Willkommen bei Ask1.org

Hier diskutieren mehr als 10.000 User die verschiedensten Themen!
Register Now

Deutschlands Parteiensystem

Dieses Thema im Forum "Politik, Sozialkritik, Zeitgeschehen & Geschichte" wurde erstellt von streicher, 23. April 2016.

  1. streicher

    streicher Ehrenmitglied

    Beiträge:
    4.538
    Registriert seit:
    15. April 2002
    Ort:
    middleearth in otherland
    Wohin steuert die deutsche Parteienlandschaft? Verliert die SPD den Status einer Volkspartei und woran liegt es? Kommt die FDP wieder? Oder sind die Erfolge der FDP auch in Zukunft auf Bundesländer beschränkt? Muss sich die Union auf neue Parteien einstellen, mit denen sie auf Augenhöhe koalieren muss, beispielsweise die Grünen wie in Baden-Württemberg? Gelingt der AfD eine Etablierung in der Parteienlandschaft? Wie ist die Zukunft der Linken? Haben Flügelparteien Aufwind?
    Jedenfalls ist auf Bundesebene die Parteienlandschaft immer bunter geworden. Lange vorbei sind die Zeiten eines Zweieinhalbparteiensystems, also die FDP noch mit Union und SPD koalieren. Dann kamen die Grünen. Nach der Wende schwangen sich die Linken auf. Bei den letzten Bundestagswahlen verpasste die AfD nur knapp die 5-%-Hürde, anders jedoch als die FDP. Dreiparteienkoalitionen sind auf Länderebene schon lange keine Seltenheit mehr. Wird es auf Bundesebene bald auch keinen Weg mehr daran vorbei geben?
    Also: wohin geht's?
     
  2. Rivale-von-Nogar

    Rivale-von-Nogar Meister

    Beiträge:
    466
    Registriert seit:
    26. April 2006
    Nun ja wo soll die Reise schon hingehen. Angela Merkel wird solange Herrscherin über Deutschland bleiben, bis man Sie zur UN-Generalsekretärin ernennt. Danach wird ein anderer CDU-Bundeskanzler uneingeschränkt über Deutschland regieren können.

    In einem anderen thread habe ich es bereits erwähnt, dass mir gerade die sog. Protestparteien viel zu widersprüchlich sind.

     
  3. streicher

    streicher Ehrenmitglied

    Beiträge:
    4.538
    Registriert seit:
    15. April 2002
    Ort:
    middleearth in otherland
    Uneingeschränkt sicher nicht. Die Union wird die nächste Wahl gewinnen. Aber kann sie sich dann noch auf eine große Koalition verlassen, wie sie sich in der Vergangenheit ergeben hat? Die Union wird nun schon selbst bei 30 Prozent geortet, die SPD bei 20 Prozent. Es ist nicht auszuschließen, dass die SPD vielleicht sogar als die zweite Partei abgelöst wird. Es könnte durchaus der Fall eintreten, dass drei Parteien koalieren müssen, um die Mehrheit im Bundestag zu erlangen (oder genau genommen vier: denn CDU/CSU ist ebenfalls eine Koalition). Damit wäre auch die Gefahr eines Zerbruchs größer.
     
  4. streicher

    streicher Ehrenmitglied

    Beiträge:
    4.538
    Registriert seit:
    15. April 2002
    Ort:
    middleearth in otherland
    Für die nächsten Bundestagswahlen tritt Kanzlerin Merkel wieder an. Die SPD lässt ihren Kandidaten noch offen. Laut der Sonntagsfrage Forsa hätten die CDU/CSU am 30.11.16 37% der Stimmen gewonnen, die SPD 22%. Die drei Parteien schaffen es stets recht knapp unter den 60%. Heißt das, dass sich noch eine Große Koalition ankündigt? Die FPD hätte um die 5%, könnte demnach theoretisch wieder den Sprung ins Parlament schaffen.
    Sonntagsfrage Bundestagswahl

    Und weil es so zum Thema passt, eine Sendung Der Anstalt: "Staatsbürgerkunde".
     
  5. dkR

    dkR Forenlegende

    Beiträge:
    6.538
    Registriert seit:
    10. April 2002
    Ich halte die Umfragen nicht für sonderlich relevant, und auch das Ergebnis für eher sekundär.
    Es gibt entweder eine große Koalition, eine ganz große Koalition oder eine richtig große koalition, je nachdem ob Merkel noch Grüne oder die Linke zum regieren braucht.
    Die relevantere Frage ist, ob nach der Wahl eine Opposition im Bundestag sitzt oder ob Merkel weiterhin Alleinherrscher spielt.
     
  6. Rivale-von-Nogar

    Rivale-von-Nogar Meister

    Beiträge:
    466
    Registriert seit:
    26. April 2006
    Die ursprünglich ungeliebte AFD erhält jetzt auf einmal immer mehr mediale Aufmerksamkeit. Die AFD ist aber nach wie vor gegen einen gesetzlichen Mindestlohn und für noch mehr Sozialabbau (also Senkung von Renten, Hartz4leistungen u.s.w.)

    Diese Einsparungen würden dann Ausschließlich wieder den Großkonzernen Zugute kommen, was noch mehr Wettbewerbsverzerrung zu Ungunsten der klein- und mittelständischen Unternehmen führen würde.

    Außerdem würde die AFD (wenn die erst einmal was zu sagen hätten) in Ihrer Abschiebepolitik jenen Migranten, die schon länger in Deutschland leben sicher keine Sonderrechte einräumen, kann ich mir vorstellen.

    Wie verblendet muss man also als einfacher Arbeiter, als Hatz4empfänger, als Rentner, als klein- oder mittelständischer Unternehmer denn überhaupt sein, um AFD zu wählen?
    …und vor allem: Wie verblendet muss man als Migrant sein, um AFD zu wählen?
     
  7. streicher

    streicher Ehrenmitglied

    Beiträge:
    4.538
    Registriert seit:
    15. April 2002
    Ort:
    middleearth in otherland
    Zustimmung. Die gleiche Frage habe ich mir bei den US-Wahlen auch schon gestellt, aber das nur am Rande.
    Gerade in sozialen Fragen steht die BRD vor sehr großen Herausforderungen. Die AfD hat nicht nur keine Antworten, sondern die vollkommen falschen.
    Aber auch in Fragen, die die Umwelt betreffen, hat sie meiner Ansicht nach den vollkommen falschen Ansatz. Ihre Alternative für die Umweltpolitik ist eine, die meiner Ansicht nach unwählbar ist.

    Aber gleichzeitig frägt man sich natürlich auch, welche Koalition sich für die nächste Periode bildet. Interessant fand ich dabei die Äußerung Lammerts, dass er eine weitere Große Koalition nicht für ratsam hielte. Welche Alternativen zeichnen sich ab? Die Union wird wohl das Rennen machen. Dabei muss die CDU wohl darauf setzen, dass die CSU ihr noch treu bleibt. Union + Grün? Scheitert vielleicht an den 50 Prozent. Welche vierte Partei kann dann noch ins Boot geholt werden? Die FDP vielleicht. Ob sie als Koalitionspartei in Frage kommt, darum muss wohl laut derzeitigen Sonntagsfragen noch gezittert werden.

    Und: weil gestöhnt wird - welche Alternative hätte die CDU denn zur Kanzlerin Merkel als Kandidatin denn gehabt?
     
  8. streicher

    streicher Ehrenmitglied

    Beiträge:
    4.538
    Registriert seit:
    15. April 2002
    Ort:
    middleearth in otherland
    Mittlerweile scheint es nicht mehr sicher, denn in den Sonntagsfragen sind SPD und CDU/CSU gleichauf. Die Unstimmigkeiten zwischen den beiden Schwesterparteien werden wohl auch deswegen in den Hintergrund getreten zu sein.
    Die Grünen müssen ihren eigenen Abstieg wahrnehmen und es zeigen sich Anzeichen von Panik. In den Landtagswahlen im Saarland haben sie die 5%-Hürde sogar verfehlt. Woran liegt ihr Abstieg?
    Die AfD weist in Umfragen nur noch einstellige Zahlen auf. Was sind die Gründe für den schwindenden Rückhalt - Richtungsstreit, Höcke, Schulz-Effekt, vielleicht sogar Trump?
     
  9. haruc

    haruc Ehrenmitglied

    Beiträge:
    2.487
    Registriert seit:
    16. Dezember 2002
    Ort:
    Manchester
    Den Aufstieg der SPD in Umfragen halte ich für ein Strohfeuer, das auf den Schulz-Hype zurückzuführen ist. Inhaltlich ist die SPD nämlich in etwa so blutarm wie vor Schulz. Gut, man will jetzt im Wahlkampf für mehr Gerechtigkeit kämpfen, aber wann wollte das die SPD nicht?

    Es ist gut möglich, dass sich der Schulz-Schwindel bis September abgenutzt hat, wenn Schulz und SPD in programmatischer Sicht nicht noch deutlich nachlegen.

    Die Grünen haben im Saarland schon immer irgendwo zwischen 5 und 6 % gestanden, insofern weicht das jetzige Wahlergebnis nicht so stark von den anderen Ergebnissen ab.
    Was den Grünen jetzt das Genick gebrochen hat, war die höhere Wahlbeteiligung. Alle Parteien konnten Nichtwähler mobilisieren, die CDU prozentual deutlich mehr als die Grünen. Am Ende hat es dann nicht gereicht. Wäre die Wahlbeteiligung wie beim letzten mal bei 60% geblieben, säßen die Grünen jetzt im Landtag.
    Ganz allgemein haben die Grünen das Problem, dass sie zwar relevante Themen haben, diese aber nicht wirksam kommunizieren können. Ihr "Markenimage" als Partei ist desaströs und wirkt abstoßend (vor allem wegen diverser Vorstöße einzelner Grüner, die das Image der Bevormundungspartei in der Wahrnehmung zementiert haben).

    Insgesamt scheint sich die Aufregung der letzten zwei Jahre etwas gelegt zu haben. Was vielleicht bleibt ist eine stärkere Politisierung der Gesellschaft, wenn auch um den Preis einer stärkeren Fragmentierung. Aber gleichzeitig heißt das auch, dass es politisch wieder interessant werden kann. Zwar halte ich eine CDU-geführte Regierung als Resultat der Bundestagswahlen für wahrscheinlich, allerdings ist zumindest eine Grundstimmung da, die ein "es geht auch anders" realistisch erscheinen lässt. Dazu müsste die SPD allerdings eine klare Absage an Rot-Rot-Grün erteilen, denn eine Regierungsbeteiligung der Linkspartei wird von der überwiegenden Mehrheit der Wahlbevölkerung abgelehnt. Hält sich die SPD diese Option offen, könnte das letztendlich dazu führen, dass auch SPDler bei der Wahl zur CDU "wandern" um R2G zu verhindern.
     
  10. streicher

    streicher Ehrenmitglied

    Beiträge:
    4.538
    Registriert seit:
    15. April 2002
    Ort:
    middleearth in otherland
    Wofür steht Schulz eigentlich? Er ist sicher schon positiv aufgefallen, zum Beispiel als Präsident des Europaparlaments. Aber nur? Beispiel:
    Das ist aus dem Jahr 2015. Immerhin würde mit TTIP eine Paralleljustiz etabliert. Das könnte man als fragwürdig abheften und ist außerdem eine Position, die von allen Koalitionspartnern getragen wird.

    Zu den Grünen:
    Zustimmung.
    Und während des Aufstiegs der AfD haben sie an Zuspruch verloren.
    In Umfragen standen sie mal über 20 Prozent, und zwar im Jahr 2010/11: Sonntagsfrage zur Bundestagswahl War das der Fukushima-Effekt? Das würde das Hoch vielleicht erklären.
     
  11. Rivale-von-Nogar

    Rivale-von-Nogar Meister

    Beiträge:
    466
    Registriert seit:
    26. April 2006
    Die AFD ist zwar die einzige Partei, die in der Flüchtlingsfrage etwas taugen würde, aber die sind auch für mehr Sozialabbau – schlimmer noch, als die etablierten Parteien. Also eher das größere Übel sozusagen. Mit anderen Worten – eine richtige Alternative gibt es nicht.

    Wir sollten es alle so machen wie Andreas Popp und zwar – gar nicht mehr wählen gehen. Denn nur wenn wir alle nicht mehr wählen gehen, würden die da oben unsere Unzufriedenheit merken.
     
  12. streicher

    streicher Ehrenmitglied

    Beiträge:
    4.538
    Registriert seit:
    15. April 2002
    Ort:
    middleearth in otherland
    Mit Umweltschutz hat es die AfD auch nicht.

    Welchen Andreas Popp meinst du? Der Popp, der nach Kanada ausgereist ist und Deutschland für annektiert hält? Wenn es der ist - und ich vermute es - wundert es mich nicht, dass er zum Nichtwählen aufruft. Er hält dann folglich auch das politische System nicht für legitim und würde es gerne zu Fall bringen.
    Ich halte unser politisches System (und ich rede jetzt nicht von den Parteien) für ein vergleichbar gutes. Für mich sind meine Kreuzchen, die ich setze, nicht nur Aussage dafür, welche Partei oder welchen Kandidaten ich bevorzuge, sondern auch ein Zeichen dafür, dass ich der Wahl an sich dadurch mehr Aussagekraft verleihen möchte und dafür, dass ich die Wahl und das dahinterstehende politische System an sich befürworte. Das heißt nicht, dass ich es nicht für verbesserungswürdig halte.
    Außerdem spricht nichts dagegen, dass man sich selbst politisch engagiert. Das kann man noch am Leichtesten auf der untersten Ebene der Politik. Und warum sollte man dort auch nicht wählen gehen (zum Beispiel auf der Gemeindeebene)?


    Die Auswahl ist ja diesmal so überschwenglich wie noch nie: 48 Parteien sind zugelassen. Da stellen sich auch die Fragen: Wählt man eine von den kleinen Parteien und praktisch keiner Aussicht auf einen Sitz im Bundestag, die einem aber am Besten liegt? Oder beschränkt man sich auf die Parteien, die wirklich Chancen haben, und wählt man da eine, die einem von dieser eingeschränkten Auswahl noch am Meisten zusagt?
     
  13. Rivale-von-Nogar

    Rivale-von-Nogar Meister

    Beiträge:
    466
    Registriert seit:
    26. April 2006
    Dass er nach Kanada ausgewandert ist, wusste ich gar nicht. Aber das wird schon der sein. Also der aus der „alternativen Medien-Szene“. Tja welche Partei ist denn nun die richtige? „Die Mitte“ vielleicht mit Christoph Hörstel als Parteivorsitzenden :)
     
  14. streicher

    streicher Ehrenmitglied

    Beiträge:
    4.538
    Registriert seit:
    15. April 2002
    Ort:
    middleearth in otherland
    Hörstel: die Blitzableiter-Verschwörung stammt von ihm, Befürworter der Chemtrail-VT, trat bei Veranstaltungen des Sektengründers Ivo Sasek (Sekte mit streng hierarchischer Natur: sieht die Bibel als Gottes Wort an, sieht sich in der Einheit mit Gottes Willen - also ein radikaler Narzisst auf fundamentaler Kanzel) auf, Deutschland sei unter amerikanischer Kolonialherrschaft etc. usw. - wie viel Unsinn streut der eigentlich? Und warum die Nähe zu so einem Sektengründer?

    Mit Blick auf die Parteienlandschaft in Deutschland - an Skurilitäten mangelt es derzeit ja nicht.
    Was ist eigentlich mit dem Gauland los, geht der jetzt völkisch total durch die Decke? Vielleicht begrüßt er sogar eine Anzeige wegen Volksverhetzung - nach seiner Aussage über die SPD-Politikerin Özoğuz. Es ist ja nicht neu, dass sich die AfD immer weiter nach rechts bewegt. So wundert es auch nicht, dass ein Großteil der Anzeigen gegen Merkel wegen Hochverrats (rund 1000!) von der AfD kommen. Die AfD verbreitete übrigens auch ein Bild im Netz, das nahelegte, sie habe mit einem alten SED-Spruch Wahlkampf gemacht. Fake. Soll damit versucht werden, die Bundeskanzlerin in die linke Ecke platzieren?

    Es gibt übrigens eine Partei "Allianz Deutscher Demokraten", die direkt nach der Armenien-Resolution des Bundestages gegründet worden ist, Verdacht auf Erdogan- und damit AKP-Nähe (Ableger...). Der Parteigründer sieht keine weitere Partei in Deutschland für türkischstämmige Personen für wählbar. Das macht Erdogans Aufruf umso pikanter.
     
  15. Rivale-von-Nogar

    Rivale-von-Nogar Meister

    Beiträge:
    466
    Registriert seit:
    26. April 2006
    Also ich habe auch nichts gegen Ivo Sasek. Ich schaue regelmäßig Klagemauer-tv, aber auch Vorträge, die auf der „Anti Zensur Konferenz“ (AZK) gehalten werden. Eben weil das alles in unseren Leitmedien ein Tabu ist, finde ich diese Beiträge Hochinteressant. Klar ist da jede Menge Verschwörungstheorie dabei, aber auch jede Menge Verschwörungstatsachen.

    Das Deutschland immer noch ein besetztes Land ist, würde ich jetzt auch nicht so sagen. Aber wir sind nicht zu 100% souverän. Das wir seitdem 8.Mai 1945 zu keinen Zeitpunkt mehr voll souverän waren, dass hat sogar Wolfgang Schäuble zugeben müssen.

    https://www.youtube.com/watch?v=3TV2OpCmlJc

    Und was es mit Chemtrail auf sich hat – wer weiß, was da nicht schon alles möglich ist. Ich kann mich noch erinnern, dass es vor ein paar Jahren unsere Leitmedien zugegeben haben, dass das Wetter über Chemtrail manipuliert und als Waffe eingesetzt werden kann. Jetzt hört man nichts mehr davon. Jetzt wird alles über Chemtrail als Verschwörungstheorie abgestempelt.

    Angeblich soll er absichtlich solche harten Worte von sich gegeben haben, damit er in vielen Talk-show´s und Diskussionsrunden eingeladen wird. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen ihm. Na mal schauen ob´s das Wert war.
     
  16. streicher

    streicher Ehrenmitglied

    Beiträge:
    4.538
    Registriert seit:
    15. April 2002
    Ort:
    middleearth in otherland
    Ja, wenn man etwas gegen Kondensstreifen am Himmel hat, sollte man selber nicht das Flugzeug nehmen. :D Sind es die gleichen Leute, die einerseits von der Klimalüge reden und - um die Welt reisend - die Chemtrail- VT verkünden? So etwas Bizarres halte ich durchaus für möglich.


    Nun aber zu Herrn Sasek: damit, dass er die Bibel (erst im 4. Jahrhundert n. Chr. kanonisiert, wie wir sie heute am Häufigsten vortreffen) als "Wort Gottes" deklariert, reiht er sich als einer von sehr vielen in diese mittelalterlichen Denke ein. Da tönen schon die Sirenen, beziehungsweise man kann ihn knicken. Wenn er sich selbst mit dem Willen Gottes 100%-ig konform sieht und man ihm dementsprechend folgen soll, dann ist er von der Gesinnung ein Diktator. Und so wie es sich liest, hat er ein hohes Faible für Diktatoren. Mit anderen Worten: unter seiner Fuchtel herrscht ganz sicher keine Meinungsfreiheit: das spricht er auch ganz offen aus. So, da spricht sich also ein religiöser Narzisst gegen die bestehenden Demokratien aus, lässt Redner Mischrassentheorien verkünden, lässt den Holocaust leugnen und hat dafür Sympathien; selbst würde er, hätte er die Macht, Europa mit Terror und Unterdrückung überziehen. Predigt er gegen Islamismus? Den Christianismus hält er schon längst als Keule in der Hand.

    Nun, hier in Deutschland gibt es so einige christliche Sekten, die sich sogar als eingetragene Vereine schmücken. Die können nach Außen und Innen sich ganz lieb zeigen, aber diktierende Pastoren sind in diesen Gemeinden keine Seltenheit. Was da rausgeekelt, ausgeschlossen, Grabenkämpfe ausgefochten werden - es geht halt doch um Macht. Und es gibt sie auch, die Pastoren, die keine politische Meinung und keine Glaubensansicht neben ihrer dulden. Da habe ich schon Leute kennengelernt, die mit ihrer eigenen Meinung im hohen Bogen aus der Gemeinde/Gruppe geflogen sind. Ein Beispiel: eine Person wurde aus der Jugendgruppe einer Gemeinde ausgeschlossen, da er eine andere Sicht über die Entstehung der Bibel vertrat. Da bekam er gleich die Keule ab.

    Und wegen der "Gottes Wort-These": in sämtlichen Briefen des NT zum Beispiel lässt sich lesen, wer an wen schreibt. :)

    Gauland taktiert und hetzt gleichzeitig. Dabei lässt auch durchscheinen, was er im Bundestag an Beiträgen rauslassen wird. Dann genießt er als Abgeordneter Immunität und insbesondere Indemnität.
    Seine Anhänger ziehen mit, teilweise bewusst und der neuen Situation entgegengeifend, teilweise vielleicht sogar sich dessen nicht bewusst, was sie da eigentlich befürworten. Das habe ich hier auch schon beobachten können: zwei Freunde, der eine deutsch, türkischer Abstammung, der andere blickt auf Ahnen aus Deutschland zurück. Der letztere wurde zum immer mehr polemisierenden AfD-Anhänger. Der erstere konnte sich das irgendwann einfach nicht mehr anhören und meidet mittlerweile den Kontakt. Nachvollziehbar.
    Gauland hetzt übrigens auch noch gegen eine Politikerin, die in Deutschland geboren worden ist, so wie übrigens der erste der beiden Freunde.
     
  17. Rivale-von-Nogar

    Rivale-von-Nogar Meister

    Beiträge:
    466
    Registriert seit:
    26. April 2006
    Also ich bin Atheist und habe trotzdem mit den religiösen Ansichten von Ivo Sasek kein Problem. Auf der AZK kommen Themen zur Sprache die in alle Richtungen gehen und mit Religion zum größten Teils nichts zu tun haben. Ivo Sasek präsentiert sich selber als jemanden, der mit anderen Religionen kein Problem hat und zu Unrecht als Antisemit bezeichnet wird.

    https://www.youtube.com/watch?v=CD9cluf7zSs
     
  18. streicher

    streicher Ehrenmitglied

    Beiträge:
    4.538
    Registriert seit:
    15. April 2002
    Ort:
    middleearth in otherland
    Wir können ja mal ein ganz anderes Medium zu Wort kommen lassen als unsere Leitmedien. :) Die Leute vom Bibelbund scheren sich nicht darum, ganze Predigten durchzuhören, nehme ich an. Immerhin sind sie fundamentalistisch. Sie bieten folgendes Zitat von Sasek an:
    Das ist schon eine Hausnummer. Nach solchen Sätzen - ist er auf meiner Glaubwürdigkeitsskala ganz unten.

    Wie schon angedeutet: er bietet Holocaust-Leugnern eine Plattform: Der grosse Auftritt der Holocaust-Leugnerin - Sylvia Stolz, Lebenspartnerin von Horst Mahler.


    Ein wenig mehr ontop: habe mal nachgeschaut, ob es die Partei Bibeltreuer Christen (PBC) noch gibt. Sie hat sich mit einer weiteren streng christlichen Partei zusammengeschlossen, zum Bündnis C.
     
  19. Rivale-von-Nogar

    Rivale-von-Nogar Meister

    Beiträge:
    466
    Registriert seit:
    26. April 2006
    Ja ich habe den Vortrag von Sylvia Stolz bereits vor ein paar Jahren auf you tupe angesehen. Ich habe auch den Vortrag von Ivo Sasek angesehen. Man sollte die AZK aber deshalb weder auf Religion noch auf Holocaustleugnung reduzieren. Denn es gibt noch jede Menge andere Themen, wie sie unterschiedlicher nicht sein können.

    Das sind z.B. meine absoluten Favoriten

    https://www.youtube.com/watch?v=LIFX7kfN-hs&t=3876s

    https://www.youtube.com/watch?v=8p-AFZBnKOc&t=1883s

    https://www.youtube.com/watch?v=ttVRBykGXdk&t=1788s
     
  20. streicher

    streicher Ehrenmitglied

    Beiträge:
    4.538
    Registriert seit:
    15. April 2002
    Ort:
    middleearth in otherland
    Holocaustleugnung ist keine Kleinigkeit, was gibt es da auch zu reduzieren? Das bedeutet nämlich gleichzeitig, dass von dem Nazi-Regime ein anderes Geschichtsbild aufgebaut werden soll, ebenso von seinen Gegnern, was sich im Netz leicht recherieren lässt. Das zieht nach sich, dass die Geschichte nach dem Wk II uminterpretiert werden soll und dementsprechend Ereignisse bis in die Jetztzeit anders verstanden werden sollen. Und wiederum damit will man auch ein anderes Verständnis und eine andere Sicht der aktuellen Ereignisse erreichen. Mit anderen Worten: es ist Teil eines Gebäudes.