Finanzkrise - und was lernen wir daraus? (Teil 1, alt)

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Sensoe

Großmeister
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aus nem andern Forum geklaut:


Wer vor 18 Monaten 1.158,48 Euro in die Aktien der Commerzbank investiert
hat, musste sich 18 Monate lang über fallende Kurse ärgern und hat heute

noch 215,28 Euro übrig.

Wer vor 18 Monaten 1.158,48 Euro in Krombacher Pils investiert hat,
konnte:

- 18 Monate lang jede Woche einen Kasten herrliches Pils genießen
- war ständig heiter
- hatte viel Spaß
- hat den Regenwald gerettet
- und hat heute noch.

(Achtung, jetzt kommt's).

Leergut im Wert von 223,20 Euro!

In diesem Sinne, prost! :lol:
 

Java

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da kann man es eigentlich nur noch mit den worten vom ex-bayern trainer sagen "flasche leer"
 

Ein_Liberaler

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Zinsen sind völlig okay. Wenn ich eine Maschine verleihe, dann nur gegen Gebühr. Und wenn ich Geld verleihe, damit mein Gläubiger sich die Maschine kaufen kann, dann auch nur gegen Gebühr. Wieso sollte Geld anders funktionieren?

Zinseszinsen sind auch okay, um das gleich vorweg zu nehmen.

Was ist das BvG? Meinst Du das BVerfG? Das wird nicht gewählt.

Wozu noch eine Umlaufgebühr, wenn wir Inflation haben?
 

murphy37

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Sorry Leute, für meinen argumentationsarmen Beitrag. :uuups:

Ihr seit Zeuge geworden, wie ein "Laie" (was das Finanzwesen angeht), seinen Unmut über die weltwirtschaftliche Entwicklung auszudrücken versucht, sich aber dabei auf Glatteis begibt.

Dabei began ich erst vor ca. 1 Jahr mich mit Politik, Zeitgeschehen, Geschichte und aktuell mit dem Wirtschaftssystem überhaupt zu beschäftigen. Seit dem bin ich, dem Mainstream mißtrauisch gegenüber stehend, im Internet auf der Suche nach der Wahrheit und möglichen Lösungen. Die sich fast täglich überschlagene Ereignisse und die Fülle an Informationen, die man findet, wenn man danach sucht, machen mir doch ganz schön zu schaffen. Wo andere über ein Grundwissen verfügen, muss ich mir die erst mal eins aneignen.

Aber zurück zum Topic:

Ich habe mir viele Artikel und Beiträge reingepfiffen, die sich mit der Problematik des Geldsystems auseinander setzten. Letztendlich läuft es immer darauf hinaus, dass der Zins das Grundproblem darstellt. Warum das so ist, kann man (und besonders ich *g*), nicht mit einem Forumsbeitrag erklären.
Daher erlaubt mir auf einen Beitrag zu verlinken, wo das Problem sehr plausibel mit Beispielen erklärt wird.

http://www.egon-w-kreutzer.de/Geld/Grundlagen7.html

Gruß,
murphy37

Edit: Weil :lach1: "Zinz" beim Lesen in den Augen weh tut
 

Ein_Liberaler

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Okay... Sonst immer gerne, aber heute hab ich wenig Zeit. Vielleicht darf ich mir vorab den Hinweis erlauben, daß die Ideen von Silvio Gesell in der Volkswirtschaftslehre als Spinnerei gelten und keinerlei Beachtung finden - weshalb sie fast ausschließlich im Internet diskutiert werden.

(Das Thema ist hier auch schon diskutiert worden.)
 

Eskapismus

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Grundsätzlich ist es zu begrüssen, dass sich die Menschen wieder vermehrt für Wirtschaft usw. interessieren.
Weltwirtschaft ist aber zu komplex, als dass man sich auf irgendwelche selbsterannte Experten berufen sollte. Wenn du dich in diesem Gebiet weiter bilden willst, und eine kritische Grundhaltung hast empfehle ich dir das Interview von Roger de Weck mit Joseph Stiglitz - Träger des Wirtschaftsnobelpreises. Seine Ansichten waren zu "links" und er musste seinen Posten als Chefökonom der Weltbank räumen.

http://www.teleboy.tv/video/Stiglitz+im+Gespr%E4ch+mit+de+Weck/tip/927/info

(lasst euch nicht von Roger de Wecks Auge erschrecken der sieht immer so aus)

edit: gem. Wikipedia wurde er von der Weltbank nicht heraus geschmissen sondern hat seinen Posten aus Protest verlassen
 

murphy37

Neuling
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Danke für den Link, Eskapismus.

Natürlich habe ich auch schon festgestellt, dass wenn man sich im Internet informieren will, man dabei nicht selten auf falsche Informationen stößt.
Eine gewisse Selbstdisziplin und ständiges Hinterfragen der Informationen, sollte bei solch einem Thema selbstverständlich sein.
Leider gibt es Einige, die sehr naiv mit diesen Informationen umgehen und, statt sich selbst, die Meinung anderer aneignen. Das versuche ich zu unterbinden, in dem ich mir nur für mich, nach meinem Verstand und Logik das verwertbarste heraushole und mir somit meine eigene Meinung bilde.

Sollten alle Nichtexperten so machen...
 

Eskapismus

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murphy37 schrieb:

Für mich ist es eines der Haupterkenntnisse dieser Finanz-Krise, dass wir eine Art Frankensteins Monster erschaffen haben, welches wir nicht mehr beherrschen können. Peter von Matt ein Schweizer Germanist hat dies in der Sendung Sternstunde Philosophie (selbe Sendung wie Link von oben) schön gesagt:

Die ganze Welt schaut das Börsengeschehen heute so an wie die Naturvölker die Natur angeschaut haben und nie wussten, wann das Erdbeben, der Blitz, die Flut kommt. Genau so, in dieser infantilen und primitiven Angst steht die Weltbevölkerung dem Börsengeschehen gegenüber, welches sie gleichzeitig selber macht. Das hat eine so groteske Dimension, dass eigentlich die Vernunft daran scheitert.

Es gibt in meinen Augen nur noch ganz wenige wirkliche Finanzexperten - und fast nur noch Nichtexperten.
 

Giacomo_S

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Eskapismus schrieb:
Es gibt in meinen Augen nur noch ganz wenige wirkliche Finanzexperten - und fast nur noch Nichtexperten.

Die Frage, was ein "Experte" überhaupt sein soll, dass muss man sich in der Tat immer öfter fragen, nicht nur in der Ökonomie.
Denn oft genug sind die Experten selbst ernannt oder die Medien machen sie dazu.

Im Umfeld der Ökonomie ist es meiner Meinung nach besonders arg: Dieselben Wichtigtuer, die uns einst von den Segnungen der Finanzspekulation prophezeiten, beschwören heute den Untergang des Abendlandes.

Man darf nicht vergessen, dass viele dieser "Experten" letztlich nur davon leben, ständig wie ein Teufelchen aus der Kiste zu springen um sich in das mediale Rampenlicht der Öffentlichkeit zu stellen. Insofern sind sie genauso "Popstars" wie ein Reich-Ranicki oder Amy Whinehouse.
Die Stars der Ökonomie leben gut von Krisen, denn dann interessiert man sich für sie; läuft die Wirtschaft bestens, interessiert sich für sie kein Schwein. Was sie noch vor 2,3 Jahren gesagt haben, hat die Öffentlichkeit vergessen oder ist sowieso wurscht.

Und ? Kaufen wir keine Bücher mehr, schauen wir kein Fernsehen mehr, weil Reich-Ranicki das alles für Schrott hält ? Hören wir keine Musik mehr, weil Whinehouse am Rande der Debilität dahin dümpelt ?
Sicher nicht, oder ?!
Warum geben wir dann also nur ein $%&? - Stückchen Wert auf die Ergüsse der Finanzexperten - die sich ohnehin dauert irren ?
Denn das schlimme daran ist: Deren Prophezeiungen haben die Neigung zur Selbsterfüllung - sie reden Krisen herbei, die dann auch eintreffen.
 

Eskapismus

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Im Gegensatz zur Popwelt geht es aber bei der momentanen Wirtschaftskrise um Erscheinungen, die auch der Hinterletzte Bürger an seinem eigenen Leib unangenehm zu spüren bekommen könnte. Deswegen stösst die Finanz- und Wirtschaftskrise bei so vielen Leuten auf Interesse. Dazu kommt, dass Menschen danach streben alles zu verstehen was rund um sie herum passiert. In der gegenwärtigen Situation ist dies fast nicht mehr möglich und deshalb wirft man sich jedem um den Hals, der irgend eine Form der Erklärung und Aufklärung verspricht.

Z.B. behaupten nun viele, sie hätten es kommen sehen. Wenn man sie fragt, wie viel Geld sie persönlich verloren hätten wird es schnell peinlich.
 

Giacomo_S

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Eskapismus schrieb:
Im Gegensatz zur Popwelt geht es aber bei der momentanen Wirtschaftskrise um Erscheinungen, die auch der Hinterletzte Bürger an seinem eigenen Leib unangenehm zu spüren bekommen könnte. Deswegen stösst die Finanz- und Wirtschaftskrise bei so vielen Leuten auf Interesse.

Ich wollte mit meinem Beitrag sagen, dass ich die "Krise" im Grunde für ein Reichenproblem halte. Und das die "Experten" den Hype nutzen, um wieder einmal mehr ihre Existenzberechtigung zu beweisen.

Die Probleme, die eine Branche wie die Autoindustrie heute hat, waren auch ohne die Finanzkrise vorhersehbar und es gabe in der Tat Experten, die das vor 1,2 Jahren vorhergesehen habe.
Oder anders: Die Probleme sin hausgemacht.
Ich erinnere mich z.B. vor etwa 1 Jahr ein Interview mit einem amerikanischen Finanz-Querdenker gelesen zu haben, der solche Schwierigkeiten im Ansatz vorausgesehen hat, sinngemäß sagte er: Die Deutschen produzieren zu viele Edelkarossen, 80% aller deutschen Autos sind im Luxussegment.
Firmen im übrigen, deren Traditionen genau für das Gegenteil stehen: Das Qualitätsauto für den kleinen Mann. Dazu kommt, dass wir sowieso eine Überproduktion an Autos haben.

Schauen wir doch einmal auf die Basis der amerikanischen Immobilienkrise: Eine Gesellschaft hält Arbeitnehmer auf Niedriglohnniveau, und weil aber an den wenigen Reichen nichts mehr zu verdienen ist, und Firmen etwas verdienen müssen, gibt man ihnen - Hauptsache sie haben noch einen Job - Kredite zum Nulltarif und nimmt die Immobilien als Sicherheit. Renommierte Ratingagenturen geben ihren Senf dazu, dann verkauft man diese Kreditverschreibungen an andere Trottel, bis irgendein heller Kopf merkt: Da stinkt doch etwas.
Dann geht es schief, und alle zusammen zucken mit den Schultern.

Warum setzt eigentlich der Ansatz so etwas zu beheben, ausgerechnet wieder von oben an ? Haben diese Leute nicht schon genug totes Kapital angehäuft, mit dem sie keine Menschen beschäftigen wollen ?
Sind das nicht ausgerechnet die Leute, die jetzt mit vollen Backen jammern ?
Die Menschen an der Basis, die sind jetzt mal dran mit der Kohle.
Und diese Menschen werden die Kohle nicht in Geldanlagen stecken, sondern - eine solide Zukunftsperspektive vorausgesetzt - genau das damit machen, was man von ihnen will: Autos kaufen, Häuser bauen, ihre Familien ernähren - und die Rechnungen bezahlen, die dabei anfallen.
 

Gilgamesh

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Ähhmmm...das ist wohl nicht ernst gemeint..oder?
Vielleicht ist ja auch ein Kaninchenfurz in China die Ursache für die Kriese?
 

Malkav

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Gilgamesh schrieb:
Ähhmmm...das ist wohl nicht ernst gemeint..oder?
8O

Die Frage geb ich jetzt mal gleich wieder zurück.

Und ich hab noch überlegt, ob ich den Ironie-Smily benutzen soll. Hätt ich mal...
 

somebody

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Ähm, Wahljahr?


ich freu mich schon wenn nach den Wahlen die Inflation so richtig einschlägt, denn dann haben unsere Volksvertreter wieder ein paar Jahre Ruhe und können aufhören das ganze mit fragwürdigen und destruktiven "Gegenmaßnahmen" hinauszuzögern.
 
G

Guest

Guest
Giacomo_S schrieb:
und dann, nur wenige Stunden später, als Eilmeldung (!):

+++ EILMELDUNG +++: Konjunkturerwartungen verbessern sich überraschend deutlich

Wie denn jetzt ?

"Finanzexperten" pfff.

Sind das die selben unprofessionellen Selbstdarsteller die noch vor einem Kahr zu Lehman geraten haben, oder die "Wirtschaftswaisen" die noch nie mit ihrer Einschätzung auch nur annähernd richtig lagen und diese deshalb immer wieder korregieren mussten?

Ökonomische Kleinkinder alle miteinander. :roll:
 

hives

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Die ZEW-Konjunkturerwartungen ergeben sich aus dem ZEW-Finanzmarkttest als Saldo der prozentualen positiven und negativen Antworten der Umfrageteilnehmer auf die Frage nach der Konjunkturentwicklung in 6 Monaten.
Beispiel: Sind 30 Prozent der Umfrageteilnehmer der Meinung, die wirtschaftliche Lage wird sich verbessern und 40 Prozent sind der Ansicht, sie wird sich verschlechtern, so ergibt sich ein Saldo für die Konjunkturerwartungen von -10. Der Anteil derjenigen, die mit keiner Veränderung der Konjunktur rechnen, spielt dabei für den Saldo keine Rolle. (zew.de)

Klingt abgefahren, gilt aber als wichtiger Konjunkturindikator ;)

konjunkturerwartungen_apr.jpg


sammygraph01.jpg



@ boardeigene BWLer/VWLer: wie gut sind denn die Prognosen des ZEW so im Durchschnitt?
 

Simple Man

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Eigentlich recht zuverlässig, aber es sind zur Zeit nicht gerade normale Zeiten ... ;-) ... im Grunde würde es Sinn mache, sich die letzten 6 Prognosen anzuschauen und zu gucken, wie so der allgemeine Trend war/ist ...
 
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