Wikileaks - Neue Veröffentlichungen

Winston_Smith

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welchen sinn haben "vertrauliche mitteilungen", wenn sie dann eben doch digitalisiert und per net übermittelt werden?

sorry, aber wenn ich etwas absolut vertraulich behandeln will, dann darf ich es halt nicht aufschreiben, schon gar nicht so, daß es per mausklick zugänglich wird (und sei das über fünf passwörter)

ich darf auch als us-botschaftsangehöriger der meinung sein, bundesangie sei keine gestalterin und außenguido eine lachnummer - nur bin ich eben selber schuld, wenn ich das auch noch aufschreibe oder gar per mail übermittle und dabei erwischt werde

Die aktuellen Datensätze sind ja nicht einfach so im Internet gefunden worden, sondern wurden aktiv von einem Geheimnisträger in stundenlanger Arbeit auf CDs kopiert. Der "Informant" gehörte zu einem auserwählten Kreis und hat vertrauliche Daten, auch wenn der Großteil langweilig ist, weiter gegeben.

„Das größte Schwein im ganzen Land, ist und bleibt der Denunziant.“
(Hoffmann von Fallersleben)

ws
 
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Winston_Smith schrieb:
Die aktuellen Datensätze sind ja nicht einfach so im Internet gefunden worden, sondern wurden aktiv von einem Geheimnisträger in stundenlanger Arbeit auf CDs kopiert. Der "Informant" gehörte zu einem auserwählten Kreis und hat vertrauliche Daten, auch wenn der Großteil langweilig ist, weiter gegeben.

...und so wie es aussieht schon seit 2007 und nicht nur an Wiki sondern zunächst an die Amis (die sich damals nicht darüber aufgeregt haben - die Regeln gelten ja nur immer für die anderen)


Er lieferte den Amerikanern Partei-Interna - und zwar deutlich früher als angenommen. Nach Informationen des SPIEGEL hielt Guido Westerwelles Büroleiter die US-Botschaft bereits seit 2007 auf dem Laufenden. Chefdiplomat Murphy will mit der FDP gern darüber reden, "wenn sich der Staub gelegt hat".

http://www.ask1.org/gate.html?name=Forums&file=posting&mode=quote&p=529492

Kaum daß der "Informant" für jemand anderen arbeitet wird er zum Denunziant. Verlogener Doppelstandard.
 

Trasher

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Und weil der Informant für die "falsche" Seite gearbeitet hat, ist er ein Denunziant? Ist einer, der einen ehemaligen Stasi-Mitarbeiter auffliegen lässt, ein Denunziant? Eine Seite würde protestieren, die andere feiern. Wer hat Recht?
Politisches Gekungel von Volksvertretern gehört einfach an die Öffentlichkeit, wenn auch meinetwegen mit Verzögerung.
Wer bemühte noch gleich den dämlichen Spruch: "Wer nichts zu verbergen hat, hat nichts zu befürchten?" Wie treffend. Wenn die Papiere authentisch und von schonungsloser Aufrichtigkeit sind, wer sollte sich mit deren Veröffentlichung ertappt fühlen? Wohl nur der Lügner.
 

Winston_Smith

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Es geht mir um Bradley Manning. Der hat seinen Status genutzt, um geheime Dokumente veröffentlichen zu lassen.

ws
 

petronius

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Winston_Smith schrieb:
Die aktuellen Datensätze sind ja nicht einfach so im Internet gefunden worden, sondern wurden aktiv von einem Geheimnisträger in stundenlanger Arbeit auf CDs kopiert

aber daß so etwas möglich ist, weiß man. und was möglich ist, wird eben irgendwann auch mal gemacht. auch das weiß man

was digital vorliegt, kann und wird meist auch irgendwann digital verbreitet werden

Winston_Smith schrieb:
„Das größte Schwein im ganzen Land, ist und bleibt der Denunziant.“
(Hoffmann von Fallersleben)

des einen denunziant ist des anderen whistleblower
 

Winston_Smith

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Passend zum Thema lief gestern auf 1extra eine Doku über die West-Ost-Annäherung unter Brandt und da besonders um die diplomatischen Leistungen von Egon Bahr. So gut wie alle wichtigen Punkte wurden damals geheim abgesprochen. Gerade das Viermächteabkommen wäre ohne diesen Kanal so nicht abgeschlossen worden.

ws
 

Simple Man

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Und der Molotow-Ribbentrop-Pakt enthielt geheime Passagen, die die Aufteilung Osteuropas regelten ... das Ding wäre ohne Geheimabsprachen auch nicht zustande gekommen ... findeste bestimmt auch gut, oder Winston?
 

Winston_Smith

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findeste bestimmt auch gut

Wieso auch gut?

die Aufteilung Osteuropas regelten

Glaubst Du wirklich, Nazi-Deutschland und die Sowjets hätten Osteuropa nicht nach Ihren Plänen aufgeteilt, wenn sie bei der Planung erwischt worden wären? Nach dem Motto: "Mist. Man hat uns enttarnt. Jetzt sind bestimmt alle böse auf uns, lass und das mit dem Krieg noch mal überdenken."

ws
 

Simple Man

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Glaubst du wirklich, das Viermächteabkommen wäre ohne diesen geheimen Kanal so nicht abgeschlossen worden?

Und ja, wenn die Geheimabsprachen vorher bekannt geworden wären, hätte der ganze Krieg eine andere Entwicklung nehmen können ...
 

Helika

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Ist die USA ev. leichtsinnig geworden, seit der kalte Krieg vorbei ist, nach dem Motto "uns kann keiner mehr was"? Früher musste man doch auch mit Spionage rechnen. Und die Möglichkeiten des Inets bieten völlig neue Veröffentlichungsmöglichkeiten. Solche Informationen langfristig zu speichern erscheint mir auch sehr blauäugig. Unabhängig davon, wie die Infos nach draußen kamen.
Bei den USlern spioniert jemand im eigenen Amt und gibt geheime Infos weiter - bei der FDP (und vielen anderen) spioniert wer im Auftrag der Amis im eigenen Amt und gibt geheime Infos weiter. Könnt nicht sagen, dass es mit WikiLeaks die falschen getroffen hat. :twisted:
 

phoenix

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Das Beste was der U.S.A passieren konnte, meine Schadenfreude ist groß.
 

POW

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Und genau darum geht es doch. Während "die da oben" von uns erwarten, dass wir ehrlich miteinander umgehen, sind diese Irren der Meinung, selber alles immer in einen Mantel des Schweigens und der Lügen verpacken zu müssen. Und wer sagt denn, dass alles immer im Geheimen ablaufen muß? Denn in einer Welt, in der es immer nur um Geheimniskrämerei geht, versucht ja auch die andere Seite nicht ins Hintertreffen zu geraten und verdunkelt ebenfalls seine Informationen. Und damit befinden wir uns in einem Strudel, der niemals endet. Wollen wir das wirklich? Also ich für meinen Teil denke, dass eine ehrliche Welt der gesamten Menscheit vielmehr zugute kommt.


Hier nochmal ein etwas älterer Bericht:

http://www.stern.de/politik/ausland...s-einsatz-los-lass-uns-schiessen-1556472.html

Un noch was von heute:

http://www.n-tv.de/politik/Wikileaks-veroeffentlicht-Terrorliste-article2081226.html
 

dkR

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Zwei Probleme: 1) Gewisse Informationen sollten vertraulich bleiben, weil sie Schaden anrichten können.

2) Das ist Diplomatie, so funtkioniert die Welt nunmal.
 

petronius

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Winston_Smith schrieb:
Passend zum Thema lief gestern auf 1extra eine Doku über die West-Ost-Annäherung unter Brandt und da besonders um die diplomatischen Leistungen von Egon Bahr. So gut wie alle wichtigen Punkte wurden damals geheim abgesprochen. Gerade das Viermächteabkommen wäre ohne diesen Kanal so nicht abgeschlossen worden

und wurden diese "so gut wie alle wichtigen Punkte" digital gespeichert?

it's the technology, stupid :wink:
 

POW

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dkR schrieb:
Zwei Probleme: 1) Gewisse Informationen sollten vertraulich bleiben, weil sie Schaden anrichten können.

2) Das ist Diplomatie, so funtkioniert die Welt nunmal.

Also juuuuut... Meiner Auffasung nach, ist jedes Problem zu lösen, bzw. es gibt immer andere Alternativen. Vielleicht sollten die, die unsere Geschicke lenken, moralisch so gefestigt werden, dass bei ihren Entscheidungen eben kein Schaden entstehen kann.
Und zweitens: Mir persönlich fällt es schwer, diese Einstellung zu teilen und es einfach so hinzunehmen, weil ich mich bei diesem Gedanken so, naja, hilflos fühle.
 

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