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Religion - Ein Krebsgeschwür?

Dieses Thema im Forum "Ask1 Redaktion" wurde erstellt von Ask1 Redaktion, 11. März 2018.

  1. Ask1 Redaktion

    Ask1 Redaktion Geselle

    Beiträge:
    83
    Registriert seit:
    11. März 2018
    "Man kann das Aids-Problem nicht durch die Verteilung von Kondomen regeln. Ihre Benutzung verschlimmert vielmehr das Problem."

    Nicht verwunderlich, dass so ein Satz von einem Mann kommt, dessen Glauben und Überzeugung mehr unschuldige Menschenleben vernichtet hat, als alle Epidemien und Seuchen seit Menschengedenken zusammen.

    Dieses Zitat ist ebenso unverfrorenen, als würde man sagen:

    "Das Hindern der Nazis an der Machtergreifung hätte die Menschenleben, welche in den Konzentrationslagern ausgelöscht wurden, auch nicht gerettet."

    Aber diese Thematik behandelt das Oberhaupt der katholischen Kirche ja auch auf sehr spezielle Weise!

    "Freundschaft für die Leidenden" anstatt Kondome, wünscht er sich, der Papst! Also so eine Art ABM für die wohl unproduktivste, aber dennoch gewinnbringende, Industrie dieser Welt.

    Unabhängig davon, ob es nun einen Gott gibt oder nicht: Die Religionen, welche um ihn betrieben werden, sind gefährlich! Wir regen uns auf, weil eine Hand voll von jugendlichen Computerspielern ein paar Menschenleben ausgelöscht hat und erwägen deswegen Verbote, Kontrollen und die Einschränkung freier Entfaltung. Wann wurde jemals erwogen, jene Religionen und ihre Ausübung einzuschränken, zu verbieten oder staatlich überwachen zu lassen, weil mal wieder ein Irrer der Meinung war, Gottes Stimme zu hören und verlorene oder verdorbene Seelen ausgelöscht hat? Die Anzahl der Toten jedes Jahr, welche weltweit auf Kosten dieses Gottes gehen, überschreiten die Toten durch Unfälle mit Schusswaffen erheblich! Würde man mit gleichem Maß messen - jeder streng gläubige Katholik wäre ein potentieller Amokläufer!

    Um die abstrusen Auswüchse dieses Glaubens zu sehen, muss man nicht einmal Europa verlassen. Seit 1966 schlagen sich in Irland Katholiken und Evangelen, Iren und Briten, die Schädel ein und erwachsene, gläubige Menschen werfen Steine auf Grundschüler, weil sie der Meinung sind, dass Menschen des anderen Glaubens nicht ihre Straße passieren dürfen! In Anbetracht dessen, wirken Englands Befreiungs- und Friedensmissionen in Afghanistan und dem Irak gerade zu lächerlich.

    Machen wir uns nichts vor: Religionen sind das Krebsgeschwür unserer modernen Gesellschaft. In der heutigen Zeit ist kein Platz für mittelalterlichen Glauben und Hokuspokus!

    Nüchtern gesehen ist das "älteste Buch der Welt" oder "das Buch der Bücher" (blabla) nichts anderes, als eine Sammlung von frühzeitlichen "urban legends", Stammtisch-Geschichten und Märchen! Um gesellschaftlichen Umgang und Lebenshilfen zu vermitteln, gäbe es heute durchaus bessere Möglichkeiten, als Aberglauben und Diktatoren in Nachthemden!

    Bleibt zu hoffen, dass die Menschheit in 2000 Jahren nicht den "Zauberer von OZ" anbetet - was allerdings auch nicht lächerlicher wäre …
     
  2. Telepathetic

    Telepathetic Großmeister

    Beiträge:
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    Papst Benedikt, 2009

    Ich habe auf die Schnelle keinen weiter erläuternden Text zu dem Zitat gefunden. Ich kann also nur spekulieren, was Benedikt mit "spirituellem und menschlichem Erwachen" meint, und wieso er denkt, dass die Verteilung von Kondomen keine Lösung gegen Aids ist.

    Vielleicht wollte Benedikt damit sagen, dass das Tragen eines Kondomes beim Sex ein falsches Sicherheitsgefühl verleiht, denn Aids wird nicht ausschließlich über die Sexualorgane übertragen, sondern auch über das Blut und große Mengen an Speichel. Wenn mehr Menschen mit Aids Sex mit Menschen ohne Aids haben, dann kann auch mehr Aids übertragen werden. Dann ist es auch mit Kondomen immer noch sicherer, keinen Sex zu haben, wenn man sich nicht anstecken will. Und anstatt Sex zu haben, soll man sich der Spiritualität zuwenden, die animalische Lust überwinden, Mensch werden und füreinander dasein - 'seine sexuelle Energie in spirituelle Energie umwandeln' wie man das in fernöstlichen Lehren hört, 'sublimieren' wie man das bei Freud liest, und was ebenso Bestandteil jüdischer und christlicher Lehre ist.
     
  3. streicher

    streicher Ehrenmitglied

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    middleearth in otherland
    Es wäre aber etwas dünn, wenn man die Kondome in ihrer Funktion darauf reduziert, sie würden (ausschließlich) gegen AIDS verteilt oder eingesetzt werden. Sie senken auch das Ansteckungsrisiko gegenüber andere Krankheiten. Insbesondere erleichtert ihre Benutzung nicht unwesentlich die Familienplanung.
    Warum sollte die Benutzung von Kondomen "einem Erwachen" oder "wachsender Erkenntnis" vorbeugen? Ich finde, dass Papst Benedikt genau das mit seiner Aussage suggeriert.
     
  4. Telepathetic

    Telepathetic Großmeister

    Beiträge:
    703
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    16. Oktober 2010
    Leider scheint es keine Begründung von Papst Benedikt selbst zu geben. Mich würde nämlich auch interessieren, ob Spiritualität und Freundschaft seine gesamte Strategie gegen Aids ausmachen, oder ob er ausschließlich aus der katholischen Lehre heraus argumentiert.

    Ich jedenfalls sehe kein Problem darin, dass jemand ein Kondom benutzt, ich bin aber gleichzeitig davon überzeugt, dass ein Kondom keinen 100%igen Schutz gegen eine Übertragung des Virus leistet. Daher denke ich, dass die Frage, ob Kondome benutzt werden sollten oder nicht, zweitrangig ist. Sicherer ist es nunmal, sich zu enthalten; wer Aids hat und davon weiß, hat auch eine Verantwortung gegenüber einer gesunden Person, so dass diese sich nicht ansteckt. Aber im Fall, dass eine Mann und eine Frau, die beide Träger des Virus sind, Sex miteinander haben, ist es sehr wohl sehr sinnvoll, Kondome zu benutzen, und zwar um zu verhindern, dass ein Kind geboren wird. Wozu sollte man ein Kind auf die Welt bringen, welches dann mit dieser Krankheit zu kämpfen hätte und obendrein ein weiterer Übertrager der Krankheit wäre?
     
  5. streicher

    streicher Ehrenmitglied

    Beiträge:
    4.564
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    15. April 2002
    Ort:
    middleearth in otherland
    Da würde ich vermuten, dass er die katholisch-christliche Lehre in der Hinterhand hält, ohne sie direkt zu nennen. Benedikt dürfte eher in die konservative Ecke der katholischen Kirche einzuordnen sein. Zudem wird ihm nicht entgangen sein, dass sich die Menschen, also potentielle Schäfchen Gottes, sich andere Lösungen suchen als die biblischen oder katholischen, besonders in Europa verzeichnet die katholische Kirche einen Mitgliederschwund. Allerdings benutzt er mit der Spiritualität einen "modernen" Begriff. Es müsste ja mit dem Begriff nicht mal ein christlicher Gott verbunden sein.
    Außerdem stellt sich die Frage, ob der mit dem Benutzen der Kondome ein Grundsatzproblem hat: Er argumentiert zwar mit AIDS, aber letztendlich stellt er sich überhaupt gegen die Benutzung von Kondomen. Und in der Hinsicht ist die Argumentation der katholischen Kirche nach wie vor dünn.