Bundeswehrsoldaten sterben bei Anschlag

Winston_Smith

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Ich möchte nicht daß sich die Afghanische Regierung in innerdeutsche Themen einmischt, genauso wenig gehen uns innerafghanische Konflikte was an.

Tolle Idee. Mein Gott, die kommen schon alleine klar.

Das deutsche Volk hätte sich über kurz oder lang selber entnazifiziert und in Jugoslawien würden sich jetzt alle in den Armen liegen und zusammen Kuchen backen.

Du kannst doch nicht ernsthaft behaupten, dass das Taliban Regime keine unglaubliche Tragödie für das Volk war und das jede Stunde ohne Taliban besser ist, als ein Tag mit ihnen.

ws

P.S. Warum war der Volkssturm denn jetzt eigentlich keine Wiederstandsbewegung?
 

Technoir

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Sehr passender Kommentar zum Luftangriff

Der Luftangriff auf zwei Tanklastzüge wird bereits skandalisiert, bevor noch irgendein Ergebnis einer Untersuchung vorliegt. In der Öffentlichkeit entsteht der Eindruck, als seien die Soldaten die wahre Gefahr für die Zivilisten in Afghanistan. Der Einsatz der Bundeswehr für die Freiheit wird gedankenlos diffamiert.

weiter hier:

http://www.welt.de/politik/deutschl...hen-sollten-stolz-auf-ihre-Soldaten-sein.html
 

hives

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Genau, und Karsai soll mal besser ruhig sein, unsere Bundeswehr weiß schon, was sie da macht...

In einem Zeitungsinterview kritisierte Karsai den Luftangriff und damit auch die dafür verantwortliche Bundeswehr scharf. "Was für eine Fehleinschätzung! Mehr als 90 Tote für einen einfachen Tankwagen, der in dem Flussbett zudem bewegungsunfähig war", entrüstete er sich in der Pariser Tageszeitung Le Figaro. "Warum haben sie nicht Bodentruppen geschickt, um den Tanker zurückzuholen?"
http://www.zeit.de/politik/ausland/2009-09/afghanistan-karsai-opferzahl

Sowas Undankbares! Da bringen wir ihnen die Freiheit und die beschweren sich über einen Luftangriff mit 90 Toten... von den Amis ganz zu schweigen...

Sorry, aber der WELT-Kommentar ist sowas von ideologisch durchzogen, blauäugig und einseitig, dass sich gerade mein Ironie-Nerv verklemmt hat...

Der Bundeswehr ebenso wie anderen Isaf-Kräften aber grundsätzlich erst einmal zu unterstellen, sie setzten leichtfertig oder gar willentlich das Leben von Zivilisten aufs Spiel – das ist der wahre Skandal.
Das wäre ja eine Überlegung wert, wenn nicht konkrete Kritik direkt aus Afghanistan kommen würde :roll:
 

dkR

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Zettel hat - wie immer - einen sehr lesenswerten Kommentar dazu.
http://zettelsraum.blogspot.com/2009/09/bombardierte-tanklastzuge-die-taliban.html
Seit Wochen wurde eine Aktion militanter Islamisten erwartet mit dem Ziel, den deutschen Wahlkampf zu beeinflussen. In der Nacht vom vergangenen Freitag auf Samstag sollte ein solcher Anschlag offenbar versucht werden. Das Ziel war möglicherweise das deutsche Feldlager in Kundus. Der Anschlag konnte dadurch vereitelt werden, daß die für für seine Ausführung vorgesehenen Tank- Lastzüge rechtzeitig bombardiert wurden.

Und wovon ist in der deutschen Öffentlichkeit die Rede? Nicht von den Taliban, nicht von dem verhinderten Anschlag; schon gar nicht von dem Zusammenhang mit dem deutschen Wahlkampf. Sondern fast ausschließlich von den Zivilisten, die wahrscheinlich bei der Bombardierung ums Leben gekommen sind.

Der deutsche kommandierende Offizier, Oberst Georg Klein, durch dessen Entscheidungen ein möglicher Anschlag verhindert wurde, wird nicht etwa belobigt, sondern die Staatsanwaltschaft Potsdam prüft allen Ernstes, ob gegen ihn ein Ermittlungsverfahren wegen eines Tötungsdelikts eingeleitet werden wird.
 

Edo

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Winston_Smith schrieb:
Das deutsche Volk hätte sich über kurz oder lang selber entnazifiziert und in Jugoslawien würden sich jetzt alle in den Armen liegen und zusammen Kuchen backen.
:motz:
Du hast Sie wohl nicht mehr alle, damit hast du dich selbst disqualifiziert.
In Jugoslawien hätte die UN FRÜHER und KONSIQUENTER eingreifen MÜSSEN.
und die Parteien voneinander trennen müssen. Stattdessen haben SIe sich selbst überlassen und wie alles fertig war ein paar Fernsehstationen bombardiert. um irgendwelche unqualifizierten Meldungen zu vermeiden
Ich spreche aus eigener Erfahrung was diesen Krieg betrifft:::

Und zum Thema Entnazifizierung.
In Österreich waren so viele Polizisten Richter usw. im Regime tätig das man zu wenige hatte um alle Fälle zu bearbeiten, so kam es das einige Polizisten ihre eigenen Fälle bearbeitet haben. Das konnte nur gut gehn, prost!
 

Zerch

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Wenn die Afghanen leben dürften wie sie vor den russischen Besatzern gelebt haben , dann wären sie unabhängig. Aber ihre alte und wichtigste Grundlage , die Hanfpflanze wurde ihnen verboten.

Wir in Deutschland sind ungleich viel abhängiger von anderen Ländern und Rohstoffen. Wir sind schon viel längere Zeit kein einfaches Bauernvolk mehr , welches sich selbst versorgen könnte.

Ganz nebenbei haben wir in Deutschland das Problem dass unsere Landwirtschaft systematisch unterdrückt und bekämpft wird. Ein Bauer kann nur noch überleben wenn er in industriellem Stiel Landwirtschaft betreibt.
Alle anderen brauchen einen Nebenverdienst , oder müssen ihre Landwirtschaft aufgeben. -Daraus resultiert weitere industrielle Abhängigkeit eines Volkes , während die vielen kleinen Landwirte bei den Menschen vor Ort beseitigt wurden. -ein teuflisch genialer Plan über den sich die industriell ohnehin schon gewohnten Menschen kaum Gedanken machen. Es wird selbst von davon Betroffenen einfach als logischer Wandel der Zeit abgetan.
 

Edo

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Zerch schrieb:
-ein teuflisch genialer Plan

:illu: Sie sind überall!!!!

Warum muss hinter allem ein Plan sein, vl ist es so weil es unwirtschaftlich ist. Der Beruf Hutschenschleuderer ist auch ausgestorben und hunderte andere Berufe weil Maschinen die gleiche Arbeit schneller verrichten und günstiger sind. Das hat nichts mit "teuflischen" Plan zu tun. Außerdem haben sich einige kleine Bauern etabliert die halt eine Marktlücke gefunden haben zB. Bio oder Demeter.

Und ich glaub auch nicht das die Afghanen den lieben langen Tag Hanf gegessen haben. Die haben das brav verkauft und sich Waffen entweder von den Amis oder von den Russen gekauft. Ein typischer Stellvertreterkrieg.
Bis die Amis gesehn haben das die Taliban darauf scheissen und Sie mit Ihren eigenen Waffen bekämpfen.
 

agentP

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Nicht viel besser.

Bis zum Ende der siebziger Jahre hatten alle möglichen, unterschiedlichen Regierungen die zentralen Aufgaben des Landes nicht einmal annähernd lösen können. "Aufeinander folgende Regierungen waren daran gescheitert, die Völker Afghanistans zu alphabetisieren, hatten nicht vermocht, Respekt und eine bessere Lage für Frauen durchzusetzen, oder versäumt, dem Land irgend eine substantielle Regierungs- oder industrielle Infrastruktur zu geben." Die traditionelle afghanische Gesellschaft bot ebenfalls keine Lösungsperspektive: sie war das Grundproblem.
http://www.jochen-hippler.de/Aufsat..._Volksdem/afghanistan__von_der__volksdem.html

Nur die Taliban sind mit absoluter Sicherheit nicht die Gruppe, die vorhat das zu ändern und das sollte man nnicht vergessen und sie nicht zu Wohltätern des afghanischen Volkes hochstilisieren:

Unter den Opfern von Angriffe im Zeitraum Januar 2005 bis März 2007 seien Frauenrechtlerinnen, Kandidaten bei Wahlen, Geistliche, Mitarbeiter von Regierung und Gesundheitswesen sowie Lehrer, hieß es. Mindestens 183 Schulen seien niedergebrannt worden. Nach Statistiken von Nato und Vereinten Nationen starben im vergangenen Jahr mindestens 756 Zivilpersonen bei Sprengstoffanschlägen.
http://www.netzeitung.de/spezial/kampfgegenterror/619778.html

Die eigentliche Frage ist doch: Wie kann man den Einfluss von Taliban und Warlords zugunsten einer halbwegs stabilen Zivilgesellschaft zurückdrängen UND den Krieg beenden und sich zurückziehen.
Womöglich muss man auch der Tatsache in´s Auge sehen, dass das gar nicht geht. Fakt ist, dass das alles nicht so einfach ist, wie manche es sich mit ihrer Meinung machen.


Du hast Sie wohl nicht mehr alle, damit hast du dich selbst disqualifiziert.
Das war ziemlich offensichtlich eine ironische Weiterführung von schechinahs Aussagen. :roll:
 

Edo

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agentP schrieb:
Die eigentliche Frage ist doch: Wie kann man den Einfluss von Taliban und Warlords zugunsten einer halbwegs stabilen Zivilgesellschaft zurückdrängen UND den Krieg beenden und sich zurückziehen.

Wohlstand
 

Simple Man

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Wohlstand ohne Sicherheit ist imo gar nix wert ... bzw. ist Sicherheit für mich Teil des Wohlstandes ... also, wie willst du Sicherheit nach Afghanistan bringen?
 

Edo

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Nein Sicherheit kommt durch Wohlstand, wenns allen gut geht hat keiner einen Grund einen Aufstand zu machen. Kriminalität ist dort am höchsten wo es den Menschen schlecht geht. Ergokann es sicherheit ohne ALLGEMEINEN Wohlstand nicht. Weiteres ist Sicherheit eine Nebenerscheinung des Wohlstands.
 

Winston_Smith

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Nein Sicherheit kommt durch Wohlstand, wenns allen gut geht hat keiner einen Grund einen Aufstand zu machen. Kriminalität ist dort am höchsten wo es den Menschen schlecht geht.

Im Prinzip hast Du Recht. Die Taliban würden aber wohl kaum ihren Terror stoppen, wenn es allen Menschen gut gehen würde. Im Gegenteil. Die Taliban WOLLEN keinen Wohlstand.

ws
 

Simple Man

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Tja, und Wohlstand kann es imo nicht ohne Sicherheit geben ... was nützt es dir, fließend Wasser zu haben und Strom, wenn jederzeit jemand in dein Haus eindringen kann um dich zu vergewaltigen, deine Kinder zu entführen oder dir deinen Besitz wegzunehmen? Da Wohlstand sich eher selten gleichmäßig aufbaut, wirst du kaum umhin kommen, für Sicherheit zu sorgen ... zudem: den Versuch Wohlstand - oder zumindest ein gewisses Mindestmaß davon - nach Afghanistan zu bringen, damit scheitert die NATO - und vor allem die Bundeswehr - ja aktuell, weil das alleine nix nützt, solange die Leute sich nicht sicher fühlen ...
 

agentP

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Das wäre ja eine Überlegung wert, wenn nicht konkrete Kritik direkt aus Afghanistan kommen würde

Aber wohl nicht nur negative Kritik, zumindest von leuten, die in der Gegend wohnen müssen:
"Ich habe gesehen, wie die Afghanen die verkohlten Reste der Kalaschnikows aufgesammelt und abtransportiert haben." Waffen, mit denen die Taliban sie in den vergangenen Monaten oft ins Gefecht verwickelt haben.

Der beste Beleg dafür, dass sein Kommandeur alles richtig gemacht hat, ist für Jörg K. der Jubel, mit dem er am Kunduz-Fluss begrüßt worden ist. Rund hundert afghanische Soldaten und Polizisten hätten stolz ihre Waffen in die Luft gestreckt, ihre Daumen gezeigt.

"Einige haben uns sogar Geldscheine zugesteckt", sagt der Feldwebel und zieht ein fingerdickes Bündel Banknoten, Hundert-Afghani-Scheine, aus der Hosentasche. Allein von dem, was er eingesteckt hat, könne eine Familie Brot und Gemüse für eine Woche kaufen. Der Mullah im benachbarten Dorf habe sich zum Dank für die getöteten Taliban sogar vor ihnen verneigt und seine rechte Hand auf die Brust gelegt.

http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,647593,00.html
 

hives

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Afghan Rights Monitor, an independent human rights group, reported that its survey of the area following Friday's attack shows it killed as many as 70 villagers who were siphoning gas from the vehicles after they became stuck on a sand spit in the Kunduz River.
Afghan group says NATO strike killed 70 civilians

Interessant finde ich immer die US-Darstellungen der Debatten in Deutschland, bspw.:
The government approved sending troops to Afghanistan as part of a peacekeeping operation but officially says it is not involved in a war. The German constitution, adopted after the defeat of the Nazis, prohibits the country from going to war unless it or one of its allies is directly attacked by another state.

"In Afghanistan it is like a war, but for us it is not a war," said Walter Kolbow, a Social Democrat and longtime member of the defense committee in the German Parliament. "It is an important distinction." [...]

"The reaction of General McChrystal was very wise," Juergen Trittin, a senior legislator for the opposition Green Party, said in an interview. "He showed the seriousness of investigating the bombing, and he issued words of regret to the victims. I think he behaved correctly, and I do not understand the reaction of the German government. For a long time, we had wished for such a U.S. commander to be in place."

Regardless of whether most of those killed in the bombing were civilians or Taliban fighters, there was genuine shock among many Germans that one of their military commanders could have been responsible for an attack that killed so many people.
In Germany, Political Turmoil Over Ordering Of Airstrike

Noch ein Kommentar aus der New York Times:

The Afghanistan Abyss


agentP schrieb:
Die eigentliche Frage ist doch: Wie kann man den Einfluss von Taliban und Warlords zugunsten einer halbwegs stabilen Zivilgesellschaft zurückdrängen UND den Krieg beenden und sich zurückziehen.
Womöglich muss man auch der Tatsache in´s Auge sehen, dass das gar nicht geht. Fakt ist, dass das alles nicht so einfach ist, wie manche es sich mit ihrer Meinung machen.
Das kann ich leider nur unterschreiben.

[edit]
@ agentP: Ja, auch in US-Medien ist zu lesen, dass die Reaktionen der Bevölkerung allgemein sehr zurückhaltend waren und bisher nicht einmal die Angehörigen der Toten protestiert haben. Das wird einerseits dem steigenden Ärger gegen die Taliban zugeschrieben, die den ehemals eher ruhigen Norden in letzter Zeit terrorisiert haben, und andererseits der schnellen Entschuldigung (und allgemein der zivilisierten Vorgehensweise) durch McChrystal.
 

Technoir

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"Stell' dir vor, es kommt Krieg und keiner geht hin - dann kommt der Krieg zu euch! Wer zu Hause bleibt, wenn der Kampf beginnt, und andere kämpfen lässt für seine Sache, der muss sich vorsehen: Denn wer den Kampf nicht geteilt hat, der wird teilen die Niederlage. Nicht einmal Kampf vermeidet, wer den Kampf vermeiden will: Denn es wird kämpfen für die Sache des Feindes, wer für seine eigene Sache nicht gekämpft hat."

Berthold Brecht
 

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