Irak: Sgrena nach Freilassung beschossen

sklavenhund77

Anwärter
Mitglied seit
26. Januar 2005
Beiträge
7
Wir sollten auf dem Teppich bleiben

@ Lyle vole Zustimmung

mal ganz ehrlich, jeder hier ist bereit Amerika die Schuld zu geben und zwar ohne zu zögern.

Allerdings stellen sich mir ein paar Fragen, ohne das ich Amerika verteidigen will.

- Die Reporterin sieht nicht gerade wie eine Geisel aus, für die Zeit die sie in Gefangenschaft war, sieht sie erstaunlich gut aus.

- Der Spruch das die Geiselnehmer sie gewarnt hatten, erzeugt bei mir den Gedanken, was wohl passieren würde wenn eben diese Geiselnehmer auf das Auto schiessen würden, die Reporterin würde sofort den Amis die Schuld in die Schuhe schieben. Also was wenn auf das Auto tatsächlich geschossen wurde, der Fahrer in Panik Gas gab, und auf den Kontrollpunkt zu raste, aufgrund der Aussage der Geiselnehmer interpretierten sie die Lage falsch dachten die Amerikaner wären die Feinde. Und wollten nur schnell durch den Kontrollpunkt. Die Soldaten widerum mussten an einen Selbstmordanschlag denken, und feuerten die letztendlich tötlichen Schüsse.

Somit ein voller Erfolg für die Geiselnehmer, sie haben das Lösegeld, und den Feind USA in eine peinliche Rolle getrieben, wofür sie international gerügt werden.

- Ein weiterer Punkt ( der mich wieder zu meinem ersten Punkt bringt), die Reporterin war Kriegsgegnerin, und hat ihre Entführung vielleicht von ihrer Seite nur den Zweck gehabt, Italien aus dem Land abziehen zu lassen ?


Wie gesagt das sind nur Überlegungen ich weiss nicht ob das eine oder andere wahr ist.

Allerdings sollte man sich gut überlegen wer mehr nutzen aus diesem Vorfall zieht bevor man auf Grund Amerikafeindlichkeit vor schnelle Schlüsse zieht.
 

sensei

Meister
Mitglied seit
12. Oktober 2004
Beiträge
352
@ Lyle

Mit Antiamerikanismus hat das nicht zwangsläufig zu tun. Wenn man sich ansieht was für ein beliebtes Mittel zur Verfolgung eigener Interessen der politische Mord in der Geschichte der Menscheit schon immer war und auch noch immer ist (In so gut wie jdem Land der Erde nicht nur den USA), dann kann man es niemanden verübeln wenn er auch diese Option in Betracht zieht. Die Tatsache das diese Möglichkeit nicht a priori ausgeschlossen wird sondern wie viele andere Varianten auch überprüft wird zeugt einfach nur von kritischem Hinterfragen. Bis jetzt behauptet noch niemand beweisen zu können, dass die Amerikaner ein Attentat geplant haben, aber die Vernunft gebietet diese Möglichkeit nicht auszuschließen bevor das Gegenteil bewiesen wurde. Alles andere wäre blinder Gehorsam und der kann niemals richtig sein.
 

Marc

Großmeister
Mitglied seit
31. Dezember 2003
Beiträge
989
Leontral schrieb:
aber mein erster Gedanke.....Die Amis wollten nicht, dass die da raus kommt...sonst müssten sie ja zugeben, dass man Ihre Geiseln hätte retten können, wenn man den Terroristen Geld gibt
Hat die US Regierung behauptet das man Geiseln nie und in keinem Fall frei bekommt wenn man Lösegeld zahlt?
Ich dachte es ginge immer nur darum nicht mit Terroristen zu verhandeln.
 

Salomon

Meister
Mitglied seit
10. April 2002
Beiträge
213
@ Sensei: Richtig!

@sklavenhund77:
- Die Reporterin sieht nicht gerade wie eine Geisel aus, für die Zeit die sie in Gefangenschaft war, sieht sie erstaunlich gut aus.
Die Reporterin wurde nach eigenen Angaben (wie einige andere Geiseln auch,leider jedoch nicht alle) gut behandelt,mit wasser essen usw versorgt,auch wurde sie nicht gefoltert.

Der Spruch das die Geiselnehmer sie gewarnt hatten, erzeugt bei mir den Gedanken, was wohl passieren würde wenn eben diese Geiselnehmer auf das Auto schiessen würden, die Reporterin würde sofort den Amis die Schuld in die Schuhe schieben. Also was wenn auf das Auto tatsächlich geschossen wurde, der Fahrer in Panik Gas gab, und auf den Kontrollpunkt zu raste, aufgrund der Aussage der Geiselnehmer interpretierten sie die Lage falsch dachten die Amerikaner wären die Feinde. Und wollten nur schnell durch den Kontrollpunkt. Die Soldaten widerum mussten an einen Selbstmordanschlag denken, und feuerten die letztendlich tötlichen Schüsse.
Wäre natürlich auch eine Theorie!

:arrow: http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,345066,00.html

"Sie sagt, dass sie langsam gefahren seien. Der italienische Geheimdienstmitarbeiter habe die ganze Zeit auf Englisch telefoniert, um zu warnen, dass man komme (...)
 

sklavenhund77

Anwärter
Mitglied seit
26. Januar 2005
Beiträge
7
@ Salomon

Ja habe ich auch gehört, das sie gut behandelt wurde.

Allerdings steht das für mich ein bißchen im Widerspruch, mit den Videos während ihrer Geiselhaft, weil da sah sie zumindest fertig aus.

Und ohne etwas zu unterstellen, sie hat sich schon sehr gut erholt innerhalb kürzester Zeit.
 
G

Guest

Guest
Also was wenn auf das Auto tatsächlich geschossen wurde, der Fahrer in Panik Gas gab, und auf den Kontrollpunkt zu raste, aufgrund der Aussage der Geiselnehmer interpretierten sie die Lage falsch dachten die Amerikaner wären die Feinde. Und wollten nur schnell durch den Kontrollpunkt
das ganze hört sich mehr nach einem Film an...

Der Fahrer (Geheimdienstler) gerät nicht so leicht in Panik wen er ein Kontrollstützpunkt sieht!
Immerhin sind es die Amerikaner die Kontrollieren. Glaube kaum das Terroristen Kontrollstützpunkte errichten um abzuchecken wer mit den Amis arbeitet?

Wenn ein Terrorist mit einem voll mit Bomben beladenen Auto auf einen Kontrollpunkt zufährt, ist es wohl so, dass er noch beschleunigt um seine Bombe in unmittelbarer Nähe seiner Opfer zu zünden.
In diesem Fall jedoch scheint mir dies Theorie das der Fahrer wieder mal die Warnungen nicht gehört hat als "dummfug". Wurde ja schon desöfteren angewandt.
 

Lyle

Großmeister
Mitglied seit
16. Februar 2003
Beiträge
873
@ sensei
Ja und Nein. Prinzipiell hast Du recht. Man sollte nichts ausschließen. Aber es ist schon ein Unterschied, ob ich mir etwas prinzipiell als Option offenlasse, oder ob ich es bereitwillig als Möglichkeit akzeptiere. Und in welche Kategorie gehört wohl die Reaktion so mancher?
Ich habe übrigens auch gar nicht von Antiamerikanismus gesprochen, sondern nur von dem Ruf, den die USA mittlerweile besitzen und der ihren Friedensbemühungen nicht gerade entgegenkommt.

Attentate sind tatsächlich ein Mittel der Politik. Die USA haben in der Vergangenheit bewiesen, dass sie dieses Mittel auch anwenden. Z.B. haben sie vor Beginn des Irakkriegs ja auch versucht Saddam Hussein gezielt auszuschalten. Auch Fidel Castro kann glaub ich ein wenig davon erzählen, was die USA so alles versuchen. Aber es gibt bei diesen Mordversuchen einen Unterschied zu dem vorliegenden Fall. Attentate auf Hussein und Castro kann ich noch nachvollziehen. Sie sind eben "Feinde" und außerdem "böse Menschen" die "den Tod verdient haben" und deren Abscheiden sowohl das Leben von vielen Amerikanern als auch von ihren Landsleuten rettet (zumindest potentiell). Aber in dem vorliegenden Fall ist die Sachlage wohl doch ein wenig anders. Es den Amerikaner trotzdem zuzutrauen zeigt, wieviel man von ihrer Moral noch hält.
 

sensei

Meister
Mitglied seit
12. Oktober 2004
Beiträge
352
@ Lyle

Oh das so mancher diese Option willkommen heißt, bestreite ich nicht.
>Was immer der Denker denkt wird der Beweisführer beweisen< - R.A. Wilson

Aber der Legitimität der Möglichkeit tut das keinen Abbruch.

Für ihren Ruf ist die US-Regierung aber zu einem Großteil selbst verantwortlich, daher dürfen sie sich auch nicht beschweren, wenn solche Vorfälle für manche als Anlass für Aktionen dienen die vielleicht über die hier angebrachte Kritik hinausgehen (nicht vergessen Krieg hin oder her, hier wurde ein Unschuldiger erschossen und mehrere verletzt von denen keine Bedrohung ausging - fernab jeder größeren Kampfhandlung, dafür gibt es keine Entschuldigung )

Hier trifft das Sprichwort "Ein jeder ist seines Glückes Schmied" zur Abwechslung mal zu.

Wie geht der schöne Spruch :

>Fighting for peace is like fucking for virginity<

Den USA kann momentan viel Vorhalten, moralisches Verhalten gehört aber sicher nicht dazu. Diese Vertrauen müssen sie sich erst wieder verdienen. Gegenwärtig machen sie aber keinerlei Anstalten dahingehend.
 

Lyle

Großmeister
Mitglied seit
16. Februar 2003
Beiträge
873
@ sensei
Ob es eine Entschuldigung gibt, hängt davon ab, wie "verdächtig" sich der Wagen verhalten hat.
Wenn er tatsächlich mit überhöhter Geschwindigkeit gefahren ist und wenn er nicht auch Lichtzeichen und Warnschüsse reagiert hat, dann trifft die Insaßen zumindest eine gewisse Mitschuld an der Angelegenheit.
Den Begriff "Legitimität" würde ich in diesem Zusammenhang übrigens nicht verwenden.

Du schreibst, dass die Amerikaner größtenteils selbst für ihren Ruf verantwortlich sind. Auch hier kann ich wieder nur sagen, ja und nein. Sie haben sich so einiges geleistet, was negativ auf ihren Ruf abfärbt, aber wo haben sie sich denn schon etwas vergleichbares geleistet?
Es ist eine Sache ein Land anzugreifen um einen missbeliebigen angeblich gefährlichen Diktator, und dann dessen Waffen nicht zu finden. Es ist eine Sache, ein Volk aus einer Diktatur zu befreien, die hunderttausende von Menschen das Leben gekostet hat und sich beim Versuch ihm Demokratie und Freiheit nach den eigenen Maßsstäben beizubringen gründlich zu verschätzen. Es ist immer noch eine Sache dabei als Nebeneffekt gute Geschäfte zu machen und sich die Kontrolle über große Ölvorräte zu sichern, aber es ist etwas anderes, den Bürger eines befreundeten Staates einfach so hinrichten zu lassen, nur weil die Regierung dieses Staates nach den eigenen Vorstellungen ein wenig zu "weich" gewesen ist.
Einen Ruf der letzteres annehmen kann, haben sie sich bislang nicht verdient.

Den USA kann momentan viel Vorhalten, moralisches Verhalten gehört aber sicher nicht dazu. Diese Vertrauen müssen sie sich erst wieder verdienen.
Unabhängig davon, ob der erste Satz stimmt oder nicht, ist der zweite gefährlich. Denn Frieden im Irak und im Nahen Osten wird es nur in Zusammenarbeit mit den USA geben und Zusammenarbeit ohne Vertrauen, ist sehr schwierig. Im Interesse des Friedens wäre ein Vertrauensvorschuss hier deshalb wohl angebracht.
 

fumarat

Erleuchteter
Mitglied seit
21. Januar 2003
Beiträge
1.168
*Kopfschüttel*

Lyle schrieb:
Es ist eine Sache ein Land anzugreifen um einen missbeliebigen angeblich gefährlichen Diktator, und dann dessen Waffen nicht zu finden.
Ein gefährlicher Dikator, der von der US-Regierung unterstütz wurde, die sich einen Dreck scherte um seinen Regierungsstil, Kurdenvergasungen etc. solange er Iraner killte:



Es wurde skrupellos die Weltengemeinschaft belogen, im Sicherheitsrat ein Schauspiel inszeniert und im Nachhinein ohne mit der Wimper zu zucken "hat der stellvertretende US-Verteidigungsminister Paul Wolfowitz eingeräumt, dass die Frage irakischer Massenvernichtungswaffen in erster Linie aus politischen Gründen für einen Krieg im Irak genutzt wurde..

Die Massenvernichtungswaffenlüge

Lyle schrieb:
Es ist eine Sache, ein Volk aus einer Diktatur zu befreien, die hunderttausende von Menschen das Leben gekostet hat und sich beim Versuch ihm Demokratie und Freiheit nach den eigenen Maßsstäben beizubringen gründlich zu verschätzen.
Von journalistischer Seite wurde kein ernsthafter Versuch unternommen, den massiven Anschuldigungen gegen die Regierungen der USA und Großbritanniens - die das Embargo im Prinzip leiteten -, nachzugehen. Über Sponecks Enthüllung, die Sanktionen ließen den Irakern kaum mehr als $100 im Jahr zum leben, wurde nicht berichtet. Sponeck benutzt den Ausdruck "bewußte Strangulierung". Ebenfalls unberichtet blieb die Tatsache, daß George W. Bush - mit Rückendeckung Tony Blairs - bis Juli 2002 humanitäre Hilfsgüter im Wert von über $5 Milliarden blockierte. Es handelte sich um Hilfgüter, die vom Sanktionen-Komitee der UNO zuvor genehmigt wurden und vom Irak schon bezahlt waren. Neben Lebensmitteln, Medizin und medizinischem Gerät ging es um so essentielle Dinge wie Wasseraufbereitung, Hygiene, Landwirtschaft und Bildung. Die Todeszahlen sind schockierend. Zwischen 1991 und 1998 starben laut UNICEF 500 000 irakische Kinder unter 5 Jahren. "Rechnet man die Erwachsenen noch hinzu", so Halliday, "liegt die Zahl mit ziemlicher Sicherheit bei über einer Million". 1996 wurde Madeleine Albright zum aktuellen Zeitgeschehen befragt. Die Sendung im amerikanischen Fernsehen hieß '60 Minutes'. Albright war damals US-Botschafterin bei den Vereinten Nationen. Frage: "Wie wir hören, starben (im Irak) eine halbe Million Kinder... ist es den Preis wert?" Albrights Antwort: "Wir glauben, es ist den Preis wert." Der Sender CBS weigert sich seither, die Aufzeichnung des Interviews freizugeben, und der (interviewende) Reporter ist zu keiner Diskussion bereit.

http://www.zeitenschrift.com/news/sn-261004-irakkrieg.ihtml

Lyle schrieb:
Es ist immer noch eine Sache dabei als Nebeneffekt gute Geschäfte zu machen und sich die Kontrolle über große Ölvorräte zu sichern
Nebeneffekt. Also hauptsächlich ging es den USA um Demokratie und Freiheit.


Fumarat
 

caligari

Meister
Mitglied seit
13. September 2004
Beiträge
341
Als ich die Meldung vom Beschuß des Fahrzeugs das erste mal in den Nachrichten hörte, war mein spontaner Gedanke: die Soldaten sind nervös und haben in Rambo-Manier überreagiert, weil sie in jedem Auto einen vermeintlichen Bombenleger vermuten. Erst als im TV ein Italiener auf der Straße zu sehen war, der sagte "Das haben die Amis absichtlich gemacht", kam ich ins Grübeln. Und wie bei einem Puzzel muss man alle Hinweise wichtig nehmen, will man der Verschwörung (wenn es denn eine gibt) auf die Spur kommen.

Deshalb finde ich folgende Bemerkung eines Radioreporters interessant, die heute zu hören war: er sagte (sinngemäß), "...die Straße zum Flughafen, auf der sich das Unglück mit Frau Sgrena ereignete, ist in Bagdad mit am häufigsten von Anschlägen betroffen. Gleichzeitig ist der Schutz der Menschen, die vom/zum Flughafen kommen natürlich ein elementares Anliegen der Sicherheitsleute. Deshalb kontrollieren NORMALERWEISE gut ausgebildete Spezialeinheiten diesen Sektor, die über entsprechende Erfahrung verfügen. Aber die Mitglieder GENAU der Gruppe, die das Auto unter Beschuß nahmen, waren unerfahrene Reservisten..."

Da muss man sich doch zwangsläufig fragen, warum gerade zum Zeitpunkt von Frau Sgrenas Anreise der Einsatzplan für die Soldaten von der üblichen Vorgabe abgewichen ist. Es KÖNNTE zumindest so sein, dass "von oben" die Anweisung kam, die Kontrollpunkt-Profis abzuziehen und gleichzeitig die Irakkrieg-Neulinge vorher "scharf" gemacht wurden, damit sie soforthypernervös auf alles losfeuern, was sich bewegt. Und da die Befehlskette beim Militär/Geheimdienst sehr lang ist, kann der Urheber nicht zurückverfolgt werden.

Das war jetzt nur eine These, keine Vorverurteilung der USA! Aber wo sonst als in einem Verschwörungsforum kann man solche Gedanken spinnen, ohne gleich unter Beobachtung des CIA zu geraten. :)

Hier noch zwei Zitate:
"...Die US-Soldaten am Checkpoint vor dem Flughafen waren erst kurz zuvor im Irak eingetroffen. Es waren Neulinge, denen noch ein Angriff eine Woche zuvor an der gleichen Stelle in den Knochen steckte..."
http://www.spiegel.de/politik/ausland/0,1518,344815,00.html

"...Die US-Darstellung, wonach Sgrenas Rettung schlecht mit den US-Vertretern in Bagdad abgesprochen war, sei unhaltbar. Gemeinsam mit den italienischen Beamten habe auch ein US-Offizier am Flughafen auf die Journalistin gewartet..."
http://focus.msn.de/hps/fol/newsausgabe/newsausgabe.htm?id=12224
 

hives

Ehrenmitglied
Mitglied seit
20. März 2003
Beiträge
3.649
Einige Meldungen:

Ein möglicher Grund dafür könne sein, so suggeriert auch Sgrena, dass für ihre Freilassung eine hohe Summe Lösegeld gezahlt wurde. Ein Minister der italienischen Regierung gab dies indirekt zu, in dem er eine Lösegeld-Zahlung als "sehr wahrscheinlich" bezeichnete. Italienische Medien berichten von acht Millionen Dollar Lösegeld. Sgrena sagte in einem Interview mit dem Sender Sky Italia: "Die USA sind gegen dieses Praxis. Deshalb versuchen sie das auf jede erdenkliche Weise zu stoppen".
http://www.n24.de/politik/ausland/?n2005030710232000002

Trotz der widersprüchlichen Angaben (Informierung des Militärs, Vorwarnung durch Licht etc., Geschwindigkeit des Autos) sehen italienische Ermittler keine hinweise auf eine absichtliche Aktion - "Reporter ohne Grenzen" fordert jedoch eine möglichst unabhängige Ermittlung:

Die Menschenrechtsorganisation «Reporter ohne Grenzen» fordert von den Vereinten Nationen die Aufklärung des Zwischenfalls, bei dem der italienische Geheimdienstoffizier Nicola Calipari ums Leben kam.
[...]
Der Vorfall dürfe nicht nur von der US-Armee geprüft werden, so «Reporter ohne Grenzen», da die USA bei ähnlichen Fällen in der Vergangenheit Berichte veröffentlicht hätten, die ausschließlich dazu dienten, das US-Militär zu entlasten.
Die Menschenrechtsorganisation erinnerte an einen Zwischenfall im April 2003, bei dem das Bagdader Hotel Palestine von US-Truppen beschossen wurde. Zwei Journalisten starben. Der im November vergangenen Jahres veröffentlichte Untersuchungsbericht habe die US-Streitkräfte von jeglichen Fehlern freigesprochen.
http://www.netzeitung.de/ausland/328708.html


Offenbar wurden US- Militärs durchaus eingeschaltet, auch hatte Sgrenas konvoi anscheinend schon Checkpoints passiert - wenn die angaben von la stampa stimmen, wurden die Militärs jedoch gar nicht über ein Lösegeld informiert:

At the airport, they met an Italian military liaison office,r and U.S. military authorities issued them passes allowing them to travel around Baghdad carrying weapons, the newspaper said citing SISMI sources.
The sources said the Italians explained "the terms of the mission" and "the exact nature of the operation" to U.S. officials at the airport. Sources also said an American officer was instructed to wait at the airport for Mr. Calipari and the freed hostage.
But La Stampa also quoted diplomatic sources saying vital information was withheld from the Americans.
"Italian intelligence decided to free Sgrena paying a sum to the kidnappers without informing American colleagues in Iraq who, if they had known about this, would have had to oppose it, to have impeded the operation," sources said.
http://www.washtimes.com/world/20050307-120131-5769r.htm


US- Medien kümmern sich unterdessen um die Gefahr, die von Checkpoints für Zivilisten ausgeht:
http://www.zeit.de/2005/10/usmedien
 

St-Germain

Meister
Mitglied seit
22. Juli 2004
Beiträge
333
fumarat schrieb:
Lyle schrieb:
Es ist immer noch eine Sache dabei als Nebeneffekt gute Geschäfte zu machen und sich die Kontrolle über große Ölvorräte zu sichern
Nebeneffekt. Also hauptsächlich ging es den USA um Demokratie und Freiheit.
Der war gut! :D

caligari schrieb:
Als ich die Meldung vom Beschuß des Fahrzeugs das erste mal in den Nachrichten hörte, war mein spontaner Gedanke: die Soldaten sind nervös und haben in Rambo-Manier überreagiert, weil sie in jedem Auto einen vermeintlichen Bombenleger vermuten. Erst als im TV ein Italiener auf der Straße zu sehen war, der sagte "Das haben die Amis absichtlich gemacht", kam ich ins Grübeln. Und wie bei einem Puzzel muss man alle Hinweise wichtig nehmen, will man der Verschwörung (wenn es denn eine gibt) auf die Spur kommen.
Das war auch genau mein Gedanke! Bin echt gespannt, ob man der Wahrheit näher kommt.
 

Kerguelen

Lehrling
Mitglied seit
18. Februar 2005
Beiträge
29
Das selbstlose Verhalten meines Landsmannes empfinde ich natürlich als heldenhaft. Die Schüsse scheinen von rechts gekommen zu sein, es hat also eine Patrouille geschossen und nicht der Checkpoint hat das Feuer eröffnet. Giuliana saß im Wagen hinter dem Lenker, ein SISMI- Agent, der immer noch namenlos ist. Glück für sie, dass auf der Seite, von der die Schüsse kamen, Calipari gesessen hatte.
Gestern Abend konnte man in der Politsendung BALLARÒ auf Rai3 Sgrenas Horrorgeschichte live verfolgen, die Reporterin liegt leider immer noch im Krankenhaus. Laut ihrer Darstellung war selbst der Autositz, auf dem sie gesessen hatte, durchsiebt von Kugeln. Ihr Überleben grenzt wahrlich an ein Wunder.
 

St-Germain

Meister
Mitglied seit
22. Juli 2004
Beiträge
333
Also ich weiß immer weniger, was ich davon halten soll. :O_O:
Samhain's Link
...Ein Kugelregen und Feuer gingen auf uns nieder. Die Stimmen, die eben noch gelacht hatten, schwiegen für immer...

spiegel.de
...Erste Fotos des Toyotas lassen einige Einschüsse in Vorderreifen und Frontscheibe erkennen, kein Hinweis auf den "Feuersturm", an den Giuliana Sgrena sich erinnert. Der Motorblock, auf den nach den "Rules of Engagement" zunächst hätte geschossen werden müssen, scheint allerdings unversehrt...

Wird da evtl wieder mal im ganz großen Stil vertuscht? Mischen die Zeitungen mit? Oder war das alles nur Übertreibung? Wer weiß mehr :?:
 

Salomon

Meister
Mitglied seit
10. April 2002
Beiträge
213
Kurze Anmerkung.. 8)

Diesen Artikel veröffentlichte Giuliana Sgrena unter dem Titel ‘La mia verità’ => heisst doch MEINE wahrheit ,nicht DIE Wahrheit aber egal...

ansonsten interessant was die Frau über ihren "besuchfür4wochen" (hey die war in nem haus mit fernsehen und Parabolantenne :wink: )
berichtet!
Es war der dramatischste Tag. Aber auch der Monat davor, den ich als Gekidnappte verbracht hatte, wird mein Leben prägen - vermutlich für immer. Einen Monat lang war ich allein, ganz auf mich gestellt, Gefangene meiner tiefsten Überzeugungen. Stunde um Stunde ging ich in Gedanken meine Arbeit durch - schonungslos prüfend. Manchmal machten sie Späße. Oft fragten sie zum Spaß, warum ich denn nicht hier bleiben wolle, bleiben Sie doch. Persönliche Beziehungen waren ihnen wichtig. Ausgerechnet diese Leute machten mir jene Priorität wieder klar, die viele von uns nur allzu oft beiseiteschieben. Sie sprachen von meiner Familie. “Bitten Sie doch ihren Mann um Hilfe”. In meinem ersten Video, das Sie sicher alle gesehen haben werden, tat ich genau das. Mein Leben hat sich verändert. Was hatte der irakische Ingenieur (der NGO) ‘Un Ponte per‘, Ra’ad Ali Abdulaziz, noch gleich gesagt, der gemeinsam mit den beiden Simonas entführt worden war: “Mein Leben ist nicht mehr dasselbe”. Damals hatte ich ihn nicht verstanden. Heute weiß ich, was er mir sagen wollte, ich habe die harte Wahrheit selbst erfahren - erfahren, wie schwer sie sein kann. Ich habe erlebt, wie schwach man sich fühlt, wenn man versucht, sie auf sich zu nehmen.

Ps.:
Er (der Entführer) sagte, er sei ein Fan der römischen Fußballmannschaft. Es verblüffe ihn, dass ausgerechnet sein Lieblingsspieler Totti mit einem ‘Free-Giuliana‘-Shirt auf dem Spielfeld herumlief.
:D
 

samhain

Ehrenmitglied
Mitglied seit
10. April 2002
Beiträge
2.976
"Amerikaner wollten Journalistin ermorden"

Eine Fundamentalistengruppe, die sich zur Entführung der Journalistin Giuliana Sgrena bekennt, behauptet in einem Video, dass die Amerikaner die am Freitag freigelassene Reporterin ermorden wollten.

Im Video, das die amerikanische TV-Station APTN in Bagdad
anonym erhalten hat, betonte die Gruppe, dass kein Lösegeld für die Freilassung Sgrenas gezahlt worden sei, obwohl es ihr angeboten worden sei, berichtete das italienische Staatsfernsehen RAI.

Im Video ist ein Mann zu sehen, der eine Presseaussendung verliest. „Der irakische Widerstand will nicht bezahlt werden. Wir hoffen, dass alle Journalisten frei gelassen werden“, sagte der Mann.

...Der Widerstand hat von seinen privaten Quellen im Herzen Amerikas erfahren, dass der Geheimdienst CIA die Journalistin ermorden wollte“, hieß es.
http://www.dolomiten.it/nachrichten/artikel.asp?KatID=f&ArtID=58171

was das lösegeld angeht habe ich ja nun schon verschiedenes gelesen.
einmal ist von 1 million die rede, ein anderes mal von 8 millionen und jetzt soll gar kein geld geflossen sein.

interview

»Das zerreißt mich«

Die italienische Journalistin und ZEIT-Mitarbeiterin Giuliana Sgrena spricht über ihren getöteten Befreier, ihre Kidnapper und die Vorwürfe gegen US-Soldaten
http://www.zeit.de/2005/11/01__sgrena
 

Kerguelen

Lehrling
Mitglied seit
18. Februar 2005
Beiträge
29
Auweh, ausgerechnet hier "Dolomiten"- Links zu finden, tut meiner Seele weh... :?
 
Oben