Die drei erfundenen Jahrhunderte

milktoast

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@rosskeule
Naja dieser Einduck entsteht halt wenn man die Zeit zwischen 400n Chr und 1000 betrachtet.
Wenn man die Kulturgüter (Kunst etc.) betrachtet stellt man allerdings fest das zuerst ein Rückfall da war, und dannach eine erneute Steigerung der Qualität, bis hin zur heutigen.
Klar wenn man jetzt schaut was die Römer/Griechen gemacht haben, und dann das Mittelalter dann sieht das so aus als wär nicht viel geschehen.
Aber ein Blick auf die Völkerwanderung zeigt das es dort einen gewaltigen Qualitätseinbruch gab, der in der folgezeit erst einmal ausgeglichen werden musste.
Wenn die Kulturelle Entwicklung wirklich so linear wäre, wie wenn man unterstellt es habe einen "Stillstand" gegeben, dann würde unserer Kultur nicht nur 600 Jahre sondern wahrscheinlich 6000 Jahre fehlen.
Die Römer waren nicht die erste Hochkultur. Es gab schon zur Zeit vor Gründung Roms eine hochentwickelte griechische Kultur (deren Güte für Rom ein Ziel war das sie nie (oder erst nach mehreren Jahrhunderten) Erreicht haben (Philosophie/Rethorik)) oder eine Ägyptische. In unseren momentanen Weltbild gehen wir immer von einer stetig steigenden Entwicklung im bereich Wissen und Kultur aus, das dem nicht so ist hat die Geschichte allerdings schon mehr als einmal bewiesen.

cu milktoast
 

forcemagick

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gut das hat was für sich.

außerdem fällt mir da grad dunkel ein, dass es auch klimatisch einige ursachen für stagnation und verlust gegeben haben soll.... leider hab ich das letztens nur so am rande mitbekommen und mir nicht den ganzen bericht angesehen.. aber da war die rede von einem kometen, der durch seinen einschlag für entsprechende klimatische schwierigkeiten gesorgt haben soll, die mit dem finsteren mittelalter einhergegangen sein sollen...

vielleicht hat da ja einer von euch nähere infos dazu
 

NoToM

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*staubwegwisch*

Neuer Input zum Thema, die Wissenschaft hat mal wieder zugeschlagen:

Olivenbaum stellt antike Zeitrechnung auf den Kopf

Bei der Untersuchung eines 3500 Jahre alten Olivenbaums kamen Forscher auf verblüffende Ergebnisse: Archäologen und Historiker müssen einige Daten höchstwahrscheinlich um 100 Jahre korrigieren.

Weiter gehts unter: http://www.20min.ch/news/kreuz_und_quer/story/18534580

Ist das nicht ein irrsinniger Aufand, solche Daten zu korrigieren ? Verschieben sich nicht unter umständen dadurch viele weitere Daten und müssten angepasst werden ?
 

TanduayJoe

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Das ist aber kein unbekanntes Phänomen. Bei C14-Datierungen kommt es immer wieder zu Differenzen zwischen dem ermittelten Alter und dem historischen Alter. (siehe auch den Link in der Quellenangabe unter der Graphik)
sij62-1i.gif

Quelle: Die Datierung archäologischer Proben mittels Radiokarbon
 

agentP

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Nicht wirklich, denn aus der Zeit von der da die Rede ist (ca. 1500 v. Chr.) gibt es ohnehin nicht allzu viele Quellen und damit dürften die meisten Daten ohnehin nur Eckdaten sein.
 

morgenroth

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Ich habe nicht alles gelesen, aber ich frage mich dem Sinn und Nutzen solch einer Aktion. Ich würde ja noch verstehen, wenn man 300 Jahre streichen würde aber warum zum Teufel sollte man sie dazuerfinden?
 

penta

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@ morgenroth

ist klar ne frage der motivation.
Stell dir mal vor jemand möchte einer prophezeihung nachhelfen und zwar um ca 698 nCH . es ging damals um eine anstehende Kaiserkrönung und die vohrhersage das mit beginn des zweiten jahrtausends ein von gott gesandter Kaiser einig deutschland regieren wird - daher hatte meiner meinung nach die kirche schon ein motiv ihren keiser als gottgesandten darzustellen. zumal der gemeine bürger um diese zeit sich recht wenig um jahreszahlen gekümmert hat so das es viele damals einfach nicht merkten. so bach pünktlich zur kaiserkrönung ein neues Jahrtausend an.
 

DrJones

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Ich kann mir vorstellen das die Kirche möglichweise gar kein
Interesse daran hatte irgendetwas weiterzuentwickeln.
Betrachtet man Kunstwerke aus jener Zeit, sind sie eigentlich
alle sakraler Natur. Auch das tägliche Leben war wohl sehr
jenseitsorientiert. Das Tun und Schaffen auf der Erde diente dazu einem
im Himmerlreich einen guten Status zu gewähren.

Erfindungen und anderes 'modernes Zeug' war vielleicht nicht gefragt.

Ich kann mir nicht vorstellen das eine Gesellschaft die unter einer
radikalen, den Alltag dominierenden Religion lebt die Wiege
für Fortschritt und Moderne ist.
(Ich weiß jetzt nicht wie angebracht ein Vergleich zum radikalen
Islam heutzutage ist... :? )

Ich jedenfalls sehe da keine großen Problme in 300 Jahren Status Quo...
 

bombaholik

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morgenroth schrieb:
Ich habe nicht alles gelesen, aber ich frage mich dem Sinn und Nutzen solch einer Aktion. Ich würde ja noch verstehen, wenn man 300 Jahre streichen würde aber warum zum Teufel sollte man sie dazuerfinden?

Könige: um ihre stolzen vorfahren die es nie gab zu erfinden. um ihre herrschaftslinie zu verdeutlichen.
kirche: ihre legitimität deutlich machen. wenn es einen kaiser gab der die kirche besonders gut behandelte oder sie höher als sich stelle, ist es ganz deutlich von nutzen.

ein schönes beispiel ist doch der film Braveheart. dort fuchteln auch alle schottischen adeligen mit dokumenten rum, sie seien die befugten, rechtmässigen könige. so ist es teilweise heute und so war es damals.
um macht zu erhalten/gewinnen wird gefälscht und gelogen.

hätte der cia im irak ein paar us waffen versteckt, hätte auch keiner was von der vernichtungswaffenlüge erfahren.
 

Ein_Liberaler

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penta schrieb:
@ morgenroth

ist klar ne frage der motivation.
Stell dir mal vor jemand möchte einer prophezeihung nachhelfen und zwar um ca 698 nCH . es ging damals um eine anstehende Kaiserkrönung und die vohrhersage das mit beginn des zweiten jahrtausends ein von gott gesandter Kaiser einig deutschland regieren wird - daher hatte meiner meinung nach die kirche schon ein motiv ihren keiser als gottgesandten darzustellen.

Ich weiß von keiner solchen Prophezeiung. Und es war eigentlich kein Kaiser der Kirche. Eher umgekehrt - der Kaiser hatte gerade einen ihm genehmen Papst eingesetzt. Oder?

Wie kamen nach Illig eigentlich die Mauren nach Spanien?
 

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