Sudan braucht Hilfe und Eingriff - JETZT!

Laokoon

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Ich traue dem Ganzen erst, wenn Ergebnisse sichtbar werden. Beauftragte und Arbeitsgruppen werden immer schnell ernannt, doch ob dann auch wirklich Lösungswege gesucht weden, ist wieder eine andere Frage. Oft ist es nur pures Image-Lifting. Aber hoffen wir das Beste.

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Gruß, Laokoon
 

Laokoon

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Kann man weiterhin auf eine Verbesserung der Lage hoffen?

Sudan stimmt gemeinsamer Friedenstruppe für Darfur zu

Addis Abeba (Reuters) - Nach monatelangem Widerstand hat der Sudan einer gemeinsamen Friedenstruppe von Afrikanischer Union (AU) und UN für die Krisenregion Darfur zugestimmt.

Nach AU-Angaben vom Dienstag sollen zwischen 17.000 und 19.000 Soldaten sowie 3700 Polizisten in Darfur stationiert werden, wo seit vier Jahren ein Bürgerkrieg tobt.
 

TheUnknown

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Hofft man da nicht schon seit Jahren?

Ein hochrangiger sudanesischer Vertreter beharrte zum Ende einer zweitägigen Konferenz am Dienstag in Addis Abeba auf einer Kontrolle durch die AU, die UN wollen allerdings ebenfalls das Oberkommando innehaben. Die schlecht ausgestatteten 7000 AU-Friedenssoldaten haben es bislang nicht geschafft, die Gewalt in Darfur zu stoppen. In der Provinz gehen arabische Milizen mit offenkundiger Duldung der Regierung gegen sudanesische Stämme vor.
Aber so wies aussieht ist eine UN Truppe dort unten ja auch augenauswischerei. Schade das die Amerikaner zu feig sind um sich um solche Probleme zu kümmern und den Terror der dort an der Zivilbefölkerung verübt wird zu stoppen. Aber ich seh schon... solange Israel nicht bedroht wird und es kein Öl in dem Land zum einsacken gibt bewegt man bei den Ärschen keinen müden Finger. Traurig aber wahr.
 

Simple Man

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:roll:

Ich behaupte mal ganz frech, dass wenn die Amerikaner eingreifen würden, das Geschrei wieder groß wäre:


SPIELEN SICH WIEDER ALS WELTPOLIZEI AUF!!!
DIE WOLLEN NUR DAS ÖL!!! (das gibt es nämlich im Sudan ... und zwar reichlich)


Warum nicht mal die Chinesen, die sind schließlich der wichtigste Investor in dem Land ...
 

Laokoon

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Die wollen ja auch das Öl, weshalb sie sich diplomatisch bis vor kurzem ja zurückgehalten haben, um Khartum nicht auf die Füße zu treten und damit ihre Vorteile zu verlieren.
 

Simple Man

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Das ist mir bewusst ... die hatten da ja auch schon mal - ohne UN-Mandat - Truppen im Land, oder? Allerdings wohl nur um die Pipelines zu schützen ...
:?

Die Frage war auch eher rhetorischer Natur ...


@ Unknown
Wo ist eigentlich deine Kritik diesbezüglich? :read:
 

TheUnknown

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Sag ich ja. Das Öl können sich die Amerikaner ncihtmehr unter den nagel reissen, da hocken schon andere drauf ... drum gibts auch keine Befriedung/Befreiung des Landes. Das dieses Land aber angeblich so viel Öl fördert ist mir allerdings nicht bekannt gewesen.

Warum sollte ich China kritisieren wenn es eigene interessen vertritt (ohne andere Länder dabei zu entmündigen und gewaltsam zu besetzen)?
Die Chinesen sind es ja nicht die Angriffskriege unter dem Deckmantel des schönen wortes "demokratisierung" führen und gewaltsam Ölquellen einverleiben.

Stimmt... wenn wir nicht alle schon auf das ölgeile verhalten der Amis sensibilisiert wären würde das was im Irak passiert ist sich in Afrika ähnlich abspielen. Da würde es ein grosses Geschrei geben. Also rührt man besser keinen Finger. Ganz toll.
 

Ein_Liberaler

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China lockt afrikanische Länder in die Schuldenfalle - wenn der Westen das macht, ist das Geschrei groß. China hat Tibet besetzt und droht Taiwan, wie Ahmadineschad Israel droht.

Unter den Nagel reißen: Das meiste Öl kaufen die Amis ganz regulär und ziemlich teuer. Im Sudan gibt es nicht, wie im Irak, attraktive geostrategische Ziele.
 

Simple Man

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@ Unknown

Quark, die meisten Ölfelder sind nicht mal erschlossen, bei einem Teil wurden noch nicht mal Konzessionen vergeben ...

Warum sollte ich China kritisieren wenn es eigene interessen vertritt (ohne andere Länder dabei zu entmündigen und gewaltsam zu besetzen)?
:roll:
Weil es Sanktionen gegen den Sudan verhindert hat? (Wenn die USA das getan hätte, mein Gott, einige hätten hier vermutlich gegeifert ...)
Weil es das Land ausbeutet?
Weil sie eine Regierung unterstützen und schützen, die mit relativ hoher Sicherheit Kriegsverbrechen begangen hat?

Btw: Die USA z.B. haben bei den Stellvertreterkriegen auch nichts anderes gemacht, als ihre Interessen zu vertreten ... war das korrekt?

Und wie kann man ein "Land entmündigen"?

Die Chinesen sind es ja nicht die Angriffskriege unter dem Deckmantel des schönen wortes "demokratisierung" führen und gewaltsam Ölquellen einverleiben.
Nein, Nein ... die verhindern lediglich härtere Sanktionen und verlängern so evtl. das Leid der dortigen Bevölkerung ... aber solange es um die eigenen Interessen geht, gell? Außer natürlich, man ist Ami ... :read:

Da würde es ein grosses Geschrei geben. Also rührt man besser keinen Finger. Ganz toll.
Noch mal: Warum kritisierst du nicht China dafür, dass sie nicht eingreifen?
 

BrettVormKopf

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Zu Amerika und ihre schönen Kriegsführung, hat Volker Pispers auch eine schöne Rede geschwungen. Geht nicht gleich los mit dem Thema der Kriege, sollte man sich aber auf jeden Fall nicht entgehen lassen (es handelt sich hier um Ausschnitte eines längeren Programms wo noch etliche andere Themen angeschnitten werden):

Teil 1:
http://www.youtube.com/watch?v=GOA2iRYG3bA

Teil 2:
http://www.youtube.com/watch?v=jlHof-UVyJA&mode=related&search=

Teil 3 (hier gehts -wenn ich mich recht entsinne schon vom Thema wieder weg, ist aber trotzdem ganz sinnvoll es sich bin zum Ende anzuschauen ;) ):
http://www.youtube.com/watch?v=F9vrE8cWpuE&mode=related&search=

Das hätte ich natürlich auch unter "Internet" reinpacken können, aber es passt gerade sehr gut in die Diskussion, bezieht sich jedoch nicht auf den Sudan, sondern nur auf Amerika.
 

TheFreeman

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Es ist doch immer ein recht ähnliches Bild. Erst wenn es wirklich brennt und die ersten paartausend Menschen tot sind fällt der Weltpolizei mal ein, dass sie helfen könnte. Und dann geht das Gestreite los wieviele Soldaten, wo, wann und wer sie komandieren darf...


China....ich denke die fahren weltpolitisch gesehen seit Jahrtausenden die selbe Linie. China hat sich immer schon von der Welt abgeschottet und wollte lieber isoliert bleiben...was ja Anfang des vergangenen Jahrhunderts dann zum Gau im Land führte. Dass China mittlerweile wirtschaftlich in der ganzen Welt unterwegs ist wissen wir. Aber politisch fehlt bei den Chinesen glaube ich noch das rechte Interesse. Global gesehen kann eine Schussbumm-Politik wie im eigenen Land, wo nach wie vor auf Demonstranten geschossen wird, nicht umgesetzt werden. Solange keine Wirtschaftsinteressen in Gefahr sind wird China sich denke ich kaum rühren. Und was interessieren die Menschen in Afrika denn die Chinesen?

Gruß,
Freeman
 

Rivale-von-Nogar

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TheFreeman schrieb:
Es ist doch immer ein recht ähnliches Bild. Erst wenn es wirklich brennt und die ersten paartausend Menschen tot sind fällt der Weltpolizei mal ein, dass sie helfen könnte. Und dann geht das Gestreite los wieviele Soldaten, wo, wann und wer sie komandieren darf...


China....ich denke die fahren weltpolitisch gesehen seit Jahrtausenden die selbe Linie. China hat sich immer schon von der Welt abgeschottet und wollte lieber isoliert bleiben...was ja Anfang des vergangenen Jahrhunderts dann zum Gau im Land führte. Dass China mittlerweile wirtschaftlich in der ganzen Welt unterwegs ist wissen wir. Aber politisch fehlt bei den Chinesen glaube ich noch das rechte Interesse. Global gesehen kann eine Schussbumm-Politik wie im eigenen Land, wo nach wie vor auf Demonstranten geschossen wird, nicht umgesetzt werden. Solange keine Wirtschaftsinteressen in Gefahr sind wird China sich denke ich kaum rühren. Und was interessieren die Menschen in Afrika denn die Chinesen?

Gruß,
Freeman
Ich habe vor Kurzen eine Dokumentation gesehen, wie die Chinesen ihre Arbeiter in den Sudan entsenden. Dort bauen sie Verkehrs- und Eisenbahnnetze im gesamten Sudan. Kostenpunkt eine Milliarde €uro. Diese Schulden werden dem Sudan erlassen. Als Gegenleistung werden Ölverträge geschlossen. 30% des sudanesischen Öls, werden bereits den Chinesen zugesichert.

Für den Wesen wäre so eine Art von Ölgeschäft (Tauschgeschäft) gar nicht rentabel. Denn kein westlicher Arbeiter wäre bereit sich in den Sudan entsenden zu lassen, um dort für ganz wenig Lohn ein Eisenbahnnetz zu bauen. Ansonsten käme das Eisenbahnnetz so teuer, dass sich das Ölgeschäft als Gegenleistung nicht mehr lohnen würde.

Afrika kann bis jetzt noch relativ wenig mit westlicher Technologie etwas anfangen. In aller erster Linie sind Arbeitskräfte gefragt, die den Kontinent aufbauen und die sind in Asien eindeutig billiger.
 

Booth

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Rivale-von-Nogar schrieb:
In aller erster Linie sind Arbeitskräfte gefragt, die den Kontinent aufbauen und die sind in Asien eindeutig billiger.
Stimmt... und es ist wirklich reine Nächstenliebe, daß China lieber Arbeitskräfte von zu Hause ins nachbarschaftliche Afrika verschifft, als Afrikaner als Arbeiter zu nehmen. Es ist sicher auch ein riesiger Vorteil für Afrikas Binnenmarkt, daß die chinesischen Arbeiter quasi überhaupt keine afrikanischen Güter konsumieren. Das bringt Afrika ganz sicher nach vorne...
 

Laokoon

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Und wieder Neuigkeiten:

Solana: EU erwägt Entsendung von Soldaten in den Tschad

[...]Die Soldaten könnten in dem zentralafrikanischen Land vorübergehend dazu beitragen, Flüchtlinge aus der angrenzenden sudanesischen Krisenregion Darfur zu schützen, sagte Solana in einem Interview der französischen Zeitung "La Croix" (Freitagausgabe), das vorab veröffentlicht wurde. Die EU-Streitkräfte könnten in der Region bleiben, bis im Sudan die geplante gemeinsame Truppe aus Soldaten der Vereinten Nationen (UN) und der Afrikanischen Union (AU) stationiert werde.[...]
 

Rivale-von-Nogar

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Dabei sprachen beide Politiker Solana zufolge über die Stationierung einer EU-Truppe in Tschad. Frankreich hatte die EU im vergangenen Monat aufgefordert, bis zu 12.000 Soldaten dorthin zu schicken, um einen Hilfskorridor für die Flüchtlinge aus Darfur einzurichten.
Das halte ich für eine sehr gute Idee. Europäische Truppen in der Region – ganz ohne Amerikaner. Die sollen zusammen mit der Afrikanischen Union für Ruhe und Ordnung sorgen. Die Vereinten Nationen brauchen wir nicht unbedingt.
 

Ein_Liberaler

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Wir sollten uns endlich dahingehend einigen, daß wir so menschenfreundliche Staaten wie Rotchina, so mächtige Staaten wie Panama und so großartige Denker wie Herrn Ströbele nicht um Erlaubnis bitten, wenn wir irgendwo gegen einen Völkermord intervenieren.
 
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