Hyperonyme oder die Vergewaltigung der Sprache

haruc

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---OT


ARGH wenn ich mir zb. auf der zweiten Seite den ersten Abschnitt durchlese, kommt mir das kalte Grauen den Rücken hochgekrochen. Oder sollte ich lieber die kalten Grauinnen und Grauen sagen?

Widerlich, wie sehr auf einmal Sprache vergewaltigt werden kann, kaum dass es ein Antidiskriminierungsgesetz gibt.

Ein Zeitzeuge ist ein Zeitzeuge. Punkt aus. Wortgeschlecht männlich. Es ist ja auch "eine" Eiche aber es heißt trotzdem "Der Baum". Oder sollte man dann auf "Die Bäumin" umstellen? Mal gespannt wann die Grünen mit einem Antidiskriminierungsgesetz gegen Pflanzen aufwarten...

---OT ende

Gemeint ist dieser Link Erklärung der Dresdner Historikerkommission

Abgetrennt von hier
somebody/Admin
 

Themis

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Ich finde das auch übertrieben. Aber für den Text ist das eigentlich sekundär.

Auf englisch gäbe es dieses Problem nicht :wink:
 

haruc

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Aber für den Text ist das eigentlich sekundär.
Mich stört sowas manchmal so sehr, dass ich den Text nur sehr langsam lesen kann.
Im Deutschen müsste es dieses Problem auch nicht geben, wären nicht einige Aktionisten zu blöd um zu verstehen, dass das Geschlecht, das ein WORT hat, nicht zwangsläufig Rückschlüsse auf das Geschlecht der Person, die mit dem WORT bezeichnet wird, zulässt.
Schon garnicht, wenn man in einer Hierarchie zwei verschiedene Ebenen vergleicht. "Zeitzeuge" Ist eine Überkategorie für "Mann" und für "Frau" (Im Englischen ein "Hyperonym") und hat daher nichts mit dem Geschlecht für Mann und Frau zu tun.

btt
 
G

Guest

Guest
Als nächstes kommt noch SalzstreuerIn.

Prima Beispiel wie rotten unsere Gesellschaft ist.
Um nicht über die eigentlichen Probleme sprechen zu müssen redet man lieber über Begrifflichkeiten die es nicht nur in anderen Sprachen gar nicht gibt, sondern die es - genau genommen, Stichwort Hyperonym - auch in unser Sparachen nicht gibt, aber man reded sie erst herbei, um die Diskussion von den wirklichen Problemen auf Nebengleise abrollen zu können.

Ein Wort bei dem regelmäßig mein Blutdruck steigt ist MIGRATIONSHINTERGRUND :don:

Migration kommt aus dem lateiischen migrare und bedeutet Wandern.

Die Leute von denen wir hier sprechen sind aber nicht auf der Wanderschaft. Sie sind hie EINGEWANDERT (immigriert).

Deshalb nennt man sie auch Immigranten, Migranten ist idiotisch.
Aber das klingt womöglich zu sehr nach Invasion.

Normal könnte es mir ja Wurscht sein, was die Vollidioten reden,
aber hier wird - wieder mal - bewusst versucht mittels wilden Sprachkonstrukten zu manipulieren.

Oder gibt es einen Grund für das Neusprch den ich übersehen habe?
 

antimagnet

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wie nennt man dann die kinder von immigranten? also, die hier geborenen, die sind ja schließlich nicht eingewandert.

also, d.h. ich will nicht wissen, wie man die kinder nennt, sondern wie man die gruppe nennt, die sowohl die immigranten als auch deren nachkommen und u.u. auch deren nachkommen mit einschließt.

ok, "immigranten und deren nachkommen" wäre eine möglichkeit. legt den fokus meiner meinung nach auf die immigierten eltern. was, wenn es die nicht mehr gibt. dann müsste die gruppe "immigranten und/oder deren nachkommen" heißen.


und das ist jetzt besser als "menschen mit migrationshintergrund"?

jut, man könnte sie allochthone nennen, aber das versteht ja keine sau.
 

haruc

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Wie wärs, wenn die Kinder von Immigranten im Pass zusätzlich den "Titel"
>>Immigrantenkind<< tragen? So als Stigmatisierung auf ewig...
 

erik

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Ich mag das Wort "Migrationshintergrund" auch nicht.

Es soll einfach verhindern mE, daß Politiker von "Ausländerkindern" sprechen.

Andererseits trifft "Migranten" den Punkt schon recht deutlich. Den die Leute mit "Migrationshintergrund" die oft Probleme haben (und evtl. machen) sind mitnichten hier eingewandert und angekommen, sondern befinden sich auf "moderner Wanderschaft" zwischen ihrer Heimat und Deutschland.

Man könnte natürlich anstelle von "Jugendlicher mit Migrationshintergrund" auch "Jugendlicher, der keinen deutschen Satz fehlerfrei aussprechen kann" sagen (wobei dass sowohl auf Jugendliche mit deutschem als auch mit ausländischem Paß zutreffen kann - Leider.)
 

Themis

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erik schrieb:
Man könnte natürlich anstelle von "Jugendlicher mit Migrationshintergrund" auch "Jugendlicher, der keinen deutschen Satz fehlerfrei aussprechen kann" sagen (wobei dass sowohl auf Jugendliche mit deutschem als auch mit ausländischem Paß zutreffen kann - Leider.)
Lieber eine fehlerhafte Sprachanwendung als unlesenswerte Kommentare.
 

vonderOder

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Türken sind am schlechtesten integriert
Türkischstämmige Migranten sind in Deutschland nach einer Studie deutlich schlechter integriert als andere Zuwanderergruppen. Selbst in der zweiten Generation verbesserten sich die Werte nur geringfügig.
...aus einer Untersuchung des Berlin-Instituts für Bevölkerung und Entwicklung. Erstmals werden die Integrationserfolge einzelner Migrantengruppen inklusive der Zuwanderer mit deutschem Pass verglichen.
Laut dem Magazin ergab die Studie, dass 30 Prozent der Türken und Türkischstämmigen keinen Schulabschluss und nur 14 Prozent das Abitur haben - nicht einmal halb so viele wie in der deutschen Bevölkerung und weniger als bei den anderen Zuwanderergruppen.
 

jones

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@vonderorder

Was haben jetzt die schlecht integrierten Türken mit der NPD zu tun? :hmmm: :hmmm: :hmmm: :hmmm:
 

devilnitro187

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erik schrieb:
Man könnte natürlich anstelle von "Jugendlicher mit Migrationshintergrund" auch "Jugendlicher, der keinen deutschen Satz fehlerfrei aussprechen kann" sagen
Nur, dass das eigentlich gar nichts miteinander zu tun hat! :lach2:
Schau dir mal die Urdeutschen Deppen in den Talkshows an, die einen solch stupiden Satzbau und Grammatik verwenden, dass sich mancher Jugendlicher mit Mitgrationshintergrund nur noch an die Stirn fassen kann. :lach3:
Eeeiiiii Alda, isch schwör das des so isch alda. Dem Iwonn sein Mudda hat gesagt, alda.
 

haruc

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Nur, dass das eigentlich gar nichts miteinander zu tun hat!
Naja eigentlich schon. Es gibt - wie du sie nennst - "urdeutsche", die keinen Satz gerade herausbringen können. Die machen vllt. 0,5 % der Deutschen aus. Dem gegenüber stehen "Menschen mit Migrationshintergrund", deren Familie jetzt in der 3. Generation hier lebt und die außer Türkisch nur drei Worte Deutsch können.
Klar, nicht alle Türken können kein Deutsch, aber es ist eine Tatsache, dass gerade bei den hier lebenden Türken die Rate derer, die nur dieses "Kanackisch" reden, höher ist als die rate der "Eingeborenen", die ebenfalls nur verkrüppeltes Deutsch reden.
Davon abgesehen kann man beobachten, dass es mittlerweile "urdeutsche Deppen" gibt, die den gleichen Dialekt wie die "Parallelgesellschaftstürken" sprechen.
 

jones

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Dem gegenüber stehen "Menschen mit Migrationshintergrund", deren Familie jetzt in der 3. Generation hier lebt und die außer Türkisch nur drei Worte Deutsch können.
Aus Neugierde, warum wird eigentlich "Menschen mit Migrationshintergrund" als synonym für Türken gebraucht, und nicht dirket von Türken oder türkischstämmigen geredet?
Denn es gibt ja auch Leute aus Italien Griechenland etc., die ja genauso einen Mihigru haben (auch der Jones ist so einer).
 

devilnitro187

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haruc schrieb:
Nur, dass das eigentlich gar nichts miteinander zu tun hat!
Naja eigentlich schon. Es gibt - wie du sie nennst - "urdeutsche", die keinen Satz gerade herausbringen können. Die machen vllt. 0,5 % der Deutschen aus. Dem gegenüber stehen "Menschen mit Migrationshintergrund", deren Familie jetzt in der 3. Generation hier lebt und die außer Türkisch nur drei Worte Deutsch können.
Klar, nicht alle Türken können kein Deutsch, aber es ist eine Tatsache, dass gerade bei den hier lebenden Türken die Rate derer, die nur dieses "Kanackisch" reden, höher ist als die rate der "Eingeborenen", die ebenfalls nur verkrüppeltes Deutsch reden.
Davon abgesehen kann man beobachten, dass es mittlerweile "urdeutsche Deppen" gibt, die den gleichen Dialekt wie die "Parallelgesellschaftstürken" sprechen.
Mehr hast du nicht vorzubringen?
Lächerlich.
Die machen vllt. 0,5 % der Deutschen aus.
Schmarrn.
Dem gegenüber stehen "Menschen mit Migrationshintergrund", deren Familie jetzt in der 3. Generation hier lebt und die außer Türkisch nur drei Worte Deutsch können.
Schmarrn
Davon abgesehen kann man beobachten, dass es mittlerweile "urdeutsche Deppen" gibt, die den gleichen Dialekt wie die "Parallelgesellschaftstürken" sprechen
Sag ich doch! :don:
 

haruc

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Mehr hast du nicht vorzubringen?
DAS ist lächerlich :lol:

Also ich weiß ja nicht ob wir beide vom selben Planeten reden, ich jedenfalls beziehe mich auf die Erde.

Dem gegenüber stehen "Menschen mit Migrationshintergrund", deren Familie jetzt in der 3. Generation hier lebt und die außer Türkisch nur drei Worte Deutsch können.
Schmarrn
Dann sag mir bitte, warum eine Tatsache "Schmarrn" sein soll?

Sorry, aber Probleme werden nicht durch Kleinreden und Ignorieren gelöst.


[quoteAus Neugierde, warum wird eigentlich "Menschen mit Migrationshintergrund" als synonym für Türken gebraucht, und nicht dirket von Türken oder türkischstämmigen geredet? [/quote]


Weils dann von diversen Seiten gleich wieder heißt, man sei politisch unkorrekt und würde damit ja alle Türken über einen Kamm scheren und andere Gruppen, die auch Probleme haben außen vor lassen blablabla...

Man kennt ja dieses Gelaber von überall her.

Abgesehen davon hat du recht, es macht eigentlich keinen Sinn von "Menschen mit MiHu" zu reden, wenn man Türken meint.
Denn es sind ja (zahlenmäßig) hauptsächlich Türken, die riesige Probleme haben, hier "anzukommen". Italiener, Griechen, Franzosen, Ungarn, Polen, Schotten, US-Amerikaner, Vietnamesen, Japaner etc. haben anscheinend weniger Probleme.
Ich kenne einen Iraner, der seit zwei Jahren in Deutschland lebt und fließend Hochdeutsch und Dialekt spricht. Nur als Beispiel, dass es auch anders geht.
 

jones

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@vonderorder

Dass sich die NPD über schlecht integrierte Türken freut, ist mir auch klar.

@haruc

Die Sache mit der Integration hat halt immer was mit wollen zu tun, was du ja bei deinem iranischen Bekannten siehst, und was ich innerhalb meiner Familie sehe, diejenigen, die Wert darauf legten sprechen inzwischen bayerisch oder hessisch, und diejenigen, denen es egal war/die keine Lust hatten, sprechen noch immer das gleiche Scheiss-Deutsch, daß sie gesprochen haben, als sie vor 30 - 40 Jahren nach Deutschland kamen.

edit: Warum ist es dann politisch korrekter, alle Ausländer über einen Kamm zu scheren, bzw. von Südländern zu sprechen, womit ich eigentlich auch alles südöstlich von Österreich bezeichnen würde (Italien, Kroatien, Albanien, Spanien, Griechenland, Türkei etc)
 

devilnitro187

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haruc schrieb:
Dann sag mir bitte, warum eine Tatsache "Schmarrn" sein soll?

Sorry, aber Probleme werden nicht durch Kleinreden und Ignorieren gelöst.
Weil die nicht nur dem gegenüber stehen.
Wieso sind welche die in 3. Generation hier leben keine Deutschen für dich? :plemplem:
Die 0,5% kauf ich dir nicht ab. :honk:

Ich kenne einen Iraner, der seit zwei Jahren in Deutschland lebt und fließend Hochdeutsch und Dialekt spricht. Nur als Beispiel, dass es auch anders geht.
Du kennst ein Beispiel für eine gelungene Integration? :read:
:star:
 

haruc

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Wieso sind welche die in 3. Generation hier leben keine Deutschen für dich? nicht ganz dicht....
Hm irgendwie werd ich den Eindruck nich los, dass devilnitro187 nur der zweitaccount eines users ist, der hier mal n bisschen rumtrollen will ^^

Ganz einfach: Weil sie mit Deutschland nix am Hut haben. Wieso sollte jemand, der genau so gut in Zonguldak oder Teheran leben könnte, ohne dass er etwas an seinen Lebensgewohnheiten ändern müsste, ein Deutscher sein?

Oder sind die Kurden etwa Türken, bloß weil sie in der Türkei leben?
 
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