Unruhen in Frankreich

Angel of Seven

Ehrenmitglied
Registriert
23. Juli 2002
Beiträge
3.560
dkR schrieb:
Na.. weil die aus den ehemaligen Kolonien kommen und somit einen Sonderstatus besitzen.
Och, Menno.

Was heißt hier Och, Mennno?
Frankreich hat ein republikanisches Verständnis von Staatsbürgerschaft, Einwanderer aus den ehemaligen Kolonien werden ohne große rechtliche Hürden zu Franzosen und Französinnen.
Wohin sollen den Franzosen ausgewiesen werden? :idee:


LG


AoS
 

Ein_Liberaler

Forenlegende
Registriert
14. September 2003
Beiträge
9.777
Soweit ich mich erinnere, hat Frankreich mehrfach illegalen Einwanderern en bloc einen Aufenthaltsstatus gegeben.

(Ansonsten gilt natürlich, nationalistische Scheiße ist eben nationalistische Scheiße. Egal, ob man Minderheiten ausweist oder ob man umgekehrt hunderttausend Fremde per Dekret zu Galliern erklärt.)
 

Aphorismus

Ehrenmitglied
Registriert
22. Dezember 2004
Beiträge
3.690
dkR schrieb:
Tschuldigung. Wo ist der Zusammenhang zwischen arbeits- und ausbildungslosen Immigranten und Gesocks, das auf Polizisten ballert, Rettungskräfte angreift, Autos anzündet und seine eigene Nachbarschaft in Schutt und Asche legt? Das ist einfach ein völlig akzeptables Verhalten.

Wenn das akzeptabel ist, verstehe ich nicht, weshalb du die alle rauswerfen willst. :tuschel:

Und die Moral von der Geschicht: Ghettobildung lohnt sich nicht. Lösungsansätze habe ich auch keine und ich bezweifle, dass ein Abschaffen des Mindestlohnes die Probleme massiv reduzieren würde. Wenn der Wagen im Dreck steckt, bringen neue Stoßdämpfer auch nix mehr. Wäre davon unabhängig aber eine gute Idee, das mit dem Mindestlohn. Was imho mehr bringen würde, wäre es, mehr Geld in die Bildungssysteme und Sozialsysteme solcher sozialen Brennpunkte zu investieren. Wir haben den Osten ja auch halbwegs hochgepäppelt, sollen die Franzmänner das mit ihren Ghettos machen. Vielleicht bringts was...
 

dkR

Forenlegende
Registriert
10. April 2002
Beiträge
6.523
Aphorismus schrieb:
dkR schrieb:
Tschuldigung. Wo ist der Zusammenhang zwischen arbeits- und ausbildungslosen Immigranten und Gesocks, das auf Polizisten ballert, Rettungskräfte angreift, Autos anzündet und seine eigene Nachbarschaft in Schutt und Asche legt? Das ist einfach ein völlig akzeptables Verhalten.

Wenn das akzeptabel ist, verstehe ich nicht, weshalb du die alle rauswerfen willst. :tuschel:
Das liegt an meiner gespaltenen Persönlichkeit. Da kann ich nix dafür.
 

POW

Großmeister
Registriert
4. Dezember 2004
Beiträge
812
... um es einfach mal schlichtweg zu sagen: Ich bin der Meinung, dass die Jugend einfach außer Rand und Band ist !!! Zumindest die, die auch für Krawalle und versuchten Totschlag verantwortlich sind. Durch die Medien habe ich langsam den Eindruck, als suche man immer nur die Schuld beim Staat, dabei denke ich, dass diese Kids in erster Linie zu einem Großteil selbst Schuld an ihrer Misere sind. Wenn man nicht zur Schule geht, lernt, fleißig und strebsam ist, sollte man sich nicht wundern, wenn später kein Arbeitsplatz oder eine Ausbildung in Sicht ist. diese Perspektivlosigkeit in der sich große Teile der Bevölkerung immer wieder suhlen, haben sie sich selbst zuzuschreiben. Niemand zwingt die Kids und Jugendlichen dazu kriminell zu werden, den Tag oder die Nacht nur "abzuhängen", kiffen, HipHop und dergleichen zu hören und Schabernack zu treiben. Und davon mal abgesehen, soweit ich informiert bin, war der angebliche Auslöser der jüngsten Krawalle doch wieder nur ein Vorwand, um mal wieder Druck abzulassen. Die beiden tödlich Verunglückten sind auf einem nicht zugelassenen und dabei unbeleuchteten Motorrad durch die Nacht gebraust und sind für mein Empfinden somit Unfallverursacher. Und wie war es im Jahr 2005? Die Jugendlichen, die vor der Polizei flüchteten und dann in einem Trafohäuschen ums Leben kamen? Nunja, ich könnte ja jetzt gehässig sein und sagen, wären sie brav zur Schule gegangen, hätten sie auch Lesen können und dann erkannt, dass man sich vor einem Trafohäuschen in Acht nehmen muß. Aber um wieder zu diesem Problem zurückzukommen... Die Kids, sind damals vor der Polizei geflüchtet. Warum? Weil sie wohl Dreck am Stecken hatten...
Eine Formel, wie man diese Problematik lösen kann habe ich leider nicht, dennoch bin ich der Meinung, dass die Erziehung im Allgemeinen verbessert werden muß...
Soweit erstmal...
 

Aphorismus

Ehrenmitglied
Registriert
22. Dezember 2004
Beiträge
3.690
POW schrieb:
Wenn man nicht zur Schule geht, lernt, fleißig und strebsam ist, sollte man sich nicht wundern, wenn später kein Arbeitsplatz oder eine Ausbildung in Sicht ist.

Und was, wenn die Schule dank Budgetmangel ein Witz ist und ein Großteil der Schüler die Unterrichtssprache kaum oder nur in Grundzügen beherrscht? Außerdem: Ich glaube gar nicht, dass die sich wundern.

POW schrieb:
Niemand zwingt die Kids und Jugendlichen dazu kriminell zu werden, den Tag oder die Nacht nur "abzuhängen", kiffen, HipHop und dergleichen zu hören und Schabernack zu treiben.

Das tun Jugendliche aber nunmal. Haben wir auch nicht anders gemacht, und wir waren wohlbehütete Kinder überdurchschnittlich vermögender Eltern in einer nicht gerade armen Kleinstadt auf einer der traditionsreichsten Schulen Deutschlands.

POW schrieb:
Eine Formel, wie man diese Problematik lösen kann habe ich leider nicht, dennoch bin ich der Meinung, dass die Erziehung im Allgemeinen verbessert werden muß...
Soweit erstmal...

Die Jugendlichen benehmen sich daneben, aber an deren Erziehung soll nichts verändert werden? :gruebel:
 

antimagnet

Forenlegende
Registriert
10. April 2002
Beiträge
9.676
:gruebel:

was können die eigentlich sonst machen, um auf sich aufmerksam zu machen (und die politik evtl. zu einer reaktion zu bringen)?

streiken?
 

Winston_Smith

Forenlegende
Registriert
15. März 2003
Beiträge
5.237
was können die eigentlich sonst machen, um auf sich aufmerksam zu machen (und die politik evtl. zu einer reaktion zu bringen)?

streiken?

Auf jeden Fall keine Autos anzünden, mit scharfen Waffen auf Polizisten schießen, Krawall machen. Aber da sind wir uns bestimmt eh einig.

Ich glaube auch, dass wir unterscheiden müssen. Zwischen denen, die wirklich etwas an ihrer Situation ändern wollen und denen, die einfach nur "die Sau" rauslassen. (Wobei ich letztere in der deutlichen Überzahl sehe. Aber ich kann mich auch irren.)

ws
 

POW

Großmeister
Registriert
4. Dezember 2004
Beiträge
812
Aphorismus schrieb:
POW schrieb:
Wenn man nicht zur Schule geht, lernt, fleißig und strebsam ist, sollte man sich nicht wundern, wenn später kein Arbeitsplatz oder eine Ausbildung in Sicht ist.

Und was, wenn die Schule dank Budgetmangel ein Witz ist und ein Großteil der Schüler die Unterrichtssprache kaum oder nur in Grundzügen beherrscht? Außerdem: Ich glaube gar nicht, dass die sich wundern.

[

Ich bin der Meinung, das hört sich ein bisschen nach dem Motto an: "Wie? Ihr serviert mir meine Bildung nicht auf dem Silbertablett? Dann geh´ ich eben nicht zur Schule und lerne nicht, so, ätsch.. hast du davon..." Kann doch auch nicht sein. In vielen anderen Staaten der Welt kauern bis zu dreißig Kinder in einem Klassenzimmer in irgendeiner Wellblechhütte oder einem Lehmhäusschen und sind topmotoviert und begeistert. Vielleicht sind die Kinder heutzutuage einfach nur, sagen wir mal, übersättigt und dazu kommt, dass man ihnen, meiner Meinung nach, viel zu viel Entscheidungsfreiheiten gibt. Denn ich glaube, um Entscheidungen treffen zu können, muß man auch über Erfahrung verfügen. Und in den jungen Jahren kann man dies wohl noch nicht voraussetzen.
 

POW

Großmeister
Registriert
4. Dezember 2004
Beiträge
812
Aphorismus schrieb:
POW schrieb:
.

POW schrieb:
Niemand zwingt die Kids und Jugendlichen dazu kriminell zu werden, den Tag oder die Nacht nur "abzuhängen", kiffen, HipHop und dergleichen zu hören und Schabernack zu treiben.

Das tun Jugendliche aber nunmal. Haben wir auch nicht anders gemacht, und wir waren wohlbehütete Kinder überdurchschnittlich vermögender Eltern in einer nicht gerade armen Kleinstadt auf einer der traditionsreichsten Schulen Deutschlands.

POW schrieb:
Eine Formel, wie man diese Problematik lösen kann habe ich leider nicht, dennoch bin ich der Meinung, dass die Erziehung im Allgemeinen verbessert werden muß...
Soweit erstmal...

Die Jugendlichen benehmen sich daneben, aber an deren Erziehung soll nichts verändert werden? :gruebel:

Wir haben früher auch "abgehangen", gefeiert und so manchen Schabernack gemacht, aber niemand kam auf die Idee ins kriminelle Milleu abrutschen zu wollen. Vielleicht wurden wir noch mit einem bisschen mehr Pflichtbewußtsein erzogen.


Das an der Erziehung nichts geändert werden soll habe ich meines Erachtens nach nicht geschrieben...
 

dkR

Forenlegende
Registriert
10. April 2002
Beiträge
6.523
Gibt es überhaupt so was wie Integrationsdruck? Also die Sprache zu lernen, selbst zu versuchen, sich zu Bilden, nen job zu kriegen und aus der Gegend wegzukommen?
Oder ist es nicht viel bequemer, in der Gegend abzuhängen, Geld gibts vom Staat fürs Nixtun und ab und zu zündet man mal Nachbars Auto und die örtliche Bücherei an?
 

IMplo

Großmeister
Registriert
22. August 2003
Beiträge
728
Ich würde mir auch friedliche Demonstrationen wünschen, anstatt sinnlose Krawalle. Natürlich ist es doppelt unklug, sich sein eigenes, eh schon bescheidenes Ghetto selbst kaputtzuschlagen, Polizisten zu beschießen ist dann mal völlig daneben (und obendrein sehr dumm).

Wenn wir aber von denen, die unzureichend ausgebildet werden, die dank Ghetto-Heimat kaum richtig Französisch sprechen, daher auch das wenige nicht richtig lernen/verstehen, außer, daß man sie eigentlich am liebsten garnicht haben würde....-verlangen, daß sie mit demokratischer Tugend und Kultur demonstrieren und argumentieren; erwarten wir da nicht ein wenig zuviel von denen?

Außer acht lassen darf man doch auch nicht, daß diese Jugendlichen sich nicht ausgesucht haben, wo sie aufwachsen. Sie kennen die Welt, wie sie sie kennengelernt haben - als Ghetto. Gewalt ist dort nicht so unnormal, wie im noblen Villenvorort, das ist mal Fakt. Tja, und dann äußern sie ihren Frust eben mit "Ghettomethoden", a la draufhauen, Krawall machen, etc.

Was Frankreich tun sollte:

Sprachbildung fördern
politische Bildung fördern
integrative Freizeiteinrichtungen schaffen

- als erste Schritte wenigstens. Und siehe, genau diese Dinge hatte ja der President auch nach der ersten Welle zugesagt - nur gehalten hat er seine Zusagen nicht! Wenn man den Meldungen der öff. - rechtlichen Fernsehanstalten trauen darf, jedenfalls.

Schuld suchen löst auch das Problem nicht, sondern Verantwortung mitübernehmen und Umstände verbessern...

Greetz!
IMplo
 

IMplo

Großmeister
Registriert
22. August 2003
Beiträge
728
Zitat dkr:"Gibt es überhaupt so was wie Integrationsdruck? Also die Sprache zu lernen, selbst zu versuchen, sich zu Bilden, nen job zu kriegen und aus der Gegend wegzukommen?
Oder ist es nicht viel bequemer, in der Gegend abzuhängen, Geld gibts vom Staat fürs Nixtun und ab und zu zündet man mal Nachbars Auto und die örtliche Bücherei an?"

Natürlich gibt es den Integrationsdruck - aber Druck alleine nutzt nichts.
Es muß auch Hilfestellungen geben, damit die Kinder eine Richtung vorgegeben bekommen. Wenn dieser Druck erst nach Abgang aus der 10. Klasse Hauptschule realisiert wird, ist es schon zu spät!

Eltern, Lehrer, letztendlich der Staat haben hier immer eine Verantwortung.

LG
IMplo
 

POW

Großmeister
Registriert
4. Dezember 2004
Beiträge
812
@ IMplo

Du hast geschrieben, dass Frankreich die Sprache und die politische Bildung etc fördern sollte... Nun, ich bin der Meinung, dass die meisten Jugendlichen von vornerein gar keine Lust haben, sich selbst in diesen Prozess einzubringen. Wenn man sich allein mal anschaut, was durch die Medien alles diesen Kids ( und das nicht nur in Frankreich ) eingehämmert wird. Diese Kids sind doch lediglich nur noch als Konsumenten zu gebrauchen. Permanent werden ihnen goldene Kälber präsentiert, für die es sich "lohnt" das Geld (sofern vorhanden) auszugeben. iPod, XBox, PC, mit 17 den Führerschein machen, Kleidung, Feiern, Coolness, mit 16 regelmäßig in die Clubs gehen usw... Diese Dinge werden in ihren unerfahrenen Gehirnen so dermaßen als wichtig manifestiert, dass sie teilweise gar nicht mehr anders können, womit ich sie aber nicht von ihrer Mitschuld befreien möchte. Der Werbung können sie auch nicht mehr entkommen... Sei es nun auf einem Kinderkanal, auf Viva, M-TV, in Jugendzeitschriften wie Bravo und dergleichen, auf Konzerten oder MegaEvents, die ohne Werbung gar nicht finanzierbar wären...Und bei dem Thema Musikvideos finde ich es am offensichtlichsten... Wenn z.B. in Videos aus der HipHop oder BlackBeat Scene Kiffen, Gewalt und Sex vorgelebt wird und niemand ersnthaft dagegen vorgeht, ist es auch nicht verwunderlich, wenn sie irgendwann die Realität mit dieser vorgegaulteten Welt liebend gern eintauschen. Außerdem sind gerade Musiksender ideale Plattformen für Productplacement. Wenn beispielsweise ein Rapper wie Puff Daddy einen neuen Song herausbringt, wird dort nicht nur das typische (meiner Meinung nach) frauenfeindliche Bild präsentiert, nein er hat auch die Möglichkeit, die Kleidung seines Klamottenlabels zu positionieren...Die Kiddys schauen sich diesen Mist an, verstehen nicht mal die Texte..finden aber die Klamotten supercool, voll krass oder abgefahren und kaufen sich diesen Mist... Allein durch seine "Musik" konnte er meiner Meinung nach einer der reichsten Rapper der USA werden...
Aber um mal langsam wieder zurück zu kommen... Ich selber bin ein Anhänger der Einstellung "Fördern und Fordern!!! + Zuckerbrot und Peitsche!!!" Zunächst wäre es meiner Mieung nach förderlich, den Beruf des Lehrers endlich mal wieder "aufzupäppeln", der Lehrer hat mit Respekt behandelt zu werden; dass er sich im Laufe der letzten Jahre zu einer Witzfigur verwandelt hat, liegt meiner Meinung nach an dem Fehler, den Kindern einfach zu viele Rechte einzuräumen... Wenn heutzutage ein Schüler Bockmist verzapft, hat dieser doch nun wirklich nichts mehr zu befürchten... Er, der Schüler, wird mit erhobenen Zeigefinger ermahnt und merkt ganz schnell, wenn ich die Schuld der Gesellschaft gebe, bekomme ich keinen Ärger. Soll heißen, die Jugendlichen und Kinder werden inkonsequent erzogen; ganz grob ausgedrückt, sie dürfen alles , haben aber die Konsequenzen nicht zu fürchten, weil es eben keine gibt... Das haben sie in den letzten Jahren ganz schnell gelernt und reiten immer weiter schön auf dieser Schiene herum...Und aus den genannten ( und vielen weiteren ) Gründen gerät die Jugend immer mehr außer Rand und Band. Ich persönlich fordere ebenfalls, dass der Staat sich mehr um guten Unterricht, Integration etc zu kümmern hat; allerdings auch mit dem gehörigen Nachdruck. Sind die Eltern nicht bereit, sich um die Erziehung ihrer Kinder zu kümmern, dann sollen sie auch die Konsequenzen tragen, meinetwegen bishin zur Abschiebung ( bei Migranten)... Außerdem sollte man sich überlegen, wie man Dinge wie Sex und Gewalt außerhalb des Kinderzimmers lassen kann.
Versteht mich nicht falsch, die Fehler entstehen aus den vielfältigsten Gründen, aber es ist immer noch der Jugendliche, der die Entscheidung fällt "Scheiße" zu bauen oder sich besonnen zu geben. Es gibt viel zu tun....
 

IMplo

Großmeister
Registriert
22. August 2003
Beiträge
728
@POW: Ich kann Dir im Grunde nur zustimmen. Es gibt viel zu tun.

Gegen einen Druck, besonders auf die Eltern der betroffenen Kinder, habe ich auch nichts. Es paßt nunmal nicht zusammen, nach Frankreich einzuwandern (viele haben sicher gute Gründe), dann aber diesen Staat nicht soweit anzuerkennen, daß man sich integriert.

Aber wir sind uns da ja einig; alle SEiten müssen bereit sein, aufeinander zuzugehen, dann klappt das auch.

IMplo
 

Ähnliche Beiträge

Oben