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Woppadaq

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penta schrieb:
1. das system der sozialen absicherung krankt nicht nur an der sogenannten alterpyramiede , sondern im wesentlichen an der möglichkeit
derer die sich durch die gesellschaft reich gemacht haben gesellschaft sich jetzt um die pflichten für gesellschaft drücken zu können.

Ah ja, wieder die bösen Kapitalisten.
Nur - wie willst du sie in die Pflicht nehmen, ohne ihren Abgang zu verhindern ?

2. alle politischen entscheidungen werden durch die verstrickung von politik und wirtschaft automatisch zu rein wirtschaftlichen entscheidungen.

Dann hätte Schröder ja zum Irakkrieg sagen müssen.......

3. nur durch die einbindung aller einkommensarten in das steuer und sozialabgabensystem kann das versorgungsprinziep aufrecht erhalten werden.

Welche Einkommensart ist bitteschön nicht im Steuer- und Sozialabgabensystem enthalten ?

Beispiel: Firma muster ag hatte 1979 , 2000 angestellte die zum normalen
tarif arbeiteten , und machte pro jahr 15 % gewinn .
im jahr 1989 waren es nur noch 1500 angestellte die machten dann aber 34 % gewinn , die anderen 500 wurden in die arbeitslosigkeit geschickt , also zu lasten der gesellschaft .
1999 waren es dann noch 100 mitarbeiter die dann aber 86% gewinn machten , die anderen 1400 wurden arbeitslos oder in vorruhestand geschikt , also hat sich das unternehmen seinen gewinn bei der Gesamten gesellschaft geborgt so das es nun an der zeit ist diese unternehmen in die verantwortung zu nehmen.

Kleine Nebensächlichkeit: Zwischen Arbeitslosigkeit und Vorruhestand sehe ich einen gewissen Unterschied. Vorruhestand ist dazu da, um derartig ältere Leute nicht kurz vor der Rente noch extra in die Arbeitslosigkeit zu entlassen, also durchaus nichts schlechtes.

Aber denken wir uns das Beispiel mal durch:

1979: 2000 Arbeiter a la 2500 Euro/Monat. Lohnsteuer mitberechnet also 5000 Euro/Monat. Macht 10 Millionen Euro/Monat. Macht 120 Millionen pro Jahr. Tun wir jetzt mal so, als ob er keine Steuern zahlen mußte und auch keinerlei Materialkosten hatte. Macht bei 15% Gewinn gleich 138 Millionen, die die Arbeiter erwirtschafteten, und einen Gewinn von 18 Millionen.

1989: Tun wir mal so, als ob es keine Lohnerhöhung in 10 Jahren gegeben hätte. Also 1500 Arbeiter a 2500 Euro, mit Lohnsteuer zusammen, ergibt 7,5 Millionen im Monat, 90 Millionen im Jahr. Bei 34% Gewinn und dem üblichen Spiel (nix Steuern, nix Materialkosten) macht 120 Millionen im Jahr. Gewinn: 30 Millionen.
Fazit: Hätte er alle Arbeiter drin behalten, hätte er ne schwarze Null geschrieben.

1999: Es gab immer noch keine Lohnerhöhung in 20 Jahren !! Also 100 Mitarbeiter a 2500 Euro, also 500 000 / Monat, 6 Millionen pro Jahr. Material und Steuern kennt er nicht, also 11,2 Millionen knapp erwirtschaftet, bei 86% Gewinn, wären 5,2 Millionen.
Fazit: Es wäre, bei entsprechender Selbstlosigkeit, noch Platz gewesen für knapp 80 Arbeiter.

Naja, wozu rechne ich das eigentlich vor ? die Kapitalisten sind ja sowieso schuld !
 

Franziskaner

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Woppadaq schrieb:
Der normale richtig angestellte Arbeiter kostet ein Drittel mehr Stundenlohn, beansprucht noch weitere zusätzliche Leistungen a la Weihnachts- und Urlaubsgeld, ist betriebsrätemäßig und gewerkschaftlich organisiert und will jedes Jahr ne Lohnerhöhung. Will man ihn loswerden, ist meistens ne saftige Abfindung fällig.

Klingt ja wieder mal schrecklich schlimm für die Unternehmen. Was sagt denn eine Infratest Studie aus dem Jahr 2003 zum Thema Kündigung und Abfindung?

32% aller Kündigungen, dabei erhalten gerade mal 15% der gekündigten in dem Fall eine Abfindung.
39% der Kündigungen erfolgen durch den Arbeitnehmer, Abfindung 0.
10% der Arbeitsverhältnisse werden einvernehmlich aufgelöst, Abfindung erhalten hier 34% der Arbeitnehmer.
20% der Arbeitsverhältnisse enden, weil die Befristung ausläuft - Abfindung wieder nicht.

Rechne es dir mal aus, wieviele Abfindungen gezahlt werden.

Wow, und eine Lohnerhöhung wollen die Arbeiter auch jedes Jahr. Und weil das so viel ist, ist das inflationsbereinigte Realeinkommen jetzt auch auf dem Stand der 60er Jahre, während die Unternehmensgewinne stetig gestiegen sind. Aber die bösen Arbeiter saugen die Betriebe ja nur aus.

Irgendwie wollt ihr das nicht kapieren: wer normale Jobs wie oben beschriebenen schafft, ist selbst dran schuld. Auf Entgegenkommen kann er nicht hoffen, daß beweist uns Franziskaner ja nun zur Genüge.

Wobei ich mich über deinen Fundamentalismus auch nicht beklagen kann... :lol:

Betriebsräte können ja angeblich einen Betrieb nicht ruinieren, und wenn sie's doch tun, wissen sie hinterher immer ganz genau, daß in Wirklichkeit der böse Arbeitgeber Schuld ist.

Du forderst immer Argumente, aber im polemisieren bist du auch gross, mein Freund.

Ja, Franziskanerchen, die 12% Kapitalrendite ist natürlich an all dem Schuld.......

Oh, sind wir jetzt schon bei der Verniedlichungsform angelangt? Naja, so lange du mir keinen Zungenkuss androhst... :x

Aber fernab der Nicklichkeiten: Du findest also, eine 12%ige Kapitalverzinsung ist so schrecklich wenig, dass die Unternehmen massenhaft aus Deutschland flüchten müssten?

Aber sei beruhigt. Kein Mensch hat was dagegen, wenn du deinem Arbeitgeber für 300 Euro im Monat hilfst, die Bilanz aufzubessern.
 

Woppadaq

Erleuchteter
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Franziskaner schrieb:
Woppadaq schrieb:
Der normale richtig angestellte Arbeiter kostet ein Drittel mehr Stundenlohn, beansprucht noch weitere zusätzliche Leistungen a la Weihnachts- und Urlaubsgeld, ist betriebsrätemäßig und gewerkschaftlich organisiert und will jedes Jahr ne Lohnerhöhung. Will man ihn loswerden, ist meistens ne saftige Abfindung fällig.

Klingt ja wieder mal schrecklich schlimm für die Unternehmen.

Da is nix mit "schlimm". Unternehmen haben leider die dumme Angewohnheit, immer zu rechnen, ob sich das alles lohnt.

Aber Hauptsache schnell ne antwort finden, die deiner Weltsicht wieder gerecht wird......naja...


32% aller Kündigungen, dabei erhalten gerade mal 15% der gekündigten in dem Fall eine Abfindung.

Nur so nebenbei - im Falle einer Insolvenz wird logischerweise keine Abfindung gezahlt.

Aber Insolvenzen passieren ja hierzulande nicht. Deswegen können logischerweise auch Betriebsräte nie dran Schuld sein, denn es muß ja erst mal bitte eine Insolvenz passieren, und dann können wir in aller Ruhe nachweisen, daß diese Absicht war.....

Wow, und eine Lohnerhöhung wollen die Arbeiter auch jedes Jahr. Und weil das so viel ist, ist das inflationsbereinigte Realeinkommen jetzt auch auf dem Stand der 60er Jahre, während die Unternehmensgewinne stetig gestiegen sind. Aber die bösen Arbeiter saugen die Betriebe ja nur aus.

Propagandagefurze hoch zehn......

Wobei ich mich über deinen Fundamentalismus auch nicht beklagen kann... :lol:

Schau dir mal meine Antwort auf Penta an, und dann erkläre mir mal bitte, was daran so unglaublich fundamentalistisch ist.

Ich tu weder die Arbeiter verteufeln noch den Unternehmern in den Arsch kriechen, ich tu nicht mal Betriebsräte verteufeln. Was ich verteufele, ist die Verantwortungslosigkeit, und die sehe ich momentan leider überwiegend auf seiten von Leuten, die so reden wie du bisher.

Aber verteidige das ruhig, ist ja dein Job.....

Betriebsräte können ja angeblich einen Betrieb nicht ruinieren, und wenn sie's doch tun, wissen sie hinterher immer ganz genau, daß in Wirklichkeit der böse Arbeitgeber Schuld ist.

Du forderst immer Argumente, aber im polemisieren bist du auch gross, mein Freund.

Komm mit Argumenten, dann will ich mich auch darauf beschränken.
Ich wollt dir nur zeigen, daß ich auch polemisieren kann.

Du findest also, eine 12%ige Kapitalverzinsung ist so schrecklich wenig, dass die Unternehmen massenhaft aus Deutschland flüchten müssten?

Erklär mir doch mal den Zusammenhang zwischen der - scheinbar jedes Jahr gleich hohen - Kapitalverzinsung und den Schaffen von neuen Jobs !
 

samhain

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zur senkung der lohnnebenkosten, die ja gerade von der arbeitgeberseite als das allheilmittel dargestellt wird, folgendes:


...Das Märchen, auf das aktuell zurückgegriffen wird, lautet, niedrige Lohnnebenkosten dienten der Beschäftigung oder andersherum, durch höhere Sozialabgaben stiegen die Lohnnebenkosten, und dadurch sinke die Wettbewerbsfähigkeit von Arbeitsplätzen und Unternehmen, was wiederum den Faktor Arbeit belaste.

...Eine Senkung der Lohnnebenkosten zieht weniger Einkommen und weniger Sozialleistungen nach sich. Mit einer Reduzierung der Lohnnebenkosten ist keine Verbesserung für die Lohnabhängigen verbunden, sondern nur weiterer Sozialabbau und die fortschreitende Zerstörung des Sozialstaats.

Mit den Lohnnebenkosten wird unser soziales Netz finanziert. Länder mit niedrigen Lohnnebenkosten unterhalten ihre sozialen Netze entweder direkt über Steuern oder aber es gibt dort keine oder nur sehr schwach entwickelte soziale Netze. Das wiederum setzt voraus, daß man sich mittels seines Einkommens überhaupt eine private Vorsorge leisten kann. Denn alle Varianten der privaten Sicherung senken den Nettolohn, während jede Reduktion des Arbeitgeberanteils eine Lohnkürzung ist, was der Begriff der paritätischen Finanzierung verschleiert. Verdeckt wird auch, daß im Zuge gesenkter Lohnnebenkosten alle Reproduktionskosten – Kosten von Bereitstellung, Erhalt und Vernutzung der Arbeitskraft – in immer größerem Ausmaß von den Lohnabhängigen selbst getragen werden müssen. Schließlich haben sie auch noch die Profite zu erarbeiten. Und die Unternehmen werden zusätzlich zu den Aufgaben und Risiken nun auch von den Kosten der Tatsache entlastet, daß sie vernutzungsfähige Arbeitskräfte brauchen. Wer die Senkung der Lohnnebenkosten verlangt, will daher in Wahrheit weniger Sozialleistungen und mehr Profite sowie die Entlassung der Unternehmen aus der gemeinsamen Finanzierung des sozialen Netzes.

Das erinnert an ein anderes Märchen: »Geht es der Wirtschaft/ dem Unternehmen gut, geht es auch uns gut.« Aus Angst vor Hohngelächter traut sich jedoch kaum noch jemand, es laut zu erzählen. Denn die Finanzierungsprobleme der sozialen Systeme beruhen auf ihrer Lohnbindung und der Tatsache, daß die Lohnquote – das ist der Anteil der Löhne und Gehälter am Volkseinkommen – stetig gesunken ist. Damit ist sichergestellt, daß das soziale Netz immer grobmaschiger wird, je mehr es benötigt wird. Doch selbst wenn es nicht um unser aller Wohl, sondern die Wettbewerbsfähigkeit des Landes geht: Für den Unternehmer sind nicht die Lohnnebenkosten, sondern die Lohnstückkosten, also die Arbeitskosten je produzierter Einheit, entscheidend. Und diese liegen in Deutschland – dank der hohen Arbeitsproduktivität – sehr viel tiefer als beispielsweise in den USA, Japan und den meisten europäischen Ländern. Tatsache ist, daß Deutschland bei der Entwicklung der Lohnstückkosten die zweifelhafte Ehre des Dumpingweltmeisters gebührt.

die im übrigen anvisierte senkung der LNK von 50:50 auf 60:40
ist erst der anfang.
die wirtschaft, der das natürlich viel zu wenig ist, fordert, ihren anteil an den LNK auf 6% zu senken!
den rest hat also der AN zu tragen, wovon er das bezahlen soll, was für löhne nötig wären, um das überhaupt zu finanzieren, darüber schweigt man sich lieber aus...

was das für den einzelnen bedeutet, kann er sich ja mit den jeweiligen steuerabzugstabellen selbst ausrechnen.

ein kleines beispiel:

bei einem bruttogehalt von 1600.-€
steuerklasse I
keine kirchensteuer

betragen die steuerabgaben 189,80€

die sozialversicherungsabgaben 642,-€

davon würde dann bei gnädigen 6% AG-anteil noch 38,52€ abgezogen.
bleiben 603,48€ für den AN.

summa summarum gehen von diesen 1600,-€
783,28€ ab, was dann 816,72€ nettolohn macht.

davon gehen dann noch in zukunft die extra zahnersatz-versicherung ab, eintritt beim arzt, krankengeld usw.

na, das nenne ich doch aussichten... 8O

auch interessant:

http://www.links-netz.de/K_texte/K_sonnenfeld_kombilohn.html
 

Paradewohlstandskind

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Woppadaq schrieb:
penta schrieb:
1. das system der sozialen absicherung krankt nicht nur an der sogenannten alterpyramiede , sondern im wesentlichen an der möglichkeit
derer die sich durch die gesellschaft reich gemacht haben gesellschaft sich jetzt um die pflichten für gesellschaft drücken zu können.

Ah ja, wieder die bösen Kapitalisten.
Nur - wie willst du sie in die Pflicht nehmen, ohne ihren Abgang zu verhindern ?

2. alle politischen entscheidungen werden durch die verstrickung von politik und wirtschaft automatisch zu rein wirtschaftlichen entscheidungen.

Dann hätte Schröder ja zum Irakkrieg sagen müssen.......

"Im Vorfeld eines Krieges, an dem teilzunehmen seinen Interessen zuwiderliefe, ist Deutsch-land eine einzige Friedensbewegung."
(Gremliza, Herrman L., Krieg den Palästen, in: konkret 02 (2003), S. 9)

Natürlich hatte die nichteinmischung wirtschaftliche Gründe:

1. Die Bundesrepublik Deutschland bezieht mehr als ein Drittel ihres Öls aus den GUS-Staaten und ein knappes weiteres Drittel aus der Nordsee, die Golf-Staaten Saudi-Arabien (4,6 Prozent) und Iran (0,9 Prozent) rangieren nur unter "ferner liefen". Dieser Unabhängigkeit vom Ölpreis aus dem Zweistromland stehen sehr gute wirtschaftliche Beziehungen zu den Golfstaaten gegenüber. Ein niedriger Ölpreis in dieser Gegend bedeutet einen schweren Schlag für die deutsche Wirtschaft, da die Finanzmittel im Irak und in den umliegenden Ländern geringer werden und so die deutschen Erzeugnisse weniger Absatz finden.

2. Da unten fahren die Scheichs Mercedes und und bei Bombenangriffen sind die Pannenservice-Wagen von Mercedes immer überlastet.

3. In den achtziger Jahren gingen deutsche Rüstungsgüter im Wert von 1,3 Milliarden Mark an den Irak. Das sind einfach Geschäfte auf welche dei deustche Wirtschaft nicht verzeichten wollte.

4. Doch nicht nur Güter wechselten aus Gründen der Gewinnmaximierung die Besitzer, auch mit Wissen standen deutsche Firmen, damals noch von den FDP-Wirtschaftsministerien genehmigt, an der Seite des Diktators aus dem Zweistromland. „Die BND-nahe Firma Telemit aus München lieferte Know-how [sic] für Mittelstreckenraketen an Irak, Iran und Lybien.

Ein Ingenieur kann ohne Pass in arabischen Ländern reisen (auch zur Zeit der Handels und Waffenembargos dort. Mein ehemaliger Deutschlehrer kam mit dieser Notlüge lohne Pass durch sämtliche Kontrollen. Deutsche Fachkräft für waffen sind dort beliebt, da der Tod ja ein Meister aus Deutschland ist (Paul Celan)

5. „Rußland bestätigte Ende August (2002, Anm. d. Verfassers) ein nahezu unterschriftsreifes Abkommen mit dem Irak. Die Rede ist von etwa 70 Projekten in der Ölindustrie, Petrochemie, dem Verkehr und der Kommunikation mit einem Gesamtvolumen von 40 Milliarden US-Dollar." Die Sanierung der maroden russischen Wirtschaft ist ein Ziel, welches Deutschland aus zwei Gründen verfolgt, die sich jeder selbst zusammenreimen kann.

6. Ausserdem bedroht der Irak Israel und dies freut die Politik anscheinend immer noch.

Zahlen für den Beleg dieser These:

In den ersten neun Monaten des Jahres 2002 stiegen die Ausfuhren in die Region Nahost/Afrika um 7,8 Prozent, ihr Anteil am deutschen Gesamtexport nahm von 4,1 Prozent auf 4,8 Prozent zu. Die Lieferungen in den Iran kletterten sogar mit zweistelligen Raten.
 

Woppadaq

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@samhain

Zum gequoteten: Bitte Quellenangabe.

samhain schrieb:
die im übrigen anvisierte senkung der LNK von 50:50 auf 60:40
ist erst der anfang.
die wirtschaft, der das natürlich viel zu wenig ist, fordert, ihren anteil an den LNK auf 6% zu senken!

naja, man kanns auch übertreiben.......schließlich muß man ja hinterher so tun, als sei man Kompromisse eingegangen.......dürfte bei Gewerkschaftern nicht anders sein...........in dieser Hinsicht gefiel mir ver.di-Chef Bsirske, der nur 3% forderte, davon aber auch nicht abwich........


Wirklich gut, der Text. Könnte bombaholik als Futter verwenden, wenn er kapieren würde, was da steht....

Immerhin:
Weder die Rückkehr zum Sozialstaat der 70er und 80er Jahre, noch die Forderung nach dem Erhalt der sozialen Sicherung wird uns, angesichts des Umstands, dass es immer weniger existenzsichernde Arbeitsplätze gibt, einem menschenwürdigen Dasein näher bringen, das eine Sicherung auch ohne Lohnarbeit ermöglicht. Ein bedingungsloses, ausreichendes Grundeinkommen würde von daher auch nicht auf dem Beitragsmodell fußen, das der jetzigen sozialen Sicherung zugrunde liegt.
 

Franziskaner

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Woppadaq schrieb:
Da is nix mit "schlimm". Unternehmen haben leider die dumme Angewohnheit, immer zu rechnen, ob sich das alles lohnt.

und das 12% p.a. zu wenig sind, konnten sie dir ja gut vermitteln...

Aber Hauptsache schnell ne antwort finden, die deiner Weltsicht wieder gerecht wird......naja...

Worauf sich deine Arroganz gründet, ist mir unerfindlich. Oder würdest du behaupten wollen, dass deine Argumentationsweise bisher nicht der Untermauerung DEINER Weltsicht diente?

Nur so nebenbei - im Falle einer Insolvenz wird logischerweise keine Abfindung gezahlt.

Nur so nebenbei - vielleicht schaust du dir die Entwicklung der Insolvenzen in Deutschland mal an. Dann wirst du feststellen, dass die Zahl der Privatinsolvenzen ungefähr 3x so schnell steigt, wie die der Unternehmensinsolvenzen.

Aber Insolvenzen passieren ja hierzulande nicht. Deswegen können logischerweise auch Betriebsräte nie dran Schuld sein,

Vielleicht lieferst du zur Untermauerung dieser Behauptung jetzt auch irgendwann mal Faktenmaterial...

Franziskaner schrieb:
Wow, und eine Lohnerhöhung wollen die Arbeiter auch jedes Jahr. Und weil das so viel ist, ist das inflationsbereinigte Realeinkommen jetzt auch auf dem Stand der 60er Jahre, während die Unternehmensgewinne stetig gestiegen sind. Aber die bösen Arbeiter saugen die Betriebe ja nur aus.

Propagandagefurze hoch zehn......

Das ist deine Auseinandersetzung mit dieser Tatsache? Wer betreibt hier propagandistische Flatulenz?

Ich tu weder die Arbeiter verteufeln noch den Unternehmern in den Arsch kriechen, ich tu nicht mal Betriebsräte verteufeln. Was ich verteufele, ist die Verantwortungslosigkeit, und die sehe ich momentan leider überwiegend auf seiten von Leuten, die so reden wie du bisher.

Entschuldige, aber du hast keine Ahnung davon, wie "verantwortungslos" Betriebsratsarbeit ist. Also bitte rede doch künftig über Dinge, die du aus eigener Erfahrung beurteilen kannst.

Ich kann mich jedenfalls noch gut an die 90er Jahre erinnern, wo wir unverantwortlichen Betriebsräte den Mitarbeitern Lohnabschlüsse in Höhe von 1,5-2,5% erklären durften. Und das, obwohl im gleichen Zeitraum Produktivität und Unternehmensgewinne in zweistelliger Höhe gewachsen sind. Damals wurde zur Arbeitsplatzssicherung und Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit die Lohnzurückhaltung immer wieder vom Arbeitgeberlager beschworen. Was uns das seither an zusätzlichen Arbeitsplätzen beschert hat, sehen wir ja.

Aber verteidige das ruhig, ist ja dein Job.....

Ist es nicht. Ich arbeite in den letzten Jahren weder in tarifgebundenen Betrieben noch in welchen mit Betriebsrat. Da ich trotzdem deutlich übertariflich verdiene (wahrscheinlich, weil ich so ein fauler und verantwortungsloser Klassenkämpfer bin) könnte mir es eigentlich ziemlich egal sein, ob andere Leute noch weitere Einschnitte hinnehmen müssen. Wenn ich mich also trotzdem über deine dumpfen neoliberalen Parolen aufrege, ist es wohl weniger Job als Überzeugung.

Komm mit Argumenten, dann will ich mich auch darauf beschränken.
Ich wollt dir nur zeigen, daß ich auch polemisieren kann.

Das konnte ich schon in deinen 2 vorherigen Aufforderungen zum Mastdarmcunnilingus erkennen. Auf die Argumentation - und zwar schlüssig - warum wir auf Grund hoher Lohnkosten international nicht mehr wettbewerbsfähig sind (Exportweltmeister, schon vergessen) und wie wir gleichzeitig eine Binnennachfrage erhöhen, wenn wir die Kaufkraft schwächen, warte ich immer noch.

Soviel zum Thema Argumente.

Erklär mir doch mal den Zusammenhang zwischen der - scheinbar jedes Jahr gleich hohen - Kapitalverzinsung und den Schaffen von neuen Jobs !

Siehst du. Anscheinend gibt es keinen Zusammenhang zwischen dem Anhäufen von Reichtum und dem Schaffen neuer Jobs.

So, jetzt lassen wir die Unternehmen das Kapital mit 20, 30 oder 50% verzinsen. Was glaubst du, wieviel davon in neue Arbeitsplätze umgesetzt wird? Eben, nichts, weil ja die Arbeiter in Südamerika oder Pakistan immer noch billiger sind, also fahren wir die Löhne noch weiter nach unten, bis wir weltweit am untersten Level nivelliert sind. Damit haben wir die Basis für die höchsten Unternehmensgewinne aller Zeiten geschaffen - und wie viele Arbeitsplätze?

Richtig, wir verlieren noch mehr. Denn wer kauft denn die schönen billigproduzierten Produkte alle?

Du gehst in deinem Weltbild von einem viktorianischen Unternehmergroßmut aus, den ich nirgendwo erkennen kann.
 

samhain

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>>Zum gequoteten: Bitte Quellenangabe.<<

http://www.jungewelt.de/2002/11-30/014.php

zu den 6% LNK der arbeitgeber googelt mal selber, es kam vor ein paar monaten in irgendeinem ARD-magazin (monitor, panorama, report...?, keine ahnung).
ich habs gestern gesucht, aber nicht gefunden und da ich keine flatrate und nur mein lahmes modem habe, war es mir dann irgendwann zuviel (und zu teuer...).

müsste aber irgendwo verzeichnet sein.
 

penta

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@ Woppadaq

schön wie du die lager aufteilen möchtest , aber mit den bösen kapitalisten
das ist wieder absuluter quark.
Was ich meine ist was ganz anderes , und bei genauem betrachten fällt das jedem auf .
Es ist doch so - noch nie waren gewinne für unternehmen( nicht Mittelstand sondern darüber) grösser als heutzutage, und das kannst du nicht bestereiten. deine gegenrachnung ist reine propaganda denn
zb ein auto kostet auch keine 9000 DM mher sondern zb golf ca20000€
bei einem herstellungspreis inkl material und personal vertrib etc 7500€
ich kenn die zahlen aus erster hand, so ist das bei vielen producten . und zu guterletzt bin ich ja selbst kapitalist. so ein unsinn.
Es geht doch darum das jeder der von der , der von der gesellschaft
profitiert auch die gesellschaft unterstützen muss, und das haben viele unternehmen gerne gemacht sich auf kosten der allgemeinheit bedient.
nun sollen sie auch für die folgen gerade stehen , sicher müssen wir alle unseren teil dazu beitragen, warum dann nicht diejenigen auch die das zu verantworten haben ?
Und zum Thema Irak- die brd wird sich doch nicht selbst ins bein schiesen,
schlieslich hat man seit jahren unsummen in die irakische infrastrucktur und industrie entwicklung gesteckt , alleine der wirtschaftliche schaden für deutschland beläuft sich auf knapp 70 mrd $ , und da sagst du keine wirtschaftliche entscheidung?
Und nochwas , jeder einigermasen ehrliche BWL´ler wird dir gerne den zusammenhang zwischen zufriedenen Arbeitnehmern , sowie Sozialer sicherheit und dem langfristigen ertrag und der Produktivität erklären.
Dann wirst du villeicht auch verstehen , das das was jetzt passiert entgegen jeglicher Ökonomischer vernunft ist.
Es konnte mir bis heute niemand sagen warum?

Herzlichst Penta
 

Woppadaq

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Franziskaner schrieb:
Woppadaq schrieb:
Da is nix mit "schlimm". Unternehmen haben leider die dumme Angewohnheit, immer zu rechnen, ob sich das alles lohnt.

und das 12% p.a. zu wenig sind, konnten sie dir ja gut vermitteln...

Mußten sie gar nicht. Schließlich zweifele ich selber an, daß die 12% überhaupt stimmen.

Aber Hauptsache schnell ne antwort finden, die deiner Weltsicht wieder gerecht wird......naja...

Worauf sich deine Arroganz gründet, ist mir unerfindlich. Oder würdest du behaupten wollen, dass deine Argumentationsweise bisher nicht der Untermauerung DEINER Weltsicht diente?

Das ist eben der Unterschied. Ich versuche, meine Weltsicht zu untermauern, klarzulegen, zur Abklopfung freizugeben.
Nicht blöde Kommentare abzugeben mit den einzigen Sinn, mich wieder mal selbst zu bestätigen. Wenn du meine Kritik als Arroganz abtust, dann guck erst mal deine eigenen Kommentare an.

Nur so nebenbei - im Falle einer Insolvenz wird logischerweise keine Abfindung gezahlt.

Nur so nebenbei - vielleicht schaust du dir die Entwicklung der Insolvenzen in Deutschland mal an. Dann wirst du feststellen, dass die Zahl der Privatinsolvenzen ungefähr 3x so schnell steigt, wie die der Unternehmensinsolvenzen.

Nur so nebenbei - was hat das eine mit dem anderen zu tun ?

Franziskaner schrieb:
Wow, und eine Lohnerhöhung wollen die Arbeiter auch jedes Jahr. Und weil das so viel ist, ist das inflationsbereinigte Realeinkommen jetzt auch auf dem Stand der 60er Jahre, während die Unternehmensgewinne stetig gestiegen sind. Aber die bösen Arbeiter saugen die Betriebe ja nur aus.

Propagandagefurze hoch zehn......

Das ist deine Auseinandersetzung mit dieser Tatsache?

Du erwartest echt, daß ich mich mit diesen propagandistischen Schwachsinn auseinandersetze ?

Entschuldige, aber du hast keine Ahnung davon, wie "verantwortungslos" Betriebsratsarbeit ist. Also bitte rede doch künftig über Dinge, die du aus eigener Erfahrung beurteilen kannst.

Ich kann lediglich dein Gequatsche beurteilen. Wenn du SO als Betriebsratsmitglied gearbeitet hast, wie du schreibst, wunderts mich nicht, daß du's momentan nicht bist.

Aber verteidige das ruhig, ist ja dein Job.....

Ist es nicht. Ich arbeite in den letzten Jahren weder in tarifgebundenen Betrieben noch in welchen mit Betriebsrat. Da ich trotzdem deutlich übertariflich verdiene (wahrscheinlich, weil ich so ein fauler und verantwortungsloser Klassenkämpfer bin) könnte mir es eigentlich ziemlich egal sein, ob andere Leute noch weitere Einschnitte hinnehmen müssen. Wenn ich mich also trotzdem über deine dumpfen neoliberalen Parolen aufrege, ist es wohl weniger Job als Überzeugung.

Oha, neoliberale Parolen......
Nur so nebenbei - ich muß den Neoliberalismus nicht verteidigen (daß ichs nicht tue, glaubst du mir ja sowieso nicht), weil sich die neoliberalistischen Auswüchse a la Zeitarbeit, Lohndumping etc. einfach mal von selbst durchsetzen werden, egal ob uns das paßt oder nicht. Mich nervts nur, daß Leute wie du zwar laut tönen können, in Wirklichkeit aber keine Antwort für dieses Problem haben, außer der Verschärfung des "Klassenkampfes". Was nützt es mir, wenn Leute wie du mir ganz genau sagen können, wie unglaublich schlimm diese Unternehmer doch sind, daß sie nur noch Zeitarbeiter nehmen, wenn ich auf der Suche nach einen Job - und ich hab 3 Jahre lang gesucht, knapp 20 Firmen hinter mir, aber nur eine "richtige" - ich immer nur an Zeitarbeitsfirmen gelange. Und dann in den Betrieben feststelle, egal wie gut es denen geht, daß sie Einstellungsstopp haben ? Dagegen hilft natürlich nur ne Lohnerhöhung !!

Nebenbei gesagt: Bei vielen Zeitarbeitsfirmen bekam ich nur 76% des Tarif-Stundenlohnes, hatte aber 20% mehr zum Schluß als bei der einen Firma, die mich tariflich bezahlt hat.

Auf die Argumentation - und zwar schlüssig - warum wir auf Grund hoher Lohnkosten international nicht mehr wettbewerbsfähig sind (Exportweltmeister, schon vergessen) und wie wir gleichzeitig eine Binnennachfrage erhöhen, wenn wir die Kaufkraft schwächen, warte ich immer noch.

Ach ja, der unglaubliche Titel "Exportweltmeister" !!!
1. Unsere Wirtschaft besteht nicht nur aus Exportbetrieben - das besagt also gar nichts.
2. Nebenbei schleppen wir noch nen neuen Pleitenrekord mit durch die Gegend - ach was erzähl ich da, die sind ja alle selbst verschuldet....
3. Trotz Exportweltmeister hat unser Staat 40 Mrd. neue Miese dieses Jahr - an den Firmen kanns nicht liegen, die haben ja noch nie Steuern gezahlt.
4. Hatte ich das mit den Lohnkosten schon einmal erklärt. Aber du brauchst nicht zu schreiben, daß die Argunemtation für dich nicht schlüssig war, sowas kann ich mir ja doch wohl denken.

Soviel zum Thema Argumente.

Naja, mach weiter einen auf Propaganda. Ich hatte zwar geschrieben, daß mich nur Argumente überzeugen können, aber wenn du das Spielchen unbedingt spielen willst.....

Erklär mir doch mal den Zusammenhang zwischen der - scheinbar jedes Jahr gleich hohen - Kapitalverzinsung und den Schaffen von neuen Jobs !

Siehst du. Anscheinend gibt es keinen Zusammenhang zwischen dem Anhäufen von Reichtum und dem Schaffen neuer Jobs.

Richtig ! Neue Jobs sind keine Wohlfahrtsgeschenke, sondern sie sollen der Mehrung des Reichtums oder aber der Erfüllung des Konsumwunsches dienen. Deswegen kannst du von einer Firma nicht erwarten, daß sie sofort neue Leute einstellt, wenn sie mal genug Gewinn macht. Entweder das Ding macht Gewinn, oder sie lassens sein.

weil ja die Arbeiter in Südamerika oder Pakistan immer noch billiger sind, also fahren wir die Löhne noch weiter nach unten, bis wir weltweit am untersten Level nivelliert sind.

Ihr sollt die Löhne nicht runterfahren, sondern nur kapieren, daß kein Platz mehr ist für weitere wahnsinnige Erhöhungen. Aber das ist offensichtlich schon zuviel verlangt. Alles was nicht Erhöhung ist, ist Erniedrigung, voila.

Nebenbei solltet ihr euch eigentlich für Steuersenkungen stark machen, und zwar ohne irgendwelche weiteren Steuererhöhungen, die den Gewinn daraus wieder obsolet machen. Es sind nun mal nicht alle Betriebe so groß wie Siemens, und den Zusammenhang zwischen geringen Lohnnebenkosten und der Schaffung neuer Jobs hatte ich, glaube ich, klargemacht. Obwohl ich mich schon wieder frage, ob du es denn wirklich kapieren willst.
 

Woppadaq

Erleuchteter
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1.413
penta schrieb:
@ Woppadaq

schön wie du die lager aufteilen möchtest , aber mit den bösen kapitalisten
das ist wieder absuluter quark.

Wen meinst du denn noch mit "derer die sich durch die gesellschaft reich gemacht haben" und "sich jetzt um die pflichten für gesellschaft drücken " ?

Es ist doch so - noch nie waren gewinne für unternehmen( nicht Mittelstand sondern darüber) grösser als heutzutage, und das kannst du nicht bestereiten.

Kann ich doch.
Kann schon sein, daß das vor 2 Jahren noch völlig anders aussah, aber momentan siehts nicht gut aus. Es ist einfach mal ne Tatsache: vor 2 Jahen war der DAX noch bei 8000 Punkten, momentan ist er bei 3700 Punkten. Klaro, vor 10 Jahren war er noch bei 1500 Punkten, und das nehmt ihr jetzt zum Anlaß, mir zu sagen, die Unternehmengewinne seien seit 1993 um 150 % gestiegen.

deine gegenrachnung ist reine propaganda denn
zb ein auto kostet auch keine 9000 DM mher sondern zb golf ca20000?

Ich wußte gar nicht, daß der Golf mal 9000 DeEmm gekostet hat, m.E. war der schon immer bei ca 20 000 Euro.

Ansonsten war in meiner Rechnung gar nicht von Autos die Rede.

Zeigt mir nur, wie du mit meiner Rechnung umgehst.

Es geht doch darum das jeder der von der , der von der gesellschaft
profitiert auch die gesellschaft unterstützen muss, und das haben viele unternehmen gerne gemacht sich auf kosten der allgemeinheit bedient.
nun sollen sie auch für die folgen gerade stehen , sicher müssen wir alle unseren teil dazu beitragen, warum dann nicht diejenigen auch die das zu verantworten haben ?

Moralisch gebe ich dir absolut Recht.
Ich weiß bloß wirklich nicht, wie du das umsetzen willst.
Das Einzige, was ich als Möglichkeit sehe, ist: Subventionen kürzen.

Und zum Thema Irak- die brd wird sich doch nicht selbst ins bein schiesen,
schlieslich hat man seit jahren unsummen in die irakische infrastrucktur und industrie entwicklung gesteckt , alleine der wirtschaftliche schaden für deutschland beläuft sich auf knapp 70 mrd $ , und da sagst du keine wirtschaftliche entscheidung?

Die Entscheidung gegen Amerika ist auch eine wirtschaftliche Entscheidung. Und mit Amerika verbindet uns ein bißchen mehr als mit dem Irak.

Und nochwas , jeder einigermasen ehrliche BWL´ler wird dir gerne den zusammenhang zwischen zufriedenen Arbeitnehmern , sowie Sozialer sicherheit und dem langfristigen ertrag und der Produktivität erklären.

Den sehe ich auch.

Dann wirst du villeicht auch verstehen , das das was jetzt passiert entgegen jeglicher Ökonomischer vernunft ist.

Was konkret meinst du ?
 

penta

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@ woppadaq

ganz einfach : es wird die kuh geschlachtet die man melken wollte.
also die makroökonomie schaufelt sich gerade ihr eigenes grab.
Das ist so wie ein langsamer selbstmord , die frage die sich stellt:
wem nutzt das?

Herzlichst Penta
 

Woppadaq

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penta schrieb:
ganz einfach : es wird die kuh geschlachtet die man melken wollte.
also die makroökonomie schaufelt sich gerade ihr eigenes grab.

Ist das nicht ein bißchen voreiliges Geheule ?
Ich sehe nämlich keine Kuh, die man melken könnte....

Und noch nen Nachtrag zum Exportweltmeister: Der Dollarkurs spielt natürlich überhaupt keine Rolle, alles Propaganda, brauchen wir gar nicht erst nachrechnen. Sonst würden wir ja bemerken:

200 Autos zum Preis von 20 000 Dollar, macht 4 Millionen Dollar.

Dollarkurs 2000: 0,86 , also 1 Euro bekamst du für 86 Dollar-Cent.
Bei 4 Millionen Dollar waren das dann 4,6 Millionen Euro.
Dollarkurs heute: 1,15
Bei 4 Millionen Dollar macht das knapp 3,5 Millionen Euro.

Also gerade mal 1,1 Million Euro Unterschied bei 200 Autos ! Peanuts, die solln sich mal nicht so haben !!!
 

Woppadaq

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samhain schrieb:
jetzt also hartz V...

>>Der Lebensarbeitszeitarbeiter. Hartz V ? unendlich: Betriebswirtschaftliche Kalkulationen mit dem Arbeitsleben<<

Ausgangspunkt seiner Überlegung ist, »daß die Menschen zwar länger arbeiten müssen als bisher, daß aber ältere Beschäftigte weniger leistungsfähig sind als in ihrer Jugend. Folglich muß in der Jugend länger gearbeitet werden als im Alter.«

Das meint der doch nicht etwa ernst, oder ???

Das würde ältere Arbeitnehmer ja noch unattraktiver für Unternehmen machen !
Und wenn ältere Leute beweisen wollen, daß sie's doch noch draufhaben, heißt es dann "tut mir leid, aber da spielt die Gewerkschaft, der Gesetzgeber oder wer auch immer nicht mit".
Und Jugendliche, die erst spät ins Berufsleben finden, haben dann ein Problem.

Wann kapiern die denn endlich: Flexibilität ist gefragt, nicht Gängelung !

Oh Mann, traue bloß keinen Leuten, die sagen "Es ist doch so einfach...."
 

Woppadaq

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he, wo sag ich das denn ??

Ich versuch eigentlich genau das Gegenteil zu sagen,
daß es nämlich nicht so einfach ist, egal was jetzt.....


naja, was solls....
 

hives

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Woppadaq schrieb:
he, wo sag ich das denn ??

Ich versuch eigentlich genau das Gegenteil zu sagen,
daß es nämlich nicht so einfach ist, egal was jetzt.....

Da geb ich dir natürlich recht, ich wollte nur deine Aussage "Flexibilisierung ist angesagt, nicht gängelung" ein wneig relativieren - Flexibilisierung ist mit Sicherheit nicht die Lösung aller Probleme, wird jedoch in den Massenmedien (zusammen mit Eigenverantwortung) immer mehr als solche angepriesen; deine Bemerkung erscheint wie eine vollständige Absegnung dieses Konzeptes. Dass du selbst differenzierter denkst, weiss ich ja spätestens seit dem Neoliberalismus-Thread :wink:
 

Woppadaq

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hives schrieb:
Flexibilisierung ist mit Sicherheit nicht die Lösung aller Probleme, wird jedoch in den Massenmedien (zusammen mit Eigenverantwortung) immer mehr als solche angepriesen

Ja, weil die bürokratische Gängelung in Deutschlnd stellenweise wirklich die wirtschaftliche Entwicklung hemmt und teilweise auch für Stellenabbau verantwortlich ist.

Ein Beispiel kenne ich aus eigener Erfahrung:
Ich arbeitete im Jahre 2001 für eine Werbefirma (als Programierer), die die schwedische Firma Skanska betreute. Das war eine Baufirma, die im wesentlichen kleinere Häuser für ca 250 000 Euro anbot. Diese Häuser mußten natürlich erstmal gebaut werden. Also beschäftigte Skanska ca 300 Bauarbeiter über Subfirmen.

Ein halbes Jahr später bekam die Firma eine Anzeige wegen Schwarzarbeit. Man war verwundert, waren doch ihrer Meinung nach keine Arbeiter illegal beschäftigt. Es kam heraus: Nicht die Arbeiter waren illegal, sondern was sie taten ! Die von Skanska beauftragte Subfirma hatte nicht nur Maurerarbeiten übernommen, sondern auch die Verklinkerung der Häuser. Meiner Meinung nach ist Verklinkerung zwar auch Maurerarbeit, aber die Maurer waren nicht speziell dafür ausgebildet worden, also war ihre Arbeit illegal. Diese geniale Regelung, die die Qualität erhöhen und mit Gewalt Arbeitsplätze schaffen sollte, bewirkte genau das Gegenteil: Skanska zog sich vom deutschen Markt zurück, und zwar ziemlich plötzlich.

Ich muß hier zu bedenken geben, daß Skanska eine ziemlich große Firma ist, also durchaus das Geld gehabt hätte, noch eine weitere Firma zu bezahlen. Nur hätten sich dann die Häuser nicht mehr gerechnet.

Meine Werbefirma, die bereits den nicht zu knappen Etat von Skanska verplant hatte, mußte Ende des Jahres ihren Mitarbeiterstamm von 18 auf 6 reduzieren. Meine Arbeitsstelle ging auch dabei drauf. Nur mal als Beispiel.
 

bombaholik

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woppodaq du spiegelst einfach die im mainstream propagierte meinung wieder.
Das was unsere Politiker und gewisse Personalvorstände von großen unternehmen (hartz) vorschlagen ist sicher auf unternehmen zugeschnitten und nicht auf die gesellschaft und den einfachen arbeiter, angestellten!

dieser gedanke eines posters hier über dass was die betriebe durch entlassungen als gewinn verbuchen, ist eigendlich das geld der gesellschaft und sollte dieser auch wieder zugeführt werden, ist meinermeinung das treffenste!

schön wie du die schuld in die schuhe von stonstjemandem steckst mit deinem beispiel...schuld allein hat die firma! schuld ist deren egoismus!

und denken der markt würde sich in dieser situation ohne eingriff des staates selbst "heilen" ist meiner meinung nach naiv!

EDIT:

Es ist ein Skandal, dass DaimlerChrysler seit über 10 Jahren in Stuttgart keinen müden Euro Gewerbesteuer bezahlt. Es ist ein Skandal, dass jeder Hundebesitzer in München mehr Steuern bezahlt als Siemens.

aus der rede zur demostration!
 

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