Islamistischer Terror

agentP

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Ich bezweifle ehrlich gesagt, dass "klassische" Terroristen ernsthaft irgendwen ausrotten wollen. Terrorismus ist ja in der Regel Gewalt einer Minderheit gegen eine Mehrheit, ein asymetrischer Konflikt. So naiv kann auch der verblendetste Fanatiker nicht sein, dass er ernsthaft denkt, er könnte den Gegner "ausrotten". Mir ist auch Abseits von Hollywood-Filmen kein Szenario bekannt, wo der Umfang der Tat in Richtung "Ausrottung" zielt. "Ausrottung" als Ziel findet man doch eher dann, wenn die Mehrheit oder zumindest der deutlich überlegene Konfliktteilnehmer sich gegen eine Minderheit oder den Schwächeren richtet.
Wie der Name doch eigentlich schon sagt, geht es bei Terror darum Angst und Unsicherheit zu verbreiten und dadurch den Gegner in Zugzwang zu bringen, die Kosten (nicht nur die finanziellen, sondern auch die politischen und moralischen) in die Höhe zu treiben und nicht darum ihn durch direkte Gewalt in die Knie zu zwingen, ihn militärisch zu besiegen oder gar auszurotten.
 

Telepathetic

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Solange Boko Haram nur an der Errichtung eines islamischen Staates interessiert ist und Ruhe gibt, sobald ihr Ziel erreicht ist, denke ich auch, dass keine Ausrottung der Ungläubigen zu befürchten ist.

Fraglich ist aber, ob Boko Haram Ruhe geben würde. Sie lehnen alles Westliche ab. Sie töten Polizisten, Politiker, Boko-Haram-Kritiker und versuchen die (in ihren Augen) richtige Religionsgemeinschaft gegen die falsche auszuspielen. Ihr Endziel ist ein Staat, der von Allah's Weisungen regiert wird. Ich kann mir nicht vorstellen, dass damit nur die Regierung gemeint ist. Auch die Bevölkerung soll Allah gehorchen. Zwangsbekehrungen dürften befohlen werden. 'Glaub' oder stirb'.

Es mag keine planvolle Ausrottung eines kompletten Bevölkerungsteiles anvisiert sein, aber die Ausrottung alles Westlichen und wer sich sträubt, wird beseitigt.
 

vonderOder

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Islamistischer Terror in Nigeria
: Die westliche Lehre ist Sünde
06.01.2012
Die Gewalt gegen Christen in Nigeria reißt nicht ab. Bewaffnete Angreifer haben am Donnerstagabend (05.01.2012) eine Kirche im Nordosten Nigerias gestürmt und mindestens fünf Menschen erschossen. Zehn weitere seien verletzt worden, sagte John Jauro, der Pastor der Kirche in der Stadt Gombe. Er habe den Gottesdienst in der Deeper Life Church abgehalten, als die Angreifer das Feuer auf die Betenden eröffnet hätten.
An Weihnachten waren bei mehreren Anschlägen auf Christen in Nigeria mindestens 40 Menschen getötet worden. Zu der Anschlagsserie hatte sich die radikalislamische Sekte Boko Haram bekannt. Seither stieg die Angst vor einer Eskalation religiöser Gewalt in Nigeria merklich. Zuletzt hatte die Sekte Christen im weitgehend muslimischen Norden des Landes gedroht und diese aufgefordert, die Region zu verlassen.
Die Sekte Boko Haram verübt immer wieder Bombenanschläge und Attentate. Einer Zählung der Nachrichtenagentur AP zufolge ist die Sekte allein im Jahr 2011 für mindestens 465 Morde verantwortlich. Die Sekte will die Einhaltung der Scharia in ganz Nigeria durchsetzen.
 

Goatboy

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[url=http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/721534/87-Tote-nach-Anschlagswelle-im-Irak?_vl_backlink=/home/politik/index.do schrieb:
Die Presse[/url]]Bei mehreren Anschlägen auf Schiiten sind im Irak am Donnerstag 87 Menschen ums Leben gekommen.
 

vonderOder

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Goatboy schrieb:
[url=http://diepresse.com/home/politik/aussenpolitik/721534/87-Tote-nach-Anschlagswelle-im-Irak?_vl_backlink=/home/politik/index.do schrieb:
Die Presse[/url]]Bei mehreren Anschlägen auf Schiiten sind im Irak am Donnerstag 87 Menschen ums Leben gekommen.
Die alte Konflikte zwischen sunnitischen und schiitischen Gläubigen brechen wieder auf. Schiiten unter Saddam Hussein unterdrückt, rächen an den Sunniten und die schlagen dann wieder zurück. Kein Zufall war es, dass der blutige Konflikt zwischen Sunniten und Schiiten im Irak nach dem Ende seines Regimes aufflammte und die ehemals schiitischen Unterdückten sich zu rächen begannen. Es gaht wie immer um Macht.
 

Goatboy

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Ich werde wohl kaum versuchen können, hier alle Nachrichten zu verlinken, die zum Thema gehören, sonst werde ich bald kein anderes Hobby mehr brauchen.

[url=http://www.dw-world.de/dw/article/0 schrieb:
DW-World[/url]]Christen werden in Nordkorea, Afghanistan und Saudi-Arabien weltweit am stärksten verfolgt. [...] "Die Situation für Christen hat sich zunehmend dort verschlechtert, wo auch der islamische Extremismus zugenommen hat", bilanziert Open Doors. Neun der zehn vorderen Plätze belegten islamisch geprägte Staaten. Zehn Jahre nach dem Ende des Taliban-Regimes in Afghanistan habe sich die Lage für Christen kaum verbessert, heißt es in dem Bericht von Open Doors. Es gebe dort keine einzige öffentliche Kirche mehr. [...] Beispielsweise habe sich die Lage der Kopten in Ägypten nach dem Sturz des langjährigen Machthabers Hosni Mubarak sogar verschlechtert. Es seien mehrere Kirchen angegriffen worden, Islamisten hetzten gegen die dort lebende christliche Minderheit.
 

agentP

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Es mag keine planvolle Ausrottung eines kompletten Bevölkerungsteiles anvisiert sein, aber die Ausrottung alles Westlichen und wer sich sträubt, wird beseitigt.

Es ist aber ein wesentlicher Unterschied, ob man versucht eine Gruppe Menschen auszurotten oder ob man versucht bestimmte Werte und Denkweisen durchzusetzen und andere "auszurotten".
Mir ging es darum klarzustellen, dass Terror ein Mittel zum Zweck ist um letzteres zu tun, aber sicher keines ist um ersteres zu tun.


Wenn man davon ausgeht, dass Kränkung den Wunsch nach Vergeltung nach sich zieht, dann ist ein Teil des Phänomens Extremismus und Terrorismus erklärt.

Wobei die Kränkung ja nicht immer ursprünglich in einem solchen Maße real sein muss, sondern Terror auch dazu dienen kann weitere Kränkungen zu provozieren und so die Spirale hochzuschrauben und Gemässigte zu radikalisieren. Das ist ja das perfide am Terror.
 

shera

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Witzig ist, naja eigentlich nicht witzig, dass man die Überschrift nicht wiederlegen kann. Ich kann schlecht nach "christlicher Terror" suchen, weil dieser ja einfach nur "Krieg im Nahost" heisst.

Tjah scheisse für mich und meine Religion des Terrorssssssss wahahaha ich werde euch alle..... naja gut egal. Dumm gelaufen...
 

agentP

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Weil es auch Quatsch ist. Egal aus welchen -möglicherweise niedrigen Beweggründen- sich der Westen im Nahen Osten einmischt: Er tut es sicher nicht aus religiösen Gründen. Für einen "Hl. Krieg" würdest in den säkulären westlichen Ländern auch nicht den benötigten Rückhalt bekommen. Ebenfalls dagegen spricht, dass ja im Nahen Osten durchaus auch muslimische Länder beteiligt sind, entweder indirekt durch logistische Unterstützung oder direkt, weil sie NATO-Partner sind.
 

vonderOder

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agentP schrieb:
Ebenfalls dagegen spricht, dass ja im Nahen Osten durchaus auch muslimische Länder beteiligt sind, entweder indirekt durch logistische Unterstützung oder direkt, weil sie NATO-Partner sind.
oder frei nach dem Motto: nimm von deinen (Glaubens-) Feinden was du kriegen kannst und schlage sie später mit ihren eigenen Waffen.
 

Telepathetic

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Einen Hl. Krieg halte ich auch für ausgeschlossen, weil eine Seite an demokratische Werte glaubt und Nigeria's Muslime und Christen bereits vor der Methode der Boko Haram gewarnt hat.

Allerdings meint Präsident Johnson, dass die Gefahrensituation schlimmer ist, als die während des Bürgerkrieges. Die Boko Haram hat Mitglieder innerhalb der staatlichen Institutionen und ebenso in den Familien des Landes, aber so dass die anderen Familienmitglieder nichts davon wissen. Das dürfte für ein Mehr an Mißtrauen sorgen, da der Feind, der einem eine Bombe hinter'm Haus versteckt, einem möglicherweise beim Essen gegenübersitzt.
Aus einem Artikel auf allAfrica.com
 

agentP

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vonderOder schrieb:
agentP schrieb:
Ebenfalls dagegen spricht, dass ja im Nahen Osten durchaus auch muslimische Länder beteiligt sind, entweder indirekt durch logistische Unterstützung oder direkt, weil sie NATO-Partner sind.
oder frei nach dem Motto: nimm von deinen (Glaubens-) Feinden was du kriegen kannst und schlage sie später mit ihren eigenen Waffen.

Ich tippe ja eher auf: Nimm was du kriegen kannst und nutze als Vorwand, was sich gerade anbietet.
 

Diter

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Giacomo_S

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Das könnte so sein, dazu gehört aber auch, dass man die Wissenschaft als Wissensquelle anerkennt. Und damit hapert's bei verbohrten Islamisten.

Die haben nichts anderes drauf, als die Wissenschaften als dekadent, verlogen, gotteslästerisch usw. usf. zu diffamieren. Gleichzeitig verwenden sie für ihre Zwecke die neuesten Produkte, die auf den Erkenntnissen der Wissenschaft von Jahrhunderten beruhen: Handy, Internet, Kameras, Autos, Waffen u.v.m.
Dümmer geht's nimmer, oder?
 

streicher

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Weiter oben war von Boko Haram die Rede: diese Terrororganisation duldet kein anderes Buch, nimmt aber wohl gern jede Waffe - Irgendwoher.
Die größte Gefahr für den Terrorismus scheint ausgemacht: Bücher, Bildung, freie Gedanken.
 

Giacomo_S

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streicher schrieb:
Weiter oben war von Boko Haram die Rede: diese Terrororganisation duldet kein anderes Buch, nimmt aber wohl gern jede Waffe - Irgendwoher.
Die größte Gefahr für den Terrorismus scheint ausgemacht: Bücher, Bildung, freie Gedanken.

Ob Terrorherrschaft oder nicht: Das kommt immer dabei heraus, wenn die Religion das Sagen hat. Die Glaubensgemeinschaften monieren immer die Freiheit für sich - aber alle anderen sollen gefälligst die Klappe halten.
 

streicher

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Recht du hast...

Andererseits fragt man sich: was treibt die jungen Leute aus dem Westen in die Fänge von Fanatikern und schließlich sogar Terroristen? Ist es Gruppenzugehörigkeit? Ist es der Kick, den sie sich in einer bewaffneten Auseinandersetzung erhoffen? Ist es die einfache klare Botschaft, für die man nicht lernen muss noch nachdenken, sondern nur glauben und nachplappern?

(Anm.: Eine logische Erklärung braucht es wohl zum Glauben nicht. Schon im Alten Rom wurde das Christentum schlichtweg als Aberglaube abgetan, aber das Christentum setzte sich schließlich durch... Und wir können heute von einer langen Geschichte christlichen Terrors lesen...)
 

Giacomo_S

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streicher schrieb:
Andererseits fragt man sich: was treibt die jungen Leute aus dem Westen in die Fänge von Fanatikern und schließlich sogar Terroristen? Ist es Gruppenzugehörigkeit? Ist es der Kick, den sie sich in einer bewaffneten Auseinandersetzung erhoffen? Ist es die einfache klare Botschaft, für die man nicht lernen muss noch nachdenken, sondern nur glauben und nachplappern?

Sicherlich eine vielschichtige Angelegenheit. Da ist zum einen einmal der "typische" Täter aus dem Westen, der sich den Terroristen anschließt: Migrantenfamilie, schlechter oder kein Schulabschluß, kleinkriminelle oder Drogenvergangenheit, vermeintlich ohne Perspektiven. Natürlich geht er nicht gleich zu den Terroristen, sondern es gibt einen fundamentalistischen Vorlauf. Da kommt einer, der erzählt ihm: Nation, alles egal, Vorgeschichte egal, Hauptsache, Du bist ein guter Muslim. Und dann wird der Looser von gestern auf einmal zum Ehrenmann, später fanatisch.

Hinzu kommt ein riesiger, unterschwelliger Minderwertigkeitskomplex der islamischen Welt. Im Mittelalter waren sie noch die "Herren der Welt", militärisch, ökonomisch, kulturell und dem Westen um Längen voraus.
Dann fiel die islamische Welt immer weiter zurück, zunächst ohne das sie es bemerkte (15.-18. Jh.), schließlich im Schockzustand (ab 19. Jh., Napoleon in Ägypten).
Hatten sie vorher doch immer gern geglaubt: Die Europäer sind doch alles nur ungebildete, stinkende Barbaren ohne Kohle, so mussten sie sich nun eines Besseren belehren lassen. Sie haben sich auf ihren Lorbeeren ausgeruht und dabei noch immer den Kopf hochgehalten.

Tatsächlich aber müssten sie sich eingestehen, dass sie dem Weltkulturerbe in den letzten 400 Jahren (!), nichts, aber auch gar nichts hinzugefügt haben: Keine Wissenschaft, keine Technologie, keine Kunst, kein Theaterstück, keine Literatur, keine Musik. Da muss eine jede Steckdose in der Wand wie eine Provokation des Westens wirken. Man besieht sich den eigenen Bauchnabel und erinnert sich an vermeintlich goldene Zeiten des Islams, die es so nie gab. Zumal die Geschichte der islamischen Welt sowieso alles andere als einwandfrei überliefert ist, da ist noch vieles geschönt, was gerade erst in unseren Zeiten in Zweifel gezogen wird.
 

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Giacomo_S schrieb:
Sicherlich eine vielschichtige Angelegenheit. Da ist zum einen einmal der "typische" Täter aus dem Westen, der sich den Terroristen anschließt: Migrantenfamilie, schlechter oder kein Schulabschluß, kleinkriminelle oder Drogenvergangenheit, vermeintlich ohne Perspektiven. Natürlich geht er nicht gleich zu den Terroristen, sondern es gibt einen fundamentalistischen Vorlauf. Da kommt einer, der erzählt ihm: Nation, alles egal, Vorgeschichte egal, Hauptsache, Du bist ein guter Muslim. Und dann wird der Looser von gestern auf einmal zum Ehrenmann, später fanatisch.
Ja, das ist sicherlich ein einfacher Trick, wenn unter religiösem Mantel die Vergangenheit reingewaschen wird und jemanden eingeredet wird, dass hinter allem eine planende Hand ist.
Dann wird wieder schwarz-weiß-gemalt - "wir gut, alle anderen schlecht" - "Wir kennen die Wahrheit, die anderen nicht; müssen sie erfahren; wollen sie nicht erkennen." - Und dann ist es der Aufbau von Hass gegenüber den Anderen. Wenn ein Minderwertigkeitskomplex vorhanden ist, geht es sicherlich noch einfacher. Sollte eine kriminelle Vergangenheit existieren, kann letztendlich darauf aufgebaut werden.
Im Großen betrachtet schaffen die Terroristen Raum für sich, um eine Lebensart auszuleben, die an den meisten anderen Orten der Welt teilweise oder ganz verurteilt werden würde, weil sie schlichtweg gegen jede Moral verstößt. Im Kleinen betrachtet lohnt sich der Blick auf die Einzelperson: Im Artikel "Feuer im Kopf" (DIE ZEIT vom 13. August) wurden Aussagen des Sozialwissenschaftlers und Aggressionsforschers Klaus Wahl wiedergegeben. Seine Aussagen bezogen sich unmittelbar auf die Rechtsradikalen, der Artikel galt aber generell der Gewaltbereitschaft. Wahl sagt, die Kriminellen wollten, indem sie rechtsradikal würden, ihrem zerstörerischen Verhalten einen höheren Sinn geben. Man gesteht sich nicht ein, sondern findet den "höheren Sinn". Die Gewaltanwendung wird also viel einfacher: Der höhere Sinn ist gegeben, der Raum dazu geschaffen, der Anlass besteht, jetzt können sie sich also ausleben... und sie würden höchstens zu Unrecht bestraft...

Tatsächlich aber müssten sie sich eingestehen, dass sie dem Weltkulturerbe in den letzten 400 Jahren (!), nichts, aber auch gar nichts hinzugefügt haben: Keine Wissenschaft, keine Technologie, keine Kunst, kein Theaterstück, keine Literatur, keine Musik. Da muss eine jede Steckdose in der Wand wie eine Provokation des Westens wirken. Man besieht sich den eigenen Bauchnabel und erinnert sich an vermeintlich goldene Zeiten des Islams, die es so nie gab. Zumal die Geschichte der islamischen Welt sowieso alles andere als einwandfrei überliefert ist, da ist noch vieles geschönt, was gerade erst in unseren Zeiten in Zweifel gezogen wird.
Die Namen der der Philosophen ist kurz: Al-Farabi, Marwadi, Averroes. Alle drei haben in der "Blütezeit des Islams" geschrieben.
Allerdings habe ich noch nie ernsthaft recherchiert, ob es zum Beispiel moderne Architektur des Islams gibt. Das Verhältnis zu Musik, Tanz und Bildern ist im Islam trübe.
Da habe ich allerdings noch zwei Gedanken dazu, zum Einen: der IS will auch die Bauwerke etc., also die kulturellen Errungenschaften des Islams am Liebsten auch noch niederwalzen. Zerstörungswut in Reinstform.
Zum Anderen: wenn es um Eifersucht und Angst oder Minderwertigkeit geht, fällt mir Erdogan ein, der händeringend um das islamische und osmanische Erbe zu kämpfen scheint, und so zu ruchlosen Maßnahmen greift. Man denke an seinen Palast, oder an seine Aussage, dass die Muslime zuerst den Weg in die Karibik gefunden und dort Inseln entdeckt haben. Andererseits betont er überall die Wichtigkeit des Islams (welcher denn?). Der Islam, wie er ihn haben möchte, bröckelt in der Türkei. Seine Politik gegenüber dem IS ist auch noch zwielichtig.

___________
Noch ein Gedanke zum Terrorismus - der Brandanschlag auf ein Hof von Nazi-Gegnern wirft die Frage auf: ab wann werden Personen, die Terror betreiben, eigentlich zu Terroristen?
 

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