Der 8.Mai - Tag der "Befreiung" oder "Niederl

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POW

Großmeister
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Der 8.Mai - Tag der Befreiung oder Niederlage?


Hallöchen...
In diesem Frühsommer nähert sich zum 60. Mal das Ende des II. Weltkriegs in Europa, der unsägliches Leid über alle Menschen brachte. Unsere Medien überspühlen uns aufgrund dieses "Jubiläums" mit Dokumentationen und Nachrichten. Doch wie sollten wir, als Nachgeborene, über dieses Ereignis denken? Auf der einen Seite wurden wir Deutschen und die besetzten Staaten von der Pest des Nazi-Regimes befreit - aber wird man befreit, wenn dafür Millionen Deutsche ihr Leben dafür lassen müssen? Ich denke dabei speziell an die schätzungsweise 3,5 MIllionen durch alliierten Bombenterror ermordeten Menschen im ehemaligen deutschen Reichsgebiet, die Vergewaltigungsorgien der "glorreichen" russischen Armee oder die auf internationalem Parket betriebene Vertreibung von mehr als 10Millionen Deutschen aus den ehemaligen Ostgebieten, ebenso wie die Tatsache, dass während der Jahre des Krieges ca 3Millionen deutsche Soldaten umkamen, während 3,5 Millionen Soldaten in Kriegsgefangenschaft (!) starben.
So hat Gen. Eisenhower einmal verlauten lassen: "Wir kommen nicht als Befreier, sondern als Besatzer..."

Zur Quelle : http://www.im.nrw.de/sch/346.htm
Lazarus


Wie seht Ihr das? Um eine rege und anständige Diskussion wird gebeten...
 

Booth

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Aus meiner Sicht gibts da nicht viel zu diskutieren. Die Alliierten wollten ganz sicher keinen Frieden (vor allem die Britten in Person von Churchill).
Und wenn man sieht, wozu die Propaganda des NS-Regimes die Deutschen in den letzten zwei Kriegsjahren getrieben hat, aus meiner Sicht völlig zu Recht. Den totalen Krieg hat Goebbels ausgerufen. Und er hat ihn bekommen.

Das damalige Regime war dermassen krank und menschenverachtend, daß aus meiner Sicht keine Form von Frieden eine positive Zukunft für Mitteleuropa versprache, wenn auch nur Ansätze dieses Regimes übrig blieben.
Die Millionen von Todesopfer auf Grund des zweiten Weltkrieges weltweit sind in der Zahl einmalig in der Historie der Menschheit. Wenn ich an die Toten des Krieges denke, denke ich an alle - egal, ob im Kampf als Soldaten gefallen, vom Soldatenterror ermordet, vom Bombenterror (auf welcher Seite auch immer) verbrannt, in KZs getötet, oder auf der Flucht getötet.
Die Gräuel jedes Krieges sind schlimm - doch der damalige Krieg hat wirklich in jedweder Hinsicht dem Faß den Boden ausgeschlagen. Und Fakt ist, daß Hitler diesen Krieg wollte, so wie Churchill niemals mit einem Hitler einen Frieden eingehen wollte (was ich definitiv nachvollziehen kann). Und als der Krieg für die Nazis nicht mehr gewonnen werden konnte, haben die Nazis zu keiner Zeit jemals an Aufgabe gedacht - erst als die Rote Armee bereits in Berlin stand. Die Aufgabe der Führung wurde in Form vom Selbstmord durchgeführt.

Ich bin verdammt froh, daß von diesem Regime nichts mehr übrig ist, und in unserem Staatsgebilde nichts mehr zu finden ist.
Wenn ich mir vorstelle, ich hätte unter einer solchen menschenverachtenden Führung aufwachsen müssen, dreht sich mir der Magen um, und ich bin verdammt froh, daß dies nicht der Fall ist.

Über die "Befreiung" als solche werde ich keine Loblieder singen, denn ich halte Krieg immer für schlimm, und ich würde einen solchen Krieg niemals feiern. Als Befreiung sehe ich das ganze genaus wenig wie als Niederlage - ich habe einen relativ großen inneren Abstand zum zweiten Weltkrieg, sowohl durch mein Alter, als auch durch die heutige Lebenssituation, die es einem völlig unmöglich macht, die damalige Situation nachempfinden.

Ich halte es so, daß ich einfach nur verdammt froh bin, daß es heute dieses NS-Regime nicht mehr gibt.

gruß
Booth
 

POW

Großmeister
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@ booth
hallöchen und danke, für die schnelle Antwort.
Ich stimme Dir in fast allen Punkten zu und verurteile ebenfalls das national-sozialistische Regime. Nur leider hat nicht Goebbels als erster den totalen Krieg ausgerufen. Man höre und staune, es waren die Amerikaner. US-Präsident Franklin Delano Roosevelt hatte schon am 6. Januar 1942, also über ein Jahr zuvor, in einer Rede öffentlich ausdrücklich den "totalen Kriegseinsatz" ausgerufen; knapp eine Woche vor der Goebbels-Rede, nämlich am 12. Februar 1943, proklamierte das US-Staatsoberhaupt, Führer der "Anti-Hitler-Koalition", in Washington expressis verbis den "totalen Krieg". (Nachzulesen sind die beiden Roosevelt-Reden in dem 1946 von der US-Regierung herausgegebenen und im besetzten Deutschland verbreiteten Buch "Präsident Roosevelt ­ Amerika und Deutschland 1936 ­ 1945").
Das Ausrufen des totalen Krieges durch Gobbels ist auch ein wenig anders zu interpretieren. Die Aussage "Totaler Krieg" ist fortzuführen mit "-kürzester Krieg". Beim Betrachten alter Wochenschauen im Berliner Sportpalast ist zu sehen, dass die gesamte Halle ausgeschmückt ist mit Transparenten auf denen eben "Totaler Krieg - kürzester Krieg" zu lesen ist. Das damalige Regime versuchte so die Bevölkerung zu mehr Anstrengung, beipielsweise in der Produktion kriegswichtiger Güter zu beeinflussen, natürlich unter Einsatz aller Ressourcen, die aufgebracht werden konnten.
 

Rupert

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Kommt eigentlich nur mir die Quelle etwas seltsam vor? :?

Jedenfalls lässt sich aus zahlreichen historischen Aussagen - Zeitzeugen, Aufnahmen - eindeutig belegen, wie sehr die Deutschen hinter Hitler sowie seiner ganzen Meute und deren totalem Krieg standen. Nicht alle Deutschen, beileibe nicht. Die Widerständler, die Verfolgten und diejenigen, die die garstige Wahrheit des Krieges erfahren mussten, waren sicherlich nicht mehr so fanatisch wie ihre "Landser" in der Heimat. Doch gerade die bildeten das Rückgrat für Hitlers Politik, und sie hätten nie einen Frieden akzeptiert. Das kochende Blut brodelte zu sehr.

Ein recht kurzer Beitrag, aber eine Quelle wie diese Zeitung kann sich nicht gerade mit Seriösität schmücken. Warum versuchen die selbsternannten Patrioten eigentlich so verbissern und eisern, das Naziregime stückweise unschuldig zu sprechen? Für das heutige Deutschland doch wohl eher eine Schande als eine Leistung, auf die man stolz sein könnte.
 

Booth

Erleuchteter
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POW schrieb:
US-Präsident Franklin Delano Roosevelt hatte schon am 6. Januar 1942, also über ein Jahr zuvor, in einer Rede öffentlich ausdrücklich den "totalen Kriegseinsatz" ausgerufen
Ja - ca. 2,5 Jahre nachdem Nazi-Deutschland den Krieg in fast ganz Europa getragen hatte...

Natürlich war Goebbels Rede (wie alle seine Reden) reiner Versuch, die "Volksmasse" (die er gleichzeitig so abschätzig beurteilte) zu beeinflussen, um dem Nazi-Regime voll und ganz auf den Weg in die (wie sich im nachhinein herausstellte) absolute und doch selbst verursachte Katastrophe zu folgen.

Wie dem auch sei - es ist passiert. Und meine Schlußfolgerung des Ganzen für Deutschland: Nie wieder ein Nazi-Regime. Nie wieder Diktatur. Nie wieder Rassismus. Und am liebsten auch: Nie wieder Krieg.

gruß
Booth
 

FreeBird

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Booth schrieb:
Ich bin verdammt froh, daß von diesem Regime nichts mehr übrig ist, und in unserem Staatsgebilde nichts mehr zu finden ist.
Wenn ich mir vorstelle, ich hätte unter einer solchen menschenverachtenden Führung aufwachsen müssen, dreht sich mir der Magen um, und ich bin verdammt froh, daß dies nicht der Fall ist.
Booth, so gehts mir auch.

In einem Was-wäre-Wenn-Szenario, also angenommen die NSDAP würde 2005 das Grossdeutsche Reich regieren, würde ich längst nicht mehr leben! Dann hätte ich mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit schon in jungen Jahren als lebende Bombe irgendein Gauleitertreffen pulverisiert...

Aber die nach 60 Jahren entstandene SchniSchnaSchnappi/GeizIstGeil/FlutspendeJaZahlenNein/[PleaseInsertOurOwnSubject]-Gesellschaft macht mich auch nicht wirklich glücklich.... :?
 

Booth

Erleuchteter
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Auch wenns OffTopic ist:

FreeBird schrieb:
Aber die nach 60 Jahren entstandene SchniSchnaSchnappi/GeizIstGeil/FlutspendeJaZahlenNein/[PleaseInsertOurOwnSubject]-Gesellschaft macht mich auch nicht wirklich glücklich.... :?
Mich auch nicht - deshalb stelle ich auch nicht den Konsum, bzw das Geld verdienen, bzw das Anhäufen von materiellen Gütern ins Zentrum meines Lebens.

Das schöne an der freiheitlichen Demokratie mit kapitalistischen Wirtschaftssystem ist, daß Du dem (von den Vetretern des Kapitalismus) gewünschten Konsumverhalten nicht nachkommen musst.

gruß
Booth
 

FreeBird

Großmeister
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Booth schrieb:
Auch wenns OffTopic ist:
Passiert mir leider öfters, muss ein BrainVirus sein... :O_O:

Das schöne an der freiheitlichen Demokratie mit kapitalistischen Wirtschaftssystem ist, daß Du dem (von den Vetretern des Kapitalismus) gewünschten Konsumverhalten nicht nachkommen musst.
Richtig. Ich muss/darf/soll mich aber 24/7 mit Leuten auseinandersetzen, die genau das tun. Und wie du sicher bemerkt hast, kann das verdammt anstrengend sein. Aber immer noch sehr viel besser, als von einer Clique um einen wahnsinnigen Landschaftsmaler regiert zu werden...

Gruaß zruck
Bird

:wink:
 

_Dark_

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Nur leider hat nicht Goebbels als erster den totalen Krieg ausgerufen. Man höre und staune, es waren die Amerikaner. US-Präsident Franklin Delano Roosevelt hatte schon am 6. Januar 1942, also über ein Jahr zuvor, in einer Rede öffentlich ausdrücklich den "totalen Kriegseinsatz" ausgerufen;
8O
mensch, diese bösen amis... die sind an allem schuld, vor allem an der eskalation des krieges.. jaja, das deutsche opfervolk..
und nein, goebbels wollte ja nur das allerbeste für das volk..
is klar, ne

eigentlich hätten wir ja gewinnen müssen..

*grml*

und immer diese wahnsinnigen russen.. man stelle sich nur vor: die schlagen die wehmacht zurück, die in ihrem land 20 mio. tote zu verantworten hat, und dann führen sie sich der deutschen zivilbevölkerung gegenüber nicht auf wie die friedensengel..

mensch, wie ungerecht doch die welt ist
 

Hidratos

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Re: Der 8.Mai - Tag der "Befreiung" oder "Nie

POW schrieb:
Wie seht Ihr das? Um eine rege und anständige Diskussion wird gebeten...
die ganzen leude sind gestorben wegen der regierung. die moral von der geschicht vetrau dem suspekten Diktator nicht sondern zerschlag ihm bitte das gesicht

mfg :)
 
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