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Finanzkrise - und was lernen wir daraus? (Teil 2)

Dieses Thema im Forum "Politik, Sozialkritik, Zeitgeschehen & Geschichte" wurde erstellt von haruc, 22. Mai 2011.

  1. Giacomo_S

    Giacomo_S Ehrenmitglied

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    Mittlerweile ist es wohl eher so: Gibt es was zu verdienen, wird es von den Unternehmen mitgenommen, das ist dann der Markt. Machen sie Verluste, dann bezahlen wir das alle, und das ist dann sozial.
     
  2. Telepathetic

    Telepathetic Großmeister

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    Dazu passend aus einem Leserkommentar zum aktuellen BVerfG-Urteil mit der Überschrift "Netter Anblick: nackte Rettungs-Politiker und nackte Richter":
     
  3. agentP

    agentP Forenlegende

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    Mittlerweile ist es jedenfalls immer noch so, dass es eine gesetzliche Krankenversicherung, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung, Pflegeversicherung, Sozialhilfe gibt und in der Regel die Schulausbildung an vorwiegend staatlichen Schulen nix kostet, wir haben eine Bundesnetzagentur und der Staat hält die Mehrheit am grössten Anbieter im öffentlichen Nahverkehr usw., usw.
    Ich wüsste also nach wie vor nicht, was ernsthaft dagegen spricht dieses System als eine Mischform zu bezeichnen. Von einem rein marktwirtschaftlichen System gar in Form eines Nachtwächterstaates sind wir meilenweit entfernt.
     
  4. Telepathetic

    Telepathetic Großmeister

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    In der FAZ vom 14.09.2011 hat Ehrhardt Bödecker, Bankier a.D., eine ganzseitige Anzeige drucken lassen, ein offener Brief an Frau Merkel und Herrn Schäuble. Herr Bödecker lässt Zitate von König Friedrich Wilhelm I. in Preußen, König Friedrich II. (der Große) von Preußen und Wirtschaftsminister Ludwig Erhard sprechen.

    Kurz zusammengefasst: eine gute Regierung macht keine Schulden, spart für schlechte Zeiten und lässt den Menschen den größten Teil des selbst Erwirtschafteten.

    Herr Bödecker weist auf fehlenden "Sparwillen" der Politiktreibenden hin und auf ein ungenutztes "Sparpotential" in der Verwaltung.

    Er endet mit dem Appell: "Denken Sie endlich einmal an unsere Kinder und nicht nur an sich selbst."

    Die Augsburger Allgemeine hat sich dem Thema gewidmet und zitiert aus der Anzeige:
    Mit preußischen Tugenden.
     
  5. Eskapismus

    Eskapismus Ehrenmitglied

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  6. haruc

    haruc Ehrenmitglied

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    Ich hab den Artikel gelesen, als ich in England war und hab mich schrecklich drüber aufgeregt. Weil: warum haben wir denn gegenwärtig diverse Staaten, die finanziell im Rollstuhl sitzen? Wegen exterm hoher Ausgaben, die durch die Einnahmen nicht gedeckt werden konnten. Wegen einer luxoriösen Sozialpolitik, die über alle Maßstäbe hinaus ging, wegen Milliarden von Staatsgeldern, die in irgendwelche dem Untergang geweihten Unternehmen gepumpt wurden. Das alles sind doch linke Ideen. Ebenso wie man die staatliche Subventionierung von gefährdeten Privatunternehmen - in diesem Falle Banken - auch als urlinke Idee bezeichnen könnte. Wärs ein Stahlwerk, würd jeder nach Subventionen rufen.
    Ich verstehe nicht, warum eine Krise, deren Ursachen einerseits die Überschuldung diverser Staaten aufgrund unpassender Sozialausgaben sowie die Einmischung von Staaten in wirtschaftliche Angelegenheiten andererseits sind, ein Beweis für die Richtigkeit linker Ideen sein soll??
    Vielmehr beweist die Krise doch, wie gefährlich dauerhafte Verschuldung und Subventionierung eigentlich ist.

    Denn der Kurs der seit 30 Jahren gefahren wird, weist nur eine Tendenz auf: Die nach unten. Immer weniger Erwerbstätige finanzieren immer mehr nicht-erwärbstätige oder nichterwerbsfähige. Das System kippt und früher oder später wird es scheitern, wenn sich nichts ändert.
    Im Interesse Aller muss der Staat als handlungsfähige Institution erhalten bleiben. (Ja ich weiß bei der jetzigen Truppe klingt das komisch - und schau ich mir die Opposition an, hab ich wenig Hoffnung, dass sich da in den nächsten Jahren auch nur ansatzweise irgendwas zum Guten wandeln wird...)

    Die Mär, dass Staaten nicht pleite gehen können, wurde ja von Griechenland widerlegt. (wenn auch die offizielle Nomenklatur andere Vokabeln benutzt) Der Staat muss sich aus dem Würgegriff der Verschuldung befreien, dann muss er sich auch nicht mehr um kränkelnde Banken kümmern.

    Langfristig muss man sich wohl mit der Reduktion der staatlichen Leistungen abfinden. Wir müssen halt erkennen, dass der gegenwärtig stattfindende Raubbau an den finanziellen Ressourcen der Nation so nicht weiter gehen kann. Ebenso wie sich ein ökologisches Bewusstsein entwickelt hat - zum Leidweisen einiger, aber zum Nutzen vieler - muss sich nun ein neues finanz-, wirtschafts- und sozialpolitisches Bewusstsein entwickeln, in dem das langfristig verträgliche den Rahmen des realisierbaren vorgibt, nicht die ideologischen Fieberphantasien der Grünen und ihrer Brüder im Geiste. Wohlmöglich ebenfalls zum Leidwesen einiger; letztendlich aber zum Wohl aller.
     
  7. wintrow

    wintrow Erleuchteter

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    Tja müssten wir nicht Milliarden nach Griechenland zahlen hätten wir genug Steuergelder zum Abbau eigener Schulden, dann müsste auch keine Reduktion von Staatlicher Leistung vorgenommen werden. Aber stattdessen unterstützt der einfaceh Arbeitnehmer mit seinen 1700 Brutto den griechischen staatlich angestellten Lokfürer, so das der weiter seine 3500 Brutto bekommt. Ein Witz.

    Aber wir können es auch so machen wie die Tea Party in der USA. Untere Einkommen zahlen mehr Steuern als die Reichen. Börse kann weiter ungehemmt spekulieren, das Risiko tragen ja die einfachen Menschen, Sozial und Krankenversicherung wieder abschaffen und Gott anstatt Wissenschaft in der Bildung verankern. Dann wirds ein toller Staat. :don:
     
  8. Ein_Liberaler

    Ein_Liberaler Forenlegende

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  9. sillyLilly

    sillyLilly Ehrenmitglied

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    Willst du damit sagen, dass der Lohndurchschnitt in Griechenland höher ist, als in Deutschland? Und das du das auch als ein Teil des Problems von Griechenland anssiehst, dass die einfach zu hohe Löhne haben?
     
  10. Ein_Liberaler

    Ein_Liberaler Forenlegende

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    Die griechischen Reallöhne sind seit dem Euro-Beitritt gestiegen, entsprechend sind die Produktivität und Konkurrenzfähigkeit gesunken. Deshalb geister immer wieder der Vorschlag durch die Welt, zur Drachme zurückzukehren, abzuwerten und so die Reallöhne zu senken...

    Die deutschen Reallöhne stagnieren eher. Ist auch besser so. Ihr wollt alle nicht, daß es hier so wird wie in Griechenland.
     
  11. sillyLilly

    sillyLilly Ehrenmitglied

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    Aber die Löhne in Griechenland sind nicht mehr als doppelt so hoch im Vergleich zu Deutschland.
     
  12. Ein_Liberaler

    Ein_Liberaler Forenlegende

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    Eher umgekehrt. Das:

    stellt nur beispielhaft zwei frei erfundene Einzefälle einander gegenüber, nicht den Durchschnitt. Abgesehen davon, daß es Stammtischgeschwätz ist. Worin die Unterstützung bestehen soll, soll mir mal jemand erklären...
     
  13. sillyLilly

    sillyLilly Ehrenmitglied

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    Danke, Liberaler. Ja Stammtischgerede, aber wie kommt man auf sowas, das wir armen deutschen so wenig verdienen und die Griechen sich jeden Monat fette Gehälter einstreichen können?
    Das mit der Unterstützung und warum wir mehr Geld hätten, wenn die Griechen weniger verdienen würden, wäre meine nächste Frage an denjenigen der das mal so locker in den Thread geworfen hat.
     
  14. POW

    POW Großmeister

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    Stammtischparole??? Naja...:

    (..."Die Ursache der Euro-Krise liegt auch nicht in einer Irrationalität der Finanzmärkte, sondern darin, dass manche Staaten über ihre Verhältnisse gelebt haben. Ein griechischer Lokführer verdient 5000 Euro netto im Monat, spanische Fluglotsen kommen auf 300 000 Euro im Jahr. Wollen Sie den deutschen Arbeitnehmern, die seit langem Schlusslichter bei der Lohnentwicklung sind, wirklich zumuten, derartige Einkommen mit noch höheren Steuern zu finanzieren?" ...)

    Quelle: http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,735669,00.html
     
  15. haruc

    haruc Ehrenmitglied

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    Äh, wir hatten auch schon vor der Griechenlandkrise nicht genug Geld um unsere Sozialpolitk gescheit zu finanzieren oder Schulden abzubauen.
     
  16. Simple Man

    Simple Man Forenlegende

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    Momentan scheinbar Schilda ...
    Ach ja, die "ausufernden Sozialausgaben":

     
  17. sillyLilly

    sillyLilly Ehrenmitglied

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    Ja Stammtische werden von solchen Infos gefüttert und das wurde ja nicht recherchiert sondern in einem Interview gesagt.
    Sorry, aber nur weil das da so in den Raum geworfen wird, muss es doch nicht wahr sein. Denn der lohndurchschnitt in Griechenland ist meines Wissens nach niedriger als in D.
    Ich werd mal schauen, wird sich doch bestimmt rausfinden lassen.
     
  18. Ein_Liberaler

    Ein_Liberaler Forenlegende

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    Knapp an harucs Aussage vorbei argumentiert, Simple... Daß die Sozialausgaben stetig stiegen, hat er ja gar nicht geschrieben. Sie verharren auch schlicht auf zu hohem Niveau. Die Veranderthalbfachung der Sozialausgaben in den Siebzigern, die der ZEIT-Artikel ganz richtig beschreibt, ist exakt das, was uns das fiskalische Genick bricht und korrigiert werden muß.
     
  19. wintrow

    wintrow Erleuchteter

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    Quelle:http://www.focus.de/finanzen/news/s...ilegierte-griechische-rentner_aid_504541.html

    Soviel zum Thema Stammtischparolen.

    Sieht man noch den Fakt das die griechische Wirtschaft strukturierte schwächen hat die eine Konkurrenzfähigkeit untergraben und das die Griechen dank gefälschter Bilanzen in die EU gekommen sind, fragt man sich als deutscher Steuerzahler schon warum mit unseren Steuergeldern dieser Moloch unterstützt werden soll.

    Nachtrag:
    http://www.spiegel.de/spiegel/0,1518,735669,00.html
     
  20. wintrow

    wintrow Erleuchteter

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    Achso aber für Milliardenzahlungen an Griechenland zu rechtfertigen reichen es deine vagen Behauptungen? Frage mcih wer hier am Stammtisch sitzt.