Wer ist Michael Moore?

Booth

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Wer Michael Moore ist? Letztlich ein ökonomisch zielgerichtet handelnder Mensch. Er hat eine nicht unerhebliche Zielgruppe identifiziert, und liefert Produkte zielgruppengerecht ab. Ob er selber dieser Zielgruppe entstammt oder nicht, finde ich eher irrelevant. Jedenfalls ist er clever, wenn es darum geht, seine Produkte zu vermarkten und zu verkaufen.

Allerdings möchte ich darum bitten, ihn nicht als Dokumentarfilmer zu bezeichnen. Seine Filme sind aus meiner Sicht so dokumentarisch, wie die Bildzeitung ein Nachrichtenblatt ist ;)

gruß
Booth
 

struppo_gong

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Leviathan schrieb:
struppo_gong schrieb:
Natürlich hat da MM mit seinen 2000 Anteilen kaum Stimmrecht.
Ich rede ja auch nicht von Stimmrechten, sondern eher vom Recht bei irgendwelchen Anlegerveranstaltungen von eben Anlegern in dieser Größenordnung mitzumachen. Das scheint mir eine für MM passende Motivation. oder darum irgendetwas rethorisch zu beweisen.
Ich schätze 20.000/100.000 sind wirklich nicht viel für ihn.
 

holo

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Vielleicht will er sich damit etwas zurück holen von dem er meint, dass es dem Volk - insbesondere ihm - genommen wurde? :twisted:
Seine Rechtfertigung?
Aber eigentlich ist es wurscht. Seine Argumente und Hinweise waren recht nützlich. Soll er sich doch bereichern, solange er Wahrheiten in ein anderes Licht rückt und die richtigen Fragen stellt.
Ich meine: Warum kreiden ihn andere Journalisten an? Neid? Narzissmus (geiles Wort)?
Haben die anderen vielleicht immer von einem Robin Hood gesprochen und dabei nicht bemerkt, dass er sich nie so (oder gar nicht) bewertet hat? Enttäuschung über MM als Folge?
 

Winston_Smith

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@struppo

Richtig. MM will nur mitreden dürfen. Und die Kohle die er mit den Aktien macht, spendet er natürlich, weil es ja "schmutziges" Geld ist....

Genauso wie mit den McD Aktion usw....

(wenn er denn überhaupt aktienpakete hat)

:roll:
 

_Dark_

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Seine Argumente und Hinweise waren recht nützlich. Soll er sich doch bereichern, solange er Wahrheiten in ein anderes Licht rückt und die richtigen Fragen stellt.
finde ich persönlich sehr schwierig dieses thema.. einerseits hast du schon recht, aber wieviel glaubwürdigkeit bleibt denn übrig, bei so einer wasser- und wein trinker-predigerei?
ich denke inzwischen, dass der gute nur das glück hatte, den nerv der zeit zu treffen, und dann die kohle eingesackt hatte..
wie schon struppo_gong gesagt hat; in zeiten wie diesen, in denen der stumpfsinn allerorts regiert (dieses board zum glück ausgenommen), kommen solche leute immer gut an.. man frage sich dann nur mal, inwiefern im großteil unserer bevölkerung noch reflektion stattfindet, und wie sich das auf die demokratie auswirkt..
ist doch eigentlich alles nur propaganda, moore oder fox news, nur um geld zu machen und leute die macht zu sichern..
nur ist mir da die fox-seite lieber :wink:
 

struppo_gong

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@winston bei soviel ironie merkt man echt nicht mehr ob du einem irgendetwas mitteilen wolltest!
Ich hatte so das gefühl. allerdings weiß ich nicht ob deine "ironische Kritik"(???) überhaupt etwas mit meinen aussagen zu tun hatte...
 

holo

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_Dark_ schrieb:
.. man frage sich dann nur mal, inwiefern im großteil unserer bevölkerung noch reflektion stattfindet, und wie sich das auf die demokratie auswirkt..
Tja, die Antwort auf diese Frage lässt sich mit den letzten Wahlen als traurige Erkenntnis feststellen. Damit hast du den Nerv getroffen.
 

Booth

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_Dark_ schrieb:
man frage sich dann nur mal, inwiefern im großteil unserer bevölkerung noch reflektion stattfindet, und wie sich das auf die demokratie auswirkt..
Man frage sich aber auch mal, wieso so viele Menschen scheinbar glauben, daß so vieles früher "besser" gewesen sei ;)

gruß
Booth
 

holo

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Booth schrieb:
Man frage sich aber auch mal, wieso so viele Menschen scheinbar glauben, daß so vieles früher "besser" gewesen sei ;)

gruß
Booth
Weil sie in dem Versuch der Reflektion keine wirkliche Erkenntnis gewinnen konnten und immer noch in der Vergangenheit suchen?
 

seth2001

Geselle
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hi . . .

das was die menschen brauchen, suchen und wollen, sind sicherheiten.
alle wissen, das mit dieser welt etwas nicht stimmt, doch keiner traut sich
den "ersten stein zu werfen".
nun stellt sich MM hin, erschafft werke zur aufklärung der amerikaner
und bekommt dafür umjubelnden beifall.
dies ist kein wunder, denn nun wird dem "teufel" ein gesicht gegeben.

inwiefern F-9/11 die tatsachen wiederspiegelt, sie nur aus einer richtung beleuchtet oder aber voreingenommen ist, ist doch letztendlich egal, denn nun fängt man an sich gedanken zu machen.
die bürger beginnen das selbstständige denken und trennen sich langsam von den vorgefertigten meinungen und weltanschauungen des systems , bzw. der grossen medien (fersehsendern).

trotzdem sollte man eines nicht vergessen, bzw. ausser acht lassen:
in den usa herrscht ein grosser nationaler stolz, der in die ganze welt getragen wird.
amerika über alles. wir sind die besten, die stärksten und wir haben die beste wirtschaft. das beste system, die besten forscher usw. usw. . . .
dies klingt irgendwie nach einer art "nationaler-sozialismus" und dies ist die gefahr, die MM auch in F-9/11 in gewisser weise aufgegriffen hat.
krieg wird instrumentalisiert und die hintergründe sind fadenscheinig.
aber wen interessierts, wir sind die guten; und durch dieses wissen hat der tag struktur . . .

das traurige an der geschichte ist jedoch, das solcher art filme, auch in jedem anderen land dieser WELT gemacht werden könnten, und bei jedem film könnete man das unwissen der massen aufzeigen, sowie die spiele der herrschenden kasten . . .
traurig traurig ......

in diesem sinne . . .
 
G

Guest

Guest
Ich weiß nicht obs schon einer gepostet hat, aber Michael Moore besitzt ne ganze Menge Halliburton Aktien sowie weitere Anteile an Firmen, die extrem in die letzten Krisenszenarien verstrickt sind, was mich doch erheblich an seiner Intergrität zweifen lässt.

""I don't own a single share of stock!" filmmaker Michael Moore proudly proclaimed.

He's right. He doesn't own a single share. He owns tens of thousands of shares – including nearly 2,000 shares of Boeing, nearly 1,000 of Sonoco, more than 4,000 of Best Foods, more than 3,000 of Eli Lilly, more than 8,000 of Bank One and more than 2,000 of Halliburton, the company most vilified by Moore in "Fahrenheit 9/11."

Quelle: http://www.prisonplanet.com/articles/november2005/021105ownsstock.htm
 

Sentinel

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Sehr interessanter Link, shechinah!

Besonders interessant auch:

Prisonplantet/ Infowars schrieb:
Noam Chomsky has made a reputation for calling America a police state and branding the Pentagon "the most hideous institution on earth," yet his entire academic career, writes Schweizer, has been subsidized by the U.S. military.

8O
 

antimagnet

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mir scheint als wäre es euch lieber, dass leute, die halliburton-aktien besitzen oder vom us-militär finanziert werden, ruhig sind bzw. diese instiutionen in ein positives licht rücken?

:roll:
 

holo

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antimagnet schrieb:
mir scheint als wäre es euch lieber, dass leute, die halliburton-aktien besitzen oder vom us-militär finanziert werden, ruhig sind bzw. diese instiutionen in ein positives licht rücken?

:roll:
Nein. Er soll ruhig weiter kritisieren. Obwohl: Er könnte sicher auf der nächsten Aktionärsversammlung Kontakte knüpfen.
So gesehen kann es nicht schaden, ihn im Auge zu behalten.

Zur Zeit würde ich meinen, dass er sich der Waffen des Gegners bedient.
 

Winston_Smith

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Wie Booth schon richtig geschrieben hat, geht es MM um die Kohle. Daran ist auch überhaupt nichts auszusetzen. Geld zu machen ist super.

MM verkauft sich halt hervorragend. Er behauptet, aus den "Slums" von Flint zu stammen, ist einer von "ganz unten". Das stimmt schon mal nicht.

In seinen Filmen weint er gemeinsam mit Menschen, die Ihren Job verloren haben, weil der Arbeitgeber ins Ausland geht. Seine Bücher druckt aber aber wahrscheinlich beim billigsten Anbieter, der womöglich auch im Ausland sitzt.

MM beklagt sich über die "Unterdrückung" der schwarzen, stellt aber selber keine ein.

MM beklagt sich über die Riesenkonzerne, die Arbeitsplätze abbauen, um den Aktienkurs zu steigern, besitzt aber selber Aktien dieser Unternehmen.

MM biegt sich die Wahrheit so zurecht, dass sie in seine Filme passt. (siehe z.B. Waffengeschenk einer Bank)

Das alles ist vielleicht sogar sein gutes Recht, weil er ja Geld verdienen will. Und da ist er konsequent.
Man darf aber die Werke von MM darum auch nicht ernst nehmen. Es ist Satire und alles andere als eine wissenschaftliche Quelle.

Wenn man das beachtet, sind seine Werke sogar ganz unterhaltsam, mehr aber auch nicht. (Abgesehen vom Mordaufruf an Deutschen Touristen.)


ws
 

antimagnet

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ja, also wer fernsehen für eine wissenschaftliche quelle hält... :roll:

oh, ok, der hat ja auch bücher geschrieben. wer weiß, wie wissenschaftliche quellen aussehen, erkennt schon aus der ferne, dass das keine sind.


aber nochmal: jemandes argumente mit dessen charakterschwächen widerlegen zu wollen, ist ein ziemlich schwachbrüstiges vorgehen. man sollte sich um die argumente kümmern, wenn man etwas dagegen vorbringen will.

ok, ich gebe zu, das topic ist die person michael moore...
 

Winston_Smith

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jemandes argumente mit dessen charakterschwächen widerlegen zu wollen, ist ein ziemlich schwachbrüstiges vorgehen.
Wieso Charakterschwäche? MM will Geld machen. Für die einen ist das natürlich charakterschwach. Für mich ist es weder, noch.

Sein Charakterzug ist, dass er (wie gesagt) Geld machen will. Und dafür tut er so einiges. Eben auch hin und wieder mal ein wenig die Wahrheit umzubiegen.



wer weiß, wie wissenschaftliche quellen aussehen, erkennt schon aus der ferne, dass das keine sind.
Du und Ich, wir wissen das. Aber leider haben eben die Werke von MM in den Augen vieler den Wert einer Quelle.

-Johannes B. Kerner lädt MM ein, damit er sich zur US-Politik äußert. (Da hätte er auch Donald Duck einladen können.)

-Die Bücher von MM stehen IMMER ganz oben auf der Bestsellerlisten.
Und das nicht nur, weil sie halt lustig zu lesen sind, sondern weil auch viele diese Bücher zur Informationsgewinnung nutzen, sie also als Quelle sehen.

Das "lustige" daran ist aber, dass diese Leute oft und gern vom "Ami" reden, der "etwas ungebildet" ist und "nicht weiß wo Europa" liegt. Dann aber im Gegenzug ein Satirebuch als Quelle für ihr eigenes Wissen nehmen...

ws
 

antimagnet

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winston, man kann doch nicht immer den humorlosen zeigefinger als wissenslektüre genießen. politik wissenschaftlich zu betrachten, ist was für politologen, aber doch nicht für einen normalen menschen.

mit charakterschwäche meinte ich, dass er die ominöse robin-hood-rolle nicht einhält, die man ihm zuschreibt (oder die es sich selber zuschreibt, wenn er das denn tut).

wasser predigen und wein trinken, von mir aus kann man ihm das vorwerfen. man sollte nur aufpassen, dass man nicht selber so einer ist. da reicht schon ein normales girokonto bei einer normalen bank. da hat man nicht wirklich seine finger drin, womit die ihre rendite erwirtschaften. vielleicht sinds ja halliburton-aktien, die einem die zinsen finanzieren...

im übrigen dürfen die menschen meiner meinung nach zur informationsgewinnung nutzen, was sie wollen. wichtig ist, was man draus macht.
 

holo

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antimagnet schrieb:
nicht einhält, die man ihm zuschreibt (oder die es sich selber zuschreibt, wenn er das denn tut).
Genau das weiss ich auch nicht so genau - hat er selbst den Robin of the Hood gemimt? K A, aber es ist sicher nicht in Ordnung, wenn man ihm diese Rolle zuschreibt und ihn in der Folge in eine Form pressen will.
antimagnet schrieb:
wasser predigen und wein trinken, von mir aus kann man ihm das vorwerfen. man sollte nur aufpassen, dass man nicht selber so einer ist. da reicht schon ein normales girokonto bei einer normalen bank. da hat man nicht wirklich seine finger drin, womit die ihre rendite erwirtschaften. vielleicht sinds ja halliburton-aktien, die einem die zinsen finanzieren...
*grins*

antimagnet schrieb:
im übrigen dürfen die menschen meiner meinung nach zur informationsgewinnung nutzen, was sie wollen. wichtig ist, was man draus macht.
Jepp, Anregungen sammeln und was draus machen - kann nie schaden. Und wenn er daneben lag, haben wir es zumindest herausgefunden.
 

Aphorismus

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Ich glaube, MM muss sich gar nicht explizit zu Robin Hood erklären damit es peinlich bleibt auf der einen Seite gegen bestimmte Unternehmen und deren Gewinnwahn zu polemisieren - um dann selbst Aktien dieser Unternehmen zu kaufen. :idea:
 
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