Wolfgang Eggert - Israels Geheimvatikan

Malakim

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Kynokrates schrieb:
...weil sich diese Einseitig-Denker scheinbar in massiver Überzahl befinden, denn sonst hätte das Wort "Verschwörungstheoretiker" landläufig niemals die Bedeutung "Spinner" annehmen können.
Willkommen im Leben, die meisten Menschen sind ziemlich dumm und ich möchte mich da nichtmal raus nehmen.
 

agentP

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Was ist denn so schlimm am Wort "Weib"? Das ist doch auch so ein Wort, was von der Masse einseitig negativ empfunden wird, obwohl es an sich neutral ist.
Eher andersrum: Weil es als negativ empfunden wird ist es eben nicht neutral. Die Bedeutung eines Begriffs ergibt sich ja nicht allein aus dem Ding, das er beschreibt, sondern eben auch aus der Konnotation, die mit dem Begriff einhergeht. Gott sei Dank, denn wie arm wäre ein Sprache, in der es egal ist, ob man Hintern, Anus, Arsch oder Po sagt, weil eh alles das gleiche meint.

Nun, was das Wort "Verschwörungstheoretiker" angeht, bedeutet das ja nichts weiter, als dass jemand spürt, dass irgend eine Verschwörung im Gange ist, die er ad hoc nicht genau ergründen kann, woraufhin er erstmal eine Theorie aufstellt.
Dann ist ein Verschwörungstheoretiker eigentlich genau das gleiche, wie Gläubige im religiösen Sinne? Der spüren auch, dass Dinge im Gange sind, die sie ad hoc nicht genau ergründen können (z.B. die Schöpfung) und stellen dann erstmal "Theorie" auf (ein allmächtiger Gott hat die Welt in 7 Tagen erschaffen).

Diejenigen aber, die daraufhin forschen und eventuell handfeste Indizien finden, die fraglos auf eine Verschwörung, welchem Ausmaßes auch immer, hindeuten, werden von der breiten Masse der pauschal-militant Denkenden gleichsam als Spinner abgetan wie jene, die möglicherweise wirklich nur unter Verfolgungswahn leiden.
Halte ich für Quatch. Weder die Jungs, die die Watergate-Affäre , noch die, die die Barschel-Affäre aufgedeckt haben , wurden und werden als Spinner betrachtet. Es dürfte kein Problem sein noch zig weitere Beispiele zu finden von Leuten, die echte Verschwörungen aufgedeckt haben und die nicht nur nicht als Spinner abgetan wurden, sondern die nachgerade Karriere gemacht haben.

Und diese Undifferenziertheit seh ich durchaus als soziopolitisches Problem an, besonders, weil sich diese Einseitig-Denker scheinbar in massiver Überzahl befinden, denn sonst hätte das Wort "Verschwörungstheoretiker" landläufig niemals die Bedeutung "Spinner" annehmen können.
Das glaube ich nicht. Ich glaube im allgemeinen Sprachgebrauch meint "Verschwörungstheoretiker" einen mehr oder weniger paranoiden Spinner, der an eine recht simple gestrickte Verschwörungstheorie glaubt. Ich glaube allerdings nicht, dass das bedeutet, dass die "Überzahl" nicht glaubt, dass echte Verschwörungen stattfinden. Genausowenig, wie Leute, die den Begriff Weib vermeiden ausschliessen, dass es auch Frauen gibt, die einen negativen Begriff womöglich verdienen.
 

Kynokrates

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agentP schrieb:
Was ist denn so schlimm am Wort "Weib"? Das ist doch auch so ein Wort, was von der Masse einseitig negativ empfunden wird, obwohl es an sich neutral ist.
Eher andersrum: Weil es als negativ empfunden wird ist es eben nicht neutral. Die Bedeutung eines Begriffs ergibt sich ja nicht allein aus dem Ding, das er beschreibt, sondern eben auch aus der Konnotation, die mit dem Begriff einhergeht. Gott sei Dank, denn wie arm wäre ein Sprache, in der es egal ist, ob man Hintern, Anus, Arsch oder Po sagt, weil eh alles das gleiche meint.

Nun, was das Wort "Verschwörungstheoretiker" angeht, bedeutet das ja nichts weiter, als dass jemand spürt, dass irgend eine Verschwörung im Gange ist, die er ad hoc nicht genau ergründen kann, woraufhin er erstmal eine Theorie aufstellt.
Dann ist ein Verschwörungstheoretiker eigentlich genau das gleiche, wie Gläubige im religiösen Sinne? Der spüren auch, dass Dinge im Gange sind, die sie ad hoc nicht genau ergründen können (z.B. die Schöpfung) und stellen dann erstmal "Theorie" auf (ein allmächtiger Gott hat die Welt in 7 Tagen erschaffen).

Diejenigen aber, die daraufhin forschen und eventuell handfeste Indizien finden, die fraglos auf eine Verschwörung, welchem Ausmaßes auch immer, hindeuten, werden von der breiten Masse der pauschal-militant Denkenden gleichsam als Spinner abgetan wie jene, die möglicherweise wirklich nur unter Verfolgungswahn leiden.
Halte ich für Quatch. Weder die Jungs, die die Watergate-Affäre , noch die, die die Barschel-Affäre aufgedeckt haben , wurden und werden als Spinner betrachtet. Es dürfte kein Problem sein noch zig weitere Beispiele zu finden von Leuten, die echte Verschwörungen aufgedeckt haben und die nicht nur nicht als Spinner abgetan wurden, sondern die nachgerade Karriere gemacht haben.

Und diese Undifferenziertheit seh ich durchaus als soziopolitisches Problem an, besonders, weil sich diese Einseitig-Denker scheinbar in massiver Überzahl befinden, denn sonst hätte das Wort "Verschwörungstheoretiker" landläufig niemals die Bedeutung "Spinner" annehmen können.
Das glaube ich nicht. Ich glaube im allgemeinen Sprachgebrauch meint "Verschwörungstheoretiker" einen mehr oder weniger paranoiden Spinner, der an eine recht simple gestrickte Verschwörungstheorie glaubt. Ich glaube allerdings nicht, dass das bedeutet, dass die "Überzahl" nicht glaubt, dass echte Verschwörungen stattfinden. Genausowenig, wie Leute, die den Begriff Weib vermeiden ausschliessen, dass es auch Frauen gibt, die einen negativen Begriff womöglich verdienen.
Wie gesagt, das Wort "Verschwörungstheoretiker" sagt nichts anderes aus, als dass diese Leutz eine Theorie bezüglich einer Verschwörung haben. Ob diese Theorie in facto nun zutrifft oder nicht, hat nichts mit dem Wort selbst zu tun.

Die landläufige Empfindung dieses Wortes behauptet jedoch, dass jeder Verschwörungstheoretiker per se ein Verschwörungsfanatiker ist, also ein Spinner.

Verschwörungsfanatiker wäre das passendere Lexem.

Es gibt also Verschwörungstheoretiker und Verschwörungsfanatiker. Manche der Verschwörungstheoretiker treffen mit ihren Vermutungen ins Schwarze, andere nicht.

Würden alle Verschwörungstheoretiker ins Weiße treffen, wäre die Gleichung Verschwörungstheoretiker = Spinner berechtigt. Ist sie aber nicht, da der ein oder andere durchaus schon ins schon ins Schwarze getroffen hat.

Wie dem auch sei, was red i hier eigentlich?

:mrgreen:
 

Booth

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Kynokrates schrieb:
Wie gesagt, das Wort "Verschwörungstheoretiker" sagt nichts anderes aus, als dass diese Leutz eine Theorie bezüglich einer Verschwörung haben. Ob diese Theorie in facto nun zutrifft oder nicht, hat nichts mit dem Wort selbst zu tun.
Das Wort Streber sagt nichts anderes aus, als daß Menschen strebsam sind. Das Wort Gutmensch sagt nichts anderes aus, als daß sich Menschen bemühen gut zu sein. Merkste was?
agentP schrieb:
Die Bedeutung eines Begriffs ergibt sich ja nicht allein aus dem Ding, das er beschreibt, sondern eben auch aus der Konnotation, die mit dem Begriff einhergeht.
Ist das so schwer zu akzeptieren?
Kynokrates schrieb:
Die landläufige Empfindung dieses Wortes behauptet jedoch, dass jeder Verschwörungstheoretiker per se ein Verschwörungsfanatiker ist, also ein Spinner
Damit hast Du die Konnotation korrekterweise erkannt. Ich mags auch nicht - ich mag aber auch den negativen Touch des Wortes "Gutmensch" nicht - insbesondere weil ich selber von mir glaube, ein "Gutmensch" zu sein. Und nu? Ich muss es halt akeptieren, argumentiere aber sehr oft so, daß ich es gut finde, ein Gutmensch zu sein ;) - man kann mit solchen "Konnotationen" (schönes Wort ;) ) durchaus auch mal spielen und sie bewusst zur Provokation nutzen. Versuchs mal... kann durchaus Spass machen :)

gruß
Booth
 
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