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Das Universum als Quant: Konsequenzen?

Dieses Thema im Forum "Technik, Forschung und Entwicklung" wurde erstellt von Trestone, 13. April 2007.

  1. Trestone

    Trestone Großmeister

    Beiträge:
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    12. April 2002
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    Franken
    Hallo,

    bei der Quantentheorie zähle ich zu den Dekohärenzanhängern.

    So wie ich (als belesener Halblaie) sie verstehe, gilt sie nicht nur für Elementarteilchen sondern auch für makroskopische Körper.

    Da man letztere aber nie ausreichend isolieren kann,
    treten immer so schnell Wechselwirkungen mit der Umwelt ein,
    dass die Quanteneffekte nicht messbar sind
    (Dekohärenzzeiten von 10 hoch -20 Sekunden u.ä.).

    Nun frage ich mich, wie es für das Universum als Ganzes aussieht:
    Die Isolation ist hier kein Problem, da es definitionsgemäß gar keine getrennte Umwelt gibt.

    Allerdings gibt es daher wohl auch keine im Sinne der Quantentheorie meßbare Eigenschaft des Universums?
    Hier bin ich mir aber nicht so sicher.

    Das ist aber spannend, denn wenn es Eigenschaften gäbe,
    müsste das (isolierte) Universum sich dann in permanenter Interferenz aller Möglichkeiten zu diesen Eigenschaften befinden?

    Gruß
    Trestone
     
  2. dkR

    dkR Forenlegende

    Beiträge:
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    Ich meine mich erinnern zu können, dass sich die Quanteneffekte bei großen Anzahlen von Atomen gegenseitig statistisch aufheben.
    Deswegen keine Interferenz auf makroatomarer Ebene.
     
  3. Trestone

    Trestone Großmeister

    Beiträge:
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    Hallo dKR,

    ich glaube, dass Quanteneffekte bei makroskopischen Körpern nur schwerer zu messen und sehr klein sind,
    vom Prinzip her aber genauso da sind:

    Nehme ich z.B. die Erde als Körper und betrachte ihre möglichen Wege um die Sonne,
    so löst die Erde sich nach meiner Vorstellung bei Bewegung in eine virtuelle Wolke von (sehr vielen) Teilchen (z.B. Quarks) auf.
    Das erste dieser vielen Teilchen, das mit etwas Nicht-Erde in (nachhaltige) Wechselwirkung tritt
    bestimmt den Wiederauftauchort aller Teilchen und damit der Erde (Stichwort Dekohärenz).

    Je mehr Teilchen ein Körper hat, umso kürzer wird die Dekohärenzzeit und um so näher liegt der "Wiederauftauchort" zum Ausgangsort.
    Für makroskopische Körper also mit unseren heutigen Messmethoden wohl nicht nachweisbar und erst recht nicht wahrnehmbar.

    Nur bei idealer Isolation eines Körpers wären auch für makroskopische Körper wahrnehmbare Quantensprünge möglich.

    Dennoch könnte sein, dass (wie ich z.Zt glaube) physikalische Veränderungen (wie z.B. Bewegung)
    generell nur via (oft sehr sehr kleiner) Quantensprünge möglich sind.

    Gruß
    Trestone
     
  4. Gilgamesh

    Gilgamesh Ehrenmitglied

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    Ob das Universum als Ganzes eine Quanteneigenschaft besitzt, ist schwer zu sagen, kann es mir aber schwer vorstellen,
    da sich der Inhalt des Universums selbst in einer fluktuierenden Phase befindet.

    Man denke hier nur an die unzähligen umherschwirrenden und ungebundenen Elementarteilchen, Elektromagnetische Welle und Kräfte!
    Sie alle leben in unterschiedlichen Quantenexistenzen.
    Es findet eher Fluktuation statt,also ein Rauschen, als ein sich gegenseitiges Verstärken...

    Ich denke, alle Teilchen des Universums müßten schon in Resonanz schwingen, damit das Gesamtkonstrukt als Ganzes
    eine Quanteneigenschaft bekommt!

    Vielleicht liegt hier auch der Hund begraben?
    Wenn wir möchten, dass ein makroskopischer Körper wie ein Apfel einen Quantensprung hinlegt, also mal nebenbei durch eine Wand tunnelt,
    dann müßte man sich überlegen, wie man alle Teilchen dieses Apfels in Resonanz bringt,
    so dass sich alle Quanteneigenschaften überlagern und somit makroskopisch sichtbar werden.

    Mit einem Apfel oder einem Fahrzeug wäre das hypothetisch realisierbar, mit dem ganzen Universum weniger...
     
  5. Trestone

    Trestone Großmeister

    Beiträge:
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    Franken
    Hallo,

    vielleicht muss ich einen etwas bescheideneren Ansatz wählen,
    und mich auf große Teile des Universums beschränken,
    so dass mindestens zwei (messbar) unterschiedliche Zustände möglich wären.

    Welche unabhänig von ihm messbare Eigenschaften könnte ein halbes Universum haben?

    Leider ist dann aber ein halbes Universum nicht so leicht isolierbar wie ein ganzes...

    Vielleicht könnte man in Materie und Antimaterie teilen?
    Und ggf. Strahlung als dritte Kategorie?

    Die Idee bleibt schwierig, obwohl vom prinzip her interessant...

    Gruß
    Trestone
     
  6. Gilgamesh

    Gilgamesh Ehrenmitglied

    Beiträge:
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    Göbekli Tepe, 12.000 B.C.
    Materie und Antimaterie teilen, Strahlung?
    In welchem Zusammenhang soll dieser Gedanke mit der Quententheorie stehen? Du sprichts in Deiner Überschrift vom Universum als Quant?!

    Mit Deiner oben aufgeführten Teilung würdest Du keinesfalls die Physik des Univerums ändern können!

    Was soll sich ändern, wenn man Materie von Antimaterie trennt?
    Auf Ebene der Strahlung oder der Kräfte würde sich dabei doch nichts ändern.
    Die Quanteneigenschaften blieben unverändert und somit auch die Struktur des Universums!

    Zudem halte ich es für unmöglich, Matrie und Strahlung überhaupt zu strennen!

    Ich denke, Du grübels gerade über eine Idee, was dieses für Konsequenzen haben könnte?!
    Warum schreibst Du Deine Idee nicht nieder, dann könnten wir darüber diskutieren.. :wink:

    Wenn Du z.B. denkst, in einem Universum gänzlich aus Antimaterie ginge die Zeit rückwärts, irrst Du dich...

    Wenn es Dich interessiert, schlag mal unter CPT-Theorem nach!
    Hier werden viele Deiner Fragen beantwortet...
     
  7. maya112

    maya112 Neuling

    Beiträge:
    1
    Registriert seit:
    5. Dezember 2014
    Je mehr Teilchen ein Körper hat, umso kürzer wird die Dekohärenzzeit und um so näher liegt der "Wiederauftauchort" zum Ausgangsort.