US Soldaten Verbrennen afghanische Widerstandskämpfer

Stryker

Meister
Mitglied seit
22. September 2005
Beiträge
135
Liebe Leute, bei einer solchen Diskussion ist etwas Sachkenntnis durchaus nicht zu verachten!

Ich will hier schnell etwas korrigieren:

fumarat schrieb:
Natürlich sind Taliban-Kämpfer Soldaten. Die Wortspielereien und Korinthenkackerei der US-Administration bezüglich Genfer Konvention möge man sich sparen.
Das ist durchaus anzuzweifeln! Bei wörtlicher und zielgerichteter Interpretation des Genfer Abkommen III erhalten die Taliban keinen Status eines Kriegsgefangenen, da sie grob gegen sämtliche erwähnten Kriterien verstoßen. Wie man alternativ jedoch Verfahren soll, ist nicht eindeutig klar.
Soldaten sind es in keinster Weise, allenfalls eine Miliz oder ein organisierter Widerstand.


dkR schrieb:
Waren das nicht die Mudschahedin
Ja. Nach dem Abzug der Sowjetunion bekämpften sich verschiedene Mujahedingruppen gegenseitig, bis sich 1994 die Taliban gründeten und eine Vorherrschaftsrolle in Afghanistan einnahmen. Die Taliban waren also, anders als oft behauptet, keine Mujahedingruppe, jedoch wurden natürlich Mujahedin Mitglieder bzw. wurden die Taliban unter anderem von Mujahedin gegründet. Die Taliban wurden vor allem von Pakistan und von anfangs den USA unterstützt, welche glaubten dadurch den radikalen Islamismus zu schwächen, die Region zu demokratisieren und den Schah in Afghanitan wieder einzusetzen - denn dies war das offizielle Programm der Taliban! Als sich die Demokratieversprechen nicht bewahrheiteten und es deutlich wurde, dass die Taliban in den internationalen Terrorimus verstrickt waren, gab es statt finanzieller Unterstützung Cruise Missiles auf terroristische Ausbildungcamps. Das war in der zweiten Hälfte der 1990er Jahre.


Ansonsten halte ich den Vorfall für sehr simpel und eindeutig:
Anscheinend wurden die toten Taliban aus hygienischen Gründen verbrannt, ein größerer Aufwand ist bei feindlichen Kämpfern auch logischerweise nicht zu erwarten. Transport oder Begrabung sind ungleich aufwendiger - wie schon dem ersten Artikel in Eingangspost zu entnehmen ist. Der Bevölkerung die Leichen zu übergeben birgt große Risiken für die betroffenen US-Soldaten. Die Geste könnte missverstanden und die Soldaten angegriffen werden.
Dennoch haben die beteiligten Soldaten anscheinend mit disziplinarischen Maßnahmen zu rechnen.
Die spätere Ausnutzung durch PsyOps ist zwar moralisch fragwürdig, ansonsten jedoch weder überraschend noch ein Verbrechen. Einige scheinen zu vergessen, dass außerhalb Kabuls faktisch noch immer Krieg herrscht.
 

MrPalmer

Großmeister
Mitglied seit
15. Februar 2004
Beiträge
590
Entschuldigt bitte wenn ich vielleicht etwas aus den Kontext reiße

jayden schrieb:
Gänzlich ist natürlich auch Mord und Krieg zu verachten keine Frage.
Glaube kann jeder zustimmen..

Malakim schrieb:
Aber im Falle der ultrabösen Taliban machst Du in dieser Ansicht mal eine Ausnahme oder wie??
Was machen die Taliban ? halten diese sich an die Genfer Konvention ?
29.Oktober.05
Taliban-Kämpfer überfielen ein Zivilfahrzeug und töteten drei Insassen, wie ein Stammesführer in der südlichen Provinz Helmand ...Eines der Opfer hatte bei der Parlamentswahl im September kandidiert


17. November 2005
bei einem Selbstmordanschlag auf einen Konvoi westlicher Ausländer am Mittwoch in der südafghanischen Stadt Kandahar drei afghanische Zivilperson getötet.... Der Attentäter rammte sein mit Sprengstoff beladenes Fahrzeug in eine Kolonne von vier Geländewagen und jagte sich in die Luft.

23. November 2005
Enthauptete indische Geisel gefunden...Die Taliban haben in den vergangenen Jahren mehrere Ingenieure aus Indien und der Türkei entführt. Sie waren an Straßenbauarbeiten in Südafghanistan beteiligt, einer Hochburg der Taliban. Im September wurde auch ein britischer Mitarbeiter eines Bauprojekts in der Provinz Farah von Taliban-Kämpfern entführt und getötet...

In diesem Jahr kamen bisher rund 1.100 Menschen bei Anschlägen ums Leben, darunter mehr als 50 Armeeangehörige der USA.

Nein! gehen wir wieder auf die Genfer Konventionen ein dort steht;
Es sollte ausgeschlossen werden, daß Waffen, Geschosse und Material sowie Methoden der Kriegführung verwendet werden, die überflüssige Verletzungen oder unnötige Leiden verursachen können (Art. 35 II ZP I).
Ein Gegner darf nicht unter Anwendung von Heimtücke getötet, verwundet oder gefangengenommen werden (Art. 37 I ZP I).
das Vortäuschen eines zivilen oder Nichtkombattantenstatuses und
schon mal ein Taliban mit Uniform oder Abzeichen gesehen ?

Bei bewaffneten Feindseligkeiten soll stets darauf geachtet werden, daß die Zivilbevölkerung, Zivilpersonen und zivile Objekte von Angriffen verschont bleiben (Art. 57 I ZP I)

Keine willkürlichen Tötungen
Ich glaube das enthaupten von Zivilpersonen gehört dazu ?

fumarat schrieb:
Das sind nur einige Geschmacksproben eines brutalen Krieges die es aus den entlegenen Provinzen in die Schlagzeilen der internationalen Presse schaffen.
Das ist mir etwas zu Einseitig einfach zu sagen ja schaut die bösen, bösen
Amis. Obwohl es sicher bessere Lösungen gegeben hätte wie man mit
den Leichen umgeht wird hier durch den Thread eine gewisse Schwarz/Weiß
malerei betrieben.
 

DrJones

Ehrenmitglied
Mitglied seit
21. Mai 2002
Beiträge
2.172
@Fumarat

Du hast aber auch eine etwas komische Vorstellung vom Krieg.
Wenn die eine Seite Soldaten/Kämpfer der anderen tötet,
dann ist es sicher nicht deren Aufgabe sie entsprechend ihrer Riten
zu beerdigen.

Es ist ein feiner Zug wenn die Taliban oder Angehörige der Toten
um die es hier geht, das Schlachtfeld ungestört betreten können um die Toten mitzunehmen um sie dann zu bestatten.
So war das doch glaube ich früher... Sanitäter wurden nicht beschossen,
ebenso Soldaten die kommen um Tote wegzutragen.
(Korrigiert mich wenn ich mich irre)

Wenn die Amis dann rumfahren und die Leichen evtl als Köder benutzen
um andere Kämpfer aus den Bergen zu locken um sie
dann auch zu töten ist das allerdings ne Schweinerei.

Die Situation ist mir auch etwas unklar. Wie lang lagen denn
die Leichen da rum bevor man beschlossen hat sie zu verbrennen?
Stunden: In diesem Fall mussten die Taliban fürchten bei dem
Versuch die Leichen zu bergen selber zu sterben.

Tage oder Wochen: Dann wird es wirklich höchste Zeit etwas zu
unternehmen und die Leichen zu entsorgen. Ich kann mir nicht
vorstellen das die Amis Tage und Wochen vor nem Berg Leichen sitzen
um den Taliban eine Falle zu stellen.
 

Technoir

Erleuchteter
Mitglied seit
29. April 2002
Beiträge
1.697
Ich finde es immer wieder erstaunlich

All die Jahre hat niemand die Schnauze aufgemacht, als Taliban sehr viel schlimmer gewütet haben als das was die US Truppen da veranstalten.

Hat sich irgendjemand drüber ausgeregt, als die Taliban Menschen im Fußballstadion an der Torlatte aufgeknüft haben oder am Elfmeterpunkt erschossen haben nur weil sie Brot gestohlen haben?
Oder als sie ein 12 jähriges Mädchen zwischen 2 Pickups geseilt und zerrissen haben nur weil sie unverheiratet schwanger war?

Wer da nicht die Schnauze aufgemacht hat, sollte es tunlichst bei so einem Vorfall wie dem Verbrennen von Leichen auch nicht tun.
 

Ein_Liberaler

Forenlegende
Mitglied seit
14. September 2003
Beiträge
9.777
Ich finde die Idee absurd, daß wer den respektlosen Umgang der US-Truppen mit gefallenen Gegnern kritisiert, die Terrorherrschaft der Taliban wahrscheinlich nicht kritisiert hat.
 

fumarat

Erleuchteter
Mitglied seit
21. Januar 2003
Beiträge
1.168
All die Jahre hat niemand die Schnauze aufgemacht, als Taliban sehr viel schlimmer gewütet haben als das was die US Truppen da veranstalten.
Was???

Ich bitte dich, über keine Bewegung wurde undifferenzierter berichtet als über die Taliban, soweit dass dieser Ausdruck bereits zum Inbegriff allen Übels geworden ist. Diese Berichterstattung und Dämonisierung ist auch schuld daran, dass man sich solch einen Krieg mit solchen Mitteln leisten darf.


Fumarat
 

agentP

Forenlegende
Mitglied seit
10. April 2002
Beiträge
10.115
Ich bitte dich, über keine Bewegung wurde undifferenzierter berichtet als über die Taliban
Was gibt es da zu differenzieren? Wurden etwa keine buddhistische Statuen gesprengt, die eigentlich als Weltkulturerbe eingestuft waren? Wurden keine öffentlichen Hinrichtungen in vollbesetzten Fußballstadien durchgeführt? Gab es kein Berufsverbot für Frauen? Gab es nicht das zynische Gesetz, daß Frauen nur in Begleitung ihrer Männer zum Arzt dürfen, der auch noch weiblich zu sein hat, was viel Sinn macht, wenn Frauen aufgrund eines Ausbildungs- und Berufsverbots gar nicht Arzt werden dürfen?
Bedauerst du eigentlich, daß es keine Talibanherrschaft in Afghanistan mehr gibt?
 

dkR

Forenlegende
Mitglied seit
10. April 2002
Beiträge
6.523
agentP schrieb:
Ich bitte dich, über keine Bewegung wurde undifferenzierter berichtet als über die Taliban
Was gibt es da zu differenzieren? Wurden etwa keine buddhistische Statuen gesprengt, die eigentlich als Weltkulturerbe eingestuft waren? Wurden keine öffentlichen Hinrichtungen in vollbesetzten Fußballstadien durchgeführt? Gab es kein Berufsverbot für Frauen? Gab es nicht das zynische Gesetz, daß Frauen nur in Begleitung ihrer Männer zum Arzt dürfen, der auch noch weiblich zu sein hat, was viel Sinn macht, wenn Frauen aufgrund eines Ausbildungs- und Berufsverbots gar nicht Arzt werden dürfen?
Bedauerst du eigentlich, daß es keine Talibanherrschaft in Afghanistan mehr gibt?
Hier jetzt die Gegendarstellung:
Es war Gottes Wille
Zufrieden? :ironie:
 

Technoir

Erleuchteter
Mitglied seit
29. April 2002
Beiträge
1.697
Bedauerst du eigentlich, daß es keine Talibanherrschaft in Afghanistan mehr gibt?
Da Fumarat als Wohnort "Haus der Verdecker" angegeben hat, kann man wohl davon ausgehen dass er deine Frage mit einem Nein beantworten würde.
"Haus der Verdecker" erinnert nämlich irgendwie stark an "Haus der Unterstützer"...und wer unter dieser Adresse gewohnt hat, wissen wir ja.

:lol:
 

forcemagick

Forenlegende
Mitglied seit
12. Mai 2002
Beiträge
6.038
und wir wissen ja was passiert wenn man anfängt schon wieder persönlich zu werden nicht wahr technoir? LASS ES!!!
ich hab die nase voll es dir immer wieder zu sagen
 

Ein_Liberaler

Forenlegende
Mitglied seit
14. September 2003
Beiträge
9.777
Vergessen wir bitte nicht die Frau, der eine Streife der Taliban alle Fingerspitzen einzeln abhackte, weil sie sich die Nägel lackiert hatte.
 

jayden

Meister
Mitglied seit
10. August 2005
Beiträge
108
*Gestrichen*

Ich denke das eine Armee bevor sie ein Land besetzt/befreit <-- :roll:
vorher eine Schulung bekommen sollte über Kultur, Relegion und Knigge. Dass das oft nicht möglich ist wage ich zu bezweifeln.

Dennoch ist so ein Vorfall um den es hier eigentlich geht in meinen Augen nicht alt zu tragisch. Um es relativ unfreundlich zu sagen --> Die Toten störts net mehr.

Wer die Taliban oder jedwede andere Terroristische vereinigung verharmlosen, entschuldigen oder in kleine Lämmer zu schieben versucht, dem ist in meinen Augen, sry, nicht mehr zu helfen.

Würde ich am Hebel sitzen :oops: -> Ich wäre schon lange im Iran um die Gewalt gegen Frauen und Kindern zu beenden. Wenn es das Regime nicht schaft bzw. nicht will.
In meinen Augen sollten Menschen egal welchen Geschlechts das Recht haben jeden Beruf aus zu üben den sie möchten (Qualifikation erforderlich ;) ) und auch das sie net gesteinigt werden weil se 10 Jahre später nen anderen lieben oder einfach gesagt den Gärtner (schlimmes F wort).

So in die Richtung.

thats the way

jayden
 

Ein_Liberaler

Forenlegende
Mitglied seit
14. September 2003
Beiträge
9.777
Es steht Dir völlig frei, in den Iran zu ziehen und das Regime zu stürzen. Meiner Ansicht nach sollten Dir auch beim Waffenerwerb keine Steine in den Weg gelegt werden. Daß Du allerdings mir und anderen nicht befehlen kannst, mitzumachen, das erleichtert mich denn doch.
 

dkR

Forenlegende
Mitglied seit
10. April 2002
Beiträge
6.523
jayden schrieb:
Würde ich am Hebel sitzen :oops: -> Ich wäre schon lange im Iran um die Gewalt gegen Frauen und Kindern zu beenden. Wenn es das Regime nicht schaft bzw. nicht will.
In meinen Augen sollten Menschen egal welchen Geschlechts das Recht haben jeden Beruf aus zu üben den sie möchten (Qualifikation erforderlich ;) ) und auch das sie net gesteinigt werden weil se 10 Jahre später nen anderen lieben oder einfach gesagt den Gärtner (schlimmes F wort).
Und die Türkei, SaudiArabien, Jemen, China, Pakistan, halb Afrika...
Viel Spass!
 

fumarat

Erleuchteter
Mitglied seit
21. Januar 2003
Beiträge
1.168
Was gibt es da zu differenzieren?
Afghanistan wurde angegriffen als Reaktion auf den 11.9. Die Attentäter des 11.9. waren keine Afghanen, sie waren vorwiegend Saudis und andere Staatsbürger. Sie haben in Europa (Deutschland) studiert und sich über Europa organisiert. Sie haben in Florida das Steuern von Passagiermaschinen gelernt. Afganistan spielte überhaupt keine Rolle, die Jungs brauchten keine "Terrorcamps" in Afghanistan... das einzige Verbrechen, wenn man so will, in dem Zusammenhang war, dass sie es verweigert hatten Osama bin Laden, den angeblichen Auftraggeber, festzunehmen und auszuliefern.

Ich möchte noch daran erinnern, dass z.B. auch im Balkan nachweisliche Massenmörder sich aufhalten, deren Auslieferung nicht möglich scheint.

Wurden etwa keine buddhistische Statuen gesprengt, die eigentlich als Weltkulturerbe eingestuft waren?
Die Talibanführung forderte von der UNO Hilfe für die hungernden Menschen, sie bekamen jedoch nur eine UNESCO Zusage für die Renovierung der Buddhastatuen, eine Provokation, auf die eine Gegenprovokation folgte.

Hierzu ein Interview (2001) von Sayyid Rahmatullah Hashimi, einem Talibanvertreter in der University of Southern California:
According to the program's coordinators, the purpose of the lecture was to provide the audience with a better understanding about Afghanistan from its first sources, and to explain the actual reasons behind the demolition of Buddhist statues.

Speaking Saturday night, Hashimi contradicted media reports saying that the statues have been completely destroyed (which were reported Sunday), and unexpectedly claimed that none of the statues had been destroyed yet, confirming that contrary statements were false.

He pointed towards the role of Western media attempting to deface the image of the Islamic government of the Taliban in Afghanistan, declaring that the West, who do not care about the children of Afghanistan who die every day because of cold, hunger and sanctions, do not have the right to discuss Afghanistan's history.

He also wondered why everyone was concerned about the statues while no one is paying attention to the present famine in Afghanistan.

"Afghanistan is under sanctions. Seven hundred children died just last month from malnutrition and the cold weather. However, no one is talking about that, everyone is talking about the statues instead," said Hashimi.

The speaker said the decision to destroy the statues was taken by the Head Council of Scholars with the Afghani peoples and was approved by the Supreme Court, and not the Taliban government. In addition, he confirmed that Afghanistan does not believe in destroying the statues for religious beliefs.

"We captured those area three years from now, if we want to destroy the statues, why didn't we do that three years ago?" asked Hashimi.

Hashimi added that this decision was taken after a Swedish monuments expert proposed to fix and rebuild the statues' heads, which were already destroyed. When the Afghani head council asked them to provide the money to feed the children instead of fixing the statues, they refused and said, "No, the money is just for the statues, not for the children". Herein, they made the decision to destroy the statues.

"These people do not care about the children who are dying every day in Afghanistan," said Hashimi. "If they care about our past, they won't destroy our future," he added.

However, the reasons Hashimi introduced for the decision of statues' destruction were not enough to answer many questions raised from the Islamic world.

Hashimi did not mention anything about the reactions of this decision, which some say could lead to hate crimes against the Muslim minorities in some countries, nor about the Muslim scholars around the world who condemned the Taliban actions in destroying the statues.

He also did not address the issue of foreign museums' offers to buy the Buddhist statues, the money from which could have been used to feed children, nor he address the subject of Islam's inherent respect for other religions
http://www.islam-online.net/english/news/2001-03/13/article12.shtml

Wurden keine öffentlichen Hinrichtungen in vollbesetzten Fußballstadien durchgeführt?
Hinrichtungen gibt es in den USA auch. TV-Übertragungen waren immer wieder im Gespräch und es wurde erst vor einigen Jahren wenn ich mich recht erinnere mit knapper Mehrheit abgelehnt.

Gab es kein Berufsverbot für Frauen?
Das ist so nicht korrekt. Es wurde zeitweise ein alleiniges Ausgehverbot für Frauen verhängt, wegen der hohen Zahlen von Entführungen und Vergewaltigungen.

Nur als Beispiel: Saudi Arabien. Dort gibt es mehr oder minder alles was du aufgezählt hast: keine (kaum) arbeitenden Frauen (sogar Autofahrverbot), öffentliche Hinrichtungen, Handamputationen,... trotzdem werden die Saudi-Könige international hofiert und in allen Ehren empfangen. Niemand ist sich zu schade ihnen die Hände zu schütteln, erkläre mir das bitte, ich verstehe das nicht?

Bedauerst du eigentlich, daß es keine Talibanherrschaft in Afghanistan mehr gibt?
Ich denke meine persönliche Meinung und Vorliebe ist nicht von Belang.

Tatsache ist dass die Taliban viel Positives brachten, vor allen Dingen Sicherheit. Heute regieren in der Peripherie wieder die gefürchteten und brutalen Warlords. Die Opiumhändler reiben sich die Hände und in Kabul sitzt eine US-Marionette, die sich nur um die Pipeline kümmert und alles andere einen Dreck schert.


Fumarat
 

Ein_Liberaler

Forenlegende
Mitglied seit
14. September 2003
Beiträge
9.777
Genau dieselben Argumente kennen wir, glaube ich, alle zur genüge von alten Nazis und Kommunisten. Andere Leute begehen auch Verbrechen und kommen damit durch - wieso mußte es gerade uns an den Kragen gehen? Das ist ungerecht! Wir sind die wahren Opfer, nicht die Juden, die wir vergast, nicht die Kulaken, die wir erschossen, und auch nicht die Frauen, denen wir die Fingerspitzen abgehackt haben. Es kann einem übel davon werden.

Sind Dir diese Beschönigungen mit dem Ausgehverbot für Frauen zu ihrem eigenen Schutz, mit der geschaffenen "Ordnung" etc, nicht selber peinlich?

Deine "persönlichen Meinungen und Vorlieben" zu diesem Themenkomplex interessieren mich durchaus, und Du hältst dankenswerterweise nicht damit hinterm Berg.
 

MrPalmer

Großmeister
Mitglied seit
15. Februar 2004
Beiträge
590
"Unser Dekret beruht auf islamischen Geboten und ... wir werden keine Statuen aus der vor- oder nachislamischen Zeit verschonen."
Taliban-Außenminister Wakil Ahmad Muttawakil

"In view of the fatwa (religious edict) of prominent Afghan scholars and the verdict of the Afghan Supreme Court it has been decided to break down all statues/idols present in different parts of the country. This is because these idols have been gods of the infidels, who worshipped them, and these are respected even now and perhaps maybe turned into gods again. The real God is only Allah, and all other false gods should be removed. "
Erklärung Mullah Mohammed Omars

"Wir zerstören nur Steine... es ist leichter zu zerstören als aufzubauen."
Mullah Mohammed Omars
 
Oben