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Der Sinn und die Ziele der EU???

Dieses Thema im Forum "Politik, Sozialkritik, Zeitgeschehen & Geschichte" wurde erstellt von Ellinaelea, 11. Mai 2005.

  1. Ein_Liberaler

    Ein_Liberaler Forenlegende

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    Freihandelszonen definieren sich über die Handelsschranken nach außen. Siehe Banan- oder Zuckermarktordnung, gestützte Agrarausfuhren, Multifibreabkommen, etc. Sogar Richtlinien für die Gestaltung von Traktorsitzen gibt es, von der Industrie fertig vorformuliert, um die asiatische Konkurrenz draußen zu halten. Aber vielleicht sollten wir uns tatsächlich über das viertelvolle Glas freuen...
     
  2. streicher

    streicher Ehrenmitglied

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    Es gab in der 'dunklen' Vergangenheit auch kein Übergebäude oder oder keine Institution, an das sich in gewisserweise diese Staaten verpflichtet hatten, wie es die UNO darstellt. Die USA, Russland, die EU sind zwar riesig, aber noch immer Teil der UN. Und so ganz frei Nase können sie nicht innerhalb der UN Politik betreiben, da sie rechtlich gebunden sind. Freilich ist sie kein 'Garant' für einen Weltfrieden (wie man immer wieder eindrücklich sieht), aber zu ihrer Anstrebung wurde sie geschaffen. Die Teile von ihr, also Nationalstaaten oder Staatenbündnisse wie die EU, sollten also sich verpflichtet fühlen, ebenfalls Weltfrieden anzustreben. Klar, ob sie es tun, ist eine andere Frage. Denn Worte können lügen, aber Taten die Wahrheit sprechen.
     
  3. Tseng

    Tseng Anwärter

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    Würde es die eu nicht geben würden sich die europäischen länder wahrscheinlich noch heute die köpfe einschlagen.
    Jedoch verklumpt es sich immer mehr zu einem einzigen gebilde, ob es letztens richtig oder falsch war, wird sich zeigen.
    Diesem gebilde werden früher oder später die heutigen nein sager wie schweiz, norwegen und island genau so angehören, ist nur eine zeitfrage.
    Ein vereinigtes europa birgt chancen genauso wie gefahren, deshalb muß man vorsichtig sein wenn ZU laut frieden gerufen wird. (2wk)

    Diese auf der welt einzigartige beispiel der "gemeinschaft" wurde sehr oft gegen den willen vieler menschen in den mitgliedernsländern aufgebaut, würden die wichtigsten endscheidungen durch wahlen wie in der schweiz endschieden würde es dieses europa genau so geben, jedoch vieleicht erst in 20-30 jahren.
    Da läuft es für jemanden zu langsam oder es bleibt einfach keine zeit mehr... ob es diese leute mit uns den europäern gut meinen wird sich ebenfalls zeigen.
    Aber warum muß sich europa freunde an sich binden (in die eu), auf die es im ernstfall zählen kann?
    Weil sich europa ein drittes mal nicht mehr auf die usa verlassen kann?

    Um zurück zum topic zu kommen, die schweiz wird nicht mehr all zu lang eine insel in europa sein.
     
  4. Angostura

    Angostura Geselle

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    Möglicherweise ist das auch eine Möglichkeit.
     
  5. Zerch

    Zerch Ehrenmitglied

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    ...ganz besonders wenn es um Waffen & Technik geht.


    Wäre es zu Zeiten des kalten Krieges zu einem richtigen Krieg gekommen , dann wäre er hauptsächlich auf europäischem Boden ausgefochten worden.
    Europa dient den USA als Puffer.Nur ein Zusammenschluss möglichst vieler Staaten lässt den Puffer als riesige beeinflussbare Einheit fungieren.
    Mir kommt es so vor als ob die USA Angst davor haben die Kontrolle zu verlieren , und nur ungern zuschauen wie Russland und China sich daran versuchen zu sympathisieren.
     
  6. racingrudi

    racingrudi Großmeister

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    nun ja, 200 jahre werden nicht reichen. eigentlich war fast jeder krieg nach der völkerwanderung keine "völkerschlacht" mehr. es war allermeistens die herrschende schicht diejenige, die bestimmte, wann's was zu bekriegen gab (erbfolge, territorialgewinne, konfessionsunterschiede, vormachtstellungen, und das alles mit der ganzen diplomatischen/verschwörerischen bandbreite). von daher würde ich hinter dieser spekulation ein DICKES fragezeichen anbringen.

    s. o., usus bei kriegerischen vorgängen, und das nicht erst seit 200 jahren ...

    verschwörungstheorie par excellence ... du spielst auf ein vermeintliches protokoll an, oder? hm, seeeehr zweifelhaft ...

    da ist allerdings was dran
     
  7. UltraDoc

    UltraDoc Meister

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    Ja erst diese 3 Länder un dann die ganze Welt :lol:

    Vor allem die Schweiz will ihr Bankgeheimnis abschaffen und Norwegen will unbedingt ein EU Rohstoffanhängsel werden.
     
  8. agentP

    agentP Forenlegende

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    Genau ! Und weil wir so beliebt sind tun unsere ehemaligen Kolonien Togo und Namibia gerade alles, daß die letzten Nachkommen der Kolonisten endlich verschwinden. :roll:
     
  9. Angostura

    Angostura Geselle

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    Ich habe von diesen protokollen noch nie gehört.
     
  10. UltraDoc

    UltraDoc Meister

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    Die neuen Osteuropa US Vasallen würden vermutlich lieber heute als morgen den USA beitreten die EU braucht man nur als Zahlmeister :lol:
     
  11. Ellinaelea

    Ellinaelea Großmeister

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    Das versteh ich nun nicht ganz. Eins der Hauptargumente hier in der Schweiz pro-EU ist, dass sich nur ein gemeinsam orientiertes Europa wirtschaftlich und politisch gegen die USA behaupten kann. Und nun sagt ihr mir, genau das Gegenteil sei der Fall? Eine EU ist für die USA besser zu kontrollieren als meine vielgeliebten Einzelstaaten?
    Erbitte dringend genauere Aufklärung!

    Meine Hauptargumente gegen die EU sind immer
    - dass Europa auch ohne EU eine gemeinsame Aussenpolitik führen kann
    - dass die EU die Ängste vor den USA oder China absichtlich schürt, um folgsamere Schäfchen zu erhalten. Dass dies aber nur ein Deckmäntelchen ist, hinter dem die Wirtschaftsgiganten ihr eigenes Süppchen kochen können.
    Irgendwie seh ich hier Parallelen zu Religionsfanatikern. Unser Gott (EU) ist der einzig richtige Gott und wenn ihr nicht alle gehorsam seid, kommt ihr in die Hölle (USA/China übernehmen die Macht und zwingen Europa ihre üblen Sitten und sozialen Missstände auf, wie zB Todesstrafe, etc). Der neue Gott heisst Wirtschaft.
    Lieg ich damit falsch?

    und das Wichtigste:
    Eine Regierung, die bereits in ihren Anfangszeiten den Krümmungsgrad von Salatgurken per Gesetz bestimmt und sich gar schon Sorgen darüber macht, dass es noch keine Vorschriften für Gurken unter 18cm Länge gibt? Wo wird das aufhören? Das dient doch nur der Wirtschaft und hat nichts mit Politik oder Sozialwesen zu tun.
    Meine grösste Sorge ist der Verlust der Vielfalt. Ist es nicht ähnlich wie bei einem Genpol? Unter einer bestimmten Menge wird die Spezies lebensunfähig, weil mit den verlorenen Unterschieden auch die Flexibilität verloren geht.
    Wie seht ihr das?
     
  12. forcemagick

    forcemagick Forenlegende

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    function (void);
    der witz an de eu ist ja, dass wir eben nicht ein gegengewicht zu den usa darstellen sondern ganz im gegenteil damit viel stärker zum anhängsel werden.

    den regierungen der eu-nationen werden zunehmend per richtlinie und gesetz vorgaben gemacht über die schaffung von grundlagen in den jeweiligen ländern... defacto werden gesetze beschlossen von zirkeln, die nicht mehr parlamentarisch kontrolliert sind..
    das eu-parlament selbst ist so machtlos gehalten, dass selbst hirnrissigste vorschläge durchkommen.
    das läuft auf eine entdemokratisierung der mitgliedsstaaten hinaus.
    grosslobbyisten haben es leichter europaweit einfluss zu nehmen, da es jetzt europaweit zuständige ansprechpartner gibt.
    man muss nicht mit dem geldköfferchen in einem dutzend staaten auftauchen... man muss nur ein paar wichtige kommisare schmieren.
    vieles von dem was derzeit europaweit läuft entspricht recht genau dem was die wto auch gern entwicklungsländern als heilgift vorschlägt, was die weltbank manchmal regelrecht erpresst.. interessanterweise gehen die so geimpften staatsgebilde recht schnell an der "medizin" ein oder erkälten sich doch massiv ( argentinien, der grossteil afrikas )
    noch interessanter ist, dass gerade die usa, als deren freudiger willenserfüller mir die oben genannten internationalen gremien oft vorkommen, sich noch am wenigsten einen scheiss um das kümmern was andere bitte tun sollen.

    die eu erscheint mir eher wie ein werkzeug zur zerstörung der souvernänität der europäischen staaten als etwas vorteilhaftes für uns europäer.

    wenn man von einem gegengewicht zu den usa spricht, so ist das wohl eher für das volk gedacht. in wahrheit ist die eu doch ein ausgereifteres userinterface .... die rootkonsole über die man die cluster der europäischen polit- und wirtschaftsmaschine anspricht...
     
  13. Agarthe

    Agarthe Ehrenmitglied

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    Du solltest ein Verschwörungsbuch für Programmierer schreiben, force! :D

    @Elea

    Für die deutsche Motivation einer EU gibt es für mich 3 Erklärungsansätze und keiner bringt mich wirklich weiter:

    1. Es hat wirtschaftliche Gründe, deren überragende Vorteile zu kapieren ich zu dumm bin.

    2. Es ist in der Tat eine Freimaureraktion und dient der NWO.

    3. Die Generation an deutschen Nachkriegspolitikern fühlte sich noch zu bedroht und beschämt, so dass das Schutzsuchen in Europa und Auflösen der schmachvollen Staatsbürgerschaft in der Idee des "Europäers" ein Grundbedürfnis deutscher Aussenpolitik war.

    Mein Rat an die Schweizer: haltet Euch raus. Ihr habt jetzt schon über das "bilaterale Abkommen" viele der Vorzüge und die EU würde Euch zu keinem Zeitpunkt den Zutritt verweigern, sollte es nochmal der grosse Knaller werden. Nehmt Euch einen Strandkorb und beobachtet, wie die Titanic untergeht. Und haltet mir einen frei, ich versuche die Wirtschaftsflucht zu Eurereiner im Frühjahr 2006. :wink:
     
  14. forcemagick

    forcemagick Forenlegende

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    :D mach ich :) .. bei gelegenheit ;)

    eben ... bin da auch etwas zu doof die vorteile zu erkennen, bzw habe da den unguten verdacht, dass ich gar nicht zu dumm bin, sondern dass es einfach keine vorteile gibt für z.b. deutschland. also für wen eigentlich? kurzfristig für ein paar staaten, die förderungen bekommen und in denen es scheinbar aufwärts geht, wobei meines wissens es in z.b. polen nicht wirklich aufwärts geht sondern die kluft zwischen arm und reich nur krasser geworden ist.

    der nwo dient das sicherlich ... inwiefern dahinter freimaurerische zirkel stecken mögen bin ich mir gar nicht so sicher... ich glaube es sind weniger freimaurerische vereinigungen als neoliberale thinktanks, die hinter verschlossenen türen wilde konzepte für ein schönes reich schmieden.

    dem rat schließe ich mich an.. die eu hätte die chance gehabt vielleicht zu etwas zu werden, was sich nach dem vorbild der schweiz zusammensetzt ( ihr schweizer seid ja ein ziemlich demokratisches völkchen mit verschiedenen sprachen :) und einer eigentlich gar nicht mal so irre wirkenden politik ), aber man baut ganz offenbar an etwas ganz anderem.. die eu wird aus meiner sicht ein technoneofaschistischer hochsicherheitsknast .... liebe schweizer.... bitte helft uns irgendwie...
     
  15. Ellinaelea

    Ellinaelea Großmeister

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    ...

    am 5. Juni dieses Jahres - also baldigst - wird hier darüber abgestimmt, ob die Schweiz ohne EU-Beitritt dem Schengener-Abkommen beitritt.
    Ich frag mich jetzt, was das soll. Machen die Politiker kleine Stückchen aus dem EU-Beitritt, damit nicht jeder bemerkt, was sie tun?

    Der genaue Wortlaut des Abstimmung:
    "Wollen Sie den Bundesbeschluss vom 17. Dezember 2004 über die Genehmingung und Umsetzung der bilateralen Abkommen zwischen der Schweiz und der EU über die Assoziierung an Schengen und an Dublin annehmen?"
     
  16. forcemagick

    forcemagick Forenlegende

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    Re: ...

    genau darauf läufts wohl raus...
    ich denke denen ist schon klar, dass sie sich mit direkten fragen ala "wollen wir der eu beitreten" die finger mit ihren schweizern verbrennen würden...
    doch die mächtigen interessengruppen sind da ..
    ich denke es läuft darauf raus, dass die schweiz schritt für schritt in dieses eu-system integriert wird bis es nur noch ein proforma-akt ist der eu als weiteres sternchen beizutreten.

    passt auf ihr schweizer, dass ihr da nicht an der nase herumgeführt werdet... noch habt ihr freiheiten von denen andere europäer nur noch träumen können...
     
  17. Angostura

    Angostura Geselle

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    Bedenkt man , das sämtliche westeuropäische Gründungsstaaten der heutigen EU nach dem 2. Weltkrieg definitive Kriegsbeute der USA waren und 100% wirtschaftlich und militärisch von den USA abhängig, dann kann man sich doch auch denken, daß der Plan das Projekt Vereinigtes Europa zu starten nicht ohne dem ausdrücklichen Segen und Interesse derselben Macht zustande gekommen sein kann, der man jetzt angeblich ein Gegengewicht bieten möchte.

    Es wird auch immer gerne vergessen, daß die von George Orwell prophezeite Vereinigung von USA und Europa bereits seit längster Zeit über ein ganz ordentliches Exekutivorgan verfügt – nämlich die NATO und da werden die europäischen NATO-Staaten auch nach dem Zustandekommen einer echten EU-Armee wohl kaum austreten können – oder? WTO, WELTBANK, usw...geben da den Rest.
    Die Dominanz der US-Nachrichtendienste und Medien wird wohl auch niemand in Abrede stellen.

    Damit hat sich nach nur 87 Jahren all das schon die längste Zeit erfüllt, was der US-Präsident und Rassist Wilson schon vor dem 1.Weltkrieg forderte nämlich eine Vereinigung des alten Europas nach Vorbild der USA in dem der freie Handel garantiert werde.

    Über den Leumund der Gründungsväter dieses Europas sollte sich jeder selbst informieren in dem er herausfindet wer das eigentlich gewesen ist und was der jeweilige Lebenslauf über sie verrät.

    Überhaupt ist es sehr interessant sich einmal die Lebensläufe der derzeitigen und letzten Garde unserer begeisterten EU-Brüder und Schwestern in der EU-Politik einmal etwas genauer unter die Lupe zu nehmen. Dabei reichen oft die offiziellen Informationen aus um festzustellen, daß es sich in kaum einem Fall um einen Professionalisten handelt.

    Die EU-Komissionen der letzten Jahrzehnte lesen sich wie das „Who is Who“ dubioser Gestalten.

    Auf deutscher Ebene ist das sowieso nichts neues: besonder gefällt mir da das Karpfengesicht Verheugen – dieser Mann hat ja eine unglaubliche Karriere hinter sich:


    1969-1974 Leiter des Referats "Öffentlichkeitsarbeit" im Bundesministerium des Innern
    1974-1976 Leiter des Arbeitsstabs "Analyse und Information" des Auswärtigen Amtes
    1977-1978 Bundesgeschäftsführer (FDP)
    1978-1982 General Sekretär der F.D.P
    1982Eintritt in die SPD
    1983-1999 Mitglied des Deutschen Bundestags
    1983-1998 Mitglied des Auswärtigen Ausschusses des Deutschen Bundestags
    1986-1987 Sprecher des SPD-Parteivorstands
    1987-1989 Chefredakteur der SPD-Parteizeitung "Vorwärts"
    1990-1999 Vorsitzender des Rundfunkrats der Deutschen Welle
    1992Vorsitzender des Sonderausschusses "Europäische Union" des Deutschen Bundestags
    1993-1995 Bundesgeschäftsführer der SPD
    1994-1997 Stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion, zuständig für Außen-, Sicherheits- und Entwicklungspolitik
    1994-1997 Mitglied des Auswärtigen Ausschusses
    1997Vorsitzender des Komitees für Frieden, Sicherheit und Abrüstung der Sozialistischen Internationale
    1997Mitglied des SPD-Parteivorstands
    1998-1999 Staatsminister im Auswärtigen Amt
    September 1999 Mitglied der Europäischen Kommission, Erweiterung
    November 2004Vizepräsident der Europäischen Kommission, Unternehmen und Industrie

    Also wie jemand auf die Idee kommen kann den ehemaligen Generalsekretär der FDP (bis 82) zum Bundesgeschäftsführer der SPD usw.. zu machen ist wohl einzigartig.

    Ein Ultra-Schrägling ist überhaupt der Romano Prodi – über den könnte man einen eigenen Thread eröffnen.

    Mit anderen Worten es ist alles unglaublich mit der EU.

    Sollten sich da ein paar Mitläufer in der EU da gar ausgedacht haben die EU zu einem USA unabhängigen am Ende noch Israel-kritischen Verein werden zu lassen – dann wünsche ich hiermit eine gute Nacht. Die werden eine genauso traurige gestalt abgeben wie der Herr Schröder.

    Liebe Frau aus der Schweiz Du liegst vollkommen richtig.
     
  18. sublimus

    sublimus Anwärter

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    Also, als Schweizer EU-Befürworter (auch wenn es vieles gibt, das ich ändern möchte, doch dazu mehr am Ende) möchte ich mal einige typische Vorwürfe gegenüber der EU diskutieren.


    1. Die EU wird ein überdimensionierter Superstaat

    Was heute gross und überdimensioniert scheint, wird morgen klein sein. Heute kommt uns die EU als ein riesiges Gebilde vor. Doch schon in ein - zwei Generationen wird Europa SOGAR ALS GANZES gesehen gar nicht mehr besonders gross sein. Dazu ein paar Prognosen für die nächsten 30 Jahre:
    - Man schätzt, dass Indien und China dann je etwa 2 Milliarden Menschen haben werden während ganz Europa (incl. Russland) wegen Geburtenrückgang bei ca. 500 Mio herumdümpelt. Beide dieser Länder werden uns bis dann auch wirtschaftlich als ganzes überholt haben.
    - Selbst die USA werden bis dann eine grössere Bevölkerungszahl als Europa haben (heute noch fast 3-mal weniger), da sie höhere Geburtenraten haben und über die Einwanderung wachsen. Wirtschaftlich sind sie heute schon grösser als die ganze EU.
    - Andere Länder wie Brasilien, Nigeria oder Pakistan werden dann bevölkerungsmässig GLEICH GROSS wie ganz Europa sein und auch wirtschaftlich aufgeholt haben.

    Die Prognosen müssen nicht zutreffen, aber die Warscheinlichkeit, dass die schon lange stattfindende Relativierung europäischer Grösse und Wirtschaftsmacht weitergehen wird ist enorm hoch.

    Ein Land wie Deutschland, das heute immer noch eine führende Wirtschaftsmacht ist, wird dann wohl etwa ähnlich gross und einflussreich sein, wie es heute Kleinstaaten wie die Schweiz oder Österreich sind und diese wiederum werden in etwa so wichtig sein wie ein - böse gesagt - Fliegenschiss à la Liechtenstein, San Marino oder Swaziland.
     
  19. sublimus

    sublimus Anwärter

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    2. Uns geht's auch gut ohne gross zu sein

    Nun, könnte man sagen, vielleicht lebt es sich ja als Fliegenschiss gar nicht mal schlecht. Sollen sich doch die anderen austoben, wir pfeiffen auf Grösse, Hauptsache dem einzelnen Bürger geht's gut.

    Grösse mag manchmal schwerfällig machen aber ihr Vorteil ist, dass man gegenüber anderen die eigenen Interessen verteidigen kann. Das nützt auch dem einzelnen Bürger.

    Im folgenden nur mal ein paar Beispiele, wie verheerend die fehlende Macht des eigenen Staates für den einzelnen Bürger sein kann:
    - Die USA haben (aufgrund intensiven Lobbyings der amerikanischen Holzindustrie) Anti-Dumpingzölle gegen kanadische Holzimporte verhängt. Die Kanadier haben zwar vor dem WTO-Gericht eine Strafklage eingereicht, aber dies dauert lange und die Kanadier haben nicht das Gewicht, um den Amerikanern mit Gegenzöllen ernsthaft zu schaden. Die Folge: die kanadische Holzindustrie geht kaputt, zahlreiche Angestellte in der Branche haben ihren Job verloren.
    - Die Folgen der Importzölle auf Agrarpodukte in den Industriestaaten sind für die Entwicklungsländer verheerend. Die Bauern in diesen Ländern können nicht nur wenig exportieren sondern werden auch noch von hochsubventionierten Exporten aus den Industriestaaten bedrängt. Diese Länder sitzen in der Schuldenfallen und haben nicht die Macht, sich gegen die Bauernlobby in den Industriestaaten durchzusetzen.
    - Die USA haben (aufgrund intensiven Lobbyings der amerikanischen Stahlindustrie) Strafzölle gegen russischen und chinesischen Stahl verhängt. Während die EU sich sofort dagegen mit Gegenzöllen durchgesetzt hat, musste Russland, das auf die USA wegen dem WTO-Beitritt angewiesen ist, einer Selbstbeschränkung der Exporte zustimmen, die zahlreiche russische Stahlarbeiter ins Elend gestürzt hat.

    Auch für die Schweiz gibt es schon Beispiele:
    - Deutschland hat die Schweiz unilateral gezwungen, Ihr Anflugregime auf den Zürcher Flughafen zu ändern (wegen anstehender Wahlen in Baden-Würtenberg). Die Folge: zahlreiche Flüge über dicht besiedeltes Gebiet in und um Zürich, der einzelne leidet unter Lärmbelastung, Werteverlust der Immobilie, etc.
    - Die USA haben den Schweizer Banken mit Boykottdrohungen zur Zahlung von 5 Mrd Dollar an den jüdischen Weltkongress gezwungen, weil diese nachrichtenlose Vermögen im Wert von wenigen Millionen unterschlagen haben. Ob das moralisch allenfalls gerechtfertigt war, wäre noch zu diskutieren. Das erschreckende dabei ist, das die Schweiz dazu gezwungen werden konnte.
    - In der EU, insbesondere in Deutschland, sind mehrere Ideen im Umlauf, wie unter anderem das Schweizer Bankgeheimnis trotz Bilateralen geschleift werden könnte. Eine Idee ist, Angestellte von Banken in Finanzplätzen, die gewissen Anforderungen nicht genügen, grundsätzlich zu kriminalisieren, d.h. ein Schweizer Privatbanquier müsste damit rechnen in Frankfurt verhaftet zu werden. Die Folgen für den Wohlstand in der Schweiz wären wiederum verheerend.

    Darum ist es auch für den einzelnen Bürger von Vorteil, wenn er in einem Staat lebt, der fähig ist, ihn und seine Rechtsansprüche auch gegen aussen zu schützen. Die Schweiz ist schon heute nicht mehr dazu fähig (das nennt sich dann "Souvernität") und Deutschland wird es in Zukunft auch nicht mehr sein. Nur ein vereintes Europa hat die Grösse und Durchschlagskraft, um solcher Willkür zu begegnen. Kleine Länder wie die Schweiz oder Singapur können eine Weile vielleicht eine Nische besetzen und prosperieren, aber das Risiko, in einer Willküraktion eines Grossen des eigenen Reichtums beraubt zu werden, ist sehr gross.

    Doch dies waren nur mal die häufig als "Angstargumente" titulierten Gründe.

    Es gibt meiner Meinung nach noch viel wichtigere Gründe, warum Europa Einfluss und Grösse suchen sollte: eine Verantwortung gegenüber der Welt.

    Europa hat lange das Gesicht dieser Welt geprägt und hat auch mehr als alle anderen Weltgegenden unglaubliche Umwälzungen, Kriege, Revolutionen in Politik, Wissenschaft, Gesellschaft und Ideologie durchgemacht. Dieses Wissen und diese Erfahrung sind es meiner Meinung nach wert, in die weltweite Diskussion einzufliessen (z.Bsp. Umweltschutz, minimales Sozialsystem, rechtmässiger Umgang zwischen Staaten, Verhinderung von Krieg, etc.).

    Dies geschieht aber nur, wenn Europa als wirtschaftliches und politisches Erfolgsmodell und relevanten Faktor wahrgenommen wird. Und dazu braucht es Wachstum, dazu braucht es einen starken Binnenmarkt, eine starke Armee unter zentralem europäischem Kommande und eine Stimme in der Aussenpolitik. Und ohne politische Strukturen, die dies ermöglichen, werden uns die Grossmächte immer (wie im Irakkrieg geschehen) gegeneinander ausspielen.
     
  20. forcemagick

    forcemagick Forenlegende

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    aber ist nicht das ein beispiel für letztlich den druck, der ausgeübt wird um z.b. die schweiz in die eu zu bringen?

    also mir kommt das jetzt irgendwie so vor als würde man eine pistole an der schläfe haben und würde halt dann besser mal nachgeben... ( was zwar verständlich ist, aber ich würde dann den erpresser nicht unbedingt als freund verstehen )

    im prinzip bin ich kein europagegner ( zumindest war ich das nicht immer.... ) ganz im gegenteil ich war einmal ein wirklicher fan des gedankens eines vereinten europa.. nur.. so wie europa jetzt aussieht und wie es sich entwickelt macht es mir angst.

    eigentlich hab ich mir europa immer ein bisschen so gewünscht wie eine grosse version der schweiz.
    immerhin haben es die schweizer ja vorgemacht wie man verschiedene volksgruppen mit unterschiedlichen sprachen friedlich unter einen hut bekommt.