Fidel Castro - was kommt nach ihm?

Shiraffa

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Ganz ohne aktuellen Anlass frage ich, was wohl mit Kuba passiert, wenn der "maximo lider" stirbt.

August nächsten Jahres wird Dr. Fidel Alejandro Castro Ruz 80 Jahre alt, die durchschnittliche Lebenserwartung eines männlichen Kubaners liegt bei 74,94 Jahren.

Cuba.FidelCastro.01.jpg

Source: Antônio Milena/ABr. 26/09/2003

Wird also jemand nach Fidel Castro kommen oder ist Kuba zu sehr auf seine Persönlichkeit fixiert? Bricht der Kapitalismus gnadenlos oder in sanften Wogen auf die Insel in der Karibik herein oder bleibt Kuba eine letzte Bastion des Sozialismus?

Was denkt ihr, wie geht es weiter auf einem post-fidelen Kuba?
 

vonderOder

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Shiraffa schrieb:
Ganz ohne aktuellen Anlass frage ich, was wohl mit Kuba passiert, wenn der "maximo lider" stirbt.
Wird also jemand nach Fidel Castro kommen oder ist Kuba zu sehr auf seine Persönlichkeit fixiert? Bricht der Kapitalismus gnadenlos oder in sanften Wogen auf die Insel in der Karibik herein oder bleibt Kuba eine letzte Bastion des Sozialismus?
also ganz ehrlich, ich glaube nicht das es einen "Starken Mann" als nachfolger geben wird.
Kuba wird wohl wieder das werden was es vor der Revolution mal war, Spielcasino und Bordell, also Vergnügungsmeile für Amerikaner.
ja, bei dem Gedanken "werden Erinnerungen an das Havanna vor der Revolution wach, als die Stadt "die schmutzige Schöne" genannt wurde, als der "american way of life" Einzug gehalten hatte und Spielkasinos, Bordelle und Bars von der Mafia kontrolliert wurden."
 

type_o_negative

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holo schrieb:
War da nicht irgendwo hier in einem Thread die Rede von seinem Sohn, der die Nachfolge antreten sollte?

Ein guter "Führer" (argh) muss sich einen guten Nachfolger früh genung suchen. Ich denke, dass Castros Sohn es nicht weit bringen wird auf Cuba. Es ist an der Zeit, dass auch die letzte sozialistische Bastion auf unserer Welt fällt. (Nicht, dass ich Kapitalismus gut finde... wäh). Fidel wird es nicht mehr lange bringen. Er ist zu alt. Doch er wird bis zu letzt mächtig auf Cuba bleiben. Ich denke, dass es nach ihm eine Kriese geben wird. Vielleicht wird die World-Police eingreifen. Alles in allem wird es zu einer - von Amerika eingesetzten - Scheindemokratie führen.

Ich hätte gerne Cuba mit Castro noch einmal erlebt. Wird aber wohl schwer noch dazu kommen. Viva la Revolucion

http://www.siue.edu/ITDA/CUBA_2004/PHOTOS/CubaWebPhotos/Signs4.jpg

http://www.siue.edu/ITDA/CUBA_2004/PHOTOS/CubaWebPhotos/LisePhotos/Viva-la-revolucion.jpg

http://www.siue.edu/ITDA/CUBA_2004/PHOTOS/CubaWebPhotos/JimPhotos/Signs1.jpg

http://www.siue.edu/ITDA/CUBA_2004/PHOTOS/CubaWebPhotos/Signs2.jpg
 

dkR

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Welches Interesse sollten die USA an Kuba haben?
Die halten die Wirtschaftsblockade doch nur aus Prinzip und Gewohnheit aufrecht.
 

holo

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Die Amis finden schon Verwendung. Zum Beispiel könnten die Flüghäfen für den CIA interessant sein. :twisted:
 

Lord Grendel

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dkR schrieb:
Welches Interesse sollten die USA an Kuba haben?
Die halten die Wirtschaftsblockade doch nur aus Prinzip und Gewohnheit aufrecht.

Interessant ja auch, dass selbst die UNO dieses Embargo für falsch hält.
Aber als ob das Amerika jucken würde ^^


Ich glaub der Castro macht aber noch einige Jahre, trotz seiner Zigarren.
Danach soll ja sein Sohn die macht übernehmen, ob er aber in diese großen Fußstapfen gewachsen ist?
Wie stark die Partei ist, muss sich dann auch noch zeigen.
Der verlust Castros wird auf jedenfall ein harter Schlag werden, für Kuba wie es derzeit ist.
Die USA(Bacardi*g) wartet ja schon Jahre darauf, dass Fidel endlich von der Bildfläche verschwindet.

Es gibt auch ein paar Dinge in Kuba, die wir "guten" Kapitalisten übernehmen sollten.
Bildung und das Gesundheitswesen sind in Kuba wirklich klasse.
Es gibt so gut wie keine Analphabeten in Kuba, auch kostet die Schule für die Menschen nichts.
Das sind dinge, wo so ein Land wie Deutschland doch hinter her hinken.
Chancengleichheit gibt es nämlich bei uns kaum, dass hat ja erst letztens wieder die Pisa Studie gezeigt.
Die Leute auf Kuba werden recht alt und es gibt keine mängel an Ärzten, die in Südamerikanischen Ländern magelware sind.
Fidel wollte sogar für New Orleans seine besten Ärzte in die Krisenregion schicken.

Castro ist auf jedenfall, einer der Männer in der Geschichte, die man nicht vergessen wird.
 

Winston_Smith

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Castro ist auf jedenfall, einer der Männer in der Geschichte, die man nicht vergessen wird.

Ganz bestimmt wird er nicht vergessen werden. :roll:

Die kubanische Regierung enthält ihren Bürgern systematisch und strukturell wesentliche Menschenrechte vor, insbesondere die Rechte auf körperliche Unversehrtheit, Glaubens-, Gewissens- und Bekenntnisfreiheit, freie Meinungsäußerung, Freiheit von Kunst und Wissenschaft, Medien- und Informationsfreiheit, Ausbildungs- und Berufsfreiheit, Freizügigkeit innerhalb und außerhalb des Landes, Versammlungs-, Vereinigungs- und Koalitionsfreiheit. Rechtsstaatlichkeit, faire Verfahren und eine unabhängige Anwaltschaft sind nicht gewährleistet.
http://de.wikipedia.org/wiki/Kuba
 

Shorty

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Außerdem gibt es einige Firmen, die gerne wieder nach Kuba zurück kommen würden, z.B. Bacardi. Ich habe da mal eine Reportage darüber gesehen, dass die Familie Bacardi seit der Machtergreifung Fidels versucht ihn zu stürzen. Sie sollen auch an der Einführung von Embargos gegen Kuba beteiligt gewesen sein.
 

vonderOder

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Winston_Smith schrieb:
Die kubanische Regierung enthält ihren Bürgern systematisch und strukturell wesentliche Menschenrechte vor, insbesondere die Rechte auf körperliche Unversehrtheit, Glaubens-, Gewissens- und Bekenntnisfreiheit, freie Meinungsäußerung, Freiheit von Kunst und Wissenschaft, Medien- und Informationsfreiheit, Ausbildungs- und Berufsfreiheit, Freizügigkeit innerhalb und außerhalb des Landes, Versammlungs-, Vereinigungs- und Koalitionsfreiheit. Rechtsstaatlichkeit, faire Verfahren und eine unabhängige Anwaltschaft sind nicht gewährleistet.
und das ist alles in unseren sogenannten Demokratien gewährleistet?
nehmen wir mal an ja. was nützt mir aber z.B. "Ausbildungs- und Berufsfreiheit", wenn ich keinen Ausbildungsplatz bekomme oder meinen Beruf nicht ausüben kann, weil ich in diesem Bereich keine Arbeit bekomme?
nur ein Beispiel, auch andere Dinge die da aufgeführt wurden können angezweifelt werden.
 

Ein_Liberaler

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Wenn das denn die Alternative wäre... Aber auf Kuba hast Du keine Menschen- und Bürgerrechte und so gut wie keine Karrierechancen.

Übrigens ist die Kindersterblichkeit seit der Revolution gestiegen, die Lebenserwartung gesunken, etc. pp. Kuba war nämlich schon vor der Revolution mit Süd- und Mittelamerika nicht zu vergleichen, was Bildung und Lebensstandard angeht. Damals immigrierten wesentlich mehr Menschen, als emigrieren wollten, auch z.B. aus Europa, heute riskieren sie bei der Flucht ihr Leben. Auf keinem der Gebite, wo die Insel vorn liegt, ist das der Verdienst Castros.

Man lese nach bei Humberto Fontova, Fidel. Hollywoods Favourite Tyrant.
 

Phant0m

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hallo allerseits....

der fidel hat, aus gesundheitlichen gründen, schon länger aufgehört zu rauchen.
seine nachfolge soll sein bruder ramon castro übernehmen :!:
 

Blake

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holo schrieb:
Die Amis finden schon Verwendung. Zum Beispiel könnten die Flüghäfen für den CIA interessant sein. :twisted:
Die USA besitzt bereits einen Flughafen auf Kuba.

http://de.wikipedia.org/wiki/Guantanamo_Bay

Zur Frage: nach Castros Tod wird eine wahrscheinlich eine Annäherung an die USA stattfinden. Als Nachfolger tippe ich auf jemanden, der sich im Hintergrund hält, niemand aus der Familie.
 

agentP

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Übrigens ist die Kindersterblichkeit seit der Revolution gestiegen, die Lebenserwartung gesunken, etc. pp. Kuba war nämlich schon vor der Revolution mit Süd- und Mittelamerika nicht zu vergleichen, was Bildung und Lebensstandard angeht.

Allerdings ist schwer einzuschätzen was das jahrzehntelange Embargo da auch noch für eine Rolle spielt. Was natürlich nichts an der Geschichte mit den Bürgerrechten ändert.
 

vonderOder

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Phant0m schrieb:
aus:
http://en.wikipedia.org/wiki/Fidel_Castro

zitat:
Castro has two brothers: Ramón, who has a position in the agriculture department and is said to run the family estates; and half-brother Raúl, the Cuban defense minister.

auch mal wikipedia in deutsch
[url schrieb:
http://de.wikipedia.or9g/wiki/Fidel_Castro[/url] ]
Fidel Castro wurde, wie seine vier Geschwister, als uneheliches Kind eines Großgrundbesitzers geboren... Mit seinem Bruder, Raúl Castro Ruz (*1931), lernte er im Jesuitenkolleg in Santiago de Cuba.
oder mal hier geschaut:
[url schrieb:
http://www.fidel-castro.de/Castro-Privat.html[/url] ]
Über Castros Privatleben ist nur wenig bekannt. Die Ehe mit Mirta Diaz-Balart dauerte nur von 1952 - 1954. Sein erster Sohn Felix Fidelito Castro Diaz kam aus dieser Verbindung.

Natalie Fernandez - eine Affaire Castros - gebar ihm die uneheliche Tochter Alina Fernandez Revuelta.

Mit seiner zweiten Frau - Dalia Soto del Valle - hatte Castro fünf Söhne. Es werden ihm außerdem bis zu sechs weitere uneheliche Kinder nachgesagt.

na, alles klar!?
 

Ein_Liberaler

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agentP schrieb:
Allerdings ist schwer einzuschätzen was das jahrzehntelange Embargo da auch noch für eine Rolle spielt. Was natürlich nichts an der Geschichte mit den Bürgerrechten ändert.

Ich schätze mal, das spielt so gut wie keine Rolle. Niemand hindert Kuba schließlich am Handel mit Mexiko - oder sonstwem. Nur konkurrenzfähig ist die Inselwirtschaft eben nicht.

Und selbst wenn die allfälligen Verschlechterungen die Schuld der Amis wären - wo Kuba vorn liegt, tat es das schon vor der Revolution. Das ist nicht Fidels Verdienst.

Und der Bruder, der als Nachfolger gehandelt wird, ist Raul...
 

agentP

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Ich schätze mal, das spielt so gut wie keine Rolle. Niemand hindert Kuba schließlich am Handel mit Mexiko - oder sonstwem.
Das stimmt so ja nun nicht. Wenn ich mich erinnere drohten die USA phasenweise Embargobrechern mit Handessanktionen ihrerseits. Ausserdem nehme ich mal an, daß ein karibisches Land einem anderen karibischen Land weniger zu bieten hat als meinetwegen der EU. Die klassischen Exportprodukte lateinamerikanischer Länder wie Kaffee, Rohrzucker, Südfrüchte, etc. werden sich in der Region eher schlecht verkaufen.

wo Kuba vorn liegt, tat es das schon vor der Revolution.
Nicht ganz:
Cuba's achievements in the field of education have been widely recognized by both critics and supporters of the Cuban Revolution. Since 1959, support for education at all levels—pre-school, primary, secondary, post-secondary, and adult—has been one of the highest priorities of the Cuban government. A 1998 UNESCO assessment of educational achievement in Latin America rated Cuban students far above their peers in other nations in the region.
[...]
Despite its poor economy, Cuba's education record is outstanding. This can be attributed to a number of factors, including: the continuity in its education strategies; sustained high levels of investments in education; and a comprehensive and carefully structured system. Some of Cuba's accomplishments include:

* Universal school enrollment and attendance
* A 98% adult literacy rate
* A strong scientific training base, particularly in chemistry and medicine
* Consistent pedagogical quality across widely dispersed classrooms
* Equality of basic educational opportunity, even in both rural and urban impoverished areas1
http://gseweb.harvard.edu/news/features/cuba04012002.html
A 98% adult literacy rate
z.B. dürften die USA selbst kaum erreichen und ich bezweifle auch ganz ehrlich, daß das vor der Revolution auch schon so war, zumindest nicht in diesem Maß.
 

Ein_Liberaler

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Drohen können die USA viel, wenn der Tag lang ist. Helms-Burton hieß das Gesetz, wenn mich nicht alles täuscht, und man sieht und hört nichts mehr davon... Mexiko wäre meines Erachtens die erste Adresse für Schleichhandel mit den USA, nicht mit mexikanischen Produkten. (Hat Mexiko eigentlich Zucker?)

Was die Bildung angeht, macht der von Dir zitierte Text leider keine Angaben über die Steigerung der Alphabetisierungsrate... Ich würde sogar sagen, daß er wie die Katze um den heißen Brei herumschleicht. Vermuten kann man viel, mit ein bißchen bösem Willen auch, daß die 98 % sich wohl kaum überprüfen lassen. Die haben wir wahrscheinlich nicht einmal in Deutschland.
 

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