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Terrorismus auf unseren Straßen und seine Folgen

Dieses Thema im Forum "Terrorismus und Anschläge" wurde erstellt von trashy, 18. Dezember 2003.

  1. Vindaloo

    Vindaloo Meister

    Beiträge:
    108
    Registriert seit:
    16. August 2003
    Schon sehr schockierend, ich habe mal ein wenig gegoogled, da ich wegen der unzähligen urban legends doch etwas mißtrauisch geworden bin.
    Diese Bilder sind Teil einer texanischen Kampagne gegen Alkohol am Steuer, da Texas wohl das Bundesstaatenranking mit Alkoholunfällen anführt. http://www.npr.org/programs/atc/features/2002/oct/texas_dwi/
    Bekannt geworden ist dieser Fall wohl vor allem durch den 40-Seiten Bericht im Statesman.
    http://www.statesman.com/specialreports/content/specialreports/jacqui
    Nun kann man sich darüber streiten ob solche Maßnahmen, derartige Schocktherapien, gerechtfertigt sind.

    Und auch die Frage der Heuchelei steht im Raum. Der Fahrer fuhr eines von diesen übergewichtigen benzinfressenden SUV's. Hätte er einen normalen PKW gefahren, es hätte unter Umständen gar keine Toten gegeben. Das SUV's bei gegnerischen Autos tödliche Wirkungen entfachen ist bekannt, dennoch wird hier der Alkoholkonsum in den Vordergrund gerückt. Auch das man für billiges Benzin Kriege um Öl führt, ist ein schaler Beigeschmack. Im Irak zählt man nicht mal die toten Zivilisten.

    Man könnte auch die zigtausend anderen nicht alkoholbedingten Verkehrstoten und Schwerverletzten erwähnen, mal ist es überhöhte Geschwindigkeit, mal technische Defekte weil kein Geld für Inspektionen ausgegeben wird, mal der Einfluß von Medikamenten, mal altersbedingte Unfähigkeit überhaupt ein Fahrzeug zu führen. Letztlich wird sich immer ein menschlicher Fehler bei Unfällen finden lassen. Auch haufenweise fahrlässige und vermeidbare Fehler, wie eben auch Alkohol am Steuer.

    Wir akzeptieren, dass zigtausende Tote jedes Jahr zu diesem Verkehrsmittel gehören, ebenso wie die gravierenden Umweltschäden. Von der Landschaftsverschandelung, Waldsterben, Klimawandel über Ozonbelastung bis hin zur Vergiftung von Kindern in den Städten. Das man nun Alkohol am Steuer herauspickt ohne die anderen negativen Effekte und Todesarten im Bezug auf das Auto zu berücksichtigen, das erscheint mir etwas geheuchelt. Rennt ein Kind über die Straße und wird von einem Kuhfänger zermatsch ist es Ok, solange der Fahrer die Regeln einhält. Hier wird eine Ursache für unzählige Tote überstrapaziert, um alle anderen auszublenden. Der Massenindividualverkehr ist an sich das Problem, nicht nur derjenigen die sich nicht an die Regeln halten. Jedem kann ein Kind vor das Auto springen. Auch nüchtern kann der Bremsweg zu lang sein.
    Es würde mich jedenfalls nicht wundern, wenn hinter dieser Kampagne vor allem die religiöse Rechte aus dem Biblebelt steckt, die vor allem den Alkoholkonsum verdammen will.

    Nichtsdestotrotz ist Alk am Steuer natürlich unverantwortlich und viele, wie der 17-jährige Fahrer des SUV's, werden keine Idee davon haben, was sie mit ihrem Verhalten anrichten können. Vielleicht sollte man es zum Teil der Führerscheinausbildung machen, ein paar Nächte in einer Unfallklinik zu verbringen.
    Ich selbst war schon Opfer eines leicht angetrunken 19-jährigen, der bei sich bei einem Überholmanöver auf der Landstraße verschätzte und frontal in mein Auto fuhr. Meine Freundin ist nur durch Glück einer Querschnittslähmung entgangen und in dem Auto hinter uns starben drei Menschen, weil der Fahrer um Auszuweichen gegen einen Baum fuhr. Mit einer solchen Erfahrung kann ich solche Kampagnen nicht prinzipiell ablehnen, selbst wenn ich sie zwiespältig sehe.

    Zwei Dinge finde ich jedoch herausragend, zum Einen das die Venozelanerin dem Fahrer "vergeben" hat, der übrigens zu 7 Jahren Haft und 20.000 US$ Strafe verurteilt wurde und zum anderen, dass sie so ein unglaublich positiver Mensch ist. Ich denke, die meisten Menschen würden an so einem Schicksal zerbrechen. Das fordert mir schon tiefsten Respekt ab und macht diese im Grunde unerträgliche Kampagne erträglich.
     
  2. olaf

    olaf Meister

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    15. September 2002
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    Frankfurt (Oder)
    Das mit ohne Vorwarnung bezog sich eher nicht auf diesen Thread, da ich ihn vorher schon im IRC gesehen und leider draufgeklickt habe.
     
  3. trashy

    trashy Ehrenmitglied

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    ok, wenn du diesen Link im allgemeinen meinst ist es wirklich vielleicht etwas heftig! bin selber überrascht worden als ich den link erhielt, aber so, wie es in diesem link gezeigt wird ist die REALITÄT!!! Leider!
     
  4. trashy

    trashy Ehrenmitglied

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    Ulm
    um nochmals in die Realität zurückzukommen:

    gruß

    trashy
     
  5. Vindaloo

    Vindaloo Meister

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    16. August 2003
    und?

    warum antwortest du nicht auf meinen beitrag?
     
  6. IMplo

    IMplo Großmeister

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    Köln
    Tja, sehen wir es mal so:

    Alkohol ist organisch mindestens so schädlich wie Nikotin.
    im Gegensatz zu einem Autofahrer, der am Steuer raucht, gefährdet ein Trinker auch die anderen Verkehrsteilnehmer.

    Nun der Aberwitz:

    73% Steuern werden auf Tabakprodukte erhoben,
    die EU-Unterstützung für Tabakanbau gekappt,
    Werbeverbote durchgesetzt,
    Risikowarnungen entstellen die Verkaufsverpackungen.

    Alkohol:

    Nahezu jede Sendung im Abendprogramm beginnt und wird beendet mit:
    "sponsored by "Biermarke" "
    Steuern auf Alkohol sind VIEL zu gering
    keine Warnhinweise auf Verkaufsverpackungen
    EU-Unterstützung ungebremst

    ich habe an dieser Stelle keine Fragen mehr, schließlich gehört Saufen doch "zum guten Ton"...LOL

    Hiwer gehören mal Grundsatzentscheidungen her:

    Entweder Alkohol und Tabak gleich hart sanktionieren, oder beides gleich tolerieren, aber diese aktuelle Doppelmoral, bloß weil "die Regierenden" mehrheitlich Saufen, das kanns doch nicht sein?

    Greetz!
    IMplo
     
  7. laeticia

    laeticia Anwärter

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    implo ich geb dir da völlig recht .... allerdings wär das ja nich das erste "thema" des "doppelmoralisch" is... in deutschland wundert mich solangsam nichts mehr -


    zu alkohol am steuer:
    ich selber habe noch kein auto,allerdings einen 125ger ... das teil fährt so um die 80km/h... also auch recht schnell .... wenn ich abends weggeh, fahr ich mit dem bus ind stadt nei, weil ich ganz egnau weiß das ich meistens etwas trink (auch wenns nur ein bier is) also warum ises nich möglich das man entweder anders als mit dem eigenen auto an "den ort" komm oder mit dem taxi/bus/zug/zu fuß (etc.) dort hinkommt...
    is docjh wirklich nich zuviel verlangt.
    und wenn das leben eines anderen menschen eoinem nicht so viel wert is, dann doch wenigstens das eigene ....



    greetz
     
  8. IMplo

    IMplo Großmeister

    Beiträge:
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    Achja...im Sinne der Gesaundheitsreform-Finanzierung (und für was die Tabaksteuer sonst so genutzt wird), steigen die Preise erneut.

    Doppelmoral....wenn es NUR DAS wäre, wäre es ja noch erträglich, denn man ist ja einiges gewöhnt ;)

    Das Größere Übel ist doch, daß hier

    -"Rauchen macht sehr schnell süchtig. Fangen Sie garnicht erst an!" <---Zitat von meiner aktuellen Packung-

    Süchtige besonders belastet werden, die eigentlich eher Hilfe zu erwarten haben sollten. Son Spruch hilft aber leider überhaupt nichts! Sone Preiserhöhung auch nicht, q.e.d.

    Tatsächlich handelt der Staat aus sehr kühler Berechnung, wie der H-Dealer am Bahnhof---er schraubt den Preis langsam hoch, wissend, daß der Junkie sich krummlegen wird, auch diesen zu berappen.

    Beispiel dazu:

    Würde der Staat diese Steuern über Süssigkeiten erheben, und damit dafür sorgen, daß es weniger Karies gibt, wäre das nur eine Anreizsteuer...Resultat: die Umsätze der entsprechenden Fabrikanten sinken, die Streuern, die man erwartet, kommen nicht rein.

    Also erhebt man die Steuern auf etwas, daß die Leute "brauchen" (Diese Anführungszeichen sehr bewußt gesetzt), denn dann kann man mit den Einnahmen auch rechnen.

    Aber ist das eine Doppelmoral oder eher eine Unmoral oder nur der Realismus eines Finanzexperten?

    Es ist einfach ein Mechanismus.
    Es ist Methode.
    Es ist die Perversion der Zeit.

    Greetz!
    IMplo
     
  9. Booth

    Booth Erleuchteter

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    19. Oktober 2003
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    Deutschland
    Nach ein wenig googlen habe ich diese Anlaufstelle gefunden:
    http://www.al-anon.de/index.htm
    Hier auch eine direkte Kontaktnummer:
    http://www.al-anon.de/kontakt/

    Ich schicke diese Nachricht auch als PN an Dich. Ich hoffe sehr, daß Du lernst, mit dieser Situation umzugehen - es wird bestimmt kein Zuckerschlecken, da Alkoholabhängigkeit eine ziemlich schwere Krankheit ist - und hoffentlich schafft es Deine Mutter eines Tages sich der Krankheit zu stellen, und trocken zu sein.

    gruß
    Booth
     
  10. Ra-Z-ieL

    Ra-Z-ieL Lehrling

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    28. Januar 2004
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    on the move
    Hola!

    Nen guter Freund von mir hatte auch mal ne 125er die bis zu 120 km/h schnell wurde. Allein das ist schon wicked. Und er hat nix gedreht an dem Ding. Dann ist er morgens völlig übermüdet von ner Grillparty losgefahren (er hatte vorher noch geschlafen.) Und was passiert? Er knallt gegen einen Baum. Und zwar nicht mit der Maschine sondern mit dem Kopf. Sein Helm ist geplatzt wie eine reife Melone und er blieb etwa 6 Meter neben der Fahrbahn liegen. Klingt schlimm oda?

    Glücklicherweise, so hatten wir das Glück zu erfahren, hat er sich nur Kiefer und Arm gebrochen. Der Arm jedoch war bisschen sehr kaputt und musste geschraubt werden.

    Da ich nicht so wirklich auf Verletzungen stehe hat mich allein schon abgeschreckt, dass der Junge sich in der Schule jeden tag Tütensuppe bzw. Griesbrei machen musste, anstatt das, nebenbei bemerkt, miserable schulessen zu genießen.

    Der Junge hat meiner meinung nach schweinemäßiges Glück gehabt. Acht wochen Später hatte er jedoch wieder nen Unfall. Allerdings wurde er dabei von einem Kleintransporter abgedrängt. Was passierte? Nix. Er hat sich nichts getan.

    Zwei derartig heftige unfälle zu überleben ist schon, gelinde gesagt, glückssache. Ich denk mal sein Schutzengel müsste nach derartiger erbrachter Leistung in den Ruhestand gehen können.

    Nur mal so ne Story aus dem Leben.

    Zum Thema:

    Wenn jemand betrunken autofährt -> Führerschein weg.
    -und dabei einen Unfall baut ->Führerschein weg auf unbestimmt zeit
    -und dabei jemand umkommt -> Nie wieder Führerschein + Ab in den Bau.

    Was mich vorallem an diesem Staat aufregt: Wenn jemand im Suff oder noch schlimmer auf Drogen (!) jemanden tötet, sei es durch ein Auto oder bei einer Schlägerei (oder schlimmerem) wird er fast immer wegen unzurechnungsfähigkeit freigesprochen. Ich würde den Typen glatt noch zusätzlich zur gängigen Strafe für Mord eine Straphe für Drogenbesitz und Konsum eintrichtern... Dieses System is einfach ungerecht. Raubkopierer werden mit 5 Jahren bestraft, aber MÖRDER kommen frei.

    Mal meine geschätzte Meinung...

    C ya,
    K4in
     
  11. IMplo

    IMplo Großmeister

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    22. August 2003
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    Köln
    Zitat Raziel:

    "Wenn jemand im Suff oder noch schlimmer auf Drogen (!) jemanden tötet"

    aehm....sorry, Alkohol IST eine Droge, und durchaus vergleichbar mit Heroin, was die Organschädigungen angeht, sowie den Langzeit-Suchteffekt!

    Greetz!
    Implo