Experiment mit Ziel: mit möglichst wenig Plastik auskommen

Giacomo_S

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Der Bundestag hat die Pfandpflicht ausgeweitet. Ein Schritt, auf den ich lange gewartet habe, ich nie verstanden habe, warum bislang viele Getränke nicht der Pfandpflicht unterlagen und der meine Menge an Plastikmüll daheim deutlich reduzieren dürfte (vor allem: Milch).

Gleichzeitig erweiterten die Abgeordneten die Pfandpflicht auf alle Einwegplastikflaschen und Getränkedosen. Bislang gibt es noch immer Getränke - etwa Fruchtsäfte ohne Kohlensäure - auf deren Verpackung kein Pfand erhoben wird. Derartige Ausnahmeregelungen fallen ab dem Jahr 2022 weg; nur bei Milch und Milcherzeugnissen gibt es eine Übergangsfrist bis zum Jahr 2024.

Also das "mit möglichst wenig Plastik auszukommen" - ist manchmal wie gegen Windmühlen kämpfen...
Ich verstehe meinerseits sowieso nicht, wieso man jedes Stück und jeden Gramm einzeln in Plastik verpacken muß. Ist versuche auch Plastik zu vermeiden wo es nur geht, aber sehr oft kommt man nicht daran vorbei... Ist zB so wie bei einem Coffedrink einer bekannten Marke, den ich eigentlich gerne trinke - aber wie gesagt - jeder Drink einzeln abgepackt und sowas versteh ich nicht unbedingt. Natürlich ist es angenehm so einzeln Verpackt - aber wäre mir im Glas echt viel lieber ...

Rechnet man Glas vs. Plastik mal alles zusammen - Energie bei der Herstellung, Transport mit höherem Gewicht uva. - dann bin ich mir nicht einmal so sicher, ob eine Glaspfandflasche selbst bei einem Mehrwegsystem da ökologisch so viel besser abschneidet - unter der Voraussetzung, auch alle Plastikflaschen unterlägen der Pfandpflicht.
Tatsächlich ist die Rücklaufquote bei Plastikflaschen und Dosen mit Pfand deutlich höher als bei der klassischen Pfandflasche. Dies dürfte darin begründet sein, dass mit 25 Cent vs. 8 Cent auch der Pfand deutlich höher ist. Die wirft einfach niemand mehr in die Gegend, und wenn doch, dann gibt es jemanden, der sie nur zu gern einsammelt.

Hier in der Großstadt ist für manche sozial Schwache das Sammeln von Pfandflaschen ein ordentliches Zubrot, so traurig dies auch sein mag.
Real existieren zwei Klassen von Pfandsammlern:
- Die einen sammeln nur die teuren Pfandflaschen und -dosen. Dabei kann man unauffällig bleiben: Wenig Gewicht, es reicht eine Tasche, nichts klimpert.
- Die anderen sammeln alles, sprich auch z.B. Bierflaschen mit 8 Cent Pfand. Das kann man aber im Grunde nur dann tun, wenn man mit einem Wagen herumfährt, der dann entsprechend klimpert: Dadurch outet man sich auch als Pfandflaschensammler, und nimmt eine ggf. soziale Ächtung eben billigend in Kauf.

Daher bleibt die klassische Bierflasche leider oft liegen, denn die kann man nicht einfach mal so "en passent" in die Tasche stecken. Denn der Aufwand, damit erkleckliche Summen zusammen zu bringen wird zu hoch.
M.E. sollte man auch auf Glasflaschen den Pfand auf 25 Cent erhöhen, denn dann werden sie auch eingesammelt. Der Pfand ist sowieso nur ein Durchlaufposten, für den Wohlhabenden eh kein Problem, für den sozial Schwachen aber auch nicht. Im Gegenteil, so mancher dürfte sich dann umso mehr freuen, wenn irgendjemand in der U-Bahn die Bierflasche neben den Mülleimer stellt.
 

templater

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was ich weiß, haben die jetzt aber auch schon einige Verpackungen in papier. Sind wohl auch schon draufgekommen...
jaja das Plastik ... in unserem Garten auch so ne Plage , da unser Zaun direkt an ner sehr belebten Straße liegt und da immer wieder irgendwelche Plastikflaschen oder Zigarettenpackungen drinnen liegen. Und da wir nicht immer hier sind helfen uns die Jungs von https://servimonda.de/ bei der Beseitigung dieser
 

netspirations

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Rechnet man Glas vs. Plastik mal alles zusammen - Energie bei der Herstellung, Transport mit höherem Gewicht uva. - dann bin ich mir nicht einmal so sicher, ob eine Glaspfandflasche selbst bei einem Mehrwegsystem da ökologisch so viel besser abschneidet - unter der Voraussetzung, auch alle Plastikflaschen unterlägen der Pfandpflicht.
Tatsächlich ist die Rücklaufquote bei Plastikflaschen und Dosen mit Pfand deutlich höher als bei der klassischen Pfandflasche. Dies dürfte darin begründet sein, dass mit 25 Cent vs. 8 Cent auch der Pfand deutlich höher ist. Die wirft einfach niemand mehr in die Gegend, und wenn doch, dann gibt es jemanden, der sie nur zu gern einsammelt.
Naja..., "Platsikflaschen unterliegen der Pfandpflicht" ... aber nicht in jedem Land!
Und zweitens ist es einfach so das Plastik - ich weiß jetzt nicht wie lange so ungefähr - aber benötigt bis es verrottet. Was bei Glas eben ganz einfach nicht so ist, weil es eben ein "Naturprodukt" ist.
Wir hatten letztens mit der Prisma-Jugendhilfe ein Projekt und den Wald Rundherum gesäubert - glaubst auch nicht was da für Plastikteilchen so herumliegen...
 

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