unkontrollierte Gedanken?

DerlustigeA

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Wenn du etwas nicht wahrnimmst dann siehst dus auch nicht.

Das der Gedanke die Mutter von allem ist stimmt schon. Du wirst ja nieetwas machen was worüber die vorher nicht nen Gedanken im Kopf hattest.
 

MrMister

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Mir passiert es öfters, dass ich beim lesen innerhalb des Spielraumes total abschweife. Ich lese z.B. eine Passage, in der jemand mit einem Auto eine Landstraße entlangfährt. Irgendwann schaltet mein Gehirn um und vermischt Fantasie mit der vorgabe des Buches. Da sitzen plötzlich 2 Kiffer im Auto oder ein Kind zaubert ein Pferd herbei. Bis ich merke, was los ist, bin ich 2 Seiten weiter und hab keine Ahnung, was ich gelesen habe :D
 

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MrMister schrieb:
Mir passiert es öfters, dass ich beim lesen innerhalb des Spielraumes total abschweife. Ich lese z.B. eine Passage, in der jemand mit einem Auto eine Landstraße entlangfährt. Irgendwann schaltet mein Gehirn um und vermischt Fantasie mit der vorgabe des Buches. Da sitzen plötzlich 2 Kiffer im Auto oder ein Kind zaubert ein Pferd herbei. Bis ich merke, was los ist, bin ich 2 Seiten weiter und hab keine Ahnung, was ich gelesen habe

vielleicht ist das dann aber die macht der drogen :roll:

spass beiseite, dann denkt man aber nicht an 2 sachen gleichzeitig

DerlustigeA schrieb:
Wenn du etwas nicht wahrnimmst dann siehst dus auch nicht.
aha? ich finde schon das man etwas sieht auch wenn es nicht wahrgenommen wird. wenn ich im auto als beifahrer bin dann sehe ich auch aus der fortscheibe und sehe ungefähr den gleichen verkehr, nehme ihn aber fast gar nicht wahr.

DerlustigeA schrieb:
Das der Gedanke die Mutter von allem ist stimmt schon. Du wirst ja nieetwas machen was worüber die vorher nicht nen Gedanken im Kopf hattest.
das bezweifel ich auch nicht.
 

hives

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DerlustigeA schrieb:
Das der Gedanke die Mutter von allem ist stimmt schon. Du wirst ja nieetwas machen was worüber die vorher nicht nen Gedanken im Kopf hattest.
Meine bescheidene Meinung dazu:
Gedanken sind vielmehr ein neurophysiologisches (Epi-) Phänomen, das für das biologische Funktionieren (einfache Reaktionen, vegetatives System etc.) des Organismus oft nich mal unbedingt notwendig ist...

Machst du dir zb. beim Atmen "Gedanken"? Oder ist das keine Handlung?
 

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hives schrieb:
Meine bescheidene Meinung dazu:
Gedanken sind vielmehr ein neurophysiologisches (Epi-) Phänomen, das für das biologische Funktionieren (einfache Reaktionen, vegetatives System etc.) des Organismus oft nich mal unbedingt notwendig ist...

Machst du dir zb. beim Atmen "Gedanken"? Oder ist das keine Handlung?
sehr interessant!!! wenn wir durst haben, denken wir dann darüber nach ob wir jetzt etwas trinken wollen oder tun wir es einfach.

also du meinst wenn etwas zur gewohnheit wird, dann kann ich es ohne nachzudenken?

früher wurde immer von meinem mathelehrer gesagt: wenn du nachts schläfst und ich dich frage was 6x6 ist, dann musst du ohne nachzudenken 36 sagen.

ist jetzt aber auch so, da ich es sozusagen auswendig gelernt habe und wenn mich jemand fragt: was ergibt 6x6 dann sage ich ohne nachzudenken 36

oder kann ich es weil ich mir schon früher gedanken darüber gemacht habe? über ALLES nachdenken hießt dann aber auch das man auch wenn man etwas schon 1000000000x getan hat jedesmal darüber nachdenkt... :roll:
 

InsularMind

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Ich glaub problematisch wird das erst wenn der Lehrer fragt was 4x4 ist und Du antwortest *Ford Bronco * oder sowas :wink:

Wahrscheinlich baut sich das Gehirn bei häufig benötigten Dingen eben stärkere Routings zwischen den Neuronen, sowas wie Shortcuts oder Highspeedwege, Direktschaltungen oder so.
Im Gegensatz dazu sind Dinge, die wir vergessen, wahrscheinlich auf lange unbenutzten Speichern abgelegt, bzw. das Routing dahin bröckelt, oder ist schon verloren gegangen.
Mir fiel mal 3 Tage lang der Name *David Bowie* nicht mehr ein -- na ja ob das jetzt ein Anzeichen von Early Onset Alzheimer ist oder nur deswegen so war, weil ich von dem Sänger seit ner halben Ewigkeit nix mehr gehört hatte, keine Ahnung.
Synapsenvermüllung vermutlich :wink:
Ich entschuldige mich jedenfalls vorläufig damit, über 30 zu sein :wink:

Also die vegetativen Handlungen -- heißt das nicht so ähnlich@hives? hat sich der Körper wohl schon im Embryonenalter 'auswendig gelernt' oder sie sind schon genetisch oder sogar evolutiv schon verinnerlicht,
dazu würde es mich interessieren, wie oft sich eine solche Handlung über Generationen hinweg wiederholen muss, um instinktiv embedded zu werden, aber das wäre ein anderes Thema
quasi Programm.
Man kann ja auch nicht willkürlich mal 5 Minuten nicht blinzeln oder braucht dazu ne Eselsgeduld und Beherrschung, aber da wird eben das Auge trocken und zwingt das Blinzeln herbei, sozusagen.

Beim Atmen mal ne halbe Stunde auszusetzen soll auch nicht arg gesund sein, wie man so hört, :p aber man denkt ja auch nicht nach *ich muss jetzt Muskel soundso mit Impulssalve so und so verbinden*, um die Taste 'Ü' zu tippen.
Das läuft quasi schon im Betriebssystem ab oder ist in die System.ini geschrieben, wenn wir das alles bewusst denken müssten, würden wir nicht mal zur Headline der Zeitung kommen.

Multitasking geht in gewisser Weise wohl, denn es funktioniert ja auch, sich vor dem Einschlafen irgend ne Sache zu zerpflücken und am nächsten Morgen Antwortmöglichkeiten zu haben, also 'denkt es sich' während dem Schlafen daran weiter, oder auch nebenbei, während man liest oder daddelt oder so.
 

hives

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neon.copy schrieb:
also du meinst wenn etwas zur gewohnheit wird, dann kann ich es ohne nachzudenken?
Ja, das ist eine Art Automatisieren.
Viele vegetative Funktionen werden allerdings dem Stammhirn bzw. frühen Teilen des Gehirns zugeordnet, so dass es sich hierbei weniger um Automatisieren, als vielmehr um evolutionär tradierte Programme handelt - sozusagen das Stammhirn als eine Art System.ini :wink:

früher wurde immer von meinem mathelehrer gesagt: wenn du nachts schläfst und ich dich frage was 6x6 ist, dann musst du ohne nachzudenken 36 sagen.
Eine mir aus der Uni bekannte Variante:
"Das müssen sie im Schlaf rückwärts mit ihrem Rückenmark aufsagen können, sonst können sie hier gleich aufhören!" :lol:



InsularMind schrieb:
dazu würde es mich interessieren, wie oft sich eine solche Handlung über Generationen hinweg wiederholen muss, um instinktiv embedded zu werden, aber das wäre ein anderes Thema
Das wäre Evolutionstheorie nach Lamarck: Modifikationen vererben sich.
Ist jedoch im großen Ganzen falsch: Nicht Modifikationen vererben sich, sondern lediglich Mutationen - und von denen wiederum nur die Keimbahnmutationen...
Das heißt, du kannst denken, handeln, erreichen und verändern, was du willst - solange du damit nicht den genetischen Code deiner zur Fortpflanzung fähigen Zellen verändersrt, vererbt es sich nicht.

Die angesprochene Fragestellung müsste deshalb eher lauten:
Welche Mutationen müssen vorkommen, dass sich Verhaltensschemata verändern...

Jedoch ist imo Evolution durch Modifikation noch nicht wirklich vollkommen auszuschließen (auch wenn es in Lehrbüchern als obsolet dargestellt wird), da zb. das Proteom auf das Genom wirken kann, das Genom zudem allgemein sehr lebendig und beeinflussbar ist usw....


Das läuft quasi schon im Betriebssystem ab oder ist in die System.ini geschrieben, wenn wir das alles bewusst denken müssten, würden wir nicht mal zur Headline der Zeitung kommen.
System.ini gefällt mir! :lol:
 

neon.copy

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ich bin mir fast sicher das du beruflich informatiker oder sowas bist :wink:

um weiter das gehirn mit einem pc zu vergleichen, vielleicht schreibt das gehirn "programme" die immer durch impulse aufgerufen werden, oder meintest du das schon mit:

InsularMind schrieb:
Wahrscheinlich baut sich das Gehirn bei häufig benötigten Dingen eben stärkere Routings zwischen den Neuronen, sowas wie Shortcuts oder Highspeedwege, Direktschaltungen oder so.
und das update nennt sich dann evolution/mutation :roll: oder was?

edit: oh man war ich 1 min zu spät 8)
 
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