wert für die maximale Dosis erhöht. Experten reagieren bestürzt.
Zeit.de: "'Die japanische Regierung vertuscht keine Daten'"
Thomas Breuer hat für Greenpeace in Fukushima die Strahlung gemessen. Seine Ergebnisse decken sich mit denen der japanischen Regierung. Seine Schlussfolgerungen nicht.
 

dkR

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dkR

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Simple Man schrieb:
Erhöhte Strahlungsbelastung und z.B. Krebsrisiko?
Paßt sich die Strahlenbelastung automatisch dem Grenzwert an?
Die kriegen die Dosis ab, die sie abkriegen, völlig unabhänig von Grenzwerten.


Über Sinn und Unsinn (überwiegend letzteres) solcher Grenzwerte hab ich mich ja schon ausgelassen.
 

Simple Man

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Häh, wieso? Wenn der Grenzwert niedriger ist, dann dürften die Kinder nicht mehr in das Gebiet, in dem die Schule steht ... jetzt wird der Grenzwert erhöht und schon spricht nix mehr gegen das Gebiet ... obwohl die Belastung die gleiche ist ...
 

dkR

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Simple Man schrieb:
Häh, wieso? Wenn der Grenzwert niedriger ist, dann dürften die Kinder nicht mehr in das Gebiet, in dem die Schule steht ... jetzt wird der Grenzwert erhöht und schon spricht nix mehr gegen das Gebiet ... obwohl die Belastung die gleiche ist ...
Genau, bloß keinen Funken Selbsterantwortung oder gar Eigeninitiative zeigen.
Wozu auch? Ist ja bloß die eigene Gesundheit und die der eigenen Brut.
 
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