Happy End

Welches Ende bevorzugt Ihr?

  • Ein froehliches - warum?

    Stimmen: 0 0,0%
  • Ein tragisches - warum?

    Stimmen: 0 0,0%

  • Umfrageteilnehmer
    0

JimmyBond

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vorab: damit keine falschen schluesse gezogen werden, ja ich bin im richtigen bereich. meine frage bezieht sich weniger auf filme und mehr auf die gefuehls -und denkmuster eines menschen.

es ist wohl kein geheimnis, dass ein happy end bevorzugt genommen und eben jenes vom publikum am liebsten aufgenommen wird.

doch meine frage ist das: wieso?

wieso moegen die meisten menschen sich ein ende angucken, dass positiv und gluecklich endet?

und was laesst sich auf die menschen schliessen, die eher einem tragischen ende wohlgesonnen sind?

ich bin auf eure postings gespannt :)
 

the_midget

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Ich hab jetzt zwar für tragische Enden gestimmt, mir ist es aber eigentlich egal ob das Ende Happy ist oder nicht - es kommt drauf an was am besten zur Geschichte passt.

Oft ist es leider so, dass Filme ein Happy End bekommen, obwohl ursprünglich vom Autor keins geplant war und es auch gar nicht zur Geschichte passt.

Also: kein Happy End um des Happy Ends willen bitte.

Ich kenne aber auch Leute, die wollen keine Filme ohne Happy End sehen und zwar einfach weil ihnen die ganze Geschichte zu nahe geht und sie bei einem traurigen Ende vom Film einfach runter gezogen werden.

gruß

midget
 

erik

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Interessante Frage, natürlich fällt einem beim Begriff Happy End gleich die Hollywood Maschinerie ein, da hier das Happy End schon zum Standardschluß geworden ist.

Möglicherweise hängt das mit der amerikansichen Vorstellung vom "Recht auf Glück" zusammen, das ja auch in der Verfassung festgeschrieben ist.

Also Glück als verbrieftes Recht für jeden Bürger.

In der Tragödie dachte man früher anders, die seelische Reinigung der Zuschauer war ein verbreiteter Gedanke.

Wenn dich das interessiert, lies in dem Zusammenhang mal die Poetik des Aristoteles, der hat sich eine Menge Gedanken zum Thema "Aufbau einer Geschichte" und "Wirkung beim Zuschauer" gemacht, allerdings ist die Übersetzung und Interpretation mancher Begriffe wie z.B. "katharsis" bis heute sehr umstritten.

Grundtenor ist aber, ähnlich der heutigen Drehbuchdramaturgie, daß die Menschen sich gern Greueltaten ansehen (Stichwort "wohlige Schauer über den Rücken")

Die Frage ist halt, da der Mensch ja ein nachahmendes Wesen ist, wie man verhindert, das "das Böse" eine Vorbildfunktion übernimmt.

Offensichtlich gibt es da zwei Denkansätze:
- die Bestrafung zu zeigen in einen "tragischen Ende"
- oder die "Belohnung" des Guten in einem Happy End

Besonders fatalistisch ist natürlich ein "auswegloses, böses" Ende.
Aber es gibt ja auch noch "offene" Enden.


Also ich bin generell der Meinung, dass es mehr als zwei Möglichekiten gibt, ein "Ende" zu betrachten.
 

Winston_Smith

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nteressante Frage, natürlich fällt einem beim Begriff Happy End gleich die Hollywood Maschinerie ein, da hier das Happy End schon zum Standardschluß geworden ist.

Möglicherweise hängt das mit der amerikansichen Vorstellung vom "Recht auf Glück" zusammen, das ja auch in der Verfassung festgeschrieben ist.

Ich würde da noch weiter zurück gehen. Schon in den gesammelten Märchen der Brüder Grimm gab es immer ein Happy End.

ws
 

agentP

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Möglicherweise hängt das mit der amerikansichen Vorstellung vom "Recht auf Glück" zusammen, das ja auch in der Verfassung festgeschrieben ist.
Nicht in der Verfassung, sondern in der Unabhängigkeitserklärung wird das "pursuit of happiness" erwähnt. :wink:

Sind nicht volkstümliche Stücke -und da würde ich die meisten Hollywoodfilme in der Verlängerung sehen- nicht von je her eher Komödien * und damit traditionell auf das "glückliche Ende" abonniert?


* nicht im modernen, umgangssprachlichen Sinne, sondern in der klassischen Sicht in Abgrenzung zum Drama
 

Ihlenam

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Ich glaube nicht, dass es in Märchen immer ein Happy End gab, schließlich sollten Märchen vor allem eine moralische Botschaft vermitteln.
 

Hosea

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Ihlenam schrieb:

Ich glaube nicht, dass es in Märchen immer ein Happy End gab, schließlich sollten Märchen vor allem eine moralische Botschaft vermitteln.

"Ach, im Märchen (und in Liebesromanen) geht doch immer alles gut!" sagen viele Menschen herablassend und belächeln das, ohne zu verstehen, dass Märchenbilder Metaphern für Lebenssituationen und -stationen sind.
So Unrecht hat sie nicht...:
Wenn wir mit einem Problem konfrontiert werden, müssen wir es lösen, das gehört zum menschlichen Überlebensdrang.
http://www.federkiel2000.de/happyend.htm

Und wenn das "Problem" nicht gelöst ist, ist es eigentlich kein gutes Ende für mich.

AgentP schrieb:
Fällt dir ein Grimm´sches Märchen ohne "Happy End" ein?

:gruebel: ?

Lg Hosea
 

antimagnet

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agentP schrieb:
Fällt dir ein Grimm´sches Märchen ohne "Happy End" ein?

aus freien stücken nicht, aber wiki hilft:

Vom Fischer und seiner Frau
Als sie den Bogen überspannt und schlussendlich fordert, der liebe Gott zu werden, versetzt sie der Butt zur Strafe zurück in die armselige Hütte wie am Anfang (Ga man hen. Se sitt all weder in'n Pissputt).


Katze und Maus in Gesellschaft
Daraufhin packt die Katze ihre Gefährtin und verschlingt sie.


Von dem Mäuschen, Vögelchen und der Bratwurst
Die Maus fällt ins Essen. Das Vöglein sucht sie im Holz. Es entsteht Feuer. Es will löschen und fällt mit dem Eimer in den Brunnen.

Läuschen und Flöhchen
Läuschen und Flöhchen brauen Bier. Läuschen verbrennt sich, worauf Flöhchen schreit, worauf das Türchen knarrt, worauf das Besenchen kehrt, worauf das Wägelchen rennt, worauf das Misthäufchen brennt, worauf das Mädchen sein Wasserkrüglein zerbricht, worauf das Brünnlein fließt und alles ertrinkt.

Der gescheite Hans
Zum Ende des Märchens hat der vermeintlich gescheite Hans so nicht nur beträchtlichen Schaden angerichtet, sondern auch seine Verlobte verloren.

also, ich habs nur mal bis dahin überflogen... sind ja noch ganz schön viele märchen...
 

Hosea

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Hätte ich nicht gedacht, kenne kein einziges..bis auf der Fischer und seine Frau und das hätte ich den Gebrüdern nicht zugeschrieben. :O_O:

Lg Hosea
 

Winston_Smith

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Ich glaube, es kommt auf die "Zielgruppe" bzw. das Ziel drauf an.

Märchen für Kinder, die zeigen sollen, dass doch alles wieder gut wird, haben ein Happy End.

Märchen die Erziehen sollen eben nicht. (Struwelpeter, Max&Moritz)

Und so verhält es sich wohl auch bei Filmen. Der Zuschauer möchte halt, dass sich doch irgendwie alles zum Guten wendet.

ws
 

agentP

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Danke, anti.


Märchen die Erziehen sollen eben nicht. (Struwelpeter, Max&Moritz)
Wobei ja gerade die beiden nun auch nicht wirklich unter Märchen laufen.

Ausserdem glaube ich nicht, dass sich die Trennung so ziehen lässt, weil ich denke erzieherisch sind auch Märchen mit "gutem Ende", z.B. "Der Wolf und die 7 Geisslein".
 

Zerch

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Es kommt zwar individuell auf den Film an , aber in der Regel ist mir ein "happy end" schon etwas angenehmes.
-Ist doch immer schön wenn sich nach schier unheilbarem Chaos und Konflikt letztendlich doch alles wieder zum Besseren wendet.........so hoff ich in der Realität ja auch irgendwie.
 

IMplo

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Ist doch logisch, mit dem Happy End: es verkauft sich einfach besser.

Die Helden überleben und alles wird gut, die Statisten sterben, leiden und das Drama lebt ;)

...und ohne Happy End gestaltet sich sicher auch manch zweiter, dritter, 4ter Teil einer Filmreihe recht kompliziert ^^

Zudem möchte man sich in aller Regel nicht mit jemandem identifizieren, der in erster Linie mal Pech hat ....

Greetz!
IMplo
 

Ein_Liberaler

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"Siegfried" hatte kein HE. Das Sequel auch nicht. In der "Thidrekssaga" wird der Faden noch weitergesponnen, denn Atli/Attila und Thidrek/Dietrich von Bern leben ja noch, aber sie haben nicht mit Hagens Sohn gerechnet.

Ich habe kürzlich einen Amerikaner gelesen, der meinte, wir Deutschen hätten einfach zu viel Freude am tragischen Scheitern. Kein Hollywoodstudio würde jemals Störtebeker verfilmen, wo der Held am Ende geköpft wird und alles ist wie vorher. Amerikaner seien zu positiv und optimistisch für deutsche Legenden.

Ich meine ja, ein HE ist kein Ende. Was wird aus den Beteiligten? Geht es nicht weiter? Das ist unbefriedigend. Tosca hat ein Ende. Scarpia ist tot, Cavaradossi, Tosca, und der Vollständigkeit halber auch noch Angelotti. Was aus Spoletta und dem Schließer wird, oder aus dem Hirtenknaben, interessiert völlig zu Recht niemanden. Das ist eine Geschichte. Hätte es ein HE gegeben, wäre sie nicht vollständig. Dann hätte man noch ein Sequel und ein Triquel komponieren müssen.
 

Ein_Liberaler

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Ja, aber am Schluß siegen die Schotten bei Bannckburn. (Und all die füchterlichen Niederlagen, die folgten, werden weggelassen.)

Die Ansprache, die Bruce vorher hält und die der schottische Adlige hinter ihm für geschwollenes Gerede zu halten scheint, ist übrigens die Kurzversion eines Gedichts von Robert Burns:

Scots, wha hae wi' Wallace bled,
Scots, wham Bruce has aften led,
Welcome to your gory bed,
Or to victory!

Now's the day, and now's the hour;
See the front o' battle lour,
See approach proud Edward's power-
Chains and slavery!

Wha will be a traitor-knave?
Wha can fill a coward's grave?
Wha sae base as be a slave?
Let him turn and flee!

Wha for Scotland's king and law
Freedom's sword will strongly draw,
Freeman stand or freeman fa',
Let him follow me!

By oppression's woes and pains,
By your sons in servile chains,
We will drain our dearest veins,
But they shall be free!

Lay the proud usurpers low!
Tyrants fall in ev'ry foe!
Liberty's in ev'ry blow!
Let us do or die!
 

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