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TV-Doku "Recht zu sterben"

Dieses Thema im Forum "Printmedien/Mediendiskussion" wurde erstellt von Sedge, 11. Dezember 2008.

  1. Sedge

    Sedge Ehrenmitglied

    Beiträge:
    2.215
    Registriert seit:
    9. Juli 2003
    Ein kranker Mann nimmt sich das Leben und wird dabei gefilmt. "Makabren Voyeurismus" und "Quotenhascherei" werfen Sterbehilfe-Gegner der britischen TV-Doku "Recht zu sterben" vor - zu Unrecht. Das Werk ist eine sensible Studie zur Alltäglichkeit des Todes, sagt Spiegel Online

    Man sieht in Nahaufnahme, wie dem Patienten die tödliche Medizin gereicht wird mit den Worten, „Mr. Ewert, wenn Sie das trinken, werden Sie sterben“, wie er die Mixtur durch einen rosaroten Strohhalm trinkt und immer wieder einen Schluck Apfelsaft nimmt, um den bitteren Geschmack der Medizin zu beseitigen, wie er darum bittet, den ersten Satz von Beethovens neunter Symphonie zu hören, und wie er sanft einschläft mit der bewundernswert gefassten Ehefrau an seiner Seite. (FAZ)


    Ich weis ja nicht.... braucht man das? Ist das vertretbar, einen Tod im Fernsehen zu zeigen? Oder muss man das sogar zeigen, um auf entsprechende Problematiken hinzuweisen?
     
  2. NoToM

    NoToM Erleuchteter

    Beiträge:
    1.533
    Registriert seit:
    13. Januar 2003
    Ort:
    CH
    Hmm, irgendwie sind die Hemmungen, Tote zu zeigen, relativ gering, jedoch das Sterben selbst ist ein grosses Tabu. Ich habe oft grosse Mühe damit zu verstehen, warum gerade die natürlichsten Dinge so tabuisiert werden aber kein empörter Aufschrei durch die Bevölkerung oder die Medien geht, wenn ein völlig nutzloser, sinnbefreiter und uninteressanter Beitrag z.B. über die Trennung von Boris Becker ausgestrahlt oder gedruckt wird.
    Bei jeder Kriegsreportage oder jedem Amoklauf in den Nachrichten sterben Menschen im Hintergrund und dies wohl kaum freiwillig. Na gut, man sieht sie vielleicht nicht und sie werden nicht so "menschlich" dargestellt wie in so einer Reportage, es sind schliesslich "nur" Geiseln, Soldaten oder Opfer, aber auch die haben Namen und eine Geschichte.
    Ich denke, einem erwachsenenen Mensche kann sowas durchaus zugemutet werden oder zumindest, dass er selbst entscheiden kann, ob er nicht lieber umschalten möchte.

    Und, was ist wirklich makaberer, zu zeigen und zu lehren, wie man möglichst effektiv andere Menschen töted, oder zu zeigen und zu lehren, wie man möglichst friedlich und schmerzfei sein eigenes Leben beenden kann, wenn man dies wirklich möchte? Am Erstgenannten scheint sich die Masse auf jedenfall kaum zu stören...

    Verrückte Welt :O_O: :wink:
     
  3. exenter

    exenter Anwärter

    Beiträge:
    11
    Registriert seit:
    10. März 2009
    Es ging nicht ums Sterben

    Meines Erachtens ging es bei diesen Beitrag um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit zum Thema Sterbehilfe. Bei dieser Entscheidung mischt sich immer noch der Staat mit Verboten ein und beschränkt mit christlichen Moralvorstellungen die Entscheidung des Betreffenden. Jeder Idiot darf Kinder zeugen, aber wenn es ans Sterben geht will der Staat genau wissen was falsch oder richtig ist.
     
  4. Themis

    Themis Erleuchteter

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    in der Parallelgesellschaft
    Das die eingehende Dokumentation einer Sterbehilfe auf Empörung stößt ist sicherlich nicht verwunderlich.
    Wieviele Menschen haben schon einmal einen sterbenden begleitet?
    Ist halt für die meisten nichts alltägliches.
    Zudem verdrängen viele Menschen das Sterben.

    Sicherlich gibt es irgendwelche Sensationhascher, die sich den "Freitod" eines anderen Menschen am Fernseher reinziehen, aber unterm Strich denke ich schon, dass solche medialen Ereignisse dazu beitragen, dass das Bewußtsein für eine Leidenslinderung bei unheilbarer Erkrankung samt Qualen geschärft wird.
    Z.B. ist meiner Meinung nach auch die Zahl der Menschen mit Patientenverfügungen in den letzten 2-3 Jahren gestiegen. Dazu hat sicherlich die öffentliche Diskussion in Zeitungen und im Fernsehen beigetragen.
     
  5. Gilgamesh

    Gilgamesh Ehrenmitglied

    Beiträge:
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    24. Juni 2003
    Ort:
    Göbekli Tepe, 12.000 B.C.
    Für mich alles reine Sensiblisierung. Die Bevölkerung überaltert und wird zunehmend als Last betrachtet werden. Je näher wir uns dem Peak der geburtenschwachen Jahrgänge näheren, um so mehr wird das Tabu der Sterbehilfe aufgehoben werden. Ist für das Gesamtsystem besser, wenn Menschen freiwillig ihren Tod wählen, als das marode System weitere 10-20Jahre Lebenszeit zu belasten. Mit anderen Worten: Sterbehilfe wird bald gewollt und toleriert werden...(müssen).
    Nur ne Prognose von mir.
     
  6. Sedge

    Sedge Ehrenmitglied

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    9. Juli 2003
    Momentan geht ein ähnlicher Fall durch die Presse: Jade Goody.

    Das Leben des britischen Big-Brother-"Stars" ist eine einzige Reality-Show. Jetzt soll (nach ihrer Krebserkrankung) sogar ihr Sterben im TV in Szene gesetzt werden. Durch den Verkauf von Exklusivrechten will Sie ihren Kindern ein gutes Leben ermöglichen.

    Mittlerweiel hat das Ganze makabre Züge angenommen: Das OK!-Magazine veröffentlichte ihren Nachruf - während Sie noch lebt...
     
  7. Themis

    Themis Erleuchteter

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    1.416
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    20. Dezember 2004
    Ort:
    in der Parallelgesellschaft
    Wobei dieser Fall ja offensichtlich Geldhascherei ist. Das nimmt der ganzen Diskussion ein Stück Seriösität.
     
  8. Sedge

    Sedge Ehrenmitglied

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    9. Juli 2003
  9. Sedge

    Sedge Ehrenmitglied

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    9. Juli 2003
    US-Sträfling verkauft Tickets für eigene Hinrichtung