Der Irak-Krieg und der Dollar
Bisher wagte es nur ein OPEC-Land, vom Dollar auf den Euro zu wechseln, nämlich der Irak im November 2000. Der Irak bezeichnete den US-Dollar als Währung eines befeindeten Staates. Die Vereinten Nationen akzeptierten den Plan Iraks. Innerhalb des Programms «Öl für Nahrungsmittel» der Vereinten Nationen konnte der Irak unbegrenzte Mengen an Öl verkaufen, um die Auswirkungen der Sanktionen auf seine Bevölkerung zu mildern. [...]
Ein weiteres Land hat seit 1999 öffentlich über einen Wechsel zum Euro nachgedacht: Der Iran, der sich damit prompt auf der «Achse des Bösen» von George W. Bush wiederfand. Im Jahr 2002 hat die Zentralbank des Iran dann einen Grossteil ihrer Reserven in Euros umgetauscht.
Venezula, viertgrösster Ölproduzent und OPEC-Mitglied, hat bereits begonnen, Tauschgeschäfte (Barter business) mit seinen Nachbarländern abzuschliessen. Es tauscht Öl gegen dringend benötigte Güter, der Dollar bleibt bei diesen Transaktionen aussen vor. Zur Erinnerung: Beim im April 2002 gescheiterten Militärputsch in Venuzuela war der CIA als Drahtzieher aktiv beteiligt. Dies könnte Venezuela schneller dazu bringen, was die USA verhindern wollten, nämlich auf den Euro umzusteigen.
Nordkorea entschied sich ebenfalls Ende 2002, anstelle des Dollars den Euro als Handelswährung einzuführen. Neben den politischen Gründen dürfte auch das Ölembargo der USA eine Rolle spielen, das das Land schwer getroffen hat.
Auch in Indonesien denkt man über den Wechsel zum Euro als Handelswährung für internationale Geschäfte nach. Laut Finanzkreisen untersucht man in der indonesischen Zentralbank Bank Indonesia, ob der Euro für die Wechselreserven verwendet werden soll.9
Alarmierend für die USA - in ihren Massenmedien allerdings totgeschwiegen - sind auch die Umschichtungen vom Dollar zum Euro innerhalb der Währungsreserven ausländischer Regierungen: in China, Venezuela, im Iran und anderen OPEC-Ländern, und vor kurzem auch in Russland.