Die Wurzel des Bösen

Kynokrates

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ist in letzter Definität im undifferenzierten, primär korporal dominanten Verhältnis der Geschlechter zu finden. Aus dieser automatistischen bzw. vorprogrammierten bzw. anerzogenen Verhaltensart resultiert auch der Kadavergehorsam, aus welchem wiederum die Tiertötungsindustrie hervorgegangen ist.

Das größte Problem auf dem Weg zur Umkehr, bzw. zur Menschwerdung, stellt eine ebenfalls aus diesem Kosmos der Unbewusstheit entsprungene Selbstverständlichkeits-Mentalität dar, die im Volke nach wie vor extrem verbreitet ist.

Andererseits muss man dieser Selbstverständlichkeits-Mentalität schon einen gewissen Sleaze-Faktor zugestehen, der wohl auf der sprachlichen Ebene mit dem Lexem "Faunetik" am adäquatesten zusammengefasst werden kann. Der Mensch, der sich als Tier identifiziert, wird mehr vom "Leben" haben, als der Mensch, der sich als Mensch betrachtet, zumindest in dieser Welt. Balzverhalten rules, da kann man noch so idealistisch sein, dieser Tatsache wird man ins Auge sehen müssen, um klar zu kommen, in dieser Welt.

Something went wrong, but...

not for long!

Guess so...

:mrgreen:
 

Benkei

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andere Erklärungen zu Hauf

Alles Übel auf das Verhältnis der Geschlechter zu schieben halte ich für sehr einseitig.

Es mag wohl sein, dass viele unserer unliebsamen Verhaltensmuster auf "Balzverhalten" zurückgeführt werden können, aber ist das wirklich die Wurzel allen Übels?

Über den Ursprung des Bösen wurde auch schon an anderer Stelle debattiert, vor allem hier:
http://www.ask1.org/fortopic11552-0-asc-0.html
 

Booth

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Ich glaube kaum, daß alle terroristischen Akte Ergebnis einer Balzrunde sind. Aber es ist interessant zu sehen, daß auch Leute, die das Fremdwörterlexikon gefressen haben, und somit über ein hohes Maß an sprachlicher Fachbildung verfügen, gleichsam Schwarz-Weiss-Denker sein können.

gruß
Booth
 

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Auch wenn ich Kynokrates' Beitrag sprachlich für eine einzige Stilblüte halte, finde ich, dass sein inhaltlicher Ansatz zumindest eine Überlegung wert ist. Dass der Mensch wesentlich von sexuellen Motivationen getrieben ist, dürfte außer Frage stehen. Allerdings glaube ich - mit aller Vorsicht, denn ich bin kein Psychologe -, dass dieser Antrieb selbst nur an zweiter Stelle in der Hierarchie der menschlichen Beweggründe steht und dem ersten dient: Der Macht. Letzten Endes laufen doch fast alle Bemühungen darauf hinaus. Wenn sich jemand an einem Freitagabend auf die Balz begibt, dann tut er das meiner Meinung nach primär nicht um seinen sexuellen Trieb zu befriedigen (das kann er auch alleine), sondern um Macht auf andere Menschen auszuüben.
Das würde auch Booths Beispiel mit den terroristischen Akten eher entgegenkommen: Sie sind sicher nicht sexuell motiviert, sondern ideologisch, und Ideologie ist in ihrer aktiven Ausübung immer unmittelbar mit dem Willen zur Macht verbunden.

Die Folge der Macht - ob gut oder böse - hängt dann wohl von demjenigen ab, der sie besitzt und von der Gesinnung des Menschen im Allgemeinen. Aber das ist ein anderes Thema.
 

Hosea

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Benkei schrieb :

Alles Übel auf das Verhältnis der Geschlechter zu schieben halte ich für sehr einseitig.
Ja genau, gibt es überhaupt das Verhältnis, allgemeingültig?

Kynokrates schrieb:

Aus dieser automatistischen bzw. vorprogrammierten bzw. anerzogenen Verhaltensart resultiert auch der Kadavergehorsam, aus welchem wiederum die Tiertötungsindustrie hervorgegangen ist.
Kadavergehorsam, ist doch in erster Linie "Blinder Gehorsam". Blinder Gehorsam als Ursache für die Tiertötungsindustrie? Würde eher sagen, die Leute haben Hunger auf Fleisch und keine Zeit mehr selbst zu jagen.

Kynokrates schrieb:

Das größte Problem auf dem Weg zur Umkehr, bzw. zur Menschwerdung, stellt eine ebenfalls aus diesem Kosmos der Unbewusstheit entsprungene Selbstverständlichkeits-Mentalität dar, die im Volke nach wie vor extrem verbreitet ist.
Aber resultiert die "Selbstverständlichkeit" nicht aus den Lebenumständen oder aus dem Volk an sich?

Kynokrates schrieb:

Andererseits muss man dieser Selbstverständlichkeits-Mentalität schon einen gewissen Sleaze-Faktor zugestehen, der wohl auf der sprachlichen Ebene mit dem Lexem "Faunetik" am adäquatesten zusammengefasst werden kann.
Na, kann man nicht allem diesen Faktor zuordnen?

Kynokrates schrieb:

Balzverhalten rules, da kann man noch so idealistisch sein, dieser Tatsache wird man ins Auge sehen müssen, um klar zu kommen, in dieser Welt.
Balzverhalten, oder meinst du die Liebe als solches?

Lg hosea
 

Aphorismus

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Irgendetwas sagt mir, dass du den Text vorgeschrieben, mit Copy & Paste rübergeholt und dabei die erste Hälfte vergessen hast.
 

Kynokrates

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Booth schrieb:
Ich glaube kaum, daß alle terroristischen Akte Ergebnis einer Balzrunde sind. Aber es ist interessant zu sehen, daß auch Leute, die das Fremdwörterlexikon gefressen haben, und somit über ein hohes Maß an sprachlicher Fachbildung verfügen, gleichsam Schwarz-Weiss-Denker sein können.

gruß
Booth

Wer weiß. Wenn man konsequent zurückverfolgt, wie Menschen in solchen Verhaltensgegenden gelandet sind, könnte ein etwas zu impulsgesteuerter Umgang mit der Triebenergie schon ein wesentlicher Faktor sein. Man darf die Triebenergie nicht unterschätzen, das ist eine sehr starke Energie. Und selbst, wenn insgesamt multidimensionale und multitemporale Einflüsse zu derlei Verhaltensverzerrungen geführt haben, wird es einen Anfangsimpuls gegeben haben, die absolute Wurzel sozusagen.

;)
 

Booth

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EVO schrieb:
Allerdings glaube ich - mit aller Vorsicht, denn ich bin kein Psychologe -, dass dieser Antrieb selbst nur an zweiter Stelle in der Hierarchie der menschlichen Beweggründe steht und dem ersten dient: Der Macht.
Aus evolutionsgeschichtlicher Sicht ist der umgekehrte Schluss der sinnvollere. Wieso gibt es denn Hackordnungen unter den Tieren? Doch meistens, damit die starken Männchen sich die Fortpflanzung sichern können. Zumindest wird wohl kaum ein Biologe sagen, daß das ganze Kampfverhalten unter den männlichen Speziesbrüdern darin begründet liegt, daß sie einfach nur "Macht" wollen, und das poppen ein netter Nebeneffekt wäre.

Wenn man nun annimmt, daß wir Menschen nunmal hoch entwickelte Tiere sind, dürfte unser Secualverhalten ebenfalls dazu führen, daß wir Macht und gesellschaftlichen Status daher suchen, um eine Fortpflanzung zu garantieren, bzw um Weibchen zu begatten. Und in der menschlichen Geshichte ist es ja auch vor einigen Jahrtausenden üblich gewesen, daß sich Könige viele Frauen hielten, und viel Kinder zeugten.

Wenn Du nun behaupten willst, es geht nur um Macht, und der Sex ist nur ein willkommenes Begleitgeschenk der Macht, dann koppelst Du uns entweder komplett von der Evolution ab, oder interpretierst das Verhalten vieler Tiergattungen anders, als so ziemlich alle Biologen und Verhaltensfortscher ;)
Wenn sich jemand an einem Freitagabend auf die Balz begibt, dann tut er das meiner Meinung nach primär nicht um seinen sexuellen Trieb zu befriedigen (das kann er auch alleine), sondern um Macht auf andere Menschen auszuüben.
Das sehe ich eigentlich anders. Wo wird denn Macht ausgeübt, wenn man in eine Disco geht?
Das würde auch Booths Beispiel mit den terroristischen Akten eher entgegenkommen: Sie sind sicher nicht sexuell motiviert, sondern ideologisch, und Ideologie ist in ihrer aktiven Ausübung immer unmittelbar mit dem Willen zur Macht verbunden.
Religion und Ideologie nur auf den Willen zur Macht zu reduzieren finde ich ziemlich eindimensional. Ich glaube kaum, daß die ganzen komplexen religiösen, wie philosophischen Gedanken nur deshalb getätigt wurden, um Macht auszuüben. Ich glaube, daß wir Menschen bei weitem vielschichtiger sind, als Du hier unterstellst.

edit:

wird es einen Anfangsimpuls gegeben haben, die absolute Wurzel sozusagen.
Was bedeuten würde, daß wir Menschen eine kohärente Entwicklung durchmachen würden, von Generation zu Generation. Dem ist aber nicht so. Jeder Mensch muss als Kind die ganzen Traditionen und komplexen, gesellschaftlichen Verhaltensmuster aufnehmen und sich seinen Weg durch diese ganzen Systeme suchen. Jedes Individuum findet seine eigene Balance in dieser Welt - oder eben nicht. Doch Taten, die aus meiner Sicht aus einer eklatanten Schieflage der Balance im Umgang mit der Gesellschaft entstehen, wie eben terroristische Akte, können aus meiner Sicht vielfältige Ursachen haben. Ich betrachte Menschen ungerne eindimensional.

gruß
Booth
 

Kynokrates

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EVO schrieb:
Auch wenn ich Kynokrates' Beitrag sprachlich für eine einzige Stilblüte halte, finde ich, dass sein inhaltlicher Ansatz zumindest eine Überlegung wert ist. Dass der Mensch wesentlich von sexuellen Motivationen getrieben ist, dürfte außer Frage stehen. Allerdings glaube ich - mit aller Vorsicht, denn ich bin kein Psychologe -, dass dieser Antrieb selbst nur an zweiter Stelle in der Hierarchie der menschlichen Beweggründe steht und dem ersten dient: Der Macht. Letzten Endes laufen doch fast alle Bemühungen darauf hinaus. Wenn sich jemand an einem Freitagabend auf die Balz begibt, dann tut er das meiner Meinung nach primär nicht um seinen sexuellen Trieb zu befriedigen (das kann er auch alleine), sondern um Macht auf andere Menschen auszuüben.
Das würde auch Booths Beispiel mit den terroristischen Akten eher entgegenkommen: Sie sind sicher nicht sexuell motiviert, sondern ideologisch, und Ideologie ist in ihrer aktiven Ausübung immer unmittelbar mit dem Willen zur Macht verbunden.

Die Folge der Macht - ob gut oder böse - hängt dann wohl von demjenigen ab, der sie besitzt und von der Gesinnung des Menschen im Allgemeinen. Aber das ist ein anderes Thema.

Ideologische Bestrebungen, gleich welcher Art, könnten aber auch einen Kompensationsfaktor für nicht gelebte oder für nicht dem eigentlichen Wunsch entsprechend gelebte Sexualität darstellen, auf einer anderen Ebene. Sagen wir, körperliche Triebbefriedigung ist rein körperlicher Ausgleich. Das, was man Liebe nennt, ist abstrakter oder seelischer Ausgleich.

Mir scheint, dass sich jedes Individuum in irgendeiner Weise nach diesen beiden Ausgleichsarten sehnt. Ebenso scheint mir aber, dass die Sehnsucht nach dem körperlichen Ausgleich heutzutage dominanter ist als die nach dem seelischen (Balz am Freitag halt).

Was den Machtaspekt angeht, stellt sich die Frage, in wie weit schafft das Machthaben über andere einen inneren holistischen Ausgleich? Irgendeinen Ausgleich wird es schaffen, sonst würden sich nicht so viele Leute so verhalten. Doch befürchte ich, dass dies ähnlich wie beim rein körperlichen Sex mit irgendwem höchstens ein kurzfristiges Befriedigungsgefühl bewirkt, was nach Wiederholung schreit, statt ein langfristiges Zufriedenheitsgefühl.

;)
 

Kynokrates

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Hosea schrieb:
Benkei schrieb :

Alles Übel auf das Verhältnis der Geschlechter zu schieben halte ich für sehr einseitig.
Ja genau, gibt es überhaupt das Verhältnis, allgemeingültig?

Kynokrates schrieb:

Aus dieser automatistischen bzw. vorprogrammierten bzw. anerzogenen Verhaltensart resultiert auch der Kadavergehorsam, aus welchem wiederum die Tiertötungsindustrie hervorgegangen ist.
Kadavergehorsam, ist doch in erster Linie "Blinder Gehorsam". Blinder Gehorsam als Ursache für die Tiertötungsindustrie? Würde eher sagen, die Leute haben Hunger auf Fleisch und keine Zeit mehr selbst zu jagen.

Kynokrates schrieb:

Das größte Problem auf dem Weg zur Umkehr, bzw. zur Menschwerdung, stellt eine ebenfalls aus diesem Kosmos der Unbewusstheit entsprungene Selbstverständlichkeits-Mentalität dar, die im Volke nach wie vor extrem verbreitet ist.
Aber resultiert die "Selbstverständlichkeit" nicht aus den Lebenumständen oder aus dem Volk an sich?

Kynokrates schrieb:

Andererseits muss man dieser Selbstverständlichkeits-Mentalität schon einen gewissen Sleaze-Faktor zugestehen, der wohl auf der sprachlichen Ebene mit dem Lexem "Faunetik" am adäquatesten zusammengefasst werden kann.
Na, kann man nicht allem diesen Faktor zuordnen?

Kynokrates schrieb:

Balzverhalten rules, da kann man noch so idealistisch sein, dieser Tatsache wird man ins Auge sehen müssen, um klar zu kommen, in dieser Welt.
Balzverhalten, oder meinst du die Liebe als solches?

Lg hosea

Kadavergehorsam, blinder Gehorsam, Scheidengehorsam. Unselektive Partnerwahl, Hauptsache regelmäßig irgendwo reinrotzen. Fleischgenuss als Kompensationsfaktor, weil unselektive, also nicht seelisch dominante Partnerwahl niemals langfristige Zufriedenheit bringen kann, rein mathematisch betrachtet. Passen heißt auf englisch "to fit". Fitness kann also nur aus seelisch passenden Verbindungen entstehen. Zugegeben, es gibt auch rein körperlich passende Verbindungen, doch sind diese leider einer vergänglichen hormonellen Zeitspanne unterworfen.

;)
 

Booth

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Kynokrates schrieb:
[...]niemals langfristige Zufriedenheit bringen kann, rein mathematisch betrachtet
Zufriedenheit mathematisch betrachten zu wollen klingt ziemlich unpassend.

gruß
Booth
 

Kynokrates

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Booth schrieb:
Kynokrates schrieb:
[...]niemals langfristige Zufriedenheit bringen kann, rein mathematisch betrachtet
Zufriedenheit mathematisch betrachten zu wollen klingt ziemlich unpassend.

gruß
Booth

Unpassend bezogen auf was? Die Sinuskurve der Ereignisse und Stimmungen ist schon mathematisch, also bestimmbar. Wohl gibt es die ausgeglichene, runde Art der Wellenbewegung und es gibt die verzerrte, die eher eckig im Zickzack-Kurs verläuft. Welche Form man wählt, liegt bei einem selbst.

;)
 

Booth

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Kynokrates schrieb:
Unpassend bezogen auf was?
Bezogen auf das, was man Zufriedenheit nennt.
Die Sinuskurve der Ereignisse und Stimmungen ist schon mathematisch
Was für eine Sinuskurve von Ereignissen und Stimmungen? Eine Sinuskurve ist recht klar definiert - es bedarf zur Darstellung X- und Y-Werte.
Was soll denn hier X- und was soll Y-Wert sein? Ereignisse? Stimmungen? Wie willst Du die denn quantifizieren? Die Anzahl zählen? Bestimmte "Bewertungen" vornehmen? Welche Bewertungen? Nach welcher Art? Und wieso soll das Ergebnis eine Sinuskurve sein?
Wohl gibt es die ausgeglichene, runde Art der Wellenbewegung und es gibt die verzerrte, die eher eckig im Zickzack-Kurs verläuft.
Ich kenne die Sinuskurve. Aber ich sehe nicht ansatzweise irgendeinen Sinn darin, Stimmungen (ja welche denn überhaupt?) und/oder Ereignisse (ja welche denn überhaupt) mit einer Sinuskurve einfach so in Beziehung zu setzen. Die Sinuskurze ist ein Ergebnis mathematischer Berechnungen oder irgendwelcher Messungen mit anschließender Auftragung der Meßergebnisse in einem Diagramm. Es sei denn, Du willst die Sinuskurve als Metapher verwenden. Doch als Metapher wofür?
Welche Form man wählt, liegt bei einem selbst.
Ja - ich habe auch inzwischen das Gefühl, daß Du beinahe wahllos irgendwelche Worte aneinander reihst, weil sie sich toll anhören, und eine intelligent erscheinende "Form" ergeben.

gruß
Booth
 

Kynokrates

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Booth schrieb:
Kynokrates schrieb:
Unpassend bezogen auf was?
Bezogen auf das, was man Zufriedenheit nennt.
Die Sinuskurve der Ereignisse und Stimmungen ist schon mathematisch
Was für eine Sinuskurve von Ereignissen und Stimmungen? Eine Sinuskurve ist recht klar definiert - es bedarf zur Darstellung X- und Y-Werte.
Was soll denn hier X- und was soll Y-Wert sein? Ereignisse? Stimmungen? Wie willst Du die denn quantifizieren? Die Anzahl zählen? Bestimmte "Bewertungen" vornehmen? Welche Bewertungen? Nach welcher Art? Und wieso soll das Ergebnis eine Sinuskurve sein?
Wohl gibt es die ausgeglichene, runde Art der Wellenbewegung und es gibt die verzerrte, die eher eckig im Zickzack-Kurs verläuft.
Ich kenne die Sinuskurve. Aber ich sehe nicht ansatzweise irgendeinen Sinn darin, Stimmungen (ja welche denn überhaupt?) und/oder Ereignisse (ja welche denn überhaupt) mit einer Sinuskurve einfach so in Beziehung zu setzen. Die Sinuskurze ist ein Ergebnis mathematischer Berechnungen oder irgendwelcher Messungen mit anschließender Auftragung der Meßergebnisse in einem Diagramm. Es sei denn, Du willst die Sinuskurve als Metapher verwenden. Doch als Metapher wofür?
Welche Form man wählt, liegt bei einem selbst.
Ja - ich habe auch inzwischen das Gefühl, daß Du beinahe wahllos irgendwelche Worte aneinander reihst, weil sie sich toll anhören, und eine intelligent erscheinende "Form" ergeben.

gruß
Booth
Als Metapher für die ständige Auf- und Abbewegung aller Dinge. Sonnenaufgang, Sonnenuntergang, hell, dunkel, Tag, Nacht, Aufstieg, Fall, Spaß, Ernst, Euphorie, Dysphorie...

Die Sinuskurve als ausgeglichene, konstante Wellenform stellt in diesem Zusammenhang ein musterhaftes Mittelmaß dar, das man als Fixpunkt benutzen kann, um Balance zu schaffen. Es ist durchaus möglich, ein Ereignisdiagramm zu erstellen, oder ein Stimmungsbarometer. Man muss das nicht tun, aber es hilft dabei, zu erkennen, dass die optimale Position, aus der man handeln kann, die Null-Linie ist, um die herum sich die Wellenform windet. Aus dieser Denkposition heraus hat man die Kontrolle über Stimmungsschwankungen wie Euphorie und Dysphorie. Der eigene Alltag verläuft eher wellenförmig als eckig, also nicht im Zickzack-Kurs. Mit anderen Worten: man ist psychisch ausgeglichener.
 

Booth

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Kynokrates schrieb:
Die Sinuskurve als ausgeglichene, konstante Wellenform stellt in diesem Zusammenhang ein musterhaftes Mittelmaß dar
...welches bar jeder Realität ist.
Man muss das nicht tun, aber es hilft dabei, zu erkennen, dass die optimale Position, aus der man handeln kann, die Null-Linie ist
Optimal in welcher Hinsicht? Mit welchem Ziel? In welchem Kontext? Ein einheitliche Richtlinie für jedwede Handlung vollkommen pauschal zu identifizieren, halte ich für abwegig. Wenn Dir ein Tsunami entgegenkommt oder ein Erdbeben losgeht, ist die "Null-Linie" kaum geeignet - wer dann erstmal kurz meditiert um seine geistige Mitte zu finden, reagiert nicht wirklich angemessen, oder? ;)
Aus dieser Denkposition heraus hat man die Kontrolle über Stimmungsschwankungen wie Euphorie und Dysphorie.
Es gibt Situationen, da ist Kontrolle einfach wenig hilfreich oder sogar völlig abwegig. Manchmal ist das "loslassen" genau das richtige, um sich einfach lebendig zu fühlen. Gerade hinsichtlich des von Dir angesprochenen Themas. Grundsätzlich kontrollierte Sexualität stell ich mir so prickelnd vor, wie ein Fussballspiel in der Halbzeitpause.
Der eigene Alltag verläuft eher wellenförmig als eckig
Da gebe ich Dir doch glatt mal recht. Wieso musst Du dann eine (unpassende) Sinuskurve in Deine Metapher aufnehmen? Bleib doch bei wellenförmig - das langt völlig.

gruß
Booth
 

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Booth schrieb:
Aus evolutionsgeschichtlicher Sicht ist der umgekehrte Schluss der sinnvollere. Wieso gibt es denn Hackordnungen unter den Tieren? Doch meistens, damit die starken Männchen sich die Fortpflanzung sichern können. Zumindest wird wohl kaum ein Biologe sagen, daß das ganze Kampfverhalten unter den männlichen Speziesbrüdern darin begründet liegt, daß sie einfach nur "Macht" wollen, und das poppen ein netter Nebeneffekt wäre.

Wenn man nun annimmt, daß wir Menschen nunmal hoch entwickelte Tiere sind, dürfte unser Secualverhalten ebenfalls dazu führen, daß wir Macht und gesellschaftlichen Status daher suchen, um eine Fortpflanzung zu garantieren, bzw um Weibchen zu begatten. Und in der menschlichen Geshichte ist es ja auch vor einigen Jahrtausenden üblich gewesen, daß sich Könige viele Frauen hielten, und viel Kinder zeugten.

Wenn Du nun behaupten willst, es geht nur um Macht, und der Sex ist nur ein willkommenes Begleitgeschenk der Macht, dann koppelst Du uns entweder komplett von der Evolution ab, oder interpretierst das Verhalten vieler Tiergattungen anders, als so ziemlich alle Biologen und Verhaltensfortscher
Da hast du allerdings recht. Evolutionär ergibt mein Ansatz keinen Sinn. Aber die Evolution des modernen Menschen - und das ist jetzt nicht nur meine Vermutung, sondern eine weitläufigere Beobachtung - ist seit einigen Jahrtausenden eine andere als die ursprüngliche biologische. Der Mensch hat seit seiner Entstehung in geradezu irrationaler Geschwindigkeit seine Fähigkeiten, sein Wissen ausgebaut und damit sicher auch sein Bewusstsein verändert. Wir befinden uns in einer Phase einer intellektuellen Evolution, und in diesem Rahmen - nicht im absoluten! - glaube ich die späte Entwicklung des Menschen tatsächlich von der aller anderen Arten abgrenzen zu können.

Wo wird denn Macht ausgeübt, wenn man in eine Disco geht?
Nicht wenn man in die Disco geht, sondern wenn man mit jemandem schläft. Sex ist Macht. In einer festen Beziehung ist das sicher nicht unbedingt gültig, aber darauf wollten wir ja auch nicht hinaus.

Religion und Ideologie nur auf den Willen zur Macht zu reduzieren finde ich ziemlich eindimensional.
Habe ich das denn getan?

Ich glaube kaum, daß die ganzen komplexen religiösen, wie philosophischen Gedanken nur deshalb getätigt wurden, um Macht auszuüben.
Religion hat sehr viel mit Macht zu tun, zumindest im Monotheismus. Das beste, wenn auch nicht einzige Beispiel ist einmal mehr die katholische Kirche. Ihre gesamte Geschichte basiert wesentlich auf dem Streben nach Macht. Die Kreuzzüge gab es nicht, um Christus zu preisen, sondern um Macht auszuüben. Der Teufel wurde nicht erfunden, um Gottes Wort zu verkünden, sondern um Macht auszuüben. Das Zölibat wurde nicht eingeführt, um dem Himmel näher zu sein, sondern um gegen die Macht anderer besser geschützt zu sein. Nur um Missverständnisse zu vermeiden: Der Kern des Christentums hat damit nichts zu tun, sondern basiert auf den bekannten Prinzipien wie Nächstenliebe und Hoffnung auf Erlösung. Glauben darf man nicht mit Religion gleichsetzen: Letzteres ist das, was der Mensch aus dem Glauben gemacht hat.
In der Philosophie ist das weitaus komplexer. Vielleicht war meine Formulierung insofern nicht ganz zutreffend, als philosophische Weltanschauungen natürlich nicht immer machtgesteuert sind.

Kynokrates schrieb:
Ideologische Bestrebungen, gleich welcher Art, könnten aber auch einen Kompensationsfaktor für nicht gelebte oder für nicht dem eigentlichen Wunsch entsprechend gelebte Sexualität darstellen, auf einer anderen Ebene.
Glaube ich nicht. Das ist mir zu freudisch und zu simpel gedacht. Wie soll etwa Sartres oder Camus' Existentialismus auf sexueller Ebene erklärt werden? Durch Frustration? Nein, nun wirklich nicht.

Ebenso scheint mir aber, dass die Sehnsucht nach dem körperlichen Ausgleich heutzutage dominanter ist als die nach dem seelischen (Balz am Freitag halt).
Letztendlich werden wir darauf keine Antwort finden können, aber ich neige dazu, dir auch hier zu widersprechen. Durch diverse sexuelle Revolutionen ist es heute nunmal oft einfacher, den Körper zu befriedigen als den Geist. Und wenn der Mensch den Weg des geringsten Widerstandes geht, wird er sich vielleicht bloß nicht die Mühe machen wollen, nach seelischer Erfüllung zu streben, wenn die kurzfristige körperliche näher liegt. Das heißt nicht, dass die körperliche Befriedigung unbedingt als wichtiger erachtet wird.

Was den Machtaspekt angeht, stellt sich die Frage, in wie weit schafft das Machthaben über andere einen inneren holistischen Ausgleich? Irgendeinen Ausgleich wird es schaffen, sonst würden sich nicht so viele Leute so verhalten. Doch befürchte ich, dass dies ähnlich wie beim rein körperlichen Sex mit irgendwem höchstens ein kurzfristiges Befriedigungsgefühl bewirkt, was nach Wiederholung schreit, statt ein langfristiges Zufriedenheitsgefühl.
Da stimme ich zu. Deswegen folgt auf die Machtergreifung das Bestreben, seine Macht zu erhalten.
 

DEEP_CORAL

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Booth schrieb:
Kynokrates schrieb:
Die Sinuskurve als ausgeglichene, konstante Wellenform stellt in diesem Zusammenhang ein musterhaftes Mittelmaß dar
...welches bar jeder Realität ist.
Man muss das nicht tun, aber es hilft dabei, zu erkennen, dass die optimale Position, aus der man handeln kann, die Null-Linie ist
Optimal in welcher Hinsicht? Mit welchem Ziel? In welchem Kontext?
Null-Linie im Sinne von keinerlei Polaritäts-ausprägung.
Jede Entfernung vom Nullpunkt (sowohl nach oben oder unten) stellt ein Abdriften in die Dualität dar.
Somit kann man sagen , dass bei der 0 (Ursprung) die Dualität aufgehoben ist.
 

Kynokrates

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DEEP_CORAL schrieb:
Booth schrieb:
Kynokrates schrieb:
Die Sinuskurve als ausgeglichene, konstante Wellenform stellt in diesem Zusammenhang ein musterhaftes Mittelmaß dar
...welches bar jeder Realität ist.
Man muss das nicht tun, aber es hilft dabei, zu erkennen, dass die optimale Position, aus der man handeln kann, die Null-Linie ist
Optimal in welcher Hinsicht? Mit welchem Ziel? In welchem Kontext?
Null-Linie im Sinne von keinerlei Polaritäts-ausprägung.
Jede Entfernung vom Nullpunkt (sowohl nach oben oder unten) stellt ein Abdriften in die Dualität dar.
Somit kann man sagen , dass bei der 0 (Ursprung) die Dualität aufgehoben ist.
Genau das ist die metaphysische Betrachtungsweise der Sinuskurve, Booth, you know, metaphysisch! Die Dualität betrachten aus einer gesunden distanzierten Perspektive heraus, was jeglichen materiellen Zufallsglauben im Keime erstickt. You know, Booth, im Keime!

:mrgreen:
 
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