Was haltet ihr von Fight Club?

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Da für einige Leute der Film wirklich wichtig zu sein scheint werd' ich mal meine blöden Kommentare dazu unterlassen und mich aus diesem Thread verabschieden, hab' keine Lust auf Ärger o.Ä. ... :wink:
 

Wowbagger

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Ich finde es zwar leicht arrogant, aber ich sehe es auch so und bisher bestätigte sich das immer!
Und damit will ich niemandes Auffassungsvermögen niedermachen... :wink:

Grüße.......
 

Vanitas

Meister
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stimmt man muss auch respektieren das es für manache einfach ein lebensgefühl ist "frei" entscheiden zu dürfen und sich für ikea zu entscheiden, oder mcdonalds oder nike oder oder oder
manchen passt es einfach nichts ins weltbild das es menschen gibt die sich all dem nicht hingeben und sagen das es auch anders geht

jeder hat seine realität......

wobei stimmt der film ist einer genialsten überhaupt

aber was soll ich noch dazu sagen was nicht schon erwahnt wurde :))

lieben gruss
Vanitas
 

Elends-Touristin

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Ich schätze mein Name sollte für Fight-Club Kenner alles sagen.

Für die übrigen:
Ich weiß nicht mehr wie oft ich Fight Club schon gesehen habe, aber ich kann nicht genug davon kriegen.
Fight Club spiegelt nichts anderes wider als die illusionierte Verzerrung in der wir leben müssen und die Welt, die sich langsam dagegen streubt in ihr zu leben. Was die Masse diktiert, wird als richtig empfunden.

Erst einmal ist Fight Club schon alleine von der Art und Weise, wie er gefilmt worden ist, umwerfend. Der Film macht mit dem Zuschauer was er will. Er weiß wo er hingucken wird, und deshalb setzt er genau dorthin kleine Blitzbilder (Anfänglich, wo Tyler immer blitzschnell und für einen Bruchteil einer Sekunde erscheint) hin. Ich kenne viele, die diese bisweilen noch nie gesehen haben. Weil sie nicht wirklich für den Film "geschaffen" sind.

Außerdem sagt der Film noch weiteres aus: Man sollte aufhören sich für alles was man sagt zu rechtfertigen. Statt Einleitungssätze wie "ich weiß das klingt jetzt vielleicht dumm, ABER..." oder auch "Tschuldigung, ABER..." zu benutzen, sollte man doch frei heraus das sagen, was man will. Ob mit oder ohne Einleitungssatz, daß was man in Wirklichkeit sagenmöchte bleibt dasselbe. Aber warum muss man alles immer Portionsgerecht für andere formen.
Man braucht solche Einleitungssätze nicht, wenn man zu dem steht was man sagen will und wenn man die Einleitungssätze nicht weglassen kann sollte man genau dies hinterfragen.
Sie wegzulassen soll ja nicht gleich in einer Orgie von Respektlosigkeit und Unwürdigem Tonfall enden. Wir sollten endlich lernen, das zu formulieren, was wir meinen, dabei jedoch nicht gleich ausfallend zu werden, wenn der Inhalt auf Kontroverse stoßen oder der Provokation bezichtigt werden könnte.

Im Übrigen sind die Dialoge äußerst gelungen.
Beispiel: Tyler und Jack befinden sich vor der Bar ihres ersten Treffens (mit anschließendem ersten Kampf) und Jack muss sich wohl ein Hotel suchen.
"Warum fragst du nicht einfach?"
Sage einfach das, was du meinst und dir im Kopf herumschwirrt (wenn letztes die gerade auf der Zunge brennt und es dir zum Beispiel eine Übernachtungsmöglichkeit schenken kann).

Der Film lehrt uns, wie sehr unsere Welt dem Herdentrieb verfällt und wie illusioniert wir leben - ohne etwas dagegen unternehmen zu wollen.
Zum Beispiel finde ich diese Hausaufgaben recht interessant. Testen des allgemeinen Reaktionspotenzials. Eine feine Sache...

Guckt man den Film alleine, traut man sich richtig in ihm aufzugehen. Doch unter anderen Zuschauern fühlt man sich immer anders, besonders wenn der Film bei ihnen auf Unverständniss trifft.
Ich könnte noch unendlich lange darüber schreiben, doch ich denke das reicht für`s Erste.

Ach ja, falls sich jemand für EBM interessiert: truemmerwelten.de

Würd mich freuen, wenn irgendwer sich zu einer Meinung (ohne jegliche Rechtfertigung und ohne Wortverschönerung) äußern könnte, da man nur die eigenen Blickwinkel kennt und nie die anderen Betrachtungsmööglichkeiten...

Dange schön
 

rorschach

Meister
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Geschätzte Elends-Touristin...

Elends-Touristin schrieb:
1. Ich schätze mein Name sollte für Fight-Club Kenner alles sagen.
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2. Er weiß wo er hingucken wird, und deshalb setzt er genau dorthin kleine Blitzbilder (Anfänglich, wo Tyler immer blitzschnell und für einen Bruchteil einer Sekunde erscheint) hin. Ich kenne viele, die diese bisweilen noch nie gesehen haben. Weil sie nicht wirklich für den Film "geschaffen" sind.
--------
3. Außerdem sagt der Film noch weiteres aus: Man sollte aufhören sich für alles was man sagt zu rechtfertigen. Statt Einleitungssätze wie "ich weiß das klingt jetzt vielleicht dumm, ABER..." oder auch "Tschuldigung, ABER..." zu benutzen, sollte man doch frei heraus das sagen, was man will. Ob mit oder ohne Einleitungssatz, daß was man in Wirklichkeit sagenmöchte bleibt dasselbe. Aber warum muss man alles immer Portionsgerecht für andere formen.
Man braucht solche Einleitungssätze nicht, wenn man zu dem steht was man sagen will und wenn man die Einleitungssätze nicht weglassen kann sollte man genau dies hinterfragen.
Sie wegzulassen soll ja nicht gleich in einer Orgie von Respektlosigkeit und Unwürdigem Tonfall enden. Wir sollten endlich lernen, das zu formulieren, was wir meinen, dabei jedoch nicht gleich ausfallend zu werden, wenn der Inhalt auf Kontroverse stoßen oder der Provokation bezichtigt werden könnte.

zu 1.
Kommt mir vertraut vor... "Hätte ich einen Tumor... "

zu 2.
Besonders genial finde ich dabei, dass gerade diese Schnitttechnik im Film (auch) thematisiert wird.

zu 3.
Ich denke schon, dass man seine Äußerungen auch rechtfertigen können sollte!

Und die vorausgehende "Milderung" der anschließenden Worte ist ziemlich unterschiedlich zu deuten:

- Sie kann Anzeichen für die Unsicherheit der Person sein. Das meintest Du wohl...

- Sie kann aber auch strategisches Mittel sein, um ein Gespräch vor einer Eskalation zu bewahren und einen möglichst friedfertigen, sachlichen und "sinnvollen" Gedankenaustausch zu gewährleisten...

Geradlinigkeit gegen Rhetorik - entscheide Du, was Dir nützlicher erscheint... (für wen oder was auch immer)

"Gleite..."

Gruß...
 

Elends-Touristin

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@ rorschach
Hätte ich einen Tumor.., würde ich ihn Marla nennen.

Marla - der kleine Kratzer am Gaumen

Marlas Lebendphilosophie war, daß sie jeden Moment sterben konnte. Die Tragödie dabei war nur - so sagte sie- das es nie geschah...

Ich teile deine Meinung über "strategisch nützbare Einleitungssätze". Wie ich schon sagte: andere Blickwinkel...
..die ich als ich es schrieb nicht in betracht gezogen hatte.

Und die Sache mit den Blitzbildern: ja das ist der springende Punkt. Der Zuschauer bekommt das Gefühl der Machtlosigkeit, denn er ist es gar nicht der den Film sozusagen in der Halt hat (die Videokassette selber sozusagen), der Film hat den Zuschauer in sich gebannt. Und plötzlich erscheint da dieses Blitzbild. Genauso wie bei der Erklärung des Rollentausch.

Anfänglich wird Rollentausch ja nur als die Filmspule von einer Rolle zur nächsten zu wechseln, bezeichnet. Ohne das es der Zuschauer merkt. Doch später im Film, als Jack bewusst wird, daß er und Tyler dieselbe Person sind, benutzt er ebenso dieses Wort Rollentausch. Und diser fand die ganze Zeit statt (von Tyler zu Jack) - ohne das es der Zuschauer merkt. Ein perfektes Beispiel, bei dem der Zuschauer mit involviert ist, um zu verstehen ie wichtig ein Rollentausch ist, ohne das der Zuschauer es merkt. Denn bei den Filmspulen enstünde ja eine Lücke und der Kinofilm wäre im Eimer, und beim Zuschauer des Fight Club wäre dieser Überraschungseffekt "ah, das ist ja eine Person!" verfehlt.

O....K. konnte irgendwer folgen? Rorschach?

Eine Frage zum Schluss: wie oft erscheint Tyler "versteckt", bevor er vorgestellt wird?

Grüße...

(es sind meines Erachtens 6 Mal, 1x in voller Person, 1x versteckt, und 4x als Blitzbild)
 

Wowbagger

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Ich bin Jack´s vollkommenenes Defizit an Unverständnis...

Ja - ich habe auch 6 "Erscheinungen" gezählt, aber da möchte ich mich nicht festlegen. Wer weiss, was es noch zu entdecken gibt?

Und wechseln wir "realen" Menschen nicht auch - je nach Situation - von einer Spule zur anderen?

Die Aussagen sind sehr gut verpackt, aber nicht gerade "weltbewegend neuartig"...

Wie ich schon schrieb; ich empfand den Film als Spezialanfertigung... er spiegelt viele meiner inneren Bewegungen wieder und hat sie teilweise auch getoppt!
Aber bahnbrechende Philosophie?
Eher ein klares NEIN!

Aber das ist nur meine momentane Meinung... und was bedeutet die schon...?

(@ Touristin - du verstehst hoffentlich...)

Beste Grüße.......
 

Elends-Touristin

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Selbstverständlich verstehe ich das... menno!

Doch frage dich eins:
wenn es doch so klar ist ("nichts neuartiges"), weshalb zum Teufel wird es dann nicht öfters in der Gesellschaft, in irgendwelchen Diskussionen ausgesprochen??
Für mich standen dise Dinge auch schon vorher fest - im Unterbewusstsein...

auch du verbleibst gegrüßt... :wink:
 

Wowbagger

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Hmmm...

Du hast ja geschrieben, dass der Film unterschiedlich "wirkt",
je nachdem, ob man ihn allein oder in Gesellschaft ansieht...

Der Ansatz ist doch gar nicht schlecht.
Mit der "Aussage" bzw. dem Thema verhält es sich wohl ganz ähnlich.
In seiner "Selbstanalyse" oder "-kritik" bleibt man gewöhnlich lieber allein.
Intimspäre oder so... und Schutz vor Verletzlichkeit...

Ein individuelles Thema, das im verborgenen aktiv ist (bestenfalls).
Es ist ungeeignet, im "großen Kreis" diskutiert zu werden, weil es viel zu persönlich ist...

Wie gesagt, ist nur ein Ansatz...

Beste Grüße.......
 

Magna

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Stimme Wowbagger da zu, der Film spricht den Menschen eher im einzelnen an, kein spezielles Thema, jeder bezieht ihn am Ende stark auf seine eigenen Erlebnisse und Erfahrungen. Das macht ihn so gut. :)
Der Nick ist bekannt, oh ja... @ Elends-Touristin... Gute Wahl.
Wie seht ihr das eigentlich? Heißt er nun Jack ist sind das doch nur aus diesen Texten, die er in dem Haus findet? Finde seine Art, sich durch diese Jack-Geschichte auszudrücken übrigens klasse. Passiert mir selber zeitweise, dass ich denke "Ich bin Jacks überkochende Galle" oder ähnliches. :lol:
Liebe Grüße,
Magna
 

Wowbagger

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Magna schrieb:
Finde seine Art, sich durch diese Jack-Geschichte auszudrücken übrigens klasse. Passiert mir selber zeitweise, dass ich denke "Ich bin Jacks überkochende Galle" oder ähnliches.

Jepp... :wink: in Gedanken passiert mir das auch gerne mal.

Beste Grüße.......
 

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