“Innocence of Muslims” und die Folgen

Ein_Liberaler

Forenlegende
Registriert
14. September 2003
Beiträge
9.777
Eine Parallele bietet Temudschin (Dschingis Khan), der ebenfalls in Armut aufwuchs, obwohl er fürstlicher Abstammung war. Hätte er nicht dem hohen Adel angehört, hätte er keine so große Gefolgschaft an sich binden und nicht zum Herrscher aufsteigen können.
 

Giacomo_S

Ehrenmitglied
Registriert
13. August 2003
Beiträge
2.809
Themis schrieb:
Das ist mal eine Liste von Buchveröffentlichungen in der Türkei ...

Mit "islamischen Ländern" war im wesentlichen die arabischen Länder sowie die Länder des Maghrebs gemeint.
Die Türkei sieht sich selbst als laizistischen Staat an und es gibt keine Staatsreligion, wenn auch nach eigenen Angaben 99% der Türken Muslime sind. Daher sehe ich die Türkei in diesem Sinn nicht als islamisches Land an.
 

Angel of Seven

Ehrenmitglied
Registriert
23. Juli 2002
Beiträge
3.560
In den Nachrichten ist immer von "Blasphemie" die Rede. Ich kann beim besten Willen keinen Ansatz von Blasphemie erkennen.
Die Karikaturen des "Charlie Hebdo" sind echt harmlos....
 

Helika

Meister
Registriert
3. Juni 2005
Beiträge
394
Ein_Liberaler schrieb:
Eine Parallele bietet Temudschin (Dschingis Khan), der ebenfalls in Armut aufwuchs, obwohl er fürstlicher Abstammung war.

Zimmermann aus dem Hause David... reiht sich das nicht auch ein bisschen ein?
 
G

Guest

Guest
Ironischerweise geben die mordenden und brandschatzenden Muslime im Moment genau das Bild wieder, das der Film gegen den sie "protestieren" von ihnen zeichnet.
 

Giacomo_S

Ehrenmitglied
Registriert
13. August 2003
Beiträge
2.809
shechinah schrieb:
Ironischerweise geben die mordenden und brandschatzenden Muslime im Moment genau das Bild wieder, das der Film gegen den sie "protestieren" von ihnen zeichnet.

Genau: Der Islam ist eine "Religion des Friedens", und wenn jemand etwas anderes behauptet, dann stecken wir Häuser an und bringen Menschen um.
 

Ein_Liberaler

Forenlegende
Registriert
14. September 2003
Beiträge
9.777
Naja, ob Jesus tatsächlich König der Juden werden wollte, muß Spekulation bleiben, aber den Hirtenjungen David selbst könnte man noch erwähnen. Da die Quellen zum Leben des Propheten, und insbesondere zu seiner Jugend spärlich sind, könnte man auch darüber spekulieren, ob ihm eine Jugend als Hirte vielleicht auch deswegen zugeschrieben wurde, um Ähnlichkeiten mit David herauszustreichen.
 

vonderOder

Ehrenmitglied
Registriert
24. November 2004
Beiträge
2.421
Giacomo_S schrieb:
Der Islam ist eine "Religion des Friedens", und wenn jemand etwas anderes behauptet, dann stecken wir Häuser an und bringen Menschen um.
Sehr gut erfaßt. Hatte ja Mohammed zu seinen Lebzeiten auch so gehalten. Und da Mohammed Vorbild ist, eifert man ihm nach.
 

Giacomo_S

Ehrenmitglied
Registriert
13. August 2003
Beiträge
2.809
Ein_Liberaler schrieb:
Da die Quellen zum Leben des Propheten, und insbesondere zu seiner Jugend spärlich sind, könnte man auch darüber spekulieren, ob ihm eine Jugend als Hirte vielleicht auch deswegen zugeschrieben wurde, um Ähnlichkeiten mit David herauszustreichen.

Mit Mohammed ist es wie mit fast jedem Religionsgründer: Es gibt über ihn nur Quellen seiner Anhänger. Daher ist es, wie bei Jesus, bereits fraglich ob es ihn als historische Person überhaupt gab und wenn, inwieweit eine idealisierte Person der historischen entspricht.
Die erste Biographie Mohammeds entstand erst mehr als 200 Jahre nach Mohammeds Tod, beruft sich allerdings z.T. auf ältere Quellen des ersten muslimischen Jh.

Selbst die sog. islamische Expansion unter den ersten Nachfolgern Mohammeds ist, da fast nur detaillierte arabische Quellen aus deutlich späterer Zeit existieren, heute umstritten. Es muss einem doch merkwürdig vorkommen, dass aus angeblich "im Handstreich" genommenen Ländern die Chronisten über alle möglichen Petitessen berichten, nicht aber darüber, dass soeben ihr Land eingenommen und mit einer neuen Staatsreligion versehen wurde. Darüber hinaus hat man in vormals christlichen Ländern noch Münzen mit christlichen Motiven geprägt, in denen nach arabischer Geschichtssicht die Okkupation längst stattgefunden haben soll. Vermutlich haben spätere arabische Historiker die Geschichte schön geschrieben, Geschichte schreibt eben immer der Sieger.
 

Themis

Erleuchteter
Registriert
20. Dezember 2004
Beiträge
1.412
shechinah schrieb:
Ironischerweise geben die mordenden und brandschatzenden Muslime im Moment genau das Bild wieder, das der Film gegen den sie "protestieren" von ihnen zeichnet.
Ja genau, zumal sie ja auch eine repräsentative Mehrheit darstellen...
Genauso könnte man behaupten, dass "die Christen" sich so Verhalten, wie es ihnen von eben "den mordenden und brandschatzenden Muslimen" vorgeworfen wird indem sie nämlich durch ihr respektloses und ignorantes Kolonialherrengebaren wie schon so oft in der Geschichte darauf spucken und mit Füßen treten, was fremden Kulturen wichtig erscheint.

Da treffen sich ja auf beiden Seiten genau die Richtigen. Vereint in Torheit und Hass, getrennt in Gottheit und Pass.
Sollen sie sich doch gegenseitig die Köpfe einschlagen, damit ich endlich meine Ruhe habe.
:-/



Religionskritik ist ein bestandteil der modernen Zivilisation und eine inhaltliche Auseinandersetzung mit der Theologie, der Religionsphilosophie und der Religionswissenschaft ist daher unabdingbar - plumpe Provokationen und die darauf folgenden krankhaften Reaktionen jedoch sind unnütz.
Mich würde hier bestenfalls die Frage interessieren, warum und wozu die Menschen auf beiden Seiten das machen, was sie machen.
 

Goatboy

Erleuchteter
Registriert
18. November 2009
Beiträge
1.319
Gab es irgendwo Moslems, die gegen das Morden und Brandschatzen demonstriert haben?
 

Themis

Erleuchteter
Registriert
20. Dezember 2004
Beiträge
1.412
Die Antworten hätte man sich auch mühelos im Netz besorgen können.

Ist eh eine Gemeinheit, dass die Musel von Bosnien bis Indonesien keine homogene Masse bilden. Was wollen die denn mit Meinungsvielfalt?



Übrigens gab es in der internationalen Presseschau im Deutschlandfunk in den letzten Tagen zig Zeitungsbeiträge aus Pakistan, irgendwelchen arabischen Ländern und der Türkei, in denen die Reaktionen auf der Strasse verurteilt wurden. Auch das dürfte den meisten nicht bekannt gewesen sein.
Aber klar, es handelt sich bei den Zeitungskommentaren sicherlich um irgendwelche Minderheitenmeinungen. :roll:
 

agentP

Forenlegende
Registriert
10. April 2002
Beiträge
10.115
In Bengasi haben nach dem Angriff auf die US-Botschaft Tausende gegen die radikalen Islamisten demonstriert. Beim Sturm auf Milizen-Stützpunkte gab es Tote und Verletzte.
http://mobil.zeit.de/politik/ausland/2012-09/libyen-demonstration-milizen

Die Demonstrationen der libyschen Bevölkerung haben Wirkung gezeigt: Die Regierung hat die Milizen aufgefordert, ihre Stützpunkte zu räumen und ihre Waffen abzugeben.
http://mobil.zeit.de/politik/ausland/2012-09/libyen-miliz-raeumung
 

agentP

Forenlegende
Registriert
10. April 2002
Beiträge
10.115
Der Ausstoß an Literatur - der gesamten - islamischen Länder entspricht etwa der Griechenlands, und 90% davon ist religiöser Natur.

Wie ist denn so der Ausstoß an Literatur der christlichen Länder in Zentralafrika so?
Allerdings weiß ich nicht, ob es lohnt so etwas mit jemanden zu diskutieren, der die argentinische Kultur auf den Tango reduziert und offenbar ein Kulturverständnis hat, das noch aus der Kolonialzeit stammt: "Kultur ist, was der Westen dafür hält". Ach nee, nicht der Westen, Europa, weil die Amis haben ja auch keine Kultur. :roll:


iceberg.jpg


http://www.cyc-net.org/reference/refs-culturalcompetence.html
 

vonderOder

Ehrenmitglied
Registriert
24. November 2004
Beiträge
2.421
Goatboy schrieb:
Gab es irgendwo Moslems, die gegen das Morden und Brandschatzen demonstriert haben?

Muslime demonstrieren gegen religiösen Wahnsinn! Folgender Artikel zeigt einige Bilder von der Demonstration in Bengasi nach dem Anschlag auf die US-Botschaft.
Muslime demonstrieren gegen religiösen Wahnsinn!

Schöner Schlußsatz in dem Artikel:
Muslime können die Kritiker ihrer Religion ruhig hassen, aber sie sollten ihnen dankbar sein. Denn die Freunde ihrer Religion sind nur scheinbar ihre Freunde, in Wahrheit haben sie nur Angst vor dem Tsunami der Gewalt. „Islamophob“ sind nicht diejenigen, die Verbrechen im Namen der Religion kritisieren, sondern diejenigen, die sie nur um des lieben Friedens willen tolerieren. Die Kritiker der Religion hingegen nehmen die Menschen ernst. Indem sie die Religion kritisieren, halten sie die Menschen implizit für fähig, mit dieser Kritik umzugehen. Sie bieten ihnen damit immer wieder die Chance, sich als individuelle Persönlichkeiten und Staatsbürger zu profilieren.
 

agentP

Forenlegende
Registriert
10. April 2002
Beiträge
10.115
Das ist ja mal Dialektik. Rücksichtnahme ist Phobie, Provokation ist Sympathie. Woher kenne ich das nur? Ach ja: "Krieg ist Frieden, Hass ist Liebe..."!
 

vonderOder

Ehrenmitglied
Registriert
24. November 2004
Beiträge
2.421
agentP schrieb:
Woher kenne ich das nur? Ach ja: "Krieg ist Frieden, Hass ist Liebe..."!
...bestimmt auch aus dem Koran.

Aber mich würde mal interessieren welche Unwahrheiten in dem Film über Mohammed verarbeitet wurden und mit ihm verbreitet werden (sollen).
Ueber sowas könnte man sich dann aufregen.
Aber morden?
 

agentP

Forenlegende
Registriert
10. April 2002
Beiträge
10.115
Welche Wahrheiten enthält denn der Film? Welche Wahrheiten kann er enthalten, über eine Person deren historische Existenz ungefähr genauso gut belegt ist, wie die eines Jesus Christus?

Natürlich kann man einer mythischen Gestalt alles mögliche andichten: Gutes wie Schlechtes, nur mit sachlicher Kritik hat das nichts zu tun.

Und ja, auch so eine Provokation muss man aushalten können ohne gleich gewalttätig zu werden!

Aber es ist schon auch legitim, die Motive von Leuten zu hinterfragen, die den Koran öffentlich verbrennen oder mit Karikaturen provozieren oder so einen Schund wie diesen Film produzieren.
Da geht es weder um die Verteidigung von Werten, noch um aufrichtige Kritik, sondern darum, dass Fanatiker Fanatiker provozieren.
Das ist natürlich nicht im Ansatz so verwerflich wie zu Morden und zu Brandschatzen, aber im Widerspruch zu unseren viel zitierten westlichen Werten steht es ebenfalls.

Und ebenso legitim ist es darauf hinzuweisen, dass solche Vorfälle politisch ausgeschlachtet werden, und die Religion dafür nur ein willkommener Vorwand ist. Dass die Vorraussetzung, dass das klappt, nicht nur die konkrete Religion ist, sondern dass auch Bildung, wirtschaftliche Situation, gesellschaftliche Situation, etc. eine Rolle spielen, zeigt sich schon recht klar daran, wie unterschiedlich die Reaktionen in verschiedenen Ländern ausfallen, in denen der Islam die vorherrschende Religion ist.
Ebenso wäre mir jetzt nicht aufgefallen, dass eine christliche Tradition Garant für friedliches Miteinander wäre. Immerhin ist es keine 20 Jahre her, dass sich z.B. im zu über 90% christlichen Ruanda Dinge abgespielt haben, die alles in den Schatten stellen, was wir seitdem so erleben.

Eine einfache Kausalität zwischen dem Islam, den aktuellen Vorgängen und Gewaltbereitschaft im Allgemeinen herzustellen ist zumindest unseriös oder reine Heuchelei oder vermutlich in den meisten Fällen beides.
 

Ähnliche Beiträge

Oben