Krieg der Welten = Weltkrieg?

NightHawk

Meister
Mitglied seit
7. Juni 2002
Beiträge
170
Hello Guys,

Ich hatte gerade ein paar Minuten Zeit, nachdem ich den Film Krieg der Welten, von Steven Spielberg gesehen habe und mir ist folgendes eingefallen:

Das erste Buch von Wells kam doch 1895 heraus. 1914 begann dann der erste Weltkrieg. 1938 kamm die erste Radioversion heraus und in diesem Jahr gab es doch einen herben Schlag gegen die Juden - die Reichskristallnacht. Und jetzt, wo all Menschen vom 3. Weltkreig philosophieren, kommt plötzlich die Kinofassung heraus.

Ich meine, die Chronologie ist schon seltsam, oder? 1895, 1938, 2005. Ok, der zweite Weltkrieg hatte bereits getobt, als die Radiofassung herauskam, wogegen zwischen der Buchfassung und dem ersten Weltkreig fast 19 Jahre vergangen waren. Das könnte man allerdings auch auf die schlechte oder langsame Kommunikation damals, vor hundert Jahren zurückschieben.

Also ehrlich gesagt, der Titel "War of the Worlds" erinnert schon an "World-War" und gibt einem ein ganz mulmiges Gefühl.

Was denkt ihr darüber?
 

MadCow

Großmeister
Mitglied seit
2. Oktober 2002
Beiträge
512
der abstand von einem jahr und 19 jahren weist für mich auf keinen zusammenhang hin.
innerhalb von 19 jahren gibt es sicher irgendwo einen größeren krieg und das radio hat sich halt erst in den 30iger jahren verbreitet.

ausserdem hat das buch nichts mit krieg zwischen menschen zu tun.
 

InsularMind

Erleuchteter
Mitglied seit
9. Dezember 2003
Beiträge
1.086
Da kann man wohl eben so viel Visionärstum in Wells hinein wie aus den Veröffentlichungsjahren heraus interpretieren.

Viele Autoren versuchen visionäre Ideen und ahnungsvolle Strömungen in ihre Geschichten einzuarbeiten, siehe Jules Verne oder Mary Shelley ect.
Wohl ereignen sich ähnliche Hergänge wie in den Geschichten beschrieben später irgendwann, doch die Hergänge, die nicht mit etwas tatsächlich Eintreffendem vergleichbar wären, an diese erinnert sich Niemand.
Nur das Vergleichbare fällt uns auf.
 

Mr. Anderson

Ehrenmitglied
Mitglied seit
24. Februar 2004
Beiträge
2.930
NightHawk schrieb:
Ok, der zweite Weltkrieg hatte bereits getobt, als die Radiofassung herauskam
Schlag am besten nochmal die Daten des Zweiten Weltkriegs nach
Und jetzt, wo all Menschen vom 3. Weltkreig philosophieren, kommt plötzlich die Kinofassung heraus.
Die Menschen reden schon sehr viel länger vom 3. Weltkrieg. Außerdem kam eine Kinofassung bereits 1953 heraus, die man vor einigen Wochen auf ZDF bewundern konnte.

Also ehrlich gesagt, der Titel "War of the Worlds" erinnert schon an "World-War" und gibt einem ein ganz mulmiges Gefühl.
In der Einleitung des besagten Films von 1953 wird auch auf den Ersten und Zweiten Weltkrieg Bezug genommen, bevor der Erzähler schließlich anfängt von unserem Sonnensystem zu schwafeln, das von den bösen Aliens sorgfältig beobachtet wird.

Das könnte man allerdings auch auf die schlechte oder langsame Kommunikation damals, vor hundert Jahren zurückschieben.
Auch 1895 haben sich Nachrichten (und Bücher) weltweit sehr viel schneller verbreitet als in einem Zeitraum von 19 Jahren.
Ich bin mir außerdem nicht wirklich sicher, was Du damit sagen willst. Löst "Krieg der Welten" jedesmal einen Weltkrieg aus?
 

caligari

Meister
Mitglied seit
13. September 2004
Beiträge
341
Zum Autor sollte erwähnt werden, dass er Freimaurer gewesen sein soll
Und nun noch einige ehemalige und heutige Hochgradfreimaurer 33°: ... H.G. Wells...

http://members.internettrash.com/medwiss2/freimaurereinfussreicherhintergrund.html
..., dass ihm die Verbindungen zwischen Politik, Geheimdienst und Finanzwelt nicht unbekannt waren
Wells sagte, daß „fremdartige Mystery-Männer, schwach sichtbar durch einen Nebel von verwirrenden Ausflüchten und falschen Aussagen, Preise und Wechsel manipulierten.
... „Eine weitere große, dunkle finanzielle Kraft während des Krieges und in der Nachkriegszeit war der Komplex der großen privaten Bankzentren, von denen Morgan & Co. mit den angeschlossenen Firmen die zentralste und typischste war.”

http://www.emil-tessmer.de/script.html#drittes
..., dass er über die (unvorstellbaren) Möglichkeiten der Manipulation des Volks durch Bewusstseinskontrolle nachgedacht hat
Die Universitäten und die damit verbundenen intellektuellen Organisationen auf der ganzen Welt sollten als Polizei des Bewußtseins fungieren. ( H.G.Wells in einer unveröffentlichten Notiz vom 30.November 1936)

http://www.emil-tessmer.de/script.html#bewuss3
..., dass sein Roman eine "zeitkritische" Aussage enthält
Ist Spielberg von H.G. Wells' Romanvorlage abgewichen? Dort werden die außerirdischen Killer von einem Schnupfenvirus hinweggerafft - ein bösartiger Scherz, mit dem der Autor seine Parabel auf die Kolonialpolitik des British Empire beschloss. Wells' Roman, 1898 veröffentlicht, verschlüsselte die Ausrottung der tasmanischen Eingeborenen durch die britischen Invasoren in ein Stück Science-Fiction und lieferte die Kritik gleich mit: Zu Hause kommen die Besatzer unter Alien-Beschuss und damit selbst in die Rolle der "unterlegenen Rasse".

http://www.spiegel.de/kultur/kino/0,1518,362796,00.html
 
G

Guest

Guest
WICHTIGE FRAGE ZUM FILM !!!


Wieso wird in einem Satz als die Aliens angreifen von dem Kind gefragt ob es Terroristen sind und Cruise antwortet :

Nein es sind keine Terroristen und es ist auch nicht EUROPA.

Warum sagt er nichtz China, Russland oder sonst wer.
Ist Europa das neue Feindbild von den USA ? Haben die USA Angst von Europa einmal angegriffen zu werden ?
 

Hans_Wurst

Meister
Mitglied seit
5. Mai 2005
Beiträge
106
Die USA haben doch nicht den Film gemacht, sondern einzelne Personen. Jeder Künstler bringt seine Gedanken, Ängste, Wünsche etc. in seine Werke ein. So hat wohl auch der Drehbuchautor seine Gedanken einfließen lassen. Und der ist es dann auch, der ein starkes Europa eventuell als neuen Feind seines Landes betrachtet. Ob das die Regierung der USA ähnlich sieht, ist ungewiss, aber auch denkbar.

Auf jeden Fall ist der Satz "Nein es sind keine Terroristen und es ist auch nicht EUROPA." sehr interessant. Wenn einer so denkt, denken vermutlich viele andere auch so. Ich übrigens auch.
 

BigIgnazion

Meister
Mitglied seit
10. April 2002
Beiträge
106
klarer fall von unaufmerksamen kinobesuch würde ich sagen...
er sagt zwar "... und nicht europa!" doch dies sagt er weil seine 1. seine tochter immer nach terroristen fragt und sein sohnemann fragt "wer dann ? europa?" das "nicht europa wird ja auch wirklich ziemlich genervt ausgesprochen... es ist ein kleiner slapstick mehr nicht.

grüße
 

Zerch

Ehrenmitglied
Mitglied seit
10. April 2002
Beiträge
2.936
Nachdem BigIgnazion die Sachlage um den Filmdialog geklärt hat (ich selbst habe den Film noch nicht gesehen) , möchte ich dennoch anmerken , daß Europa den am meisten prognostizierten Kriegsschauplatz im Falle eines künftigen Weltkrieges darstellt.
 

Malakim

Ehrenmitglied
Mitglied seit
31. August 2004
Beiträge
4.984
Zerch schrieb:
Nachdem BigIgnazion die Sachlage um den Filmdialog geklärt hat (ich selbst habe den Film noch nicht gesehen) , möchte ich dennoch anmerken , daß Europa den am meisten prognostizierten Kriegsschauplatz im Falle eines künftigen Weltkrieges darstellt.
... Europa liegt ja auch günstig ...
 
G

Guest

Guest
BigIgnazion schrieb:
klarer fall von unaufmerksamen kinobesuch würde ich sagen...
er sagt zwar "... und nicht europa!" doch dies sagt er weil seine 1. seine tochter immer nach terroristen fragt und sein sohnemann fragt "wer dann ? europa?" das "nicht europa wird ja auch wirklich ziemlich genervt ausgesprochen... es ist ein kleiner slapstick mehr nicht.

grüße
Ja ok. Aber spielt das eine Rolle ob der Sohn (der ja auch eher der Patriot ist) das sagte oder Tom Cruise ?
Die Aussage bleibt die Gleiche. Und slapstick kann ich da nicht erkennen.
 
G

Guest

Guest
Ach ja, der Film hatte sowieso sehr viele Anspielungen auf dem 11. September. Was jetzt aber nicht unbedingt politische Zusammenhänge haben muss.
 

BigIgnazion

Meister
Mitglied seit
10. April 2002
Beiträge
106
psst schrieb:
Die Aussage bleibt die Gleiche. Und slapstick kann ich da nicht erkennen.
also der kinosaal in dem ich saß hat das sehr wohl als slapstick erkannt...

aber natürlich kann man sich die frage stellen wie der sohnemann gerade auf europa kommt... allerdings sollte man dan durchaus berücksichtigen das der sohnemann im ganzen film eigentlich eher nicht so gut davonkommt... er wird als sehr einfälltig und in tiefster pupertät dargestellt... ich würde vorschlagen wenn es den film in 4 monaten auf dvd gibt schaust du ihn dir nocheinmal ein wenig aufmerksamer an, dann wirst du auch das mit dem slapstick sicher erkennen. ich würde hinter der szene, sowie hinter dem oft im film kritisch ins blickfeld gesetzten amerikanischen interesse am ausland und der qualität der bildung in amerika an sich eher vermuten das es sich um eine pure satire handelt... es ist sicher kein patriotischer film. ich würde mich also mit deutungsversuchen im hinblick auf die transatlantischen beziehungen sehr zurückhalten. ich hab den film als sehr amerika kritisch wahrgenommen...

grüße
 

_Dark_

Ehrenmitglied
Mitglied seit
4. November 2003
Beiträge
3.473
wundert mich eigentlich das mit europa.. ich denke doch dass spielberg da eine differenziertere sichtweise hat als der durchschnittshollywooddrehbuchschreiberling.. (langes wort :wink: )..

naja, ich hab gehört, dass der film sehr schlechte kritiken bekommen haben soll, ich werde ihn mir nicht anschauen
 
G

Guest

Guest
BigIgnazion schrieb:
psst schrieb:
Die Aussage bleibt die Gleiche. Und slapstick kann ich da nicht erkennen.
also der kinosaal in dem ich saß hat das sehr wohl als slapstick erkannt...

aber natürlich kann man sich die frage stellen wie der sohnemann gerade auf europa kommt... allerdings sollte man dan durchaus berücksichtigen das der sohnemann im ganzen film eigentlich eher nicht so gut davonkommt... er wird als sehr einfälltig und in tiefster pupertät dargestellt... ich würde vorschlagen wenn es den film in 4 monaten auf dvd gibt schaust du ihn dir nocheinmal ein wenig aufmerksamer an, dann wirst du auch das mit dem slapstick sicher erkennen. ich würde hinter der szene, sowie hinter dem oft im film kritisch ins blickfeld gesetzten amerikanischen interesse am ausland und der qualität der bildung in amerika an sich eher vermuten das es sich um eine pure satire handelt... es ist sicher kein patriotischer film. ich würde mich also mit deutungsversuchen im hinblick auf die transatlantischen beziehungen sehr zurückhalten. ich hab den film als sehr amerika kritisch wahrgenommen...

grüße
Also bei mir im Kinosaal (ca. 150 Leute) hat dort keiner reagiert. Ich glaube den meisten ist es gar nicht aufgefallen oder war es egal. Ausserdem darfst du es ja auch nicht aus der Sicht eines europäers sehen. Der Film spiele in den USA und ich denke das er in den USA anders gesehen wird als bei uns.
Alleine die Symbolik war bewusst mit dem 11. September gewählt worden. Das kann allerdings auch Gründe haben, damit er in den USA dramatischer rüber kommt. Wenn das aber alles bewusst gewält wurde, dann wurde auch bewusst Europa mit Terroristen genannt.

Und natürlich ist der Film von Spielberg. Aber weisst du eigentlich wieviel Politik in Hollywood produktionen steckt ?
 

BigIgnazion

Meister
Mitglied seit
10. April 2002
Beiträge
106
also fakt ist das der junge sich selber vorführt bei dieser frage... die berichterstattung auf den newskanälen ging die ganze zeit über diese komischen stürme in EUROPA und davon das in einem land (glaub rumänien war es) die gesamte stromversorgung zusammengebrochen ist dun forscher über einen elektromagnetischen schock diksutieren im zusammenhang mit dem stromausfall... und die hat der junge sich reingezogen... tom cruise der dockarbeiter hat sobald er die nachrichten gesehen hat erstmal direkt auf nen comic kanal gewechselt...

mit ein bischen grips hätte der junge mann wohl durchaus darauf kommen können das es nicht die europäer waren... symbolik zum 11.9 hab ich hingegen eigentlich kaum entdecken können überhaupt kommt amerika sehr schlecht weg in dem film. hat mich sehr verwundert wie spielberg das amerikanische militär zu einer zusammenarbeit bewegen konnte... die verflechtungen zwischen hollywood und der us army sind ja nicht unbedingt "ungesteurt"... und das der fil schlechte kritiken bekommen hat wunder mich gar nicht.. er ist kein klassicher aktion film. es ist eher eine recht emotionslose (für einen film) dokumentation der geschehnisse und der holflosigkeit. der protagonist und seine familie sind nicht mehr als der rote faden des filmes... also wenn man sich darauf einlässt (ich fand es anfangs auch recht schwer) dann hat der filom durchaus seine qualitäten.

weiter darauf eingehen möchte ich an dieser stelle eigentlich nicht, da es ja noch viele leute gibt die den film noch nicht gesehen haben und ihn sich vielleicht noch anschauen wollen und das unbeeinflusst, ohne jede szene schon mehr oder weniger zu kennen... per PM wäre ich da allerdings durchaus zu bereit.

grüße
 
G

Guest

Guest
Simple_Man schrieb:
Alleine die Symbolik war bewusst mit dem 11. September gewählt worden.
Mhh ... hab den Film noch nicht gesehen ... nenn mir doch bitte mal Beispiele dafür.
Symbolik.

Als das erste mal der Roboter aus dem Boden schiesst und dort steht. Im Hintergrund sieht es sehr düster aus. Die Menschen starren nur nach oben. Totale stille. Die Panik der beiden Typen die aufgeregt um die Ecke laufen und cruise ansprechen. All diese Szenen sind auch in dem 11.09 Film mit der feuerwehr zu finden.

Die nächste sehr am 11.09 orientierte Szene ist die im Wald als es die kleidung regnet. Auch dort erinnerte es an der Reportage vom 11.09. wo das ganze Papier nach dem Einsturz des zweiten Turmes vom Himmel fielen.

Dort gab es zig solcher Szenen. Wenn einen das nicht aufgefallen ist, hat er entweder sich mit den Reportagen des 11.09 oder mit dem Film Krieg der Welten nicht richtig beschäftigt.

Noch etwas :
Das erste was in dem Film Zerstört wird ist die Christliche Kirche.
 
Oben