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Schießerei an US-Uni

Dieses Thema im Forum "Politik, Sozialkritik, Zeitgeschehen & Geschichte" wurde erstellt von THG, 16. April 2007.

  1. Winston_Smith

    Winston_Smith Forenlegende

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    :wink:
     
  2. struppo_gong

    struppo_gong Erleuchteter

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    na und... ändert nichts daran das prozac umstritten ist. oder daran, dass es in psychotherapeutischen/psychatrischen einrichtungen zu fehldiagnosen kommt!!
    ,daran das pharmakonzerne relativ großen einfluss auf mediziner haben, während alternative behandlungsformen aussen vor gelassen werden.

    manchmal hilt ft auch etwas einfühlungsvermögen oder unterstützung.
    auch eine fokusverlagerung auf systemische psychotherapie könnte ich mir als positiv vorstellen. (wobei das evt. auch gegen einige interessengruppen geht z.b.pharmaindustrie oder etabliertere psychologische vereine - wobei systemische auch nicht unbedingt aussenseiter sind) würde ja auch evt. das klassische autoritätsmodell in frage stellen. ist immer einfacher wenn nur die kinder "einen an der klatsche" haben und die eltern nix dazu können.
    weistu winston die psycholgie ist keine logisch einheitliche wissenschaft. sondern durchaus in sich kontrovers


    ein! beispiel
    http://de.wikipedia.org/wiki/Systemische_Psychotherapie


    und am besten überläßt du auch die diskussion über psychotherapieformen den experten, interessenvertretern, alteingesessenen ideologen und lobbyisten.
    du hältst medizin wohl für ein unpolitisches, gesellschaftsunabhängiges ,ideologieresistentes thema?? ich glaub du bist smarter ... kannst aber vielleicht nicht soviel zum thema sagen?
     
  3. struppo_gong

    struppo_gong Erleuchteter

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    apropos ideologie.
    was mich doch sehr an der berichterstattung stört, ist wie hier versucht wird ein immer auf 2-4 faktoren reduziertes bild von cho und seinen gründen produziert wird.... er war sauer auf reiche kids, psychisch krank und hat gewaltmedienkonsumiert während er ein loner war.
    Das es trotz allem ein terroristisches element hat wird vollkommen aussen vor gelassen.
    ok langsam ebbt die medienflut ab aber die berichte waren schon teilweise lächerlich (vor allem so eine sendung über cho auf cnn)

    @psst und z and all
    ..ich stell jetzt dazu mal 2 thesen auf wozu mich eure meinung interessieren würde
    1.these
    was evt den märtyrer-mythos von amokläufern aufbauscht ist bestimmt auch die (ideologisch?- bedingte) kollektive verdrängung der öffentlichkeit dieses terroristischen (s.o.) elements.
    eben diese reduzierung auf : sauer auf reiche kids, psychisch krank,loner, gewaltmedienkonsum
    ok seichte potentielle amokläufer werden so vielleicht davon abgehalten so zu handeln, aber wird dadurch nicht der rebellions-faktor verstärkt, durch die polarisierung, die da stattfindet: die ursachen in den medien so sehr klassischen gesellschaftlichen deutungsmustern anzupassen um nicht zu sagen klischees.


    2.these; wenn man nach ursachen für dieses phänomen sucht so findet man bestimmt einige indem man versucht paralleln zu ziehen zu einem gesellschaftlichen phänomen in der japanischen gesellschaft;
    Hikkikomori
    http://de.wikipedia.org/wiki/Hikikomori
    besserer link auf englisch zum einlesen ; http://www.answers.com/topic/hikikomori
     
  4. agentP

    agentP Forenlegende

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    @struppo
    Ich finde die Aussage
    steht in Widerspruch zu
    . Unreflektiert würde imho dann zutreffen, wenn nicht diskutiert würde. Es scheint aber gerade in den USA das Gegenteil der Fall zu sein. Es sei denn du setzt voraus, dass die verschreibenden Ärzte keine Kenntnis von der Diskussion haben, was aber eher unwahrscheinlich sein dürfte.
     
  5. struppo_gong

    struppo_gong Erleuchteter

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    nicht zu genügd reflektiert würde es auch treffen.
    ist jetzt keine allzuwichtige formulierung auf die ich bestehen würde, du alter haarespalter :p .
    ich meinte natürlich; subjektiv auf basis eigener (auch ideologisch bedingter )hintergrundannahmen reflektiert, ohne gegenaspekte zu genüge oder objektiv in betracht gezogen zu haben. (hätte aber ein wenig den flow des satzes gestört).

    unreflektiert war natürlich auch meine subjektive meinung zu 30 millionen amerikanern auf antidepressiva, und eine bis zu 12 mal höhre suizidrate bei prozac gegenüber anderen antidepressiva. 7 von 12 amokläufern in den letzen jahren in den usa nahmen prozacähnliche antidepressiava.


    http://www.youtube.com/watch?v=dSZ9YTnSkLc
    http://www.youtube.com/watch?v=TTr4QcIsJ5c&NR=1
    http://www.youtube.com/watch?v=Ifbjy-YKgRI&NR=1
     
  6. spriessling

    spriessling Großmeister

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    Depressive Menschen nehmen Antidepessiva. Depressive Menschen laufen manchmal Amok. Wieso soll das an den Antidepressiva liegen und nicht einfach an der Depression? Logisch wäre dieser Schluss jedenfalls nicht. Man könnte auch sagen depressive Menschen stopfen oft Burger in sich hinein(Frustessen). Außerdem gingen 7 von 10 Amoklaüfern häufig in Fast Food Läden. Deshalb kann man jedoch nicht den Rückschluß ziehen, Fast Food begünstigt Amok laufen, sonst würden das wahrscheinlich täglich irgenwo passieren. Das ist einfach eine unlogische Verknüpfung, die man nicht ziehen kann.
     
  7. agentP

    agentP Forenlegende

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    Wäre ein Amoklauf nicht sogar eher ein untypisches Verhalten bei einer Depression? Ich bin ja nun kein Fachmann, aber ich dachte immer zu den typischen Symptomen einer Depression gehört auch Antriebslosigkeit und suizidale Tendenzen und keine Gewaltausbrüche.
    So gesehen wäre der Ansatz schon logisch, dass erst in Verbindung mit dem antriebssteigernden Medikament so etwas wie ein Amoklauf möglich wird.
     
  8. zerocoolcat

    zerocoolcat Forenlegende

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    ...darf ich hier mal schnell ne wilde Theorie einwerfen?
    Was, wenn ein Amoklauf deshalb durchgeführt wird, um den Schritt zum Suizid leichter zu machen? So quasi "alle Brücken abbrechen"?
     
  9. spriessling

    spriessling Großmeister

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    Amokläufer sind häufig sogar agressionsgehemmt. Ein Amoklauf ist fast nie eine Affekthandlung, sondern zumeist über einen langen Zeitraum geplant. Es ist also gar kein Gewaltausbruch nötig. Vielmehr nimmt die Rachephantasie im Kopf des Täters immer klarere Konturen an, bis er diese dann in die Realität umsetzt.
     
  10. agentP

    agentP Forenlegende

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    Nicht gerade die idealen Voraussetzungen um über lange Zeit etwas zu planen, oder? Ausserdem scheinen mir Punkte wie "Schuldgefühle" und "latente oder akute Suizidalität" eher für Autoaggression als Verhaltensmuster zu sprechen, als für Aggression gegenüber anderen.
     
  11. spriessling

    spriessling Großmeister

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    Ich seh da kein widerspruch, kann das mit meinen eigenen Worten aber nicht so gut erklären. Hier werden die Zusammenhänge ganz gut erklärt. Da heisst es u.a.:
    Ich vertrau da mal eher den Profis, als den Hobby-Psychologen.
     
  12. agentP

    agentP Forenlegende

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    Die Profis scheinen sich da allerdings gar nicht so einig zu sein:
     
  13. erik

    erik Erleuchteter

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    Naja, die von struppo gong angestoßene Diskussion stimmt schon nachdenklich.
    Wenn es in den Staaten mittlerweile Usus ist, daß auffällige Kinder einfach per Medikament ruhig gestellt werden.
    Und wenn es beobachtet werden kann daß z.T. paranoide Wahrnehmungen bzw Mordphantasien als Nebenwirkungen der Medikamente auftauchen ist damit ein Zusammenhang mit Amoktaten sicher nicht beweisbar (aufgrund der geringen Zahlen), aber eine mögliche Verbindung kann auch nicht ausgeschlossen werden.

    Man sollte wohl mal dringend untersuchen, ob in der Pubertät eingenommen, diese Medikamente sich ungünstig auf den biochemischen Hormonhaushalt auswirken können.
     
  14. Malakim

    Malakim Ehrenmitglied

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    Ich würde da mal untersuchen ob eine Gesellschaft die Jugendliche mit sowas vollpumpt sich nicht negativ auf die Psyche aller Menschen innerhalb selbiger auswirkt.

    :O_O:
     
  15. erik

    erik Erleuchteter

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    Neues zu Schußrate und dem Paket

    170 Kugeln in 9 Minuten abgefeuert.
    Päckchen schon am Vorabend aufgegeben.

    Quelle

    170 Kugeln in 9 Minuten ist ja schon ganz schön krass.
    Das sind ja alle 3,2 Sekunden eine Kugel.

    Und wenn er das Päckchen schon am Abend vorher aufgegeben hat, frage ich mich immer noch ob er in den 90 Minuten tatsächlich nur auf den Unterrichtsbeginn gewartet hat...
     
  16. Simple Man

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    Momentan scheinbar Schilda ...
  17. Themis

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    in der Parallelgesellschaft
    Habe mal heute aus aktuellem Anlaß in diesem thread einwenig rumgestöbert... es hat sich irgendwie in den letzten Jahren nichts geändert.
    Man könnte fast nur meinen, dass der Logik der Waffenlobbyisten folgend das Unglück nur dem Umstand verschuldet ist, dass die Kinder keine Waffen trugen.

    Die armen Kinder.
     
  18. Simple Man

    Simple Man Forenlegende

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    Momentan scheinbar Schilda ...
  19. dkR

    dkR Forenlegende

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    Die Argumentation entbehrt ja auch nicht einer gewissen Logik. :argh:

    Genauso wie das Argument, schärfere Waffengesetze verhindern keinen Amoklauf und es gibt durchaus Staaten mit ähnlich vielen Waffen im Umlauf und ohne Amoklauf.

    Und die armen Eltern
     
  20. Mr. Anderson

    Mr. Anderson Ehrenmitglied

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    Bates Motel
    Also zunächst bin ich zwar der Meinung, dass möglichst niemand eine Schusswaffe tragen sollte, zumal die Gesamtsituation durch eine Omnipräsenz von Schusswaffen m. M. n. nicht sicherer, sondern unsicherer wird.
    Schwierig ist es allerdings, die Waffengesetze so anzupassen, dass sie irgendwie sinnvoll einen Amoklauf verhindern könnten; das ist m. E. nämlich praktisch unmöglich. Ab einer gewissen „Schärfe“ des Waffenrechts kann man durch eine weitere Verschärfung nichts mehr erreichen, zumal diejenigen, die sich z. B. zwecks Raubüberfalls oder sonstiger krimineller Aktivitäten einer Waffe bedienen wollen, sicherlich kaum Hemmungen hätten, im Zuge dessen auch gegen das Waffengesetz zu verstoßen. Ein großer Schwarzmarkt ließe sich kaum verhindern, wie man andernorts auch am Beispiel Drogen sieht, wo trotz der drakonischen angedrohten Strafen (im Rahmen des US-Kriegs gegen Drogen) die Leute kiffen und schnupfen was das Zeug hält.