Gewaltiges Erdbeben erschüttert Japan

agentP

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Also ich finde deinen Beitrag zu der Studie sehr interessant, aber ich habe ihn ja auch gelesen. ;-)
 

haruc

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So, jetzt meld ich mich auch mal zu Wort.

Ich hab zwar die Studie selbst nicht gelesen (warum auch, Goatboy hat sie ja so zusammengefasst, dass eigentlich keine Fragen mehr bleiben - außer denen auf die er selbst hinweist.) aber beim Lesen der Zusammenfassung war mir eigentlich relativ klar wie die Studie zustandekam, denn fast die Hälfte dreht sich um die Methodik bzw die Probleme daran.

Als guter VTler kann man dann ja drauf hinweisen, dass einem niemand garantiert, dass die Studie auch wirklich durchgeführt wurde. Vielleicht ist sie nur erfunden und von der Atomlobby bezahlt.... :roll:
Die Publikation in Fachmagazinen gilt gemeinhin als Garant für die Authentizität des Inhalts und die Glaubwürdigkeit der Verfasser. Nicht jeder Hinz und Kunz kann da Veröffentlichen.

Von daher kann ich die wissenschaftsfeindliche Haltung einiger hier nicht ganz nachvollziehen. Mein Bauchgefühl sagt mir ja auch, dass Tabak und schwere spanische Rotweine gut für mich sind, da brauch ich keine Studien die darüber irgendwas aussagen...

Raten und Theorien aus der Luft greifen bringt uns nämlich viel weiter als eine empirische Herangehensweise.
 

agentP

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Eben. An diese absurde Theorie, dass wir Sauerstoff für den Stoffwechsel brauchen, habe ich z.B. auch noch nie wirklich geglaubt, deswegen habe ich mich vor 3 Minuten entschlossen keine Energie mehr auf die Atmung zu verschw
 

haruc

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Dabei weiß doch jeder, dass unsere vier Körpersäfte (Phlegma, Sanguis, Blut und Galle) nicht durch das Herz, sondern durch körperliche Aktivitäten wie laufen, hüpfen und Dreikampf in fluss gehalten werden. Deswegen stirbt man ja nachts auch immer!
 

haruc

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Ups, Unwissenheit meinerseits. Die WAHRHEIT, die nicht durch blöde Studien belegt werden muss, heißt so: Im Menschen gibts vier Körpersäfte: Blut, Schleim, schwarze Galle und gelbe Galle und wenn sie nict im gleichgewicht sind, werden wir irgendwie doof, blöd, aggressiv oder heulen rum.
 

Angel of Seven

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Ähhh... ich will echt nicht drauf rumacken, ich will auch keinen Streit, mir ging es eigentlich um die Kinder in Japan, derer zu ertragende Strahlendosis einfach per Erlass verdoppelt wurden.

Um zu der Erkenntnis zu gelangen das ein gewisser Grad an Radioaktivität schädlich ist, brauche ich keine hunderte Studien....
Es ging um eine Studie die über mehrere Jahre (Langzeitstudie) die Auswirkung von schwach- bis mittelstarker radioaktiver Strahlung bei Kindern betrachtet..... bezogen auf die Ereignisse in Japan!
Es kann doch nicht sein das man eine Liste von Studien über Radioaktivität und ihre Wirkung auf Menschen von Hiroshiima bis Tschernobyl quasi als Beweis akzeptiert, dass es so etwas dann natürlich auch gibt?

Jetzt wurde auch endlich mal (excellent!) auf eine bestimmte Studie eingegangen, nur hat sie nicht besonders viel mit der eigentlichen Thematik zu tun...

Bitte jetzt dasselbe mit einer Studie über: die längerfristigen Auswirkung von schwach- bis mittelstarker radioaktiver Strahlung bei Kindern

Ja... ich habe den Experten vertraut, die allesamt behauptet haben dass es so etwas noch gar nicht gibt... ist das zu blauäugig...?
 

erik

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Erstmal Respekt an Goatboy, der hier tatsächlich versucht mit einem wuissenschaftlichen fundierten Ansatz ein wenig Diskusionskultur im Forum zu beleben.

Ich hab leider keine Zeit mir die ganze Studie reinzuziehen, halte deine Zusammenfassung aber für ziemlich vernünftig, mir belibt da aber vor allem eine Frage offen:

Wieviele Personen wurden denn da jeweils befragt?

Und dann scheint mir diese Selbsteinschätzung auf einer Skala von 1-5 ein ziemlich gewagtes Mittel zu sein und präzise und vor allem vergleichbare Aussagen aus 2 Gebieten zu erhalten, die ja (wie die Studie quasi selbst bemängelt) nur bedingt vergleichbar sind.

Um zur Metadiskussion zurückzukehren:

Es gibt also offenbar durchaus Studien (sogar eine ganze Menge) zu den Langzeitfolgen radioaktiver Verstrahlung.

Trotzdem scheinen deren Ergebnisse nicht so aussagekräftig zu sein, dass man die stark betroffenen Gebiete wieder zur Besiedlung freigibt - allein dies läßt mich natürlich (nicht am Vorhandensein sondern am Gehalt) an manchen Studien zweifeln.

Ich denke, daß das schon ein Grundproblem erhöhter Radioaktivität ist: das es verdammt schwer ist, die möglichen Langzeitfolgen Jahre später signifikant auf eben diese Radioaktivität ursächlich zurückzuführen.

Deshalb vielleicht die provokante Frage:

1) Wer würde zur Zeit Fisch aus dem ostjapanischen Meer essen?
2) Wer würde Urlaub in der Gegend um Fukushima machen?
 
G

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Guest
Einflussnahme auf klinische Studien ist ein zunehmendes Problem für Forschung und Patientengesundheit. Doch der Gesetzgeber bleibt untätig

Manipulationen durch die Pharmaindustrie werden zunehmend zu einem Problem klinischer Forschung und von Fachpublikationen. Nun fordern Experten eine striktere Politik von den Redaktionen. Sollte sich herausstellen, das Forschungsarbeiten auf manipulierten Daten beruhen, müssten die entsprechenden Studien zurückgezogen werden, um weiteren Schaden zu vermeiden.

http://www.heise.de/tp/artikel/34/34700/1.html

Soviel zum Thema Studien :read:
 

Goatboy

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erik schrieb:
Wieviele Personen wurden denn da jeweils befragt?
Ganz genau weiß ich es nicht mehr auswendig, aber befragt wurden pro Gegend so um die 1500 oder 2000 Menschen, so in etwa. In die Phase der klinischen Untersuchungen sind, wie gesagt, 265 und 184 eingeflossen.

Und dann scheint mir diese Selbsteinschätzung auf einer Skala von 1-5 ein ziemlich gewagtes Mittel zu sein und präzise und vor allem vergleichbare Aussagen aus 2 Gebieten zu erhalten, die ja (wie die Studie quasi selbst bemängelt) nur bedingt vergleichbar sind.
Es war ja das Ziel der Arbeit, die subjektive Selbsteinschätzung der Leute mit den (möglichst) objektiven Befunden zu korrelieren. Da ist eine unpräzise Beurteilung seitens der Befragten eigentlich sogar erwünscht. Man sollte vielleicht dazu sagen, dass dieser Fragebogen nicht für eben diese Studie zusammengeschustert wurde, sondern durchaus etabliert ist. Die Unterschiede in den verglichenen Populationen sind ein berechtigter Kritikpunkt. So ist, zum Beispiel, der Anteil der Frauen in der russischen Gruppe höher als in der weißrussischen, und bekanntermaßen sind Frauen bei vielen typischen Krankheiten seltener betroffen als Männer.

Trotzdem scheinen deren Ergebnisse nicht so aussagekräftig zu sein, dass man die stark betroffenen Gebiete wieder zur Besiedlung freigibt - allein dies läßt mich natürlich (nicht am Vorhandensein sondern am Gehalt) an manchen Studien zweifeln.
Na ja, ganz präzise kann ich diese Aussage nicht kommentieren, weil ich mich mit der Literatur zum Thema, wie gesagt, nicht sehr intensiv beschäftigt habe. Ich bin mir aber sicher, dass es deutlich präzisere und aussagekräftigere Studien gibt als die, die ich diskutiert habe. Insgesamt scheint es Konsens zu sein, dass die psychologischen Folgen schwerwiegender sind als die somatischen, und dieser psychologische Aspekt könnte dazu beitragen, dass Gebiete gesperrt bleiben. Dennoch wäre es natürlich unverantwortlich, sie zur Besiedlung freizugeben, wenn Zweifel, auch nur geringe, bestehen. Das sollte jedoch nicht pauschal an der Wissenschaft zweifeln lassen.
 

agentP

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shechinah schrieb:
Einflussnahme auf klinische Studien ist ein zunehmendes Problem für Forschung und Patientengesundheit. Doch der Gesetzgeber bleibt untätig

Manipulationen durch die Pharmaindustrie werden zunehmend zu einem Problem klinischer Forschung und von Fachpublikationen. Nun fordern Experten eine striktere Politik von den Redaktionen. Sollte sich herausstellen, das Forschungsarbeiten auf manipulierten Daten beruhen, müssten die entsprechenden Studien zurückgezogen werden, um weiteren Schaden zu vermeiden.

http://www.heise.de/tp/artikel/34/34700/1.html

Soviel zum Thema Studien :read:

"Wurden zu Beginn der 2000er Jahre nur vereinzelt Studien einkassiert, sind es 2009 mehr als 50 von den in der US-amerikanischen Medizin-Datenbank PubMed gelisteten Arbeiten" gewesen.

Aha, und die 50 Studien hat natürlich goatboy ausgerechnet erwischt.
Wer belegt mir eigentlich die Richtigkeit der Daten im heise Artikel?
 

Simple Man

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Ich möchte an dieser Stelle an den wunderbaren Blogeintrag von hives erinnern:
Ask1-Blog: "Verschwörungstheorien vs. Wissenschaft? Sieben Thesen zu einem komplizierten Verhältnis
eder Mensch mit Interesse an Wissenschaft auf der einen und Verschwörungstheorien auf der anderen Seite wird sich schon einmal gefragt haben, warum manche Verschwörungstheoretiker eine tiefsitzende Abneigung gegen alles haben, was auch nur entfernt an Wissenschaft erinnert. Geht es dabei um Deutungshoheit und die Angst vor konkurrierenden Theorien oder vielleicht doch um Einstellungen gegenüber Prüfung und Prüfbarkeit von Vermutungen?
Was auch immer diese Aversion motiviert, sie schadet den erkenntnisorientierten, differenziert denkenden Verschwörungstheoretikern mehr, als sie je einem Agitatoren hilft. Letztendlich unterstützt sie den Einfluss von plakativen, totalitären und fundamentalistischen Ideen, was einer breiten öffentlichen Diskussion und der ernsthaften Prüfung von Verschwörungstheorien entgegenwirkt.
 

Zerch

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Fukushima ist durch die Kriegstreibereien leider etwas in den Hintergrund gerückt worden , erlangt jetzt aber wieder Aufsehen weil die Westküste Amerikas nächstes Jahr enorme Mengen an Radioaktivität abbekommt.

Währenddessen scheint es so als ob Daiichi Plant ein atomarer Tauchsieder geworden ist , welcher den gesamten Pazifik verseucht.

http://enenews.com/bbc-website-link...-boiling-in-front-of-fukushima-daiichi-photos
http://ex-skf.blogspot.jp/2013/09/ot-dr-chris-busby-says-1800-msvhr.html

http://enenews.com/gundersen-radioa...sing-contamination-for-years-to-come-must-dem

Zumindest dürfte jetzt wohl klar sein daß das Corium sich in den Boden , durch die Bodendecke hindurch frei geschmolzen hat und das Grundwasser direkt an der Küste verseucht.
Wir haben eine unaufhaltbare atomare Reaktion unter freiem Himmel direkt am Meer.
Es ist das schlimmste Unglück der Menschheitsgeschichte , denn die Radioaktivität verteilt sich über den gesamten Globus , und die Menschheit kann nicht mehr vom Meer ernährt werden , was weitere Probleme mit sich bringen wird , welche die Industrie zu ihrem Vorteil ausnutzen wird. Arme Menschen werden sich nicht mehr kostenlos aus dem Meer ernähren können , mehr als 50 % der Weltbevölkerung hat nichts mehr zu essen und die Gentechnikindustrie wird das zu ihrer Werbekampagne machen.
 

dkR

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Vielleicht geh ich an die Sache ja einfach zu unvoreingenommen ran, aber wieso ist das Vorhandensein von Strahlungsspots an überirdischen Lagertanks für Schmutzwasser Indiz, dass sich ein überkritischer Core ins Grundwasser frißt?
Müsste dann nicht das Grundwasser strahlen? Bzw. verdampfen?

Oder andersrum: Wenn mehrere hundert Kilo glühendes Metall (aka überkritischer Kern) in einem druck/gasdichten Behälter (aka Reaktor) unkontrolliert mit Wasser in Kontakt kommen merkt man das.

Da im AKW noch ein Stein über dem anderen steht kann man getrost davon ausgehen, dass der Core da ist wo er hingehört. Sicher verwahrt im Containment.
 

Angel of Seven

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dkR schrieb:
Da im AKW noch ein Stein über dem anderen steht kann man getrost davon ausgehen, dass der Core da ist wo er hingehört. Sicher verwahrt im Containment.

Jaa... sieht man auf einen Blick das alles sicher verwahrt ist:

fukushima-reaktor-drei-plutonium.jpg


http://karlweiss.twoday.net/stories/16605305/
 

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