Finanzkrise - und was lernen wir daraus? (Teil 2)

Ein_Liberaler

Forenlegende
Mitglied seit
14. September 2003
Beiträge
9.777
Das sind willkürlich rausgegriffene Extremwerte zum Zweck der populistischen Phrasendrescherei, plus Unsinn zu Mindestlöhnen und Mindestrenten... Geh lieber mal zu Eurostat und vergleiche z.B. das Medianeinkommen: D 18.500, G 11.500...
 

sillyLilly

Ehrenmitglied
Mitglied seit
14. September 2002
Beiträge
4.158
Eben doch Stammtisch.
Wenn vorher ganz wenig war und es eine Steigerung gab, dann macht das deswegen noch nicht automatisch mehr als in Deutschland.


m Regelfall liegen die griechischen Bruttogehälter bei ca. 60 - 70 % der deutschen trotz einer 40-Stunden-Woche. Zu beachten ist ebenfalls die Region, in der man arbeitet. Die Gehälter unterscheiden sich teilweise massiv und können unter Umständen die Grundkosten eines Arbeitnehmers nicht abdecken.
Quelle: http://www.stellenboersen.eu/arbeiten/griechenland/geld-gehalt.php

Das Griechenland bei einem niedrigen Lohnniveau einen Zuwachs verzeichnen konnte ist doch klar. Das Deutschland bei seinem Lohnniveau nur sehr schwer noch Wachstum verzeichnen kann liegt doch auf der Hand. Wo wenig ist, können die prozentualen Wachstumszahlen ganz anders glänzen.

Polen hat auch ein super Wirtschaftswachstum hingelegt, aber deswegen haben sie noch lange nicht so eine Wirtschaftskraft wie Deutschland.

Ob insgesamt die Lohnentwicklung im Verhältnis zum Lohnwachstum steht, dass mag fraglich sein, aber das kann man auch nicht mit solchen dummen Behautungen dass die Lokführer in Griechenland über 5000 Euro verdienen würden.
Ich habe nix versucht zu rechtfertigen! Ich stelle mich nur entschieden gegen die Behauptung, in Griechenland würden alle mehr verdienen als in Deutschland, wie es in deiner Aussage den Eindruck erweckt. Das stimmt einfach nicht und hilft in der Diskussion um die Finanzkrise auch nicht weiter.
 

wintrow

Erleuchteter
Mitglied seit
11. Juli 2007
Beiträge
1.057
@Liberaler
Extremwerte??? Das sind Fakten mein Lieber. Davon abgesehn muss der Medianlohn immer im Vergleich zur Wirtschaft, Produktivität und Lebenhaltungskosten gesehn werden.

Davon abgesehn wäre der richtige Weg den aufgeblähten Staatsapparat zu minimieren, ein effizientes Steuersystem einzuführen und der Produktivität angepasste Löhne einführen...und nicht ein marodes und korruptes system mit Milliarden noch zu unterstützen.

@silly lilly
Die Angestellten in griechenland verdienen zum teil mehr als hier ein normaler Arbeitnehmer, das ist Fakt und kein Stammtisch. Das griechische Volk und die Politik ist Schuld an dieser Misere, also sollen sie es auch auslöffeln!
 

Ein_Liberaler

Forenlegende
Mitglied seit
14. September 2003
Beiträge
9.777
Nö, Höchstrenten sind Extremwerte und bleiben Extremwerte. Es bringt relativ wenig, die zu vergleichen. Man vergleicht arithmetische Mittel, Mediane und Verteilungsfunktionen... Schön, daß Du Produktivität und Kaufkraft erwähnst. die kamen bei Dir bisher nicht vor. Ist ja auch einfacher, ein paar plakative Zahlen hinzuknallen, das machen ja sogar Professoren und die Narren vom SPIEGEL lassen es sich bieten...
 

wintrow

Erleuchteter
Mitglied seit
11. Juli 2007
Beiträge
1.057
@sillylliy
Kapierst du es nicht. Es sind Fakten, ja Extremwerte aber Fakten!!!
und solange die reichen in Griechenland nicht zur Kasse gebeten werden, solange sehe ich es nicht ein mein erarbeitetes Geld dorthin zu verschenken!

@Liberaler
Wir können uns jetzt streiten wie wir wollen. Fakt ist das Griechenland korrupt, die Wirtschaft nicht konkurrenzfähig und die Menschen nicht einsichtig sind. Ein Austritt aus der EU wäre daher der logische Schritt!
 

Ein_Liberaler

Forenlegende
Mitglied seit
14. September 2003
Beiträge
9.777
Wenn Du das geschrieben hättest, müßten wir uns nicht streiten... Weil ich mich selten über den Ton streite, in dem etwas vorgetragen wird.

Was brächte es denn Deiner Ansicht nach den Griechen, aus der EU auszutreten? Aus griechischer Sicht ist der versuch, sich ein wenig subventionieren zu lassen, doch erst einmal sehr vernünftig.
 

sillyLilly

Ehrenmitglied
Mitglied seit
14. September 2002
Beiträge
4.158
Wintrow, dann solltest du deine "Fakten" schnell noch der DB zur Verfügung stellen.
Dann stimmt das Gutachten welches sie wegen der Gehaltsforderungen der deutschen Lokführer hat machen lassen nicht. Denn dort sind die Kollegen aus dem europäischen Umland genannt die mehr als die Deutschen bekommen.
Höhere Einkommen erzielen die Lokführer etwa in Dänemark (rund 3800 Euro) und Schweden (2840 Euro durchschnittlich). In Großbritannien liegen die Einkünfte von Lokführern der Studie zufolge im Schnitt bei 2960 Euro, in der Schweiz nach Angaben der Gewerkschaft IG Metall sogar bei umgerechnet 4500 Euro.
Quelle: http://www.welt.de/wirtschaft/article1294829/Lokfuehrer_verdienen_ueber_dem_Durchschnitt.html

Da müssen dann die Griechen unbdingt auch noch mit rein.
Damit sie sie ja noch vor der Schweiz.
 

Eskapismus

Ehrenmitglied
Mitglied seit
19. Juli 2002
Beiträge
2.151
Wie soll denn eigentlich der Austritt aus dem Euro von statten gehen?

Das wird schon ziemlich viel Überzeugungskraft benötigen, damit die Griechen alle Euros die sie gespart in Drachmen umtauschen mit dem Wissen, dass diese anschliessend innert Kürze massiv abgewertet werden.

@Wintrow: Ich hoffe Du denkst daran bei deiner Griechenschelte, dass die Deutschen die ersten waren, welche die Konvergenzkriterien missachtet haben und dadurch den Weg für die euopäische Schuldenkrise vorgegeben haben.

Wikipedia schrieb:
Auch Deutschland werden manipulative Methoden vorgeworfen, weil der damalige Finanzminister Theo Waigel von der Deutschen Bundesbank eine Neubewertung ihrer Goldreserven forderte. Der Gewinn sollte nach dem Willen des Ministers als Buchgewinn an die Bundesregierung ausgeschüttet werden und so zu einer Senkung der Nettoneuverschuldung führen. Hinzu kamen weitere haushaltspolitische Konstruktionen: So verkaufte die deutsche Bundesregierung Aktien der Deutschen Telekom und der Deutschen Post an die staatseigene Bank KfW, um seinen Schuldenstand zu verringern. Faktisch blieb dabei das Risiko fallender Kurse ebenso wie die Dividendeneinnahmen jedoch beim Bund. Es handelte sich um eine reine Umbuchung, die rechnerisch zu hohen Zahlungen an den Staatshaushalt führte.[8]

Auch nach Einführung des Euro wurden die Kriterien des Stabilitäts- und Wachstumspakts in einigen Ländern (darunter auch Deutschland) nicht immer eingehalten. Der Rat der Europäischen Union verzichtete jedoch jeweils darauf, Sanktionen zu verhängen. Aufgrund der Finanzkrise ab 2007 wurden die Kriterien Mitte 2010 überhaupt nur von Estland und Schweden eingehalten; allerdings hatte auch die Europäische Kommission angekündigt, bei der Bewertung von Defiziten während dieser Ausnahmesituation großzügig zu verfahren.
http://de.wikipedia.org/wiki/EU-Konvergenzkriterien#Auslegung_der_Kriterien
 
G

Guest

Guest
BBC Interview:

"For most traders, we don't really care that much how they're going to fix the economy, how they're going to fix the whole situation, our job is to make money from it. The governments don't rule the world - Goldman Sachs rules the world - 'I have a confession - I go to bed every night and I dream of another recession, I dream of another moment like this - anybody' can profit from a catastrophic crash with the right hedging strategies. "
Wirklich gruslig:

http://www.youtube.com/watch?v=aC19fEqR5bA&feature=player_embedded#
 

hives

Ehrenmitglied
Mitglied seit
20. März 2003
Beiträge
3.650

Helika

Meister
Mitglied seit
3. Juni 2005
Beiträge
394
Gerade einen sehr schönen Bericht zur Situation in Griechenland auf Phönix gesehen.

Conclusio:
Die Gelder, welche die EU jetzt für Griechenland aufwendet, werden nicht den Griechen zugute kommen, sondern fast vollständig weiterwandern an die Großbanken und die Großkonzerne.

Auch Mittel der EU, die diese - hier am speziellen Beispiel zur dringend notwendigen Renovierung der Athener Straßenbahn - zur Verfügung stellt, wandert zum überwiegenden Teil in ausländische (aber immerhin europäische) Firmen, die die Renovierung durchführen.

Nutzen für Griechenland selbst? Geht gegen 0. Die Mittel die nach Griechenland gepumpt werden, bedienen nur kurzfristig die Gläubiger, tun jedoch wenig gegen künftigen Zahlungsausfall und stützen auch in keinster Weise die griechische Zahlungsfähigkeit, das sie nicht in die griechische Wirtschaft investiert werden.

An weitere Zahlungen an Griechenland müsste also ein Marshall-Plan für den Aufbau der griechischen Industrie gebunden sein, um Griechenland dauerhaft zu stabilisieren.



@Liberaler:
Wieder eine deiner differenzierten Stellungnahmen zu anderen Meinungen. Danke!

Ich sehe bei dem was in der Finanzwelt vor sich geht häufig den Tatbestand der arglistigen Täuschung erfolgt. Wenn schon die Banker selbst große Probleme haben den Überblick zu behalten, wie sollen dann einfache Bürger noch irgendwo durchblicken? Man ist auf die Aussagen (und deren Wahrheitsgehalt) der Berater angewiesen.
Wenn mir jemand eine Küchenmaschine verkaufen würde unter Lobpreisung deren großartiger Zeitersparnis für meinen Haushalt, die dann nach drei Jahren aber explodiert und meine gesamte Küche abfackelt und es öffentlich bekannt wird, dass sowohl Hersteller als auch Verkäufer der Küchenmaschinen WUSSTEN, dass diese ein sehr hohes Explosionsrisiko aufweist, sie dies aber a) weder beim Verkauf noch b) zu einem späteren Zeitpunkt, als man quasi schon wusste, dass sie bald explodieren werden, an die Käufer weitergegeben haben, dann bin ich ziemlich sicher zu wissen, wie ein Urteilsspruch gegen die Verkäufer und Hersteller der Küchenmaschine ausgehen würden.

In der Finanzwelt ist es ungleich einfacher, Schuld auf andere abzuwälzen und zugleich wird mehr vernichtet, als nur eine Küchenausstattung - Altersvorsorgen, Bankguthaben und Arbeitsplätze.
Der Schaden ist ungleich höher als in meinem Beispiel, die Strafen ungleich niedriger. In einem etwas schiefen Vergleich möchte ich sagen: "Die Richter sind auf dem kapitalistischen Auge blind."


Und um dir noch etwas mehr von dem bescheuerten Quatsch anzutragen, hier ein weiterer Link, mit zwinkerndem Auge überreicht:

Georg Schramm: Anti-Eurokrieg mit Massenvernichtungswaffen
 

Ein_Liberaler

Forenlegende
Mitglied seit
14. September 2003
Beiträge
9.777
Ja klar, der Schramm... Einer unserer profilierten Wirtschaftsweisen... Ich klicke das gar nicht erst an...

Natürlich bedienen die Griechen ihre Altschulden... Staatsschulden werden andauernd getilgt und im selben Moment durch neue ersetzt, Du willst mir doch nicht weismachen, daß Dir das neu ist? Hast Du nicht mal angedeutet, VWL oder BWL studiert zu haben? Was sollen sie denn sonst machen?

Sie könnten natürlich die Zahlungen einstellen. Dann leiht ihnen die private Wirtschaft nichts mehr, und was dann? Sehen wir dann zu, wie die Schulen und Krankenhäuser schließen, oder gewähren wir Griechenland staatliche Kredite? Letzteres... Das Geld würden wir natürlich nie wiedersehen.

Ein Marshallplan funktioniert in einem Deutschland. UK hat seinerzeit mehr Marshallplanmittel bekommen als D, und die gegenläufige wirtschaftliche Entwicklung ist bekannt - obwohl UK ein vorbildlicher Wirtschaftsstandort war, verglichen mit dem heutigen Griechenland. Von daher habe ich gelinde Zweifel, daß sich die griechische Wirtschaft durch beherzte Finanzspritzen wird sanieren lassen.

Die Abschweifung zu den bösen Bankberatern - was hat sie mit Griechenland zu tun? Ich sage Dir aber, wer mit seinem Altersruhegeld spekuliert, ist irre... Wer wenig Geld hat, darf nicht spekulieren.
 

Helika

Meister
Mitglied seit
3. Juni 2005
Beiträge
394
Ein_Liberaler schrieb:
Die Abschweifung zu den bösen Bankberatern - was hat sie mit Griechenland zu tun? Ich sage Dir aber, wer mit seinem Altersruhegeld spekuliert, ist irre... Wer wenig Geld hat, darf nicht spekulieren.
Es hat etwas mit der Verlogenheit (eines Großteils) der Finanzmärkte zu tun und damit, wohin das Geld letzten Endes versandet. Die Nutznießer sind die Banken, nicht mehr die Bürger. Da mag einiges schief gelaufen sein im Staate Griechenland, ganz unbenommen! Aber das da einiges schief läuft im Finanzwesen ist mit entscheidend für die Lage in Griechenland.
Und zugegeben: Dass etwas schief lief bei den Kontrollen zur Stabilität Griechenlands trug ebenso dazu bei.


Was Spekulationen und Altersruhegeld angeht: der Titel ist "Finanzkrise und was lernen wir daraus" und nicht "Wohin steuerg Griechenland", ich poste also nicht themenfremd.

Wäre es nicht Pflicht einer renommierten Bank, seine Kunden entsprechend zu beraten? Soweit ich die Berichterstattung bezüglich des Karlsruher Urteils verfolgt habe, war doch genau dieser Mangel einer der Hauptpunkte der Kläger.
Da werden ganze Autoserien zurückgerufen, wenn etwas defekt ist, aber vor defekten Wertanlagen warnt niemand. Und wenn die Finanzblase dann einstürzt, wird wieder Geld in die Banken gepumpt, der kleine Mann steht aber mit leeren Taschen da.
Und jetzt darf man sich tief vor den finanziell wieder renovierten Banken verneigen, weil sie 3,5 Mrd. zur Eurorettung zuschießen - weniger als 1% der Gesamtsumme und nur einen Bruchteil dessens, der zuvor in den Bankensektor gepumpt wurde. Davor aber wurden von den Banken fleißig Griechenland-Anleihen abgestoßen und so erst zum jetzigen Zustand beigetragen. Sicher logisch gehandelt, die faulen Papiere wollte man ja loswerden.
Aber gerade das zeigt doch, dass hier im System eine Schieflage herrscht.
 

Ein_Liberaler

Forenlegende
Mitglied seit
14. September 2003
Beiträge
9.777
Du bist einfach nur sauer, sehe ich das richtig? Keiner braucht sich vor Banken zu verneigen... Die werden ja wohl wenigstens noch das Recht haben, ein wenig zu lamentieren und sich wahlweise als verfolgte Unschuld oder großzügiger Retter aufzuspielen, wenn offen darüber diskutiert wird, sie auf ihren Forderungen sitzenzulassen.

Wäre es nicht Pflicht einer renommierten Bank, seine Kunden entsprechend zu beraten?
Ja, normalerweise schon. Einige Banken, von der Deutschen Bank bis zur Sparkasse, haben sich für Opportunismus entschieden und die Dummheit, Unerfahrenheit und Geldgier ihrer Kunden ausgenutzt. Allerdings gehört das zu Finanzkrise Teil 1, hier ist Teil 2, Griechenland, oder sehe ich das falsch?
 

wintrow

Erleuchteter
Mitglied seit
11. Juli 2007
Beiträge
1.057
"Nehmt den Rettungsplan und haut ab"
Bürger-Wut empfängt "Troika"
Tja da fragt man sich warum überhaupt Gelder nach griechenland fließen. Die Griechen wollen doch eh net unser geld. Warum es so einen maroden und korrupten Volk hinterher werfen.

Raus mit Griechenland aus der EU!!! Nichts kann so teuer sein wie die Rettung Griechenlands!
 
Oben