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Zugang zu einer neuen Welt: Stufenlogik?

Dieses Thema im Forum "Technik, Forschung und Entwicklung" wurde erstellt von Trestone, 9. April 2015.

  1. Trestone

    Trestone Großmeister

    Beiträge:
    685
    Registriert seit:
    12. April 2002
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    Franken
    Hallo,

    Die Stufenlogik habe ich in anderen threads ja schon vorgestellt.
    Link mit Details z.B . in Thread Philo-Welt:„dynamische Stufenlogik: komplex und brauchbar?“
    http://philo-welt.de/forum/thread.php?threadid=6331

    Hier will ich nun zusammenstellen, was wir alles anders sehen würden (bzw. könnte),
    wenn wir uns auf sie einlassen und sie an Stelle der klassischen Logik setzen würden.

    1. Logik
    Die Wahrheit von Aussagen wäre nicht mehr nur entweder wahr oder falsch
    sondern von den jeweiligen Perspektiven/Stufen abhängig.

    Selbstbezügliche Aussagen wie „diese Aussage ist nicht wahr“ wären nicht mehr paradox
    sondern durch eine Stufendefinitionshierarchie entschärft.

    2. Mengenlehre
    Die Menge aller Mengen wäre eine Menge, es gäbe nur eine Art von Unendlichkeit (die der natürlichen Zahlen).
    Cantors Diagonalbeweis wäre durch die Stufen aufgehoben.

    3. Mathematik
    Die Eindeutigkeit der Primzahlzerlegung wäre nicht mehr gegeben, da stufenabhängig.
    Dadurch wären Brüche nicht mehr stufenunabhängig kürzbar.
    Andererseits wäre Wurzel 2 nicht mehr irrational sondern durch je Stufe unterschiedliche Brüche darstellbar.
    Die Gödelschen Unvollständigkeitssätze würden wegen der Stufen nicht mehr zutreffen.

    4. Physik
    Alle Ursache-Wirkungsketten hätten ihren Beginn in Stufe 0, in der alles gleich und unbestimmt ist (logisch-physikalischer Urknall).
    Die Stufen könnten den gerichteten unumkehrbaren Pfeil/Anteil der Zeit repräsentieren.
    Beim EPR-Phänomen wäre die Bellsche-Ungleichung wegen der Stufen nicht mehr gültig.
    Die Komplementarität von Teilchen und Welle könnte als Idendität in geraden und ungeraden Stufen aufgelöst werden.

    5. Philosophie
    Das Begründungstrilemma hätte einen neuen vierten Zweig:
    Keine Begründung könnte weiter zurückgehen als in Stufe 0,
    in der alles unbestimmt ist.
    Der Begriff der „Idendität“ müsste mehrstufig neu betrachtet werden,
    z.B. könnten in geraden und ungeraden Stufen unterschiedliche Phänomene
    doch identisch sein und die Unterschiede nur „Stufenphänomene“.
    Die Dualität von Geist und Körper könnte so als Idendität mit geraden und ungeraden Stufen aufgelöst werden.
    Insbesondere das Trilemma von Bieri zu Geist und Körper ist in Stufenlogik nicht mehr gültig.

    6. Informatik
    Stufenalgorithmen würden die These von Church-Turing verletzen.
    Der Beweis der Unlösbarkeit des Halteproblems würde mit Stufenlogik/algorithmen nicht mehr gelten.
    Es könnten (endliche) Stufencomputer konstruiert werden, die für klassische Computer unlösbare Aufgaben lösen.

    Insgesamt nicht schlecht für eine nur mit Papier und Bleistift von einem Halblaien konstruierte Theorie …

    Gruß
    Trestone
     
  2. streicher

    streicher Ehrenmitglied

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    Durchaus. Keine Universität hat dir den Auftrag gegeben, eine Theorie aufzustellen. Was hat dir also den Ansporn gegeben?

    Besten Gruß,
    streicher
     
  3. Trestone

    Trestone Großmeister

    Beiträge:
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    Franken
    Hallo streicher,

    hier ein Zitat von mir aus 2003, dem Anfang meiner Forschungen:

    "Hallo,
    bei der Suche nach Begründungen der Logik wurde ich nicht so recht fündig.
    Zudem gibt es im Umfeld der Logik Brüche und Schwachstellen (z.B. Paradoxien, Cantors Diagonalverfahren, Gödelscher Unvollständigkeitssatz), die mich nach Alternativen zur Logik suchen ließen.

    Wie müsste nun eine Logik aussehen, in der z.B. "Diese Satz ist nicht wahr" eine ganz normale Aussage und nicht paradox ist?

    Als ein Ausweg erschien mir, bei allen Aussagen eine Stufe (Metastufe) mitanzugeben und die Regel anzunehmen, dass Eigenschaften einer Stufe (wie z.B. in Stufe t wahr zu sein) erst in höheren Stufen erkennbar wären.
    (Dies erinnert an die Russellsche Typenhierarchie aus der Mengenlehre, nur bezieht es sich auf die Eigenschaften und nicht auf die Objekte.)"

    Eine Motivation für mich war, wie weit ich weitgehend allein mit Papier und Bleistift
    (und gelegentlichem Rückgriff auf das Internet)
    bei dem Versuch kommen könnte, eine "bessere" Logik aufzustellen.
    Universitäten o.ä. zog ich nicht zu Rate,
    denn ich wollte frank und frei bleiben,
    das Ganze sollte eine "Liebhaberei" sein - ohne Zwänge.

    Später kamen Diskussionsforen im Netz dazu,
    die allerdings nach anfänglichen aktiven Fragen bald etwas "abkühlten",
    zumal ich einige technische Fragen zu klären hatte.
    Insgesamt trug mein Ansatz weiter als ich anfangs gedacht hatte,
    wie ja der vorliegende thread zeigt.

    Gruß
    Trestone
     
  4. streicher

    streicher Ehrenmitglied

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    Hi Trestone,

    Es ist ja eigentlich auch ein Thema, dass möglicherweise an der Universität als Doktorarbeit gehandelt würde.
    Wahrscheinlich wirst du nur sehr wenige Forenteilnehmer gefunden haben, die sich in die Materie reindenken konnten/wollten. Und ein waschechter Disputant kann zwar weichkochen, aber vielleicht auch auf entscheidende Lücken aufmerksam machen.
    Die Ausformulierung, sagtest du andernorts, steht derzeit nicht aus...?!

    Besten Gruß, streicher
     
  5. Trestone

    Trestone Großmeister

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    Hallo streicher,

    ja, so sieht es zur Zeit aus:
    Ich hätte nichts dagegegen wenn jemand eine Diplom- oder Doktorarbeit dazu schreiben würde,
    ich selbst kann mich noch nicht dazu aufraffen,
    obwohl es schade um den Grundansatz wäre ...

    Gruß
    Trestone
     
  6. streicher

    streicher Ehrenmitglied

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    Hallo Trestone,

    würde sich nicht ein Essay anbieten? Dann können die potentiellen Befürworter und Kritiker schon mal dran schnuppern.

    Besten Gruß
    streicher
     
  7. Trestone

    Trestone Großmeister

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    Hallo streicher,

    vorläufig habe ich nur den Input aus diesen threads.

    Beobachtung am Rande:
    Obwohl die Stufenlogik inzwischen etwas besser ausformuliert ist,
    habe ich beim Start vor zehn Jahren im Netz fundiertere Resonanz erhalten,
    ist das ein Zeitgeistphänomen?

    Gruß
    Trestone
     
  8. streicher

    streicher Ehrenmitglied

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    Hallo Trestone,

    schwer zu sagen, ob auf Foren insgesamt mehr oder weniger diskutiert wird und ob das Interesse an solchen Themen und an profunder Diskussion abgenommen hat, seit es facebook gibt. Es könnte durchaus ein Faktor sein.
    Ein sehr aktives Forum war (bis vor wie vielen Jahren?!) das politikform.de, dass sich jedoch zu einem Beteiligungsportal gewandelt hat. Ich kann mich allerdings nicht mehr erinnern, ob es dort zum Beispiel eine Philosophierubrik gegeben hat. Das wäre jedoch nahe liegend gewesen.

    Besten Gruß
    streicher